Urfi aus der Sicht eines Ägypters

Austausch über gemachte Bezness-Erfahrungen in diesem Land

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Re: Urfi aus der Sicht eines Ägypters

Beitragvon Lizzie » 04.12.2014, 09:48

[quote]hat dein Mann eigentlich die gleiche Fachrichtung studiert wie du oder was anderes?[quote]
Er ging in die Naturwissenschaftliche Richtung, ich in die wirtschaftswissenschaftlich-juristische , Dissertation über Frauenarbeit in Österreich.
Und ich hab sie ganz alleine geschrieben , ( das muss man heutzutage ja betonen ) auf einer alten Adler Schreibmaschine, 140 Seiten , 4 Durchschläge.
Seine Diplomarbeit habe ich auch getippt. Das hätte ich mir sparen können denn er hat nie in seinem Beruf gearbeitet.
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Re: Urfi aus der Sicht eines Ägypters

Beitragvon Thelmalouis » 04.12.2014, 10:01

Lizzie hat geschrieben:
[/quotehat dein Mann eigentlich die gleiche Fachrichtung studiert wie du oder was anderes?


Das "[/quote" vor hat dein Mann.....
ist zu viel, wenn du dies weglässt, müsste die Zitierfunktion funktionieren.
Gruß Thelmalouis

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Re: Urfi aus der Sicht eines Ägypters

Beitragvon Lizzie » 04.12.2014, 10:20

Hallo gadi,
hier noch eine nähere Erklärung zu Ingenieur und Frau Unwissend
Es gibt Ingenieure, das sind Söhne der "besseren (auch besser betuchten) Gesellschaft, die im Auskand studiert haben und nach der Rückkehr , meist unter Nutzung der Familien- connections einen guten Job bekommen. Der würde niemals auf die Idee kommen Fräulein Unwissend zu ehelichen.
Es gibt welche die kommen aus der Unterschicht oder vom Land, meist reicht es nur für ein Studium an der Kairo Uni, die finden nur weit weniger lukrative Jobangebote ( wahrscheinlich verdient ein guter Handwerker wesentlich besser obwohl der natürlich nicht so angesehen ist). Der zieht Fräulein Unwissend in Betracht, da sie bescheidenere Ansprüche hat, von ihm abhängig ist, und somit nach seiner Pfeife tanzen muss. Ich weiss, das klingt jetzt ein bisschen gemein,aber ich hatte manchmal schon das dumpfe Gefühl dass man denkt dass in einem Punkt ohnehin alle Frauen gleich sind und der Rest ist wohl für viele Männer weitgehend uninteressant .Die sollten sich vielleicht besser bei Beate Uhse eine Plastikpuppe bestellen. Ach so, geht nicht, denn putzen und kochen kann die leider nicht.
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Re: Urfi aus der Sicht eines Ägypters

Beitragvon moonlight » 04.12.2014, 10:43

Hallo Lizzie,

hattest Du in Deinem Umfeld auch Bezness beobachtet? Oder kam das in den Kreisen, in denen Du Dich bewegt hast, nicht vor?

LG
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Re: Urfi aus der Sicht eines Ägypters

Beitragvon gadi » 04.12.2014, 11:23

Lizzie hat geschrieben:Hallo gadi,
hier noch eine nähere Erklärung zu Ingenieur und Frau Unwissend
Es gibt Ingenieure, das sind Söhne der "besseren (auch besser betuchten) Gesellschaft, die im Auskand studiert haben und nach der Rückkehr , meist unter Nutzung der Familien- connections einen guten Job bekommen. Der würde niemals auf die Idee kommen Fräulein Unwissend zu ehelichen.
Es gibt welche die kommen aus der Unterschicht oder vom Land, meist reicht es nur für ein Studium an der Kairo Uni, die finden nur weit weniger lukrative Jobangebote ( wahrscheinlich verdient ein guter Handwerker wesentlich besser obwohl der natürlich nicht so angesehen ist). Der zieht Fräulein Unwissend in Betracht, da sie bescheidenere Ansprüche hat, von ihm abhängig ist, und somit nach seiner Pfeife tanzen muss. Ich weiss, das klingt jetzt ein bisschen gemein,aber ich hatte manchmal schon das dumpfe Gefühl dass man denkt dass in einem Punkt ohnehin alle Frauen gleich sind und der Rest ist wohl für viele Männer weitgehend uninteressant .Die sollten sich vielleicht besser bei Beate Uhse eine Plastikpuppe bestellen. Ach so, geht nicht, denn putzen und kochen kann die leider nicht.


Besten Dank @Lizzie, jetzt kann ich den "Widerspruch" besser nachvollziehen.
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Re: Urfi aus der Sicht eines Ägypters

Beitragvon Lizzie » 04.12.2014, 11:32

Hallo Moonlight,
als ich das erste MAl nach Äypten kam und auch als wir dann 1976 ganz hinzogen gab es nur wenig Tourismus, Hughada war ein Fischerdorf, also sowas wie bezness gab es noch gar nicht ( "alte Frau" junger Ägypter wäre sowieso ganz und gar undenkbar gewesen)
Aber ich muss sagen, wenn ich so zurückdenke, dass die Äypter es schon immer verstanden haben einen Vorteil aus der Tüchtigkeit ihrer ausländichen Frauen zu ziehen. Sie sind halt wirklich benadete Opportunisten und Ausnützer und haben einen 6ten Sinn wo etwas zu holen ist. Ausserdem fehlt ihnen jegliches Unrechtsbewusstsein.
Es ist zwar dem guten Ruf nur bedingt förderlich wenn in der Hauptsache die Ehefrau die Brötchen verdient, aber man kann ja sagen die Arbeit ist ihr Hobby. es wissen zwar alle dass es anders ist, tun aber so als ob sie es glauben.
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Re: Urfi aus der Sicht eines Ägypters

Beitragvon Thelmalouis » 04.12.2014, 11:36

Lizzie hat geschrieben:Es ist zwar dem guten Ruf nur bedingt förderlich wenn in der Hauptsache die Ehefrau die Brötchen verdient, aber man kann ja sagen die Arbeit ist ihr Hobby. es wissen zwar alle dass es anders ist, tun aber so als ob sie es glauben.

Wenn die Kasse stimmt und Mann nicht viel zum Lebensunterhalt beitragen muss, nimmt er diesen "Umstand" doch gerne in Kauf.
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Re: Urfi aus der Sicht eines Ägypters

Beitragvon moonlight » 04.12.2014, 12:36

Lizzie hat geschrieben:Liebe Moonlight,
ich glaube das hat auch etwas mit der Erziehung zu tun. Ich weiss ja nicht wie alt du bist , aber ich werde demnächst 70 ..."


Ich bin Mitte 40, könnte Deine Tochter sein :)

Und ja, die eigene Erziehung spielt tatsächlich eine gewichtige Rolle. Ich bin in einem bürgerlichen Haushalt aufgewachsen, mit Werten wie Ehrlichkeit und Toleranz und dass man den Schwächeren hilft. Nie hätte ich geglaubt, dass jemand so durchtrieben sein kann, wie mein erster Mann. Und wenn, dann hätte ich an einen "Einzelfall" geglaubt und dass es überall "solche und solche" gibt. Das, was mir in Marokko begegnete, hätte ich NIE erwartet, ich war nicht im geringsten gewappnet. Und ich dachte, wenn wir in Deutschland leben, würde es besser.

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Re: Urfi aus der Sicht eines Ägypters

Beitragvon Dalama » 04.12.2014, 14:00

Jetzt hast du es fast. :) Das zweite "quote" am Zitatende (hinter "oder was anderes?") benötigt immer einen Schrägstrich. Dann sieht es so aus:
(Wenn du hier bei meinem Beitrag oben rechts auf den Button "QUOTE" klickst, kannst du dir die Syntax nochmal anschauen.)

Lizzie hat geschrieben:
hat dein Mann eigentlich die gleiche Fachrichtung studiert wie du oder was anderes?

Er ging in die Naturwissenschaftliche Richtung, ich in die wirtschaftswissenschaftlich-juristische , Dissertation über Frauenarbeit in Österreich.
Und ich hab sie ganz alleine geschrieben , ( das muss man heutzutage ja betonen ) auf einer alten Adler Schreibmaschine, 140 Seiten , 4 Durchschläge.
Seine Diplomarbeit habe ich auch getippt. Das hätte ich mir sparen können denn er hat nie in seinem Beruf gearbeitet.


Oh, ich dachte, du hättest schon beim Studium den künstlerischen Weg eingeschlagen. Da war ja klar, dass du darauf in Ägypten nicht aufsetzen kannst.

Wenn ich noch eine Frage zu deinem Mann stellen darf: Hat er denn überhaupt gearbeitet? Oder hattet ihr das Atelier "offiziell" zusammen und das war dann seine "Arbeit"?
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Re: Urfi aus der Sicht eines Ägypters

Beitragvon Lizzie » 04.12.2014, 14:20

Das ist ja das Problem.
Man kann immer nur von dem ausgehen was man selber kennt und kann sich deshalb keine Sekunde vorstellen was es dort alles gibt.
Ich hätte zum Beispiel nie gedacht, dass sich Frauen dort getrauen ganz offen deinen Mann anzubaggern.
Als meine Nachbarin mindestens jeden Tag kam um Hilfe bei meinem Mann zu suchen, ging mir das zwar auf die Nerven aber ich vermtutete nichts dahinter, bis mich meine Schwägerinnen besuchten und es nicht lange dauerte bis sie erschien.
Meine Schwägerinnen waren empört. "Macht sie das öfter? " wurde ich gefragt.
"Na, seit wir hier sind kommt sie fast jeden Tag wegen irgend etwas."
"Das geht nicht, das darfst du nicht zulassen. Was fällt denn der ein!? Sollen wir sie dir vom Hals schaffen?"
"Nein, nein, braucht ihr nicht. Das mach ich schon selber. Ausserdem ist sie ohnehin nicht sein Typ!"
Ich hätte auch niemals gedacht dass mein eigener Mann mir die Hucke vollog, nur um dauernd seine Freunde anschleppen zu können. Das müsse ich akzeptieren, hiess es, das sei in Ägypten so üblich sonst würden mich alle hassen und niemand uns mehr besuchen. Dass er meine Unwissenheit über was in Ägypten üblich ist und was nicht so schamlos ausgenutzt hat, habe ich ihm sehr verübelt und mir von da an andere Informationsquellen gesucht.
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Re: Urfi aus der Sicht eines Ägypters

Beitragvon Lizzie » 04.12.2014, 14:56

Hallo Dalama,

mal sehen ob ich das jetzt mit der Quote hinkriege.
Wenn ich noch eine Frage zu deinem Mann stellen darf: Hat er denn überhaupt gearbeitet? Oder hattet ihr das Atelier "offiziell" zusammen und das war dann seine "Arbeit"?

Deine zweite Vermutung ist richtig.
1. Kannst du als Ausländer ohnehin nichts ohne ägyptische beteiligung auf die Beine stellen und zweitens gibt es Dinge denen Du als solcher in keinster Weise gewachsen bist.
(Kontakte mit Behörden, Steuern, u.v.m)
Als wir das Atelier eröffneten brauchten wir z.B. unbedingt ein Telefon, was wenn man niemanden kannte bis zu 10 Jahre !! dauern konnte. Mit Hilfe des familiären Netzwerkes gelang es meinem Mann es in küzester Zeit zu schaffen. Es wird an den richtigen Stellen etwas Geld verstreut, ein paar Damen bekamen neue Klamotten......... Nur, dazu muss man sich auskennen.
Wenn zum Beispiel der nette ältere Herr von der Steuerbehörde auftaucht, dann muss ich wissen was er zwischen den Zeilen sagen will. Wenn er sich verabschiedet und ich dabei etwas in seiner Hand zurücklasse,, muss ich abschätzen können was er erwartet, was zuviel wäre und was zuwenig ( beides wäre schlecht).
2.Hat der Tag nur 24 Stunden und man kann nicht alles alleine machen. Das heisst er sorgte dafür dass die Ware in die Geschäfte kam, machte abends ( das ist dort ca.10 Uhr, im Ramadan noch viel später)Kasse, schloß zu und tat das Geld zu Hause in den Safe.
3. nachdem ich erkannt hatte, dass er in seinem Beruf nicht zu arbeiten gedachte, und sich durch Zufall diese Möglichkeit geboten hatte, war dies die beste Lösung. Er konnte mit Geschäftsfreunden ausgehen, neue Kontakte knüpfen, small talk führen, da war er in seinem Element. Er war charmant und unterhaltsam, sah gut aus , seine Gesellschaft war gefragt und geschätzt und er wurde nie müde. Er hatte sich als bonvivant entpuppt, aber eine Zeitlang lief die Sache sehr gut.
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Re: Urfi aus der Sicht eines Ägypters

Beitragvon gadi » 04.12.2014, 14:58

moonlight hat geschrieben:Und ja, die eigene Erziehung spielt tatsächlich eine gewichtige Rolle. Ich bin in einem bürgerlichen Haushalt aufgewachsen, mit Werten wie Ehrlichkeit und Toleranz und dass man den Schwächeren hilft. Nie hätte ich geglaubt, dass jemand so durchtrieben sein kann, wie mein erster Mann. Und wenn, dann hätte ich an einen "Einzelfall" geglaubt und dass es überall "solche und solche" gibt. Das, was mir in Marokko begegnete, hätte ich NIE erwartet, ich war nicht im geringsten gewappnet. Und ich dachte, wenn wir in Deutschland leben, würde es besser.

LG
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..genauso ist es und ich wette, dass ein Großteil der Bezzie-Geschichten nur auf diese Weise entstehen kann.
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Re: Urfi aus der Sicht eines Ägypters

Beitragvon Dalama » 04.12.2014, 15:13

Lizzie hat geschrieben:
Wenn ich noch eine Frage zu deinem Mann stellen darf: Hat er denn überhaupt gearbeitet? Oder hattet ihr das Atelier "offiziell" zusammen und das war dann seine "Arbeit"?

Deine zweite Vermutung ist richtig.
1. Kannst du als Ausländer ohnehin nichts ohne ägyptische beteiligung auf die Beine stellen und zweitens gibt es Dinge denen Du als solcher in keinster Weise gewachsen bist.
(Kontakte mit Behörden, Steuern, u.v.m)
Als wir das Atelier eröffneten brauchten wir z.B. unbedingt ein Telefon, was wenn man niemanden kannte bis zu 10 Jahre !! dauern konnte. Mit Hilfe des familiären Netzwerkes gelang es meinem Mann es in küzester Zeit zu schaffen. Es wird an den richtigen Stellen etwas Geld verstreut, ein paar Damen bekamen neue Klamotten......... Nur, dazu muss man sich auskennen.
Wenn zum Beispiel der nette ältere Herr von der Steuerbehörde auftaucht, dann muss ich wissen was er zwischen den Zeilen sagen will. Wenn er sich verabschiedet und ich dabei etwas in seiner Hand zurücklasse,, muss ich abschätzen können was er erwartet, was zuviel wäre und was zuwenig ( beides wäre schlecht).
2.Hat der Tag nur 24 Stunden und man kann nicht alles alleine machen. Das heisst er sorgte dafür dass die Ware in die Geschäfte kam, machte abends ( das ist dort ca.10 Uhr, im Ramadan noch viel später)Kasse, schloß zu und tat das Geld zu Hause in den Safe.
3. nachdem ich erkannt hatte, dass er in seinem Beruf nicht zu arbeiten gedachte, und sich durch Zufall diese Möglichkeit geboten hatte, war dies die beste Lösung. Er konnte mit Geschäftsfreunden ausgehen, neue Kontakte knüpfen, small talk führen, da war er in seinem Element. Er war charmant und unterhaltsam, sah gut aus , seine Gesellschaft war gefragt und geschätzt und er wurde nie müde. Er hatte sich als bonvivant entpuppt, aber eine Zeitlang lief die Sache sehr gut.


Verstehe. Das klingt durchaus nach einer sinnvollen Arbeitsteilung.

Ich habe noch eine andere Frage: Als du deinen Mann allein zurückgelassen hast, hat er sich keine Zweitfrau genommen, sondern nur auf deine Rückkehr gehofft. Wäre eine Zweitfrau in seiner Situation nicht die logische Konsequenz gewesen? Könnte man aus seinem Verhalten schließen, dass er dich - auch nach unseren Maßstäben - richtig geliebt hat?
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Re: Urfi aus der Sicht eines Ägypters

Beitragvon gadi » 04.12.2014, 15:37

Lizzie hat geschrieben:Ich hätte zum Beispiel nie gedacht, dass sich Frauen dort getrauen ganz offen deinen Mann anzubaggern.
Als meine Nachbarin mindestens jeden Tag kam um Hilfe bei meinem Mann zu suchen, ging mir das zwar auf die Nerven aber ich vermtutete nichts dahinter, bis mich meine Schwägerinnen besuchten und es nicht lange dauerte bis sie erschien.
Meine Schwägerinnen waren empört. "Macht sie das öfter? " wurde ich gefragt.
"Na, seit wir hier sind kommt sie fast jeden Tag wegen irgend etwas."
"Das geht nicht, das darfst du nicht zulassen. Was fällt denn der ein!? Sollen wir sie dir vom Hals schaffen?"


Doch, ja, das hab ich auch mit Erstaunen mal erlebt. Eine ägyptische Interessentin besuchte immer mal wieder "zufällig" meinen verheirateten Fast-Schwager, die Ehefrau sah es sich eine Zeit lang an und wurde dann sehr deutlich mit "Lass meinen Mann in Ruhe" usw.
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Re: Urfi aus der Sicht eines Ägypters

Beitragvon Lizzie » 04.12.2014, 16:53

Hi Dalama,

Ich habe noch eine andere Frage: Als du deinen Mann allein zurückgelassen hast, hat er sich keine Zweitfrau genommen, sondern nur auf deine Rückkehr gehofft. Wäre eine Zweitfrau in seiner Situation nicht die logische Konsequenz gewesen? Könnte man aus seinem Verhalten schließen, dass er dich - auch nach unseren Maßstäben - richtig geliebt hat?


doch das hat er bestimmt soweit er denn zu lieben überhaupt fähig war.
Die ägyptischen Ehefrauen seiner Freunde fand er meist ganz schrecklich, rechthaberisch und unsensibel und er mochte die Art nicht wie sie mit ihren Männern umgingen. Ich glaube die machten ihm ein bisschen Angst,darum hat er sich immer gegen die Versuche seiner Freunde ihn zu verkuppeln verwahrt. Er war auch schon ziemlich krank, verursacht durch seine Lebensgewohnheiten.
er wollte mich immer zurück haben aber nicht verstehen dass er sich dazu ändern müßte, er wollte einfach dass alles wieder würde wie früher. Als er mir eines Tages nach Jahren sagte : so komm doch endlich zurück, du hast mich letzt genug bestraft, da war mir klar dass er gar nichts verstanden hatte.
Er war letztlich auch ein Opfer seiner Erziehung und seines Umfeldes. Er war ein Egoist für den die ganze Welt nur in Hinblick auf seine Bequemlichkeit und sein Wohlergehen existierte, sollten doch die anderen sehen wo sie blieben.Er hatte einfach nie gelernt dass man für das was man tut geradestehen muss, jede Verantwortung war ihm zu viel. er hatte auch nie gelernt Rücksicht zu nehmen, er hatte einfach kein Gefühl dafür ob man müde war oder dem Zusammenbruch nahe. Er hätte erst etwas gemerkt wenn man tot am Boden lag.
Ich war zu dieser Zeit so dünn wie ein Strich in der Landschaft,oft wurden meine Kinder gefragt ob ich denn krank sei. Ihm fiel nichts auf. Später hörte ich. dass meine Näherinnen und auch Freunde von uns jedes Jahr Wetten abgeschlossen hatten dass ich nicht mehr wiederkäme. Nur er fiel aus allen Wolken als es soweit war und konnte es nicht fassen.
Ich habe ihn trotz aller Enttäuschung nicht leichten Herzens verlassen, aber wäre ich geblieben wäre aus keinem der Kinder etwas geworden, sie wären alle unglücklich geworden, am unglücklichsten die Mädchen und das konnte ich nicht zulassen.
Ich hatte zum Glück ein Elternhaus in das ich zurückkommen konnte, mein Vater lebte damals noch und war froh dass ich den Absprung geschafft hatte. Er verkniff sich das: du hättest eben auf uns hören sollen und erwähnte seinen Schwiegersohn nie mehr.
Ich habe dann eine Therapie gemacht soviel Stress über Jahre war nicht ohne Folgen geblieben
Das ist eben euopäisches Denken, man versucht das Problem zu erkennen und zu lösen, zieht Konsequenzen.Ägypter versuchen es zu ignorieren in der Hoffnung es wird von selbst verschwinden. Rät man zu einer Therapie kommt die Meldung : das kannst du machen, ich bin doch nicht verrückt . Nun ja.

.
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Re: Urfi aus der Sicht eines Ägypters

Beitragvon Dalama » 04.12.2014, 20:09

Lizzie hat geschrieben:Zur gleichen Zeit tauchte auch für eine Cousine meines Mannes ein Anwärter auf, von dem die Familie zuerst recht angetan war, gute Familie, Geld, Wohnung, was wollte man mehr. Er war Offizier zur See und am roten Meer stationiert, daher nur alle 3 Wochen 1Woche in Kairo. Man war schon dabei über eine Verlobung nachzudenken, als er mit einer Forderung herausrückte, die die Familie des Mädchens veranlasste sofort alle rückgängig zu machen. Er hatte allen Ernstes verlangt, sie dürfe in den 3 Wochen seiner Abwesenheit das Haus nicht verlassen.

Das wirft aber auch ein positives Licht auf die Familie deines Mannes. Die religiösen Hardliner denken nun mal so, dass Frau ohne männlichen Schutz/Aufpasser nirgends hingeht. Und wenn sie es doch tut, ist es ganz alleine ihre Schuld, wenn ihr etwas Unangenehmes geschieht. :evil:

Genauso findet man oft Männer mit Studium, wie etwa Ingenieure, oder Pharmazeuten ,oder...... die darauf aus sind eine "misch mota'alemma"( was soviel heißt wie ungelernt, ungebildet)
zu heiraten. Ich fand schnell heraus warum: So eine Frau kann weniger Ansprüche stellen als eine Gebildete, sie wird nicht arbeiten und eigenes Geld verdienen können, somit hat er eine kostenlose Köchin,Haus-Putz-und-Waschfrau die er herumkommandieren kann und die auch noch die Pflichten einer Ehefrau erledigt.


Wer zahlt denn in so einem Fall das Hauspersonal, wenn die Frau arbeitet? Laut Koran darf die Frau ja ihr verdientes Geld behalten, insofern müsste der Ehemann dafür aufkommen. (Was dann wiederum für den Mann ein Argument sein könnte, seiner Frau das Arbeiten zu verbieten - denn er hat ja eigentlich nichts davon, sofern die Frau nicht freiwillig ihr Verdientes in den Haushalt buttert.)
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Re: Urfi aus der Sicht eines Ägypters

Beitragvon Lizzie » 04.12.2014, 20:36

Hallo Dalama,
die Familie meines Mannes war sehr in Ordnung, da war eher er ein schwarzes Schaf, ich habe sehr oft Unterstützung von Ihnen auch gegen ihn bekommen sie haben ihm schon mal die Leviten gelesen wenn sie fanden dass er sich danebenbenimmt. SIe waren der Meinung er habe sich einer Person gegenüber die aus Liebe zu ihm Heimat und Familie aufgegeben hat auch dementsprechend zu verhalten. Vom Hardlinertum waren sie auch meilenwert entfernt, sehr liberal und mehr als gemäßigt, da hatte ich wirklich Glück. Wie haben auch bis heute noch Kontakt.
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Re: Urfi aus der Sicht eines Ägypters

Beitragvon Lizzie » 04.12.2014, 20:51

Laut Koran darf die Frau ja ihr verdientes Geld behalten, insofern müsste der Ehemann dafür aufkommen. (Was dann wiederum für den Mann ein Argument sein könnte, seiner Frau das Arbeiten zu verbieten


das ist aber graue Theorie, denn bei den meisten ist es doch so dass die Familie auch das Geld der Frau dringend braucht.
Bei meinen Näherinnen gab es Fälle wo sie gearbeitet hat und er hat ihr das Geld abgenommen und in den Kaffehäusern mit seinen Kumpanen durchgebracht. Dann hat sie dazugelernt und hat ihm nicht mehr gesagt was sie genau verdient. Da hat sich der Mistkerl nicht entblödet bei mir aufzukreuzen und mich danach zu fragen
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Re: Urfi aus der Sicht eines Ägypters

Beitragvon Thelmalouis » 04.12.2014, 21:36

Lizzie hat geschrieben:Hallo Dalama,
die Familie meines Mannes war sehr in Ordnung, da war eher er ein schwarzes Schaf, ich habe sehr oft Unterstützung von Ihnen auch gegen ihn bekommen sie haben ihm schon mal die Leviten gelesen wenn sie fanden dass er sich danebenbenimmt. SIe waren der Meinung er habe sich einer Person gegenüber die aus Liebe zu ihm Heimat und Familie aufgegeben hat auch dementsprechend zu verhalten. Vom Hardlinertum waren sie auch meilenwert entfernt, sehr liberal und mehr als gemäßigt, da hatte ich wirklich Glück. Wie haben auch bis heute noch Kontakt.

Lizzie, verstehe ich das richtig, dein Mann hat sich erst in Ägypten so sehr verändert?
Ich kann diese Verändrung nicht ganz nachvollziehen, da du Unterstützung von Seiten seiner Familie gegen deinen Mann erfahren hast.
Ich habe immer gedacht, die Männer verändern sich zum "Nachteil" sobald sie unter dem Einfluss ihrer Familie stehen, da ihnen die europäische Schwiegertochter nichts "wert" ist. Aber bei dir war dies ja nicht der Fall.

Hatte diese Veränderung etwas mit dem Freundeskreis deines Mannes oder dessen Einfluss zu tun?
Gruß Thelmalouis

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Re: Urfi aus der Sicht eines Ägypters

Beitragvon Lizzie » 05.12.2014, 02:21

Hatte diese Veränderung etwas mit dem Freundeskreis deines Mannes oder dessen Einfluss zu tun?


Allerdings, denn er begann sich mit Leuten zu umgeben die gar nicht zu uns passten, von denen wir die meisten auch nicht mochten, was ihm aber ganz egal war, er brachte sie trotzdem mit.Er kam nach Geschäftsschluss nicht mehr gleich nach Hause sondern nahm einen Umweg über Nachtclubs und Bars wo dann ein Teil der Tageseinnahmen hängenblieb. Manchmal kam er erst frühmorgens wenn die Kinder schon zum Schulbus hinunter liefen.Da fragte er mich einmal ob sie wissen wollten woher er komme. Ja, sagte ich. Hast du es ihnen gesagt?
Ja.Darauf er ganz empört: " Du willst nicht dass meine KInder mich respektieren! Du hättest sagen müssen ich komme von der Arbeit!"
Tauchten Probleme auf wie sie in jeder Familie vorkommen, so war ich auf mich alleine gestellt, denn von ihm war weder Hilfe noch Trost zu erwarten, wenn man ihn brauchte war er nie da. Da gab es dann Streit , der von seiner Seite in der Aussage gipfelte:" Ich kann ohne meine Freunde nicht leben, das musst du verstehen. Was soll man da noch sagen.
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