Mein Fall - Beziehung mit einem Kurden

Austausch über gemachte Bezness-Erfahrungen in diesen Ländern

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Re: Mein Fall - Beziehung mit einem Kurden

Beitragvon RenaII » 02.10.2011, 01:34

Hallo Sternchen, Mourina oder wer es lesen mag,

allein leben heißt oftmals auch:

Endlich nicht mehr entsetzlich einsam sein, zu zweien. Denn unverstanden, ungeliebt, gefühlsmäßig und materiell mißbraucht zu werden, ist ganz schlimmes Alleinsein.
Alleinleben heißt, den Tag ganz für sich verplanen zu können, (ein ganz ungeheurer Luxus).
Es heißt, kuscheln, spielen mit den Kindern. Abends, vorm Schlafengehen, Kerze auf dem Tisch, Geschichten erzählen, Tag eines jeden reflektieren, kindliche Probleme lösen.
Es heißt, gemeinsames Kochen und Abendessen mit den Kids genießen , ja, wirklich genießen, essen was WIR mögen!
Es heißt, relaxt, wirklich relaxt, ins Bett gehen, mit einem ganz tollen Buch, nach einem ganz tollen Bad. Ohne das Horchen auf Schritte im Treppenhaus, Warten am Fenster, Hoffnung auf das Geräusch des Schlüssels im Schloß, das so selten kommt. Ohne Anspannung, Wappnung, welche Dramen, Vorwürfe kommen werden.
Es heißt, für sich ganz, ganz persönlich etwas tun, wie: Weiterbildung, (gibt ganz viel Selbstbewußtsein), neues Make-up, neue Frisur, ohne den Gedanken daran, mag ER es. Nein, ICH muß es mögen.
Es heißt, schlendern über den Markt, Flohmarktbesuch, Zoo, Stadtfest, Treffen mit Freunden, Bekannten, Lachen.
Es heißt, die Wohnung komplett umräumen, umstellen, einrichten, mit den Kids verrückte Dekos auf dem Flohmarkt suchen und basteln. Alles wie es MIR und nur MIR und meinen Kindern gefällt.
Es heißt, endlich die giftgrünen Gardinen und den knatschroten Teppich zu kaufen, weil ICH das mag.
Es heißt, hey........ ICH bin ICH, bin ICH, bin ICH!
Alleinleben heißt, ganz, ganz bestimmt auch irgentwann DEN Mann zu treffen, der giftgrüne Gardienen, knatschrote Teppiche und mich rundherum toll findet. Der mir nicht wehtut, mich und die Kids nicht allein läßt, der Verantwortung übernimmt und uns einfach mag. Mag ich mich, mögen mich alle!!!!!!!!
Kurz, Alleinleben kann so richtig was haben. Genieße es...........

Für alle Userinnen, die Angst vor dem Alleinleben haben, möchte ich noch eine kurze Geschichte erzählen:
Ich betreue eine junge Frau, (28 Jahre alt). Mein Mädel ist Rollstuhlfahrerin, schwerstbehindert, gelähmt, auf ständige Hilfe durch Pflegedienst, etc. angewiesen. Nennen wir sie Karin. Karin war, trotz Behinderung, verheiratet und hat sich, nach einjähriger Trennung, vor 4 Wochen scheiden lassen.
Karin ist sehr aktiv, im Rahmen ihrer Möglichkeiten. Ihr Mann war eher langsam, phlegmatisch und an ihren Wünschen desinteressiert. Er engte sie ein, verbot ihr Außenkontakte und machte sie sehr stark von sich abhängig. Karin hat mir klipp und klar erklärt, daß es ihr, im Rahmen dieser Ehe, nicht möglich ist, sich weiter zu entwickeln, daß sie es aus diesem Grunde lieber allein versuchen möchte.
Inzwischen arbeitet Karin in einer Telefonzentrale, wird in ihrer knuffigen Wohnung, allein vom Pflegedienst versorgt und morgens zur Arbeit gefahren. Sie hat einen neuen Freund, mit dem sie sehr viel unternimmt. (Neulich waren beide im Rockkonzert). Übrigens hat sie diesen knatschroten Teppich, (ihre Gardinen sind himmelblau mit großen Sonnenblumen) und von ihrer Lebensfreude profitiere ICH.
Allen Frauen, die da also glauben, Alleinleben sei ja so unendlich schrecklicher, als sich von einem Mann manipulieren und mißbrauchen zu lassen, kann ich Karins Lebenseinstellung nur wärmstens empfehlen.
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Re: Mein Fall - Beziehung mit einem Kurden

Beitragvon RenaII » 02.10.2011, 02:22

Liebe Elisa,

auch ich habe mich lange Zeit mit dem Gedanken getragen, in einem anderen Land zu leben. Ich habe es dann doch nicht getan, weil Probleme der Kinder überwogen haben.
Ich habe mich damals auch ganz, ganz intensiv mit der Mentalität meiner eventuell künftigen Heimat beschäftigt. Habe alle Unterlagen hundertmal studiert, habe in jedem Jahr viele Wochen dort verbracht und war bereit, mich vollständig zu integrieren.
Mit leisen Wehmutsgedanken hängt noch immer ein Haustürschlüssel an meinem Bund. Inzwischen ist er nur noch ein Talisman. Und nein, es war kein Beznessland und nein, es hat kein Mann eine Rolle gespielt. Starthilfen wären ein guter Job, meine beste Freundin und eine sorgfältige Vorbereitung gewesen. Ich bin da sehr pragmatisch.
Heute hat sich meine Perspektive verschoben und eigentlich ist es sehr gut so, wie es ist. Ich wäre ja nicht gegangen, weil ich meine Heimat nicht schätze ..... Ich wäre gegangen, weil ich dieses Land sehr liebe, die Weite, die Unabhängigkeit, die traumhafte Vielfältigkeit der Landschaft und vieles mehr. Heute weiß ich, daß man Landschaft nicht essen kann, daß die freie Wahl der medizinischen Versorgung unendlich wichtig ist. Weiß, daß eine soziale Hängematte, so oft angeprangert und kritisiert, doch in wenigen Ländern so ausgeprägt ist, wie hier.

Dir einen lieben Gruß und für künftige Entscheidungen das richtige Gespür. Ich lese deine einfühlsamen Beiträge, schon lange, sehr gerne.
Rena
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Re: Mein Fall - Beziehung mit einem Kurden

Beitragvon clarag » 02.10.2011, 07:44

Imene hat geschrieben:Hallo Steckchen,

bei Deinen Maßstäben an Integration - wie viele Deutsche, gerade auch jüngere Deutsche, sind demnach nicht integriert? Es gibt dcoch total viele Menschen, die nie eine Oper von innen gesehen haben, nicht die FAZ oder die SZ lesen und sich auch nicht gewählt ausdrücken können. Und die grundsätzlich nur JamFM der Kiss hören - und niemals einen deutschschprachigen Titel freiwillig hören würden.

Da hakt es doch dann irgendwo, oder nicht?

Liebe Grüße.

Imene


Ich bin da ganz bei Imene. Integration läßt sich aus meiner Sicht nicht am Besuch der Oper messen. Und ich kenne einige, die gehen in keine Oper und sind trotzdem nicht untere Bildungsschicht. Diese Sichtweise ist zu einfach.
clarag
 

Re: Mein Fall - Beziehung mit einem Kurden

Beitragvon Elisa » 02.10.2011, 07:53

Hallo Rena,

ja man kann mit einem anderen Menschen sehr einsam sein.

Es geht noch nicht mal so sehr darum, dass man sich nicht ausleben kann. Aber schon morgens am Frühstückstisch sitzen, der einen nicht mit Wohlwollen ansieht, in dessen Beisein man nicht sich selbst sein kann, wo man bestimmte Themen umschiffen muss, wo man nicht weiss, ob das 'Guten Morgen' überhaupt erwünscht ist, das kann sehr einsam machen.

Egal ob das ein Mann, eine Freundin oder sonst wer ist.

Sobald man sich in Gegenwart eines Menschen nicht mehr frei fühlt, überlegen muss, wie man sich verhält, sollte man sich trennen.

Und zurück zu Mourina: Wenn man soviel hinterfragen muss, dann stimmt was nicht. Mourina, tue Dir das nicht weiter an.

LG Elisa
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Re: Mein Fall - Beziehung mit einem Kurden

Beitragvon steckchen » 02.10.2011, 07:58

clarag hat geschrieben:
Imene hat geschrieben:Hallo Steckchen,

bei Deinen Maßstäben an Integration - wie viele Deutsche, gerade auch jüngere Deutsche, sind demnach nicht integriert? Es gibt dcoch total viele Menschen, die nie eine Oper von innen gesehen haben, nicht die FAZ oder die SZ lesen und sich auch nicht gewählt ausdrücken können. Und die grundsätzlich nur JamFM der Kiss hören - und niemals einen deutschschprachigen Titel freiwillig hören würden.

Da hakt es doch dann irgendwo, oder nicht?

Liebe Grüße.

Imene


Ich bin da ganz bei Imene. Integration läßt sich aus meiner Sicht nicht am Besuch der Oper messen. Und ich kenne einige, die gehen in keine Oper und sind trotzdem nicht untere Bildungsschicht. Diese Sichtweise ist zu einfach.

Hallo Clara,

hast Du meinen Beitrag und den von RenaII weiter unten zu diesem Thema gelesen? Dann hättest Du gemerkt daß ich es mir nicht so einfach mache. Es geht ja hier nicht um Oper, sondern darum, dem Partner zuliebe was zu machen.

LG
Steckchen
Die Liebe vernachlässigt diejenigen am meisten, die ihrer am meisten bedürfen.
(Madame de Rosemonde im Film: Gefährliche Liebschaften (Regie: Stephen Frears) 1988
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Re: Mein Fall - Beziehung mit einem Kurden

Beitragvon Mourina » 14.08.2014, 20:48

Hallo!
Ich wollt mich wieder mal melden.
Ich lese immer noch interessiert auf eurer Seite.
Mittlerweile bin ich schon lang von "meinem" Kurden getrennt (Herbst 2011) und hab auch schon
eine längere Beziehung mit einem Deutschen. Neben den üblichen kleinen Alltagsproblemchen
ist es so herrlich unkompliziert und völlig ohne irgendwelche Spielchen oder Lügen.
"Mein" Kurde meldet sich immer noch! Er liebe mich immer noch und ich fehle ihm so sehr.
Krank oder?
Da er mit meinem Schwager noch in Kontakt ist bekomme ich immer wieder mal was von ihm mit.

Wenn ich hier meine alten Posts durchlese, kann ich nur Kopf schütteln!

Wollte mich nur melden und euch danke sagen: mir gehts gut.
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Re: Mein Fall - Beziehung mit einem Kurden

Beitragvon Bina62 » 14.08.2014, 21:45

Schön von Dir zu hören,Genieße Dein Neues Leben.Alles Gute.Lg.Bina
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Re: Mein Fall - Beziehung mit einem Kurden

Beitragvon Never » 14.08.2014, 22:45

Das ist ja toll. Nach so langer Zeit eine Rückmeldung zu bekommen.....Danke!
Noch besser ist natürlich, dass es dir heute gut geht und du eine "normale" Beziehung hast. :D
Never
 

Re: Mein Fall - Beziehung mit einem Kurden

Beitragvon AJasker45 » 11.04.2016, 16:25

Ich war 5 Monate mit einem Iraker zusammen. Er hat fast bei mir und meiner Mutter gewohnt. Am Anfang wo ich mit ihm zusammen war habe ich mich eigentlich noch recht wohlgefühlt. Die ersten zwei Monate war noch alles in Ordnung. Er hat mir viel geschenkt zum Beispiel Blumen, ein Ring zu Weihnachten. Anfang dieses Jahres fing er an mich zu schlagen und mich als dumm zu bezeichnen. Er hat auch öfters unanständige Frau zu mir gesagt ohne Grund. Wahrscheinlich bin ich ihm langweilig geworden oder unsere deutsche Mentalität hat ihm nicht gefallen. Er hat den ganzen Tag im Bett gelegen, und sich bedienen lassen. Ich war sozusagen die Hotelfachfrau für alles. Ich war soweit das ich alles gemacht habe was er gesagt hat weil ich war so fixiert auf diesen und keiner konnte mir helfen. Wieso musste es soweit mit mir kommen? Wieso hab ich mich so unterkriegen lassen von ihm?
Ich freue mich wenn ihr mir antwortet.
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Re: Mein Fall - Beziehung mit einem Kurden

Beitragvon Anaba » 11.04.2016, 16:46

Hallo AJasker,

willkommen im Namen des Teams 1001 Geschichte.
Wir wünschen dir einen guten Austausch.

Ich würde dir gern einen eigenen Thread eröffnen.
Denn hier ist ein älterer Thread einer anderen Userin.
Welchen Titel soll der Thread haben? Hast du einen Wunsch?
Liebe Grüße
Anaba

Administratorin
anaba@1001Geschichte.de

".....vielleicht wird alles vielleichter"
Anaba
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