Der kleine narzisstische Prinz

Austausch über gemachte Bezness-Erfahrungen in diesem Land

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Der kleine narzisstische Prinz

Beitragvon Lenifina » 12.03.2017, 15:03

Nun möchte ich nach 1,5 Jahren stillem Mitlesen auch über meine Geschichte bzw. Erfahrung berichten.
Ich überlasse es euch, zu beurteilen, ob es Bezness war oder nicht. Für mich spielt dies keine Rolle mehr, da ich meine Beziehung vor 4 Monaten ohne materiellen Schaden, aber mit einigen emotionalen Blessuren, beendet habe.

Ich habe den kleinen tunesischen Prinzen vor ca 2 Jahren in einem Club in Deutschland kennegelernt. Er war 27 Jahre alt, hielt sich seit 6 Monaten in Deutschland auf. Er machte einen Deutschkurs und bewarb sich bereits an einer Hochschule für ein Master Studium hier. Ich war sehr begeistert von ihm, war er doch so weltoffen, intelligent und zurückaltend. Nach wenigen Wochen war ich bereits verliebt in ihn. Er wirkte sehr unnahbar auf mich, was mir gefiel, denn ich bin sehr ähnlich. Auf Männer wirke ich eher distanziert, Typ Frau, der lange braucht, um sich auf einen Mann einzulassen.
Ich fand natürlich den Altersunterschied von 9 Jahren bedenklich, hatte aber zu Beginn das Gefühl, dass er wesentlich reifer ist. Nach einigen Wochen fand ich heraus, dass er keine 27 Jahre alt war, sondern 25. Es kam heraus, dass er in Tunesien sein Studium nicht abgeschlossen hat und hier in Deutschland erstmal ein Bachalorstudium beginnt. Ausserdm gestand er, dass er nicht erst seit 6 Monaten hier ist, sondern bereits seit 1,5 Jahren. Damit war mein Misstrauen geweckt. Mei Misstrauen steigerte sich, als er nach 3 Monaten ganz offen fragte, ob ich ihn heiraten würde, damit er keine Probleme mit der Aufenthaltsgenehmigung hätte. Natürlich wäre er an einer ernsthaften Beziehung mit mir interessiert und würde mich nicht nur wegen der AE heiraten. Meine Ablehnung nahm er beleidigt und traurig zur Kenntnis. Die Beziehung wurde intensiver, jedoch konnten wir uns nur am Wochenende sehen, da er in einer anderen Stadt sein Studium begann.
Es kamen die ersten Schwierigkeiten mit der Verlängerung der AE, bei denen ich ihm sehr geholfen hab, allein hätte er es nicht hinbekommen. Zu diesem Zeitpunkt fiel mir schon auf, dass der kleine Prinz sein Leben nicht wirklich geregelt bekam und überhaupt kaum was auf die Kette bekam. Eingehende Briefe, Regelung von Krankenkasse und diese Sachen übernahm ich gern, denn es war ja auch wirklich furchtbar hart für den kleinen Prinzen, der kaum Deutsch (nach 1,5 Jahren!!) sprach.
Die Beziehung wurde intensiver und das Thema Heirat kam wieder auf den Tisch. Diesmal wurde ein bisschen mehr Druck gemacht. (ohne Heirat wüsste er nicht, wie lange die Beziehung noch so laufen könne, denn in seiner Kultur ist diese Art on Beziehung unmöglich und er wolle mich ja auch nicht weiter vor seinen Eltern verheimlichen)
Durch diese emotionale Erpressung geriet ich unter Druck und begann mit dem Gedanken zu spielen, ihn zu heiraten, obwohl ich das ihm gegenüber vorerst ablehnte, da wir noch nicht so lange zusammen wren und er ja noch studiert.
Das Beziehungsdrama nahm seinen Lauf. Ich fühlte mich häufig emotional erpresst (bei mir funktioniert die Mitleidsmasche und das Spiel mit Schuldgefühlen sehr gut), immer mehr kontrolliert, isoliert von meinen Freunden und merkte, dass ich gar kein eigenes Leben mehr hatte und sich alles um den kleinen Prinzen und seine Bedürfnisse drehte.
Der kleine Prinz nistete sich in meiner Wohnung ein (ich habe es ja auch angeboten) und fuhr nur noch sporadisch zur Uni. In den 6 Monaten des gemeinsamen Lebens mutierte er immer mehr zum kleinen narzisstischen Prinzen und ich übernahm eine Mutterrolle. Ich ging Vollzeit arbeiten, zahlte die meisten Kosten (er beteiligte sich gerüngfügig an Lebensmitteln, hat ja auch viel weniger. Ich fühlte mich aber finanziell nicht ausgenutzt), putzte die Wohnung, kochte und stand natürlich nachts auch noch in Dessous bereit. Der kleine Prinz sass den ganzen Tag mit diversen Joints auf dem Balkon, telefonierte und liess es sich gut gehen.
Ich wurde immer schwächer, konnte mich auf nichts mehr konzentreren und war völlig ausgepowert. Den kleinen Prinzen interessierte das nur wenig. Als ich am Rande meine Kräfte war, beteiligte er sich gelegentlich an alltäglichen Pflichten. Ständige Diskussionen über Verantwortungsübernahme, Sein Studium auf die Reihe bekommen, aufhören zu kiffen, etc. verliefen ins Leere. Ich hate die alleinige Verantwortung für sein Wohlegehen und unsere Beziehung. Wenn ich eines seiner Bedürfnisse zurückwies wurde ich mit mit Schuldgefühlen und Liebesentzug gestraft. Ich habe alles brav mitgemacht und nur noch die guten Seiten sehen wollen, alles negative habe ich komplett ausgeblendet.
Ein Urlaub bei seiner Familie in Tunesien öffnete mir die Augen. Seine Familie hat keinen blassen Schimmer, was der kleine Prinz in Deutschland treibt und wie wenig er hier gebacken kommt. (in 3 Semestern nicht eine einzige Prüfung!!) Aber typisch tunesische Familienstruktur: man guckt nicht genau hin und setllt auch den kleinen Prinzen nicht in Frage. Kritik unerwünscht! Der kleine Prinz liess sich von Mutter und Schwester bedienen, ich durfte das Haus nicht alleine verlassenund insgesamt hat er sich im Urlaub recht wenig um mich gekümmert. Da wusste ich, wie mein Leben aussehen wird, wenn ich mit ihm zusammenbleibe.
Zu Hause in Dtld. habe ich noch 2 Monate versucht, die Beziehung in andere Bahnen zu lenken. Der kleine Prinz fing immer stärker an zu manipulieren und mir Schuldgefühle zu machen und schreckte auch vor Mindgames nicht zurück.
Daraufhin habe ich ihm seine Sachen gebracht und ohne weitere Erklärung die Beziehung beendet. Er gab mir zum Abschied noch eine deutliche Antwort auf meine immer wieder im Kopf auftauchende, nie geäusserte Frage : Will er nur die AE? Seine Antwort waren 250€ in bar vor meiner Nase mit den Worten: "Das habe ich schon erspart. Ich wollte dir davon einen Ring kaufen und dich doch heiraten."
Ich bin mit Leb Wohl gegangen, habe noch 2x etwas von ihm gehört (klägliche Rückgewinnungsversuche mit der Masche Schuldgefühe und schechtes Gewissen machen).

Der kleine narzisstische Prinz war mehr Schein als sein. Unfähig zur Selbstkritik, unfähig zu einer Beziehung auf Augenhöhe und unfähig, anderen Menschen mit Respekt zu begegnen. Ich bin überzeugt davon, dass es in dieser Beziehung nie um mich ging, sondern um die Vorteile, die ich bot. Aus meiner Sicht Bezness gepaart mit sehr ausgeprägtem Narzissmus.

Ich danke allen, die den doch recht langen Text geduldig lesen :)
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Re: Der kleine narzisstische Prinz

Beitragvon Karlotta » 12.03.2017, 15:36

Hallo Lenifina, da hatte die Made ja ihren Speck gefunden, wo sie sich drin verkriechen konnte :shock: :?
Nur schade für ihn, dass Du einen klaren Blick behalten und ihn vor die Tür gesetzt hast. Natürlich hat er Bezznes betrieben. Allein der Wunsch nach Heirat sagt das aus. Und sein Studium wäre unwichtig geworden. Wenn man Frau hat, kann man sich auch ohne Uni ein schönes Leben machen. Sicher wird er jetzt ein nächstes Opfer suchen, damit er wieder bekocht wird und eine warme Wohnung hat. Gottseidank bist es nicht mehr Du.
Ich beglückwünsche Dich für Dein konsequentes Handeln, werden Dich sicher einige Frauen drum beneiden. Karlotta
Wer will, sucht Wege. Wer nicht will, sucht Gründe
Optimismus ist nichts anderes als ein Mangel an Information. Heiner Müller
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Re: Der kleine narzisstische Prinz

Beitragvon Efendi II » 12.03.2017, 16:04

Lenifina hat geschrieben:Es kam heraus, dass er in Tunesien sein Studium nicht abgeschlossen hat und hier in Deutschland erstmal ein Bachalorstudium beginnt. ....Es kamen die ersten Schwierigkeiten mit der Verlängerung der AE, bei denen ich ihm sehr geholfen hab, allein hätte er es nicht hinbekommen.

Um in Deutschland studieren zu können, ist doch (normalerweise) ein Sperrkonto mit einer Einlage von ca. 8000 €uro pro Jahr oder die Verpflichtungserklärung eines Sponsors erforderlich ?
Habe Mut, Dich Deines eigenen Verstandes zu bedienen! (Immanuel Kant)
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Re: Der kleine narzisstische Prinz

Beitragvon Thelmalouis » 12.03.2017, 16:20

Liebe Lenifina,

ich beglückwünsche dich zu deiner Konsequenz.
Du weißt genau was du willst, beziehungsweise was du nicht willst.
Dementsprechend hast du dein ungutes Gefühl nicht unterdrückt und auf deinen Verstand gehört und danach gehandelt.
Viele der Betroffenen halten viel zu lange an was fest, was gar nicht vorhanden ist und rutschen so immer tiefer rein.
Gott sei Dank hast du dem Druck seiner Manipulation standgehalten und ihn nicht Knall auf Fall geheiratet.
Dem faulen Prinzen hast du lange genug den Hintern hinterhergetragen aber dennoch rechtzeitig die Reißleine gezogen und dir dadurch sehr viel erspart.

Lenifina, ich wünsche dir sehr, dass du einen Partner findest, der zu dir passt und mit dem du glücklich werden kannst.

Eine starke Frau wie du, braucht einen echten Kerl an ihrer Seite und nicht so ein kleines verwöhntes Prinzchen.
Der soll wieder heim zu seiner Mutti, da ist er am besten aufgehoben. :lol:
Gruß Thelmalouis

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Re: Der kleine narzisstische Prinz

Beitragvon Liberty » 12.03.2017, 16:24

Hallo Lenifina
Sei froh dass du den Absprung rechtzeitig geschafft hast.
Du hast dir damit vieles erspart.
Wenn ich das Verhalten deines Tunesier lese, könnte das auch meiner sein.
Das Leben in der Isolation und nur noch für ihn da sein.24 Stunden am Tag.
Dass du irgendwann keine Kraft mehr hattest kann ich voll und ganz verstehen. Mir ging es ganz genau so.
Wünsche dir alles Gute
LG Liberty
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Re: Der kleine narzisstische Prinz

Beitragvon Lenifina » 12.03.2017, 16:37

Hallo Efendi II,

... richtig. Sperrkonto ist vorhanden und auch die 8000€ waren bisher immer vorhanden. Die Familie hat das finanziert. Und so wie ich das einschätzen konnte, als ich bei der Familie war, sind das keine armen Leute.

@ Karlotta

Ich denke, ich war der Hauptgewinn für ihn. Ich wäre seine Rettung für alle Probleme gewesen denke ich. Er hätte nicht jedes Jahr die 8000€ vorweisen müssen, kein Ärger mehr mit der Verlängerung der AE, etc. Er hätte es durch mich sehr bequem gehabt. Er selbst ist eher wenig in der Lage, sein Leben selbständig in den Griff zu bekommen und sieht auch keine Notwendigkeit, sich in irgendeiner Form mal anzustrengen. Das Studim schafft er niemals und ich denke, das ist ihm klar. Da er sich selbst nicht retten kann braucht er eben einen Retter. Ich war für diese Rolle die perfekte Besetzung.

@ Liberty

deine Geschichte habe ich gelesen und mich da sehr wiedererkannt und gelächelt.
Danke für die lieben Wünschen, die ich gern an dich zurückgebe, da du ja noch nicht ganz durch bist.

@Themalouis

Danke für das Kompliment. Das tut gut, da eben diese Geschichten, wie sie auch viele Frauen hier erlebt haben, massiv am Selbstwert kratzen.
Und ich habe für jede Frau Verständnis, die trotz aller Anzeichen es nicht gleich schafft, sich von solchen destruktiven Menschen zu lösen. Manipulation ist eine sehr sehr wirksame Waffe. Es ist, als hätte man sich einer Gehirnwäsche unterzogen. Man kann kaum noch klar sehen, verliert jeden objektiven Blick. Ich halte solche Menschen, wie meinen kleinen (Ex)Prinzen für sehr gefährlich.
Ich habe selbst 9 Monate gebraucht, um Klarheit zu bekommen und um zu erkennen, welches Spiel der kleine Prinz gespielt hat, um meine Konsequenz daraus zu ziehen.
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Re: Der kleine narzisstische Prinz

Beitragvon Atin » 12.03.2017, 17:40

Wie schön das du ihn los bist. Der Energievampir hat nicht locker gelassen, du bist nun endlich frei und glücklich.

Schlau von dir das du dich nicht hast locken lassen :D Ich wünsche dir einen Ring mit noch ner Null hintendran. :)

Seine beste Freundin Mari-hu-anha ( für die er alles tun würde) kümmert sich jetzt mal am besten um ihn und bringt ihn da hin wo er hin gehört :lol:
Tue was richtig ist und wende dann jedem geschmacklosen Kritiker deinen Rücken zu. ( von einem Schriftsteller )

I am not what you want
and you are
just what
I don‘t need

-stacie
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Re: Der kleine narzisstische Prinz

Beitragvon Lenifina » 12.03.2017, 17:56

Danke Atin, das bringt mich bei aller Traurigkeit zum Lachen :)

Dass mit den 250€ für einen Ring fühlte sich an wie eine derbe Ohrfeige. Erstens, hätte er mir ja schon längst einen Ring kaufen können, immerhin waren wir kurz davor in Tunesien und dort gibt es herrlichen Schmuck nach meinem Geschmack und zweitens muss er mich für sehr sehr sehr dumm halten, wenn er wirklich glaubt, er wedelt mit 250€ und ich vergesse ganz schnell die Trennung. Das sagt sehr viel darüber aus, was er von Menschen und insbesondere von mir hält, nämlich nichts. Wertloser kann man sich kaum fühlen und ich meine das nicht bezogen auf den finanziellen Wert.

Und du hast es ganz wunderbar erkannt, seine beste Freundin, die Liebe seines Lebens. Und die wird ihn auch sein bequemes Leben in Deutschland kosten. Er wurde bereits einmal erwischt.
Tolle Kombination aus Energievampier, Narzissismus, Cannabisabhänigkeit und Bezness.
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Re: Der kleine narzisstische Prinz

Beitragvon karima66 » 13.03.2017, 16:54

Ich habe nur wenige tunesische junge Männer hier in D kennengelernt die anders waren wie im letzten Beitrag beschrieben.
Bei einer tunesischen Frau hätte es durchaus geklappt mit Geld und Geschenken sie zu gewinnen.
Gut dass du es nicht nur erkannt, sondern auch geschafft hast die Reißleine zu ziehen!
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Re: Der kleine narzisstische Prinz

Beitragvon chavah » 13.03.2017, 17:12

Noch etwas in Ergänzung:

Die Bachelor-Studiengänge sind inzwischen weitestgehend verschult. Es gibt Anwesenheitspflichten, die Scheine müssen in gewissen Fristen gemacht werden, sonst wird man zwangsexmatrikuliert. Ich hab erhebliche Zweifel, dass der Dream-Boy überhaupt noch immatrikuliert ist. Zumindest ist er es nicht mehr lange.

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Re: Der kleine narzisstische Prinz

Beitragvon Lenifina » 13.03.2017, 18:39

Geschenke gab es für mich nicht von ihm. Ich glaube, es waren in den 1,5 Jahren 5x Blumen (Topfblumen), eine kleine Holzfigur und 1x Pralinen. Ich schätze mal den Wert auf insgesamt max. 50€. Ich glaube, davon hätte sich keine tunesische Frau beeindrucken lassen.
Er hat sein weniges Geld eher in Cannabis gesteckt als in irgendein Geschenk für mich. Und die 250€.... er wollte damit einen Ring kaufen und zeigen, dass er fleissig für die Hochzeit spart. Also in einem Jahr 250€ sparen... dann hätten wir vielleicht in 10 Jahren heiraten können! :lol: Natürlich hätte ich alles bezahlt, wer sonst.

Bei einer tunesischen Frau hat er ja gar keine Chancen, es sei denn ich hätte ihm den begehrten roten Pass ermöglicht und ihn finanziell unterstützt. Und ich glaube, genau das war sein Plan!

Mich würde interessieren, wie er und die Familie es geschafft haben, ihm den bisherigen Aufenthalt zu finanzieren. Ich meine, er ist seit fast 3,5 Jahren in Deutschland. Jedes Jahr 8000€... meine Eltern hätten mir das nicht finanzieren können. Als ich ihm diese Frage mal gestellt habe, war er sehr beleidigt und bezeichnete mich als respektlos, denn sowas fragt man (oder Frau) nicht.
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Re: Der kleine narzisstische Prinz

Beitragvon Lenifina » 13.03.2017, 18:47

Tja Chavah, darauf werde ich keine Antwort mehr erhalten. Ende letzten Jahres war er jedenfalls noch imatrikuliert. Ich denke aber auch, dass das nur noch eine Frage der Zeit ist und er weiss das auch. Zum Ende der Beziehung kamen dann auch so Aussagen wie: Wir könnten doch ein Kind bekommen. Jetzt weiss ich was dahinter steckte. Das wäre auch eine wunderbare Lösung für ihn gewesen. Ich habe nämlich zwischendurch immer mal wieder vermutet, dass es bereits eine tunesische Frau gibt, die er heiraten möchte. Verneint hat er das natürlich immer.

Ich denke, er hatte auch ganz schön viel Dreck anstecken, vielleicht ist es besser, dass ich nicht alles mitbekommen habe oder erfahren habe. Fest steht, dass sein Plan nicht aufging, zumindest nicht mit mir.
Bleibt für mich ne Menge Wut, Traurigkeit und Scham, dass ich das hab mit mir machen lassen, obwohl meine Alarmglocken on Anfang an klingelten.

Ich wünsche jedem ein gutes Leben, aber ich wünsche ihm nicht, dass sein Plan mit einer anderen Frau in Deutschland aufgeht.
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Re: Der kleine narzisstische Prinz

Beitragvon chavah » 13.03.2017, 18:58

Gut, dass du da so raus gekommen bist. Du kannst nicht die ganze Welt sanieren, nicht der ganzen Welt helfen. Es geht um dich hier, und nur um dich. Und nochmals ganz klar. Für ihn gibt es nur eine Chance, dauerhaft hier zu bleiben. Ein deutsches Kind oder eine deutsche Ehefrau.

Noch etwas: natürlich Wut, am Anfang. Das ist normal. Das braucht der Körper auch, um mental mit der Enttäuschung fertig zu werden. Nur, es darf nicht lebensbestimmend werden, dieses Gefühl, es darf nicht dauerhaft sein. Leben deine Wut/Trauer aus. Und dann schwöre dir etwas, was mir sehr geholfen hat: "ich lasse nie, nie wieder zu, dass mich ein Gefühl/ein Mensch so beherrscht, dass ich ich nicht mehr ich selbst bin." Nach diesem Prinzip lebe ich nun seit Jahrzehnten, und es geht mir sehr, sehr gut.

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Re: Der kleine narzisstische Prinz

Beitragvon Lenifina » 13.03.2017, 19:17

Das ist ein schöner Tip chavah, das werde ich mir gut merken.
Die Wut kommt nur noch selten hoch, sind ja auch erst knapp 4 Monate. Ich glaube, es dauert eine ganze Weile, sowas zu verarbeiten. Vor allem ist es nicht leicht, sich selbst einzugestehen, dass man da jemandem gehörig auf dem Leim gegangen ist. Auch heute noch in manchen Situationen beschleichen mich Zweifel, ob ich dem kleinen Prinzen nicht doch unrecht tue und er gar nicht so schlimm ist. Dann hole ich mir immer brav meine Liste mit den Fakten raus und die Zweifel verschwinden wieder.

Es hat mich viel Kraft und fast meinen Freundeskreis gekostet ehe ich so klar gesehen habe und die Konsequenz gezogen hab. Ich war zwischendurch schomal so weit, dass ich dachte, ich werd paranoid und bilde mir alles nur ein. Eine Freundin lachte mich aus, als ich mit der Phantasie kam, er könnte Kondome manipulieren, dann müsste er nicht mehr um die Hochzeit kämpfen. Bitter, dass ich sowas meinem Partner zutraute und doch noch mit ihm zusammenblieb. (Zum Glück hab ich doppelt verhütet :))
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Re: Der kleine narzisstische Prinz

Beitragvon chavah » 13.03.2017, 19:34

Es ist wurscht, ob Du ihm Unrecht tust oder nicht. Du bist nicht die Caritas. Und selbst wenn er ein völlig integrer "Hans Guck in die Luft" ist, seine und deine Lebensplanung, die gehen einfach zu weit auseinander. Er kiffend auf dem Balkon, du schuftend, ja was ist das denn? Nach 18 Monaten immer noch keine Deutschkenntnisse, die ihn in die Lage versetzen würden, entweder einen Job zu finden oder aber erfolgreich ein Studium zu absolvieren? So läuft das doch nicht. Weder mit einem Deutschen noch mit einem Ausländer. Das sind Schmarotzer. Du musst dich nicht schämen. Du bis ein guter Mensch. Das ist wichtig und das musst du wissen. Und dann klappt es auch in der Zukunft besser.

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Re: Der kleine narzisstische Prinz

Beitragvon Darinka » 13.03.2017, 20:30

Lenifina hat geschrieben:Bleibt für mich ne Menge Wut, Traurigkeit und Scham, dass ich das hab mit mir machen lassen, obwohl meine Alarmglocken on Anfang an klingelten.

Liebe Lenifina,

ich kann Deine Zeilen verstehen, und auch warum Du das so empfindest. Wut, Trauer, Enttäuschung, Scham, Vorwürfe einem selbst gegenüber....
Aber weißt Du, es gibt gar nichts wofür Du Dich schämen musst! Ja, Du bist ihm zuerst auf den Leim gegangen. Na und? Es gibt im Leben nun mal Irrungen und Wirrungen und manchmal verrennt man sich zeitweise / lässt sich von anderen manipulieren.
Das passiert anderen Leuten in anderen Themen auch, dass sie was falsch einschätzen und sich mal eine Zeit lang komplett vertun. Und uns ist es halt in diesem Thema passiert. Aus Fehlern kann man eine ganze Menge lernen. Und ja, man hat die Alarmglocken ganz offensichtlich selber leise gestellt. Schau mal in meine blaue Signatur, diese Sprichworte habe ich ganz bewußt hier fürs Forum gewählt. :wink:

Das was zählt ist letztlich, dass Du eben NICHT aus den Augen verloren hast, was Dir an einer Beziehung wichtig ist. Zwischenzeitlich mal ja - aber nicht dauerhaft. Letztlich hast Du erkannt dass er eben Niemand ist, der Deine Erwartungen an eine Beziehung erfüllen kann und hast die Konsequenzen gezogen. Mal davon abgesehen, dass er auch noch klare Bezness-Absichten hatte, die Du auch erkannt hast.

Ich finde Du hast das insgesamt sogar sehr gut gemeistert. Sei eher stolz auf Dich :!: , dass Du dann so klar und konsequent selber wieder die Kurve bekommen hast! Und ich finde auch, dass Du das alles sehr gut reflektierst und auch formulierst. Aus Deinem Thread werden sicher einige Mitleser etwas für sich mitnehmen können.

Viele Grüße
Darinka
Menschen glauben fest an das, was sie wünschen. - Julius Cäsar
Am meisten fühlt man sich von der Wahrheit getroffen, die man sich selbst verheimlichen wollte. - Friedl Beutelrock
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Re: Der kleine narzisstische Prinz

Beitragvon Lenifina » 13.03.2017, 21:02

Liebe Darinka,

danke für die netten Worte :) Und ja, Cäsar hatte ganz recht, dieser Spruch trifft es genau.

Ich hatte mich im Thread "Neue User stellen sich vor" für diese Seite bedankt. Ich konnte mir mein Misstrauen und die Alarmglocken nicht richtig erklären, denn für jede Lüge, die er mir auftischte, hatte er auch eine wunderbare Erklärung. Und von Bezness hatte ich noch nie etwas gehört. Ich bin auf diese Seite gestossen und habe wirklich jede einzelne Geschichte gelesen und zahlreiche Threads. (Stille Mitleserin seit 1,5 Jahren)
Die Parallelen waren so unglaublich. Durch das Lesen hier habe ich viel genauer auf meine Beziehung geschaut und auch das erste Mal den Gedanken gehabt, dass der kleine Prinz vielleicht ganz andere ungute Absichten hat. Und es hat dann noch sehr lange gedauert, bis ich so klar sehen konnte, um meine Konsequenz zu ziehen.

Ich habe hier häufig gelesen, dass einige User für meinen Geschmack wenig Verständnis für die "Blindheit" oder "Verblendung" der Frauen haben. Ich glaube, wenn man so eine Geschichte noch nie selbst erlebt hat, weiss man nicht, wie stark Manipulation ist, und dass man sich eben nicht so leicht daraus lösen kann, wenn man mittendrin steckt.
Ich habe meine Situation immer mit Nebel verglichen, denn so fühlte es sich an. Mitten im tiefen Nebel steckend, unfähig zu erkennen, was vor einem liegt.
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Re: Der kleine narzisstische Prinz

Beitragvon Darinka » 14.03.2017, 12:43

Lenifina hat geschrieben:Ich habe hier häufig gelesen, dass einige User für meinen Geschmack wenig Verständnis für die "Blindheit" oder "Verblendung" der Frauen haben. Ich glaube, wenn man so eine Geschichte noch nie selbst erlebt hat, weiss man nicht, wie stark Manipulation ist, und dass man sich eben nicht so leicht daraus lösen kann, wenn man mittendrin steckt.
Ich habe meine Situation immer mit Nebel verglichen, denn so fühlte es sich an. Mitten im tiefen Nebel steckend, unfähig zu erkennen, was vor einem liegt.

Liebe Lenifina,

ja, es ist für viele Außenstehende schwierig sich das vorzustellen und nachzuvollziehen. Ich kenne hier aber auch viele nicht selbst betroffene User, die sich trotzdem ganz gut einfühlen können. Die auch verstehen, dass das Ganze ein langwieriger Prozess des Erkennens und Begreifens ist, der nicht von heute auf morgen mal eben schnell passiert. Und die auch mit Betroffenen hier gut umgehen können.

Klare Worte und Ansprechen von Fehlverhalten sind sehr wichtig. Aber was definitiv unangebracht ist, das sind Vorwürfe wie dämlich man doch ist das alles nicht zu sehen/gesehen zu haben. Betroffene, die gerade auf dem Boden der Tatsachen gelandet sind, machen sich Selbstvorwürfe genug. Es ist völlig daneben dann noch nachzutreten und Salz in die Wunden zu streuen. Genau das brauchen sie dann ganz sicher nicht. Und bei Ratsuchenden, die noch mitten drin stecken, bringt das auch nichts außer dass sie sich persönlich angegriffen fühlen und sich zurückziehen. Das spielt Bezzies doch nur in die Hände und hilft Betroffenen überhaupt nichts. :roll:
Man kann Bezness auch ganz sachlich ohne Vorwürfe erklären. Manche sind dazu halt nicht in der Lage. Oder es sind sogar User, die selbst Beznessbetroffene sind, es aber selbst nicht erkennen. In dem sie Andere runtermachen, wie einfach man es doch bei denen sehen kann, wiegen sie sich selbst in Sicherheit, dass ihrer ja ganz anders ist. :? Alles schon erlebt.

Ich finde Deine Geschichte hier übrigens sehr wichtig, weil sie das Spektrum von Bezness gut erkennen lässt. Dein Unguter hat einen hohen Bildungsgrad, studiert hier. Kommt aus keinem armen Elternhaus, war weder in der Touristenbranche tätig noch Wirtschaftsflüchtling. Hatte eine AE bereits (zumindest zu Studienzwecken) und damit gute Voraussetzungen es alleine schaffen zu können. Das ist es ja gerade, was wir hier immer wieder versuchen zu vermitteln. Bezness beschränkt sich eben nicht auf bestimmte Bildungsgrade / Berufsgruppen / Einkommensschichten / Herkunft usw. Es gibt viele Schattierungen von Bezness. Bezness hat viele Gesichter.

Viele Grüße
Darinka
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Re: Der kleine narzisstische Prinz

Beitragvon chavah » 14.03.2017, 17:31

Darinka, dieser Studi hat hier ganz schlechte Möglichkeiten. Er wird in sehr absehbarer Zeit exmatrikuliert sein. Kein Deutsch, keine Scheine, das wars dann. Er hat seine Chance verbaselt. Ihm bleiben nur noch Heirat oder Kind.

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Re: Der kleine narzisstische Prinz

Beitragvon Julija » 14.03.2017, 17:48

Hallo Lenifini,

ich bin sehr dankbar, dass du deine Geschichte aufgeschrieben hast.

Die Art, wie du schreibst, zeigt auch, dass du gut damit umgehen kannst, auch wenn es sich manchmal nicht so anfühlt.
Du hast halt viel über dich selbst gelernt, was für deine Zukunft natürlich wichtig ist. Ich hoffe, dass sich viele daran ein Beispiel nehmen.

Aktuell gibt es 5000 Mitglieder, fast 6000 Themen und über 215000 Beiträge. Der Besucherrekord liegt bei über tausend Besuchern gleichzeitig. Diese Reichweite muss man sich auch mal vor Augen führen, wenn man bedenkt, dass das Thema gesellschaftlich noch viel zu unbekannt ist.

Daher bin ich um jede Geschichte und jeden Beitrag froh, der ein Veränderungs- und Umdenkprozess in Gang bringt. Es ist eben nicht in Zahlen sichtbar, wer was mitnimmt, aber ich bin mir sicher, dass etwas mitgenommen wird. Wäre in diesem Sinne auch schön, weiter von dir zu lesen, wenn das deine Zeit erlaubt.

Dass es hier manchmal vielleicht etwas zu hart wird, stimmt zwar. Das finde ich aber völlig normal. Es geht nun mal um Emotionen. Meines Erachtens wird da sehr genau drauf geachtet, dass eine gewisse Grenze nicht überschritten wird. Das ist auch ganz wertvoll!

Für dich alles Gute!
Julija
 
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