Meine Bezness Erfahrung mit einem Tunesier

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Meine Bezness Erfahrung mit einem Tunesier

Beitragvon AnastasiaSajka » 20.06.2014, 00:18

Meine Bezness-Erfahrung mit einem Tunesier ist nun schon 2 Jahre her. Aber ich möchte sie dennoch teilen, denn das Thema Bezness lässt mich nicht los und es macht mich wütend zu sehen, wie viel Erfolg diese Betrüger haben.
Damals war ich 18 Jahre alt und mit einer Freundin zusammen im Urlaub in Italien. Wir lernten eines Abends am Strand einen Marokkaner kennen. Da es noch sehr früh in der Saison war und kaum jemand unterwegs war, waren wir ganz froh, einen Kontakt geknüpft zu haben. Wir gingen zusammen in eine Disko, wo ich zum ersten Mal S. begegnen sollte. Allerdings erinnerte ich mich nicht recht an das Gespräch mit ihm, weil ich etwas zu viel getrunken hatte. Jedenfalls verabredeten wir uns am nächsten Tag wieder mit dem Marokkaner. Doch dieses Mal wollte er seinen Freund mitbringen.

Als ich ihn sah, war ich ehrlich gesagt hin und weg von seinem Aussehen. Er erinnerte sich noch vom vorherigen Abend an mich und machte mir sehr schnell viele Komplimente, was mir jedoch etwas unangenehm war, da wir uns kaum kannten. Er erzählte mir, dass er hier in einem Hotel arbeiten würde als Animateur und tunesische Wurzeln hätte. Ein Teil seiner Familie lebe aber hier und in Frankreich. Auf die Frage nach seiner Staatsangehörigkeit antwortete er, dass er die französische Staatsangehörigkeit hätte. Aus diesem Grund wähnte ich mich in Sicherheit hinsichtlich von Bezness (zu Unrecht, denn er hatte lediglich die tunesische). Zwei junge Leute, die sich ganz normal im Urlaub kennenlernen. Irgendwann später an diesem Abend ging es dann in die Disko und wir küssten uns. Einige Tage später machte er mir bereits eine große Liebeserklärung. Ich konnte sie zwar nicht erwidern, aber es schmeichelte mir doch, wie er als Mann sogar vor seinen Freunden so große Emotionen zeigen konnte.

Schließlich lernte ich seine Schwester und ihren Mann kennen, die auch in Italien wohnten und arbeiteten. Ich deutete dieses Treffen als ein Zeichen für seine Ernsthaftigkeit. Im Laufe des Urlaubs lernten meine Freundin und ich noch einige Männer aus Deutschland kennen, mit denen wir jeden Tag etwas unternommen haben. Rein platonisch. Doch meinem tunesischen Freund gefiel das überhaupt nicht. Er sagte mir, dass er nicht will, dass ich mich mit den anderen treffe. Sie seien schlecht für mich. Einmal riss er mir das Handy aus der Hand, um zu erfahren mit wem ich da gerade telefoniere.
Nach dem ich wieder in Deutschland war, rief er mich direkt an, was mir das Gefühl gab, dass er ehrlich an mir interessiert war. Es folgten noch 2-3 weitere Anrufe in den nächsten Monaten mit zahlreichen Liebesbekundungen. Dann herrschte plötzlich Funkstille, ich versuchte ihn zu erreichen, doch es ging monatelang nur noch die Mailbox ran. Ich spinnte mir natürlich irgendwelche Theorien zusammen, was mit seinem Handy passiert sein könnte.

Im nächsten Sommer flog ich erneut nach Italien. Dort trafen wir wieder den marokkanischen Freund von S. Allerdings schienen sich die beiden gestritten zu haben. So dass ich mit meinen Freundinnen zum Haus von S. trottete. Er saß auf dem Balkon und erkannte mich sofort. Freudestrahlend lief er auf mich zu und umarmte mich. In diesem Urlaub kam dann plötzlich das Thema Heirat auf den Tisch. Er war der Ansicht, dass die Ehe die einzige Form einer ehrbaren Beziehung sei. Ich stellte ihm sehr viele Fragen und konnte schließlich herausfinden, dass er gar keine französisch Staatsangehörigkeit besaß. Er hatte lediglich eine Aufenthaltsgenehmigung aufgrund seiner Arbeit. Das war schon ein kleiner Schockmoment für mich, da ich mich nun mit dem Gedanken auseinander setzen musste, dass er nur an ein Visum wollte. Nachdenklich machte mich auch, als er an einem Tag keine Zeit für mich hatte und mir irgendeine absurde Ausrede auftischte. Seine Schwester sei schwanger und nur er könne sie zum Arzt bringen. Wir trafen uns aber immer nur ab 22 Uhr, daher war die Geschichte mit dem Arzt Blödsinn. Monate später erfuhr ich, dass er sich an diesem Tag mit seiner Verlobten getroffen hatte. Nach diesem Urlaub tauschten wir E-Mail Adressen aus und schreiben von nun an fast jeden Tag miteinander. Wenn ich einmal nicht kam, wurde er sofort sehr wütend. Er konnte es nicht leiden, wenn ich ausging und machte mir die schlimmsten Vorwürfe. Doch ich wollte mein Leben nicht so massiv einschränken. Als ich ihm erzählte, dass ich mit meinen Freundinnen alleine nach Spanien fliegen wollte und nicht zu ihm, ist er völlig ausgerastet.

Ich bekam schließlich eine Zusage für einen Studienplatz und musste umziehen. Dementsprechend sah ich mich nach einer Wohnung um. Als ich nach diesem Wochenende wieder nach Hause gefahren bin, ging ich zu Facebook und sah in der Leiste "Personen, die sie kennen könnten" plötzlich meinen Freund, jedoch mit einem anderen Nachnamen. Ich schaute mir das Profil an, das entstanden war, während ich auf Wohnungssuche in einer anderen Stadt war. Er war verlobt mit einer Italienerin. Mich traf der Schlag. Mir wurde unglaublich schlecht. Ich schrieb ihm eine Nachricht auf sein neues Profil, sodass er gleich wusste, dass ich ihn ertappt hatte. Doch er antwortete mir nicht. Also schrieb ich seiner Verlobten und schickte ihr auch Fotos als Beweise zu, denn die beiden waren bereits ein Jahr lang verlobt. Dennoch glaubte sie mir kein Wort, das traf mich wirklich hart. Aber ich gab keine Ruhe und so landeten wir eines Tages zu dritt im Chat. S. tat so als würde er mich nicht kennen, als sei ich irgendeine Verrückte und er stritt natürlich alles ab, was ich ihm vorwarf. Schließlich schrieb er mir eine private Nachricht "Ich habe dich wirklich geliebt, aber es ist zu schwer mit dir und deinen Eltern. Ich bin jetzt mit ihr zusammen und glücklich. Lass mich in Ruhe."

Mir ging es elend, aber nicht weil diese Beziehung zu Ende war, sondern weil man mich als eine Lügnerin darstellte. Monatelang hörte ich nichts von ihm. Dann eines Tages bekam ich eine Freundschaftsanfrage. Es war ein Cousin von ihm. Er schrieb mir, dass S. ständig über mich sprechen würde. Er würde mich immer noch lieben und könnte mich nicht vergessen. Dann machte mir der Cousin Vorwürfe, dass ich S. alleine gelassen habe. Ich hätte bei ihm bleiben müssen in Italien. (Wozu soll ich auch studieren?) Die Italienerin würde er nicht lieben, aber sie würde ihn erpressen. Ihr Vater sei der Chef des Hotels usw. Lauter Unsinn.
Die beiden waren übrigens zu dem Zeitpunkt immer noch verlobt und ich hatte noch Kontakt mit der Italienerin. S. schrieb mir dann persönlich und machte Schluss mit der Italienerin. Ich erfuhr es auch von ihr, sie war am Boden zerstört und verstand die Welt nicht mehr.
Ich blieb in Kontakt mit S. Er war sich übrigens natürlich keiner Schuld bewusst. Die böse Italienerin war schuld an allem. Auch mit seinem Cousin schrieb ich noch, den ich immer mal wieder provozierte, denn mir war von Beginn an klar, dass dieser sehr religiös war. Also erzählte ich ihm, dass ich Atheistin sei. Er war völlig schockiert. Sein Cousin dürfte nur eine Gläubige heiraten. Am besten natürlich eine Muslima. Die Tunesier würden zwar "blonde europäische Prinzessinnen mit blauen Augen" lieben, aber dies sei nur Leidenschaft. Letzten Endes gäbe es für Muslime aber nur die Liebe nach dem Tod und es wäre leichter mit einer Muslima verheiratet zu sein, denn ich würde ihre Kultur nicht verstehen.

Als S. das erfuhr erzählte er mir selbstverständlich, dass er ganz anders sei und ihm meine Religion egal sei. Ich besuchte ihn und seine andere Schwester dann schließlich in Frankreich. Vorher fragte ich ihn, was ich für Geschenke mitbringen sollte. Er sagte gar nichts. Daran hielt ich mich, womit er wohl nicht gerechnet hatte. Letztlich beschenkte mich seine Familie. Er ließ mich dort auch mal über Stunden hinweg alleine mit den Frauen, was ich überhaupt nicht nachvollziehen konnte und ihm auch wütend zeigte. Während meines Besuches war sein Handy die ganze Zeit ausgeschaltet. Es hätte sonst wohl zu viele Anrufe von seinen Freundinnen gegeben. Jedenfalls kam das unangenehme Thema Hochzeit wieder auf den Tisch. Vor allem seine Familie war ganz begeistert davon. Mir merkten sie aber an, dass ich dieses Thema nicht so sehr mochte und teilten dies S. auch mit. Der mich immer wieder fragte, ob ich es denn überhaupt ernst meinen würde. Ich tat so, als ob ich über eine Hochzeit nachdenken würde. Eigentlich kam sie für mich aber nicht in Frage, ich war viel zu jung, genoß gerade mein Studium und meine Eltern wären nicht mit ihm einverstanden gewesen.

Eine Hochzeit wurde zum ständigen Streitthema zwischen uns. Ich sollte unbedingt nach Tunesien fliegen, um ihn dort zu heiraten. Ich sagte ihm aber, dass ich niemals dorthin fliegen möchte. In der Zwischenzeit lernte ich an meiner Uni einen netten Auslandsstudenten kennen, mit dem alles so leicht und locker war und ich fragte mich, wozu brauche ich diesen ganzen anstrengenden Stress mit S.? Ich flog noch einmal nach Italien, da ich den Flug schon Monate vorher gebucht hatte. Wirklich Lust hatte ich allerdings nicht. Irgendwie hatte ich in der Zwischenzeit auch herausgefunden, dass er mit einem anderen Mädchen geschrieben hatte. Damit konfrontierte ich ihn und er wurde sehr wütend. Ich würde ständig Probleme schaffen. Schließlich sagte ich ihm, dass ich keine Lust mehr auf ihn habe und es vorbei ist. Er dampfte wütend ab. Im Laufe der Zeit kontaktierte ich immer mehr Frauen aus seiner Freundesliste (von einem alten Profil, von dem er nicht wusste, dass ich es kannte). Mir fielen die vielen deutlich älteren europäischen Frauen in seiner Liste auf. Von einer erfuhr ich, dass er 2 Jahre mit ihr zusammengewesen war, sie ihm sehr viel Geld geschickte hatte. Sogar ein Auto wollte er. Eine Hochzeit war auch geplant, doch das Geld für ein Visum verprasste er scheinbar anders und reiste nie zu dieser Frau nach Hause. Die Familie schrieb dieser Frau übrigens immer noch, wie sehr er sie doch lieben würde. Das tragische ist, dass sie das wohl auch immer noch glaubte. Letztlich heiratet sie einen anderen deutlich jüngeren Tunesier. Sie lernte nicht aus ihrem Fehler.
Und der liebe S. ist inzwischen auch verheiratet. Wieder eine deutlich ältere Französin. Er hat es also geschafft. Das macht mich so wütend. Doch ich konnte es nicht verhindern und das liegt mir irgendwie immer noch schwer auf der Seele.
AnastasiaSajka
 
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Re: Meine Bezness Erfahrung mit einem Tunesier

Beitragvon sita » 20.06.2014, 06:44

Liebe AnastasiaSajka


AnastasiaSajka hat geschrieben: Das macht mich so wütend. Doch ich konnte es nicht verhindern und das liegt mir irgendwie immer noch schwer auf der Seele.



Du hattest Dein möglichstes versucht, das Einstellen Deiner Geschichte hier ist ebenfalls sehr wichtig.
Alles andere andere lag/liegt nicht mehr in Deiner Macht.

(zur besseren Lesbarkeit ein paar Absätze in Deinen Bericht eingefügt)
Liebe Grüße
sita


Oft gehört mehr Mut dazu, seine Meinung zu ändern, als ihr treu zu bleiben
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Re: Meine Bezness Erfahrung mit einem Tunesier

Beitragvon Candy » 20.06.2014, 08:53

Liebe Anastasia,

vielen Dank, dass du uns hier deine Geschichte so ausführlich erzählt hast.
So eine Geschichte zeigt wieder einmal, wie abgebrüht und erfindungsreich diese Kerle sind.

Eigentlich muss dir nichts auf der Seele liegen, du bist vorsichtig gewesen, hast trotz allem gut auf dich aufgepasst
und es liegt nun mal leider nicht in des Menschen Macht, alles und jeden zu retten.
Was wolltest du verhindern?
Ich denke, bei so einem Hallodri wird die Französin sicher ihr Lehrgeld bezahlen u
nd sie ist also auch alt genug, um ihren Verstand zu benutzen.

Liebe Anastasia, kann es sein, dass dir die Situation, in der du mit diesem Tunesier warst,
psychisch noch irgendwie nach hängt?
Könnte das dein "Seelenschmerz" sein?
Menschen, die ständig kontrolliert werden (so wie er es ja gemacht hat) und
über längere Zeiträume "in die Enge" getrieben werden,
brauchen hinterher sehr lange, um da ieder raus zu kommen, um sich innerlich wieder frei zu fühlen.
Liebe Grüsse
Candy
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Re: Meine Bezness Erfahrung mit einem Tunesier

Beitragvon AnastasiaSajka » 22.06.2014, 13:35

Candy hat geschrieben:Liebe Anastasia,

Liebe Anastasia, kann es sein, dass dir die Situation, in der du mit diesem Tunesier warst,
psychisch noch irgendwie nach hängt?
Könnte das dein "Seelenschmerz" sein?
Menschen, die ständig kontrolliert werden (so wie er es ja gemacht hat) und
über längere Zeiträume "in die Enge" getrieben werden,
brauchen hinterher sehr lange, um da ieder raus zu kommen, um sich innerlich wieder frei zu fühlen.


Es macht mich einfach so wütend, dass er Erfolg hatte. Er wird in Europa bleiben. Und selbst die Frauen, die er bereits verarscht hatte, hätten ihn noch zurückgenommen (das habe ich bei vielen deutlich gemerkt). Selbst wenn es mit der einen nicht geklappt hätte, hätte er mit der nächsten Erfolg gehabt. Und am meisten macht mir zu schaffen, dass man das nicht verhindern kann. Selbst wenn man die Frauen warnt und Beweise hat, sie hören trotzdem nicht auf einen. Es gibt keine wirklich effektiven Mittel Frauen, die in einen Bezzie verliebt sind, rechtzeitig zu retten. Wenn meine Lebensumstände anders gewesen wären und ich in ihn verliebt gewesen wäre, wäre ich vielleicht ebenso stur gewesen.
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Re: Meine Bezness Erfahrung mit einem Tunesier

Beitragvon Schneewitschen » 05.01.2015, 06:25

Oh man, wenn man sich so deine Liebesgeschichte mit ihm durchliest, denkt man er meint es ernst, das Ende hat mich schockiert. Es tut mir leid, dass ältere einsame Frauen auf sowas reinfallen :( und dass Männer solche Frauen schamlos ausnutzen und die ganze Familie spielt da auch noch mit! Grausam!
Sei froh, dass du ihn nicht geheiratet hast! 8)
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Re: Meine Bezness Erfahrung mit einem Tunesier

Beitragvon salvation4 » 05.01.2015, 19:25

Schneewitschen hat geschrieben:Oh man, wenn man sich so deine Liebesgeschichte mit ihm durchliest, denkt man er meint es ernst, das Ende hat mich schockiert. Es tut mir leid, dass ältere einsame Frauen auf sowas reinfallen :( und dass Männer solche Frauen schamlos ausnutzen und die ganze Familie spielt da auch noch mit! Grausam!
Sei froh, dass du ihn nicht geheiratet hast! 8)



TE war 18 Jahre und nicht einsam. Sinnerfassendes Lesen hilft.
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Re: Meine Bezness Erfahrung mit einem Tunesier

Beitragvon Anaba » 05.01.2015, 19:55

dass ältere einsame Frauen auf sowas reinfallen :( und dass Männer solche Frauen schamlos ausnutzen


Wie meine Vorschreiberin schon angemerkt hat, ist die TE jung. (18).
Du siehst, es trifft auch die, nicht nur die älteren, einsamen Frauen. :roll:
Du solltest die Beiträge, die du kommentierst, auch richtig lesen.
Liebe Grüße
Anaba

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