Urfi aus der Sicht eines Ägypters

Austausch über gemachte Bezness-Erfahrungen in diesem Land

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Urfi : Spiegel Bericht aus Kairo

Beitragvon Amaretta » 21.04.2008, 15:03

20. April 2008


URFI-EHEN IN ÄGYPTEN

Hochzeit light stürzt Zehntausende ins Unglück

Von Ulrike Putz, Kairo

Ein formloser Vertrag zwischen zwei Liebenden, und schon ist Sex erlaubt. Urfi-Ehen sind in Ägypten groß in Mode.
Doch für Zehntausende Frauen folgt das böse Erwachen: Werden sie verlassen, haben sie - und ihre Kinder - keinerlei Rechte.

Kairo - Das Kind schiebt sich noch eine Erdnuss in den Mund und strahlt. Mehr Orangensaft, gestikuliert der Anderthalbjährige
und setzt seine Kletterpartie über die Schöße seiner beiden Tanten fort. Ahmed heißt der Kleine, wie sein Vater.
Der Name ist das einzige, was er von ihm bekommen hat, ansonsten hat sein Erzeuger nichts hinterlassen:
keinen Nachnamen für sein Kind, keinen legalen Status, keine Papiere. Ahmed existiert nicht für die Behörden Ägyptens.
Der Junge hat keine Geburtsurkunde und wenn sich das nicht ändert wird er keine Zukunft haben: Er wird nicht in die Schule gehen können,
nicht in die Uni, er wird keinen Pass bekommen, um ins Ausland zu reisen. "Ich kann mit nichts beweisen, dass er überhaupt mein Sohn ist",
sagt seine Mutter.

Ahmeds Mutter ist 34, weil sie ihren richtigen Namen nicht nennen will, soll sie Um Ahmed heißen: "Mutter Ahmeds", so wie in der arabischen Welt
viele Eltern den Namen ihres Erstgeborenen als Rufnamen führen. Mit zwei Schwestern, einer Nichte und ihrem Sohn ist Um Ahmed
in ein Kairoer Straßencafé gekommen. Sie will ihre Geschichte erzählen, weil es die Geschichte vieler Frauen in Ägypten ist -
und Um Ahmed das nicht länger hinnehmen will.

Urfi-Ehen sind billig und folgenlos - zumindest für die Männer

Vor drei Jahren lernte Um Ahmed in einem Freizeitclub für Polizisten einen Major der Kairoer Polizei kennen. Beamte der Sicherheitsbehörden
in Ägypten verdienen einen Hungerlohn, dafür stellt der Staat ihnen Freizeitheime mit Restaurants und Gartencafés.
Um Ahmed hatte eine gescheiterte Verlobung hinter sich, mit 31 war sie für ägyptische Verhältnisse fast schon zu alt zum Heiraten.

Dass ihr der 54-Jährige Avancen machte gefiel ihr, dass er eine gute Position bei der Polizei hatte auch. Zwei Monate lang saßen sie immer wieder
bei Saft und Tee zusammen, dann schlug Ahmed Senior die Hochzeit vor - allerdings keine richtige, mit großer Familienfeier und weißem Brautkleid.
Das könne er seinen beiden Kindern aus erster, nach wie vor bestehender Ehe nicht antun, sagte der Major.

Eine Urfi-Ehe sollte es sein: Eine Ehe, die nach islamischen Recht geschlossen wird. Dazu setzen die Brautleute einen einfachen Vertrag auf
und zwei Zeugen beglaubigen die Unterschriften. Wenn dann noch die Verwandtschaft informiert wird und das Paar mit ihrem Urfi-Vertrag aufs Amt geht,
ist die Ehe sogar rechtsgültig.
Urfi-Ehen sind beliebt. 700.000 soll es in Ägypten geben, und das sei eine sehr vorsichtige Schätzung, gibt die ägyptische Parlamentsabgeordnete Ibtsam Habib an. Sie hat den Urfi-Ehen den Kampf angesagt, versucht mit Petitionen und Gesetzesvorlagen gegen den alten Brauch vorzugehen,
der derzeit eine Renaissance erlebt. Denn Urfi-Ehen sind billig. "Hätte mich Ahmed richtig geheiratet, hätte er mir eine Wohnung kaufen und einrichten müssen", sagt Um Ahmed. Eine richtige Feier hätte auch für ihre nicht sehr wohlhabende soziale Schicht 10.000 Dollar gekostet, rechnet sie.
"Darauf hätte er zehn Jahre sparen müssen, stattdessen habe ich ihn nur ein Blatt Papier für den Vertrag gekostet."
"Ich war verliebt", rechtfertigt sie sich.
Vor allem Studenten schaffen sich in Ägypten per Urfi-Ehe einen legalen Rahmen, um auch vor der unerschwinglichen Hochzeitsfeier Sex haben zu können, ohne dass der als unehelich gilt. Aber auch Witwen willigen in die traditionelle Eheform ein - weil sie so ihren Rentenanspruch nicht verlieren.
Das Problem: Die wenigsten Paare lassen ihre Brauchtums-Ehe später auf dem Standesamt legalisieren, gesellschaftlich ist eine solche Verbindung
ein wenig anrüchig.

Das Problem: Nach einer Trennung stehen die Frauen ohne Rechte da. Meist behält der Mann das einzige Exemplar des Vertrages,
die Frau kann nicht beweisen, dass sie verheiratet war und die gemeinsamen Kinder von ihm sind. Doch auch wenn die Familien und Nachbarn
über die Ehe Bescheid wussten - bei einer nicht registrierten Urfi-Ehe hält der Mann das Schicksal seiner Gattin in der Hand.
Nimmt er den Vertrag mit, kann sie sich nicht scheiden lassen und ist dazu verdammt, ihr Leben als Strohwitwe zu verbringen.

Nachdem sie ihren Urfi-Vertrag unterschrieben hatte, lebte Um Ahmed einige Monate lang das Leben einer verheirateten Frau.
Ihr Major zog bei ihr ein, plauderte mit seiner neuen Schwiegermutter über Religion, abends setzte ihm Um Ahmed seine Leibspeise vor: Garnelen.
"Ich war verliebt", rechtfertigt sich Um Ahmed dafür, dass sie in die Ehe Light eingewilligt hatte.

Erst nach ein paar Monaten dämmerte es ihr. Ihr Mann, der eigentlich aus Alexandria stammte, hatte nur ein Zimmer mit Vollverpflegung gesucht.
Wegen seiner Arbeit musste er unter der Woche in Kairo sein "und er war wohl die Unterbringung in der Kaserne leid", sagt Um Ahmed.
An den Wochenenden fuhr ihr Mann nach Hause zu seiner Erstfrau. Ihr gab er auch sein ganzes Gehalt, in Kairo lebte er von dem Geld
dass Um Ahmeds Großfamilie dem Paar gab. Um Ahmeds Schwester lacht, dass ihr die Tränen kommen. "Er hat dich und uns ganz schön verschaukelt."
Es ist ein Jammer, dass sich Um Ahmed und ihre Schwestern nicht fotografieren lassen wollen: drei stattliche Ägypterinnen,
die ihre Leibesfülle in diverse Lagen wild gemusterter Gewänder gehüllt haben. Farblich passend haben sie sich die Augendeckel
in türkis, grün und lila angemalt, ihre selten still stehenden Münder leuchten knallrot. Um Ahmed ist eine resolute Frau,
als es ihr zu bunt wurde mit "dem Parasiten"
zerriss sie ihr Exemplar des Ehevertrags und wollte ihren Mann vor die Tür setzen. Doch dann stellte sie fest, dass sie schwanger ist.
"Ich habe versucht mich gütlich von ihm zu trennen, er versprach mir, dass er das Kind anerkennt und ins Krankenhaus kommt,
wenn die Geburt losgeht."
Schließlich waren es dann aber ihre beiden Schwestern und ein Schwager, die im Oktober 2006 mit ihr in die Klinik fuhren.
Als ihr Schwager ihren Mann anrief, um ihm von der Geburt seines Sohnes zu informieren, legte der auf.
Seitdem hört Um Ahmed nur noch von ihrem Gatten, wenn dessen Erstfrau anruft, um sie zu bedrohen. "Sie meldet sich mehrmals täglich,
beschimpft mich und droht, mir oder Ahmed Junior was anzutun."
"Mein Leben steht jetzt still"
Der Zorn der Erstfrau wuchs noch, als Um Ahmed sich an eine Hilfsorganisation wandte und mit Hilfe einer vom "Zentrum für Frauenrechte in Ägypten" gestellten Anwältin vor Gericht zog. Wie viele tausend Ägypterinnen, denen das Zentrum beisteht, kämpft auch Um Ahmed um einen Vaterschaftstest,
damit ihr Sohn wenigstens Papiere bekommt. "Ich will gar keinen Unterhalt, ich will nur, dass es meinen Sohn offiziell gibt, dass er ein ganzer Mensch
sein darf." Wenn ihr Mann seinem Jungen die Ausbildung nicht finanzieren wolle, müsse er das mit sich und Gott ausmachen.
Um Ahmeds Fall soll noch diesen Monat entschieden werden. Sie ist zuversichtlich. Es gibt Präzedenzfälle, in denen Gerichte die dreimalige Weigerung
eines Mannes, einen Vaterschaftstest abzulegen, als Eingeständnis der Verwandtschaft gewertet haben. Das wird Klein-Ahmed helfen, ihr aber nicht.
So lange ihr Mann sein Exemplar des Ehevertrags nicht herausrückt, kann Um Ahmed sich nicht scheiden lassen. "Mein Leben steht jetzt still,
ich kann nicht mehr heiraten", sagt sie.
Sie würde deshalb gern mehr Lärm machen gegen die Urfi-Ehen, die "die Frau und das Kind zerstören", wie sie sagt. Doch das geht nicht:
So lange die Urfi-Ehen den Anschein einer Light-Ehe für die Mätresse haben, kann sie nicht laut sagen, dass Ahmed aus einer solchen Verbindung hervorgegangen ist.
Um Ahmed setzt ihre Hoffnung deshalb in die Politik. Wo Zehntausende Mütter und Kinder betroffen seien, müsste sich der Gesetzgeber
doch etwas einfallen lassen. Dass das in Ägypten sehr lange dauern kann, weiß Um Ahmed.

Quelle : http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,548221,00.html
Amaretta
 
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Beitragvon Micky1244 » 21.04.2008, 19:00

Liebe Amaretta,
sehr guter Beitrag zur Urfi-Ehe, vielen Dank .
Um Achmed mit ihrem Sohn schaffen es hoffentlich zu erreichen, dass wenigstens der Sohn offiziell existiert.
Sehr liebe Grüße, Micky
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Hallo , Micky

Beitragvon Amaretta » 23.04.2008, 09:46

Ich habe mir das ganze mehrmals durchgelesen . Etwas widersprüchlich ...
Da weiss sie einerseits , das sie sich nicht scheiden lassen kann ,
wenn sie den Vertrag nicht im Besitz hat , andererseits zerreisst sie ihr Exemplar , resolut ? eher ein unüberlegter Temperamentsausbruch .
Ich hätte mehrere Kopien gezogen und wohl verwahrt . :wink:
Und wieso kann sie einerseits nicht zugeben , das der Kleine aus einer "solchen " Verbindung stammt ,
andererseits will sie aber "Lärm machen " und dagegen angehen ? gerade dann muß sie das doch deutlich machen ,
bzw.zugeben , das Klein - Achmed eine Urfi-Frucht ist ? Sie will doch dagegen kämpfen , und dann müssen die Fakten auf den Tisch .
In dem Moment , in dem sie sich an eine Hilfsorganisation wandte , hat sie doch ohnehin bekannt , eine Urfi-Ehe eingegangen zu sein .

Das ganze liest sich ein wenig wie ägyptische Seifenoper ... erstaunlich , das sogar ägyptische Frauen unzureichend aufgeklärt sind und eine Urfi-Ehe akzeptieren .
Ich hätte gedacht , nur Ausländerinnen fallen darauf rein .

Es ist allerdings ein Hammer , das ein Kind keine Papiere bekommt . Auf der Welt zu sein , aber nicht offiziell zu existieren , was sind das denn für Gesetze ?
Dann sollte es doch wohl zumindest eine Geburtsurkunde geben ,
Muttis Name , Kindes Name , Vater unbekannt bzw. unbenannt .
Daran sollten Die Ägypter mal arbeiten .
Die spinnen , die Römer - äh - Ägypter ...

Naja , wie dem auch sei , wenn hier viele den Artikel lesen , sehen , und dadurch die Finger von diesem Urfi Zeug lassen , gut .
Zum Erschrecken ist der Artikel bestens geeignet . :shock: :idea: :twisted:

Liebe Grüße , Amaretta
Amaretta
 
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Beitragvon Arche Noah » 28.12.2008, 21:37

AUSLANDSBÜRO ÄGYPTEN
ANDREAS JACOBS/
FABIAN METZLER
Januar 2008
KAS-Länderberichte
www.kas.de/aegypten

:arrow: Wilde Ehe auf Ägyptisch
Gemeinsam sind wir stark!
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Beitragvon hulla » 28.12.2008, 21:47

na klasse

was für eine super doppelmoral

ich bin absolut begeistert und papier ist eben doch nur geduldig :twisted:

hoffentlich lesen das viele frauen und schalten ihren kopf ein

aber was machen wir dann mit denen, die nicht lesen können???

:roll:
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Beitragvon Frei » 29.12.2008, 11:00

Gerade was ich auch denke. Warum sagt man das nicht sehr klar, in veröffentlicher Weise?

Vielleicht ist es auch bequem, über eine bestimmte Heiligkeit zu sprechen, wenn sie vollig versteckt bleibt, da "Geld immer nützlich sind" und "eine Frau betrügen, wenn es ein Fall Bedürfinisses -für den Mann- ist, ist es 'in heiliger Weise' erlaubt"?

Also: wir wünschen uns, dass diese wichtige Nachricht (die jenige von N.N. auch) wird sofort laut ausgedrückt, überalles im touristischen Gebiet.

Danke für die ... EHRLICHKEIT.
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Re: Urfi aus der Sicht eines Ägypters

Beitragvon Melanie » 05.04.2010, 20:23

Hallo zusammen,

die vorherigen Berichte haben den den "orfi contract" aus moralischer/islamischer und aus der Perspektive der ägyptischen Frau beleuchtet. Was bedeutet er für die Europärin, die in Hurghada ihren boyfriend trifft?

Für eine Europärin gibt es aus rechtlicher Perspektive keinen Grund einen Orfi contract zu unterschreiben. Der einvernehmliche aussereheliche Sex ist für die Europärin nicht strafbar. Einige billigere Hotels und einige Vermieter verlangen jedoch einen Orfi contract. Bei teureren Hotels ist dies nicht der Fall.

Der orfi contract ist ein eheähnlicher Zustand zwischen der rechtlichen islamischen Ehe und keiner Verbindung zwischen Mann und Frau. In der rechtlichen Realität wird der orfi contract, wie wir gesehen haben, ausschliesslich zugunsten des Mannes ausgelegt. Inwieweit gelten nun die Grundsätze der islamischen Ehe auch für den orfi contract? Es ist davon auszugehen, dass zumindest in der rechtlichen Realität der orfi contract als eheähnliche Zustand, dem Mann für die Zeit des contracts die gleichen Rechte einräumt wie in der islamischen Ehe auch. Eine sexuelle Verweigerung der Frau kennt der Islam nicht, demnach gibt es auch eine Vergewaltigung in der islamischen Ehe nicht. Natürlich ist das nicht die Realität in vielen ägyptischen Ehen, doch rein rechtlich gesehen, gibt es die Vergewaltigung in der Ehe nicht. Zudem besitzt der Ehemann ein Züchtigungsrecht gegenüber seiner Frau. Davon ausgehend, dass diese Grundsätze auch für die Urfi-Ehe gelten, hätte dies gravierende Konsequenzen für die Europärin, denn sie würde mit der Unterzeichnung des Vertrages sowohl Schläge als auch eine mögliche Vergewaltigung legalisieren. Dass das Kind im Falle einer Schwangerschaft nach ägyptischem Recht nicht anerkannt würde und die Frau keinen Unterhalt von ihrem boyfriend erhalten würde, ist für eine Europärin daher nicht die Hauptproblematik am orfi contract.

ich glaube aus dieser Perspektive lohnt es sich mit seinem boyfriend, wenn es denn schon sein muss, gemeinsam in einem teuereren Hotel in den Touristengebieten zu übernachten, und keinen orfi contract zu unterschreiben.
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Re: Urfi aus der Sicht eines Ägypters

Beitragvon karol » 05.04.2010, 21:54

"Was bedeutet er für die Europärin, die in Hurghada ihren boyfriend trifft?"

meiner meinung nach sprichst du hier die sextouristinnen an.

die brauchen in der tat keinen solchen vertrag und würden ihn auch nicht unterschreiben, da diese sich, in zu stundenhotels umgewandelten flats vergnügen. meist bringen die damen sogar die bettwäsche mit.

die frauen aber, die einem beznesser auf den leim gegangen sind, liebten diese männer und glaubten fatalerweise an eine geméinsame zukunft mit "habibi" und unterschrieben in gutem glauben diesen "vertrag", um mit "habibi" für die dauer ihres ägyptenaufenthalts, gemeinsam wohnen zu können.

diese frauen wussten nicht, dass sex vor der ehe ein absolutes "no go" in diesen ländern ist!
diese frauen setzten fatalerweise - zumindest bei "habibi"- europäische denkweise voraus und dachten nicht im traum daran, sich auf die stufe einer sharmuta zu begeben.
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mein tipp für frauen, die sich in einen ehrenhaften ägypter verliebt haben und ernste heiratsabsichten hegen:


fruchtbar sein(obwohl das nicht zwingend nötig ist, da die kinder auch von den anderen drei frauen geboren werden können), keinen sex vor der ehe haben und keinen urfi-vertrag unterschreiben!
karol
 

Re: Urfi aus der Sicht eines Ägypters

Beitragvon Haram » 05.04.2010, 23:09

@ karol


Der Gruppenzwang des Clans ist nicht zu unterschätzen, doch eine ägyptische Jungfrau zu heiraten.
Auch bei einer Ehe / Scheidung mit einer Europäerin.

Gruss
haram
Die grösste aller Kampfkünste ist Jura
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Re: Urfi aus der Sicht eines Ägypters

Beitragvon Melanie » 06.04.2010, 08:46

Karol, ich stimme mit dir überein, dass kein orfi contract unterschrieben werden sollten. Ich weiss jedoch nicht, ob kein Sex vor der Ehe nicht ein bisschen utopisch ist, für die durchschnittliche Europärin. Da die meisten Europärinnen ohnehin keine Jungfrauen mehr sind, wo liegt da der Unterschied?

Meine Hinweise auf die islamische Ehe und den orfi contract betreffen eben gerade nicht Sextouristinnen, diese wissen ja was sie wollen und werden sich wohl keine Gedanken über die Vergewaltigung in der Urfi-Ehe machen. Es sind die Frauen, die sich verliebt haben und mit ihrem Freund in eine Wohnung in Hurghada gehen und sich vielleicht noch nicht sicher sind, was sie überhaupt richtig wollen, die ich anspreche. Diese haben ein Problem, wenn sie einen orfi contract unterschreiben, in eine privat gemietete Wohnung gehen und sich danach gegen eine sexuelle Beziehung entscheiden, obwohl der orfi contract dem Mann ein Recht auf eine sexuelle Beziehung mit ihr einräumt.

Ich glaube, fast jede Frau, weiss heute, dass ein orfi contract eine Ehe auf Zeit ist und die meisten Frauen werden ihn wohl unterschreiben, weil ihr ägyptischer Freund sie dazu drängt, ohne sich den weitreichenden Folgen bewusst zu sein.
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Re: Urfi aus der Sicht eines Ägypters

Beitragvon Mriva » 06.04.2010, 08:50

Letztendlich haben die meisten eben keine Ahnung und sie vertrauen ja ihrem Habibi. Obwohl es ja meistens so ist, dass erst nachdem schon 6 stattgefunden hat, die Orfi-Ehe eingegangen wird. Dann aber immer mit der Begründung von der Seite des Mannes, weil es sonst eine Sünde ist. Als ob die Male davor dann keine Sünde mehr wären. Eigentlich ist Orfi doch nichts anderes als Muta bei den Schiiten. Es gibt so viele Frauen, die glauben nun, weil er sie "heiraten" möchte, dass es seine guten Absichten untermauert. Auch hier in Deutschland heiraten Frauen islamisch und denken, das wäre sowas wie eine Verlobung. Die Männer erzählen einfach ein Märchen und die Frauen machen es aus Rücksicht auf seine Religion, weil man ja verständnisvoll sein muss. Sie haben keine Ahnung, dass der Mann da einen Miet- oder Pachtvertrag abgeschlossen hat und welche Worte der Imam oder Habibi gesprochen haben. Dabei kann man alles im Internet recherchiern. Besonders inzwischen über die Orfi-Ehe.
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Re: Urfi aus der Sicht eines Ägypters

Beitragvon karol » 06.04.2010, 11:47

"Ich weiss jedoch nicht, ob kein Sex vor der Ehe nicht ein bisschen utopisch ist, für die durchschnittliche Europärin. Da die meisten Europärinnen ohnehin keine Jungfrauen mehr sind, wo liegt da der Unterschied?"


melanie, hier beißt sich die katze in den schwanz! :wink:

eine frau - nehmen wir deine durchschnittliche europäerin an - , die in ihrem ägypten-urlaub sex mit einem einheimischen hat, hat schon in den augen aller ägypter ihr gesicht (ihre ehre) komplett verloren.

das ansehen kann eine durchschnittliche europäerin schon durch weitaus banalere "entgleisungen" verlieren - z.b. bei direktem blickkontakt zu einem ägyptischen mann. - das bedeutet für einheimische, dass sie "willig" ist.

sie hat - sollte sie jemals auf eine gemeinsame zukunft ( ehe, kinder, alltag) mit ihrem auserwählten gehofft haben - keine chance mehr, auf eine ehrenhafte eingliederung in der ägyptischen sippe ihres "habibi" und er hatte auch nie die absicht, sie in ehren zu halten!

ab dem zeitpunkt, ab dem sexuelle handlungen stattfinden, ist sie in seinen und in den augen der anderen einheimischen eine sharmuta und somit zu verachten! :!:

das muss jeder frau bewusst sein, die sex mit einem einheimischen hat oder haben will! :!:

sie ist (auch wenn sie das nicht will und nicht beabsichtigt), ab dem zeitpunkt für die ägypter eine sextouristin! :!:


gruß

karol

p.s.: an den modernen und aufgeschlossenen ägypter glaube ich nicht mehr! - erst recht nicht, wenn er in ägypten lebt! :!:

p.p.s.: "cheap meat"(billiges fleisch) werden die touristinnen von den einheimischen genannt :twisted:
karol
 

Re: Urfi aus der Sicht eines Ägypters

Beitragvon Matze » 01.10.2010, 15:05

wie sieht das in Tunesien aus. Wie ist das dann in Deutschland wird die Ehe hier anerkannt.Danke für die Antwort
Matze
 
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Re: Urfi aus der Sicht eines Ägypters

Beitragvon brighterstar007 » 18.01.2011, 19:16

Ihr Lieben,

weshalb behauptet Um Ahmed, dass sie nicht einmal beweisen kann, dass sie die Kindesmutter ist ? Hat sie schon einmal von einer
DNA-Analyse gehört ?
Das wäre doch für die Zukunft ihres Nachkommen sehr wichtig. Auch für den Kleinen ist es später gut, wenn entsprechende Beweise vorliegen.
Welche Namen stehen auf seiner Geburtsurkunde, sicher muss man dort die Eltern angeben ???

Liebe Grüße

Brighterstar

P.S. Danke, Karol - jetzt verstehe ich die "Anmache" eines dunkelhaarigen (wahrscheinlich orientalischen) Typen, als ich ihm zufällig
im Kaufhaus kurz in die Augen sah, da er sich in meiner Blickrichtung befand... Nach dem Motto : "kennen wir uns nicht ? "
Ich finde solche Behauptungen lächerlich - wie kann jemand, den ich nicht kenne und umgekehrt, solche Aussagen ("Willigkeit")machen ?
Macho-Gehabe ? Wunschdenken ? Realitätsverlust ???
brighterstar007
 
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Re: Urfi aus der Sicht eines Ägypters

Beitragvon Lizzie » 30.11.2014, 16:28

Darum, meine Lieben, ist es in Ägypten für eine Frau die alleine unterwegs ist, angebracht ein grimmiges Gesicht aufzusetzen und lieber nicht zu lächeln. Denn wenn ihr dann böse werdet weil der typ euch auf die Pelle rückt, dann wird er sagen:"aber was haben Sie denn? sie haben mich doch angelächelt!"
Harmlose Dinge die für uns ganz normal im Umgang mit dem anderen Geschlecht sind werden dort als Aufforderung,als EInladung betrachtet.
Gerade weil Sex vor der Ehe verboten und alles so sündhaft und tabu-behaftet ist, ist es auch besonders interessant und sie denken an nichts anderes. Sie glauben das Sex das Allerwichtigste in der Ehe und überhaupt ist und vergessen vollkommen dass es auch noch so etwas wie Liebe, Respekt, Zärtlichkeit oder gegenseitige Fürsorge gibt.
Ist euch eigentlich schon einmal aufgefallen dass auch in der allerkleinsten Popel-Apotheke lm miesesten Viertel von Hurghada, wo es sonst gar nichts Vernünftiges zu kaufen gibt Viagra beworben und verkauft wird. Keine Apotheke ohne VIagra-Reklame!
Ausserdem, in Ägypten gibt es offiziell keine Prostitution aber es gibt Urfi. Ein Mann kann jeden zweiten Tag eine andere heiraten, (wenn er es sich leisten kann) sie wieder verstossen und das vereinbarte "Mo'acher" bezahlen, die wiederum kann dann einen anderen heiraten. Das machen die frommen Saudis gerne, wenn sie in Ägypten Urlaub machen. Na bitte, ist doch alles moralisch einwandfrei!
Ich glaube, wenn die Frauen diese Dinge wüssten würden sie ihrem Bezzie den Urfivertrag um die Ohren hauen anstatt ihn zu unterschreiben
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Re: Urfi aus der Sicht eines Ägypters

Beitragvon sita » 30.11.2014, 16:53

Liebe Lizzie
Sie glauben das Sex das Allerwichtigste in der Ehe und überhaupt ist und vergessen vollkommen dass es auch noch so etwas wie Liebe, Respekt, Zärtlichkeit oder gegenseitige Fürsorge gibt.

Diese Denkweise ist auch bei uns immer weiter auf dem Vormarsch und macht mitlerweile sogar bei den Kleinsten nicht Halt. Es ist so gewollt und kostet die Elter1 und Elter2 :mrgreen:
(anstatt Mutter und Vater) viel Kraft ihren Kindern einen natürlichen Weg vorzuleben um gegenzusteuern. Was immer schon normal war, soll es ja heute nicht mehr sein.
Liebe Grüße
sita


Oft gehört mehr Mut dazu, seine Meinung zu ändern, als ihr treu zu bleiben
FRIEDRICH HEBBEL
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Re: Urfi aus der Sicht eines Ägypters

Beitragvon leva » 30.11.2014, 16:57

Haha....Viagra in der letzten Land Apotheken Kaschemme......^^

Da sollten doch mal die entgegengesetzen Pillen angeboten werden ,um den maennlichen Trieb etwas im Zaum zu halten....^^ und die Frauen vor Uebergrifflichkeiten zu bewahren.... :idea:

Aber ist klar....es muss raus,sonst eiterts....^^

Die maennliche Sexualitaet wird gefoerdert und gerechtfertigt,Frauen sollen kontrolliert und beschnitten werden,um die "Lust" im Keim zu ersticken.

Ka ,ob eine beschnittene Frau ueberhaupt beim GV noch etwas empfinden kann? Muss es ueber sich ergehen lassen und hat eh keinen Vergleich,da sie ja als Jungfrau in die Ehe gehen gehen soll/muss.
Zuletzt geändert von leva am 30.11.2014, 17:05, insgesamt 2-mal geändert.
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Re: Urfi aus der Sicht eines Ägypters

Beitragvon Never » 30.11.2014, 17:01

Die armen Esel. :(
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Re: Urfi aus der Sicht eines Ägypters

Beitragvon leva » 30.11.2014, 17:04

Never hat geschrieben:Die armen Esel. :(

Meinst die Maenner o. die Tiere? :D
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Re: Urfi aus der Sicht eines Ägypters

Beitragvon Never » 30.11.2014, 17:23

leva hat geschrieben:
Never hat geschrieben:Die armen Esel. :(

Meinst die Maenner o. die Tiere? :D

Die Tiere. :oops:
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