Verliebt in einen Pakistani in Dubai

Austausch über gemachte Bezness-Erfahrungen in diesen Ländern

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Re: Verliebt in einen Pakistani in Dubai

Beitragvon Darinka » 24.07.2015, 19:29

Mignon hat geschrieben:
Darinka hat geschrieben:Machst Du das in jedem Land, in dem Du mal 1 oder 2 Wochen Urlaub machen möchtest? Wäre doch kaum durchführbar. Das ist für mich ein Verhalten für Leute, die sich länger dort aufhalten (z.B. aus beruflichen oder anderen Gründen).

Ich mache meist Urlaub in Bayern oder in Italien. Da komme ich interkulturell gut klar :wink: Ansonsten: Wenn man in ein wirklich fremdes Land fährt, sollte man sich schon ein wenig über die Kultur Gedanken machen. Oft würde es aber auch schon reichen, wenn man sich einfach so verhalten würde, wie in einem Restaurant in Deutschland. (D.h. z.B. bei Liebeserklärungen und Geschenken vonseiten des Kellners mit Befremden reagieren statt sich geschmeichelt zu fühlen.) Und dann mal den einen oder anderen Abend in einem Nicht-Touri-Lokal verbringen und schauen, wie sich die "normalen" Einheimischen, die nicht im Tourismus arbeiten, verhalten. Das All-Inclusive-Ghetto ist sowieso nur eine Scheinwelt.

Liebe Mignon,

da hast Du recht. Meine Nachfrage bezog sich eigentlich ausschließlich auf das hier von Dir:
Mignon hat geschrieben:Ich schaue mir in fremden Ländern an, wie sich Einheimische meines Geschlechtes und Alters, die auch meiner sozialen Schicht angehören, verhalten. Das ist dann die Richtschnur. Man muss das nicht 100% kopieren, aber man weiß dann, was als angemessen betrachtet wird, und bekommt ein Gefühl dafür, wie stark abweichendes Verhalten ankommt.

Es ging mir nicht darum, sich nicht über Grundsätzliches zu informieren (das sollte man für jedes Gastland tun), das wollte ich nicht damit sagen. Sondern darum, das ich die beschriebene Vorgehensweise/Ausprägung für Urlauber in meinen Augen als eher schwer umsetzbar empfinde (und sie mMn besser auf eine andere Zielgruppe passt). Zielführender finde ich Deinen Hinweis sich erstmal an europäische Standards zu halten. Auch da finde ich Liebesbekundungen vom Personal an den Gast (ggf. sogar direkt am Tisch :roll: ) absolut daneben. Persönliche Gespräche / private Themen haben bei Gast & Dienstleister nix zu suchen, egal in welchem Land. Allerdings gibt es Bezness weit über das hinaus was sich da im Hotel so anbahnt, aber für die Fälle ist das wichtig.

Mignon hat geschrieben:
Darinka hat geschrieben:Vorabinfos zu Partnerschafts- / Eheanbahnungsverhalten holt sich doch da Keiner ein. Wozu auch?
Allerdings sollte das aber spätestens dann zum Pflichtprogramm gehören, wenn dann Jemand urlaubsbedingt eine Beziehung mit Jemand aus einer anderen Kultur anfängt.

Liebe Darinka, ich glaube, hier liegt das grundsätzliche Missverständnis. Es wird hier oft so getan, als ginge es darum, aufzupassen, dass der interkulturelle Urlaubslover kein Beznesser ist. Ich behaupte: Frauen sollten sich die Vorstellung, in einem Touristenhotel unter den Hotelangestellten einen Partner zu finden, der sie als Person liebt und achtet, von vornherein abschminken. Das ist meines Erachtens aus den immer wieder genannten Gründen überhaupt nicht möglich.

Nein, ich denke nicht, dass das ein Missverständnis ist (jedenfalls nicht aus meiner Sicht). Und den unterstrichenen Satz halte ich als Aussage für das Forum hier sogar für falsch. Genau deswegen schreiben wir hier immer wieder, dass BiNa-Beziehungen im Studium oder in der Expat-Community beginnen und eben NICHT als Touri mit einem Gästebetreuer. Das ist ganz richtig was Du schreibst.

Liebe Grüße
Darinka
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Re: Verliebt in einen Pakistani in Dubai

Beitragvon nabila » 25.07.2015, 10:03

hallo,

in Touristenzonen spiegelt sich niemals das "normale Land " wieder. So wie z.B. der hierzulande verkaufte Döner in Türkei/Griechenland nicht

so gegessen wird. Touristenzonen sind ein großes Freiluft-Theater. Natürlich geht auch Hotelpersonal in eigentlich Touri-Teestuben, nicht weil die

so günstig Tee anbieten ( den gibt es in einheimischen Gefilden für einen Bruchteil des Preises ) sondern um Touristen zu kontakten (was ja in

den Hotels verboten ist ). Und genau DAS sollte Touristen klar sein. Der sieht sooo gut aus und ist sooo nett, der wollte kein Geld, deshalb kann er kein Beznesser

sein, ist absolut irreal, ist Wunschdenken. Und das wird leider oft vergessen in der Begeisterung exotischen einheimischen Kontakt, huuuch wie aufregend,

zu haben, das vermeintlich wirkliche Leben dort mitzukriegen. Schon DAS ist privat, schon da läuft der Urlauber Gefahr behummst zu werden, auf jeder

Ebene. Urlauber muss Geld haben, sonst könnte er ja den Urlaub nicht buchen. Urlauber hat jeden Tag andere Kleidung an, Schuhe an den Füßen, kann

einkaufen , mit Geld quasi um sich schmeißen, gut und gerne Trinkgeld geben > alles was viele Einheimische NICHT haben. Da wird dann geflissentlich übersehn,

dass Urlauber evtl. das ganze Jahr auf seinen Urlaub spart. Es wird nur das aktuell vorliegende Bild gesehen, der Urlauber. Und schon wird versucht,

von DEM Kuchen ein Stück abzukriegen, egal ob Gierschlund oder Charakterferkel. DIESE ungewollte Ausstrahlung eines Urlaubers sollte jedem Touristen

klar sein. Deutschland / Ö / S müssen tolle Länder sein. Da gibt es den ganzen Tag Strom, den ganzen Tag fließend Wasser, auch warmes, (DORT eben nicht )

und auch Automaten die Geld geben, wie man ja auch sogar in Urlaubsländern sieht, man hört sogar dass Arme unterstützt werden.

Also sind diese Länder paradiesisch, die Erfüllung aller Träume . Logischerweise wird dann alles getan, alles, um dahin zu kommen. Es geht vorab nicht nur

um Geld. Dieser ganze Betrug ist viel perfider als sich manch einer überhaupt vorstellen kann.


Liebe Grüße ♥
nabila
 
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Re: Verliebt in einen Pakistani in Dubai

Beitragvon Agadirbleu » 25.07.2015, 10:54

Hallo Nabila,

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 DIESE ungewollte Ausstrahlung eines Urlaubers sollte jedem Touristen

klar sein. Deutschland / Ö / S müssen tolle Länder sein. Da gibt es den ganzen Tag Strom, den ganzen Tag fließend Wasser, auch warmes, (DORT eben nicht )


Nabila, super deine Ausführungen! So ist es.
Vor 25 Jahren, als wir in Marokko einreisten (dt. Ehepaar, Sohn 10 Jahre) waren wir in dieser Hinsicht so gut wie nicht informiert.
Es gab ein wenig Literatur darüber, das den Maghreb nicht "verklärt" hat, aber leider gab es noch nicht dieses Forum.
Wir wurden auch bei einer Bustour innerhalb des Landes angemacht, d. h. nicht wir, sondern man erschlich sich die Sympathie unseres Sohnes........,
und als z. T. blauäugiger Tourist waren wir irgendwann mitten im Geschehen; Einladungen in der marok. Famlie mit der sprichwörtlichen arabischen Gastfreundschaft etc.etc. Ich brauche nicht näher darauf einzugehen, denn jede/r kennt das Programm, das abgespult wird, um einen Europäer bei Laune zu halten. Im Laufe der Jahre waren wir in alle möglichen und unmöglichen Familienangelegenheit impliziert....der Enkel musste zum Facharzt......der Senior in die Klinik....der erwachsene Sohn brauchte eine Zahnkrone...........der andere eine Sehhilfe. Für Fahrdienste mit unserem KFZ wurden wir wie selbstverständlich herangezogen, auch für Strecken in das Landesinnere, dafür "durften" wir an marokkanischen Hochzeiten teilnehmen, in deren Haus übernachten etc.
Anfangs fanden wir es interessant, aber im Laufe der Jahre dann erdrückend und das Ganze war wie eine Hybris. Nach 15 Jahren!! kam der endgültige Cut - viel zu spät, weil wir dann im Nachhinein sehr schnell realisierten, dass wir viel zu sehr gefangen waren in diesem Geflecht aus Berechnung, Lügen, Schwindeleien und teilweise sogar Unterschlagungen.

Dein Vergleich mit fliessendem Wasser etc. finde ich sehr treffend und erinnert mich an ein Gespräch mit einem marok. Beamten am Flughafen.
"Madame, sie fliegen wieder heim? In Deutschland kalt. Stimmt es, dass alle Wohnungen warm, muss nix zahlen, zahlt alles Staat? hat erzählt Kollege. Sein Cousin wohnt in Deutschland".
No comment :!:

Allen ein schönes WE,
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Re: Verliebt in einen Pakistani in Dubai

Beitragvon elsa » 25.07.2015, 16:04

[quote="nabila"]hallo,

In ein Taxi z.B. steigt frau dort HINTEN ein, schaut während der Fahrt unansprechbar und

gelangweilt aus dem Fenster, reicht nach Fahrtende das Geld von draußen zum Fenster herein dem Fahrer zu, dreht sich um und geht.

Macht man auch hier so, oder?

lg ELSA
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Re: Verliebt in einen Pakistani in Dubai

Beitragvon Dalama » 25.07.2015, 21:19

elsa hat geschrieben: In ein Taxi z.B. steigt frau dort HINTEN ein, schaut während der Fahrt unansprechbar und

gelangweilt aus dem Fenster, reicht nach Fahrtende das Geld von draußen zum Fenster herein dem Fahrer zu, dreht sich um und geht.

Macht man auch hier so, oder?


Macht man (Frau) in DE nicht unbedingt so. :wink:
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Re: Verliebt in einen Pakistani in Dubai

Beitragvon Ponyhof » 26.07.2015, 05:44

Kann man in Deutschland machen, muss man aber nicht. Meist ist es so, dass man (zumindest bei mir und meiner Familie ist das so, und auch bei allen Bekannten, mit denen ich gemeinsam im Taxi gefahren bin), dem Taxifahrer nachdem er anhielt das Geld gibt (also noch im Taxi), sich eine Rechnung geben lässt, der Fahrer mit aussteigt und einem das Gepäck herausgibt. Manchmal wird auch erst nach der Gepäckausgabe gezahlt.

Hinten einsteigen: Für eine Frau inzwischen leider wieder auch hierzulande sehr empfehlenswert, aber auch für Männer in Ordnung. "Muss" man(n) aber nicht machen.
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Re: Verliebt in einen Pakistani in Dubai

Beitragvon nabila » 26.07.2015, 07:51

hallo,

In ein Taxi z.B. steigt frau dort HINTEN ein, schaut während der Fahrt unansprechbar und gelangweilt aus dem Fenster,......


Hier in heimischen Gefilden mache ich das abhängig vom Fahrer, den ich mir vorher angeschaut habe, obwohl ich mich bezgl. Regeln, Sprache

usw. auf bekanntem Terrain befinde.


Liebe Grüße ♥
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Re: Verliebt in einen Pakistani in Dubai

Beitragvon Mignon » 26.07.2015, 18:08

Hallo Nabila und Agadirbleu,

euren Beiträgen ist eigentlich nichts hinzuzufügen. So ist es. Für mich habe ich daraus die Konsequenz gezogen, im Zusammenhang mit meiner Arbeit in Entwicklungsländern nicht mehr zu erwarten, dass ich echte Freundschaften schließe. Freundschaft setzt für mich ohnehin Augenhöhe voraus und eine Reihe echter Gemeinsamkeiten. Auch große Diskrepanzen im Hinblick auf Bildungshintergrund und Lebensstandard machen Freundschaften schwierig. Früher war es unter uns Berufshelfern geradezu eine Prestigefrage, möglichst viele einheimische "Freunde" zu haben. Es war aber doch oft so, wie Agadirbleu es beschreibt: Ich war immer dann interessant, wenn ich gebraucht wurde. Kein Besuch, der nicht mit einer Bitte verbunden war. Und ich selbst musste mir eingestehen, dass mein Interesse an diesen "Freunden" oft reine Küchen-Ethnologie war, nach dem Motto: "Ich bin ja hier so toll integriert und weiß so viel über die Menschen in xy. Meine einheimische Freundin soundso erzählt mir immer total spannende Sachen." Das heißt: Auch auf meiner Seite war da ganz schön viel Verlogenheit. Ich habe mich ab und zu gefragt: Würdest du deiner "Freundin" von deinen ganz privaten Problemen erzählen, so wie du es mit "Freundinnen" in Europa tust? Nein, das hätte ich nie getan, wäre mir auch sehr unpassend vorgekommen. Kein einziger dieser Kontakte hat übrigens des Ende meines Aufenthaltes überlebt.

Ich beschränke mich heute also auf nette berufliche Kontakte, rede mir und anderen aber nicht mehr ein, dass wir jetzt "Freunde" sind. Ich gebe dabei nicht mehr zu viel von mir persönlich preis. Freundschaften pflege ich zu anderen Europäern und Vertretern anderer Industrieländer. Diese Haltung fand ich früher ganz unmöglich und kolonial.

Urlaub in Entwicklungsländern kommt für mich gar nicht mehr in Frage, abgesehen von Kurzreisen, die mit beruflichen Einsätzen verbunden sind. Wie Nabila ganz richtig schreibt: Die Touristenghettos sind Scheinwelten und die Begegnungen mit Einheimischen großes Theater. Und wenn es dann noch als gefährlich gilt, das Ghetto zu verlassen, warum reise ich dann überhaupt z.B. nach Ägypten oder Tunesien? Was mir auch oft aufgefallen ist: Der Tourismus scheint an vielen Orten an der Lebenssituation der Menschen gar nichts zu ändern. Hier das All-Inclusive-Ghetto mit Pool und Disco und Animation, und nur hundert Meter weiter Armut, Verwahrlosung, Tristesse. Es gibt Gegenbeispiele, ich weiß. Z.B. dort, wo der für den Tourismus vorangetriebene Straßenbau auch dem einheimischen Handel zu Gute gekommen ist. Ansonsten glaube ich, dass der Dritte-Welt-Tourismus Entwicklung eher verhindert, weil das schnelle Geld, das man mit dem Abzocken naiver TouristInnen "verdient", oft sehr viel attraktiver erscheint als die Investition in berufliches Fortkommen. Auch die Regierungen dieser Länder investieren lieber in neue Flughäfen und neue Touristenghettos als in Bildung und Wirtschaftsförderung. Das ist alles sehr kurzfristig gedacht.

Da bleibe ich im Urlaub lieber in Europa. Da sieht man in mir kein wandelndes Bankkonto. Ich kann mich frei bewegen. Ich besuche Restaurants, die auch von einheimischen Familien besucht werden. Man kann ein paar freundliche Worte wechseln oder es sein lassen. Niemand "animiert" mich. Ich kann in einem Straßencafé sitzen und ein Buch lesen, ohne ständig angequatscht zu werden. Was will man mehr?
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Re: Verliebt in einen Pakistani in Dubai

Beitragvon Mignon » 26.07.2015, 18:09

Gelöscht, da versehentlich doppelt gepostet.
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Re: Verliebt in einen Pakistani in Dubai

Beitragvon Sinaluise » 26.07.2015, 18:30

Mignon hat geschrieben:Hallo Nabila und Agadirbleu,

euren Beiträgen ist eigentlich nichts hinzuzufügen. So ist es. Für mich habe ich daraus die Konsequenz gezogen, im Zusammenhang mit meiner Arbeit in Entwicklungsländern nicht mehr zu erwarten, dass ich echte Freundschaften schließe. Freundschaft setzt für mich ohnehin Augenhöhe voraus und eine Reihe echter Gemeinsamkeiten. Auch große Diskrepanzen im Hinblick auf Bildungshintergrund und Lebensstandard machen Freundschaften schwierig. Früher war es unter uns Berufshelfern geradezu eine Prestigefrage, möglichst viele einheimische "Freunde" zu haben. Es war aber doch oft so, wie Agadirbleu es beschreibt: Ich war immer dann interessant, wenn ich gebraucht wurde. Kein Besuch, der nicht mit einer Bitte verbunden war. Und ich selbst musste mir eingestehen, dass mein Interesse an diesen "Freunden" oft reine Küchen-Ethnologie war, nach dem Motto: "Ich bin ja hier so toll integriert und weiß so viel über die Menschen in xy. Meine einheimische Freundin soundso erzählt mir immer total spannende Sachen." Das heißt: Auch auf meiner Seite war da ganz schön viel Verlogenheit. Ich habe mich ab und zu gefragt: Würdest du deiner "Freundin" von deinen ganz privaten Problemen erzählen, so wie du es mit "Freundinnen" in Europa tust? Nein, das hätte ich nie getan, wäre mir auch sehr unpassend vorgekommen. Kein einziger dieser Kontakte hat übrigens des Ende meines Aufenthaltes überlebt.

Ich beschränke mich heute also auf nette berufliche Kontakte, rede mir und anderen aber nicht mehr ein, dass wir jetzt "Freunde" sind. Ich gebe dabei nicht mehr zu viel von mir persönlich preis. Freundschaften pflege ich zu anderen Europäern und Vertretern anderer Industrieländer. Diese Haltung fand ich früher ganz unmöglich und kolonial.

Urlaub in Entwicklungsländern kommt für mich gar nicht mehr in Frage, abgesehen von Kurzreisen, die mit beruflichen Einsätzen verbunden sind. Wie Nabila ganz richtig schreibt: Die Touristenghettos sind Scheinwelten und die Begegnungen mit Einheimischen großes Theater. Und wenn es dann noch als gefährlich gilt, das Ghetto zu verlassen, warum reise ich dann überhaupt z.B. nach Ägypten oder Tunesien? Was mir auch oft aufgefallen ist: Der Tourismus scheint an vielen Orten an der Lebenssituation der Menschen gar nichts zu ändern. Hier das All-Inclusive-Ghetto mit Pool und Disco und Animation, und nur hundert Meter weiter Armut, Verwahrlosung, Tristesse. Es gibt Gegenbeispiele, ich weiß. Z.B. dort, wo der für den Tourismus vorangetriebene Straßenbau auch dem einheimischen Handel zu Gute gekommen ist. Ansonsten glaube ich, dass der Dritte-Welt-Tourismus Entwicklung eher verhindert, weil das schnelle Geld, das man mit dem Abzocken naiver TouristInnen "verdient", oft sehr viel attraktiver erscheint als die Investition in berufliches Fortkommen. Auch die Regierungen dieser Länder investieren lieber in neue Flughäfen und neue Touristenghettos als in Bildung und Wirtschaftsförderung. Das ist alles sehr kurzfristig gedacht.

Da bleibe ich im Urlaub lieber in Europa. Da sieht man in mir kein wandelndes Bankkonto. Ich kann mich frei bewegen. Ich besuche Restaurants, die auch von einheimischen Familien besucht werden. Man kann ein paar freundliche Worte wechseln oder es sein lassen. Niemand "animiert" mich. Ich kann in einem Straßencafé sitzen und ein Buch lesen, ohne ständig angequatscht zu werden. Was will man mehr?


Liebe Mignon,

als Witwe eines Entwicklungshelfers kann ich das nur dreimal unterstreichen! So habe ich es auch erlebt!
Zufall ist die Maske des Schicksals, wenn es inkognito bleiben will
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Re: Verliebt in einen Pakistani in Dubai

Beitragvon nabila » 26.07.2015, 23:43

hallo,

okay ich mach fröhlich mit und unterschreib mal bei Mignon


Liebe Grüße ♥
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Re: Verliebt in einen Pakistani in Dubai

Beitragvon Amenta » 27.07.2015, 09:48

Guten Morgen,

vielen Dank an alle für eure produktiven Antworten und Eure Einsichten. Das hat mir sehr weiter geholfen und ich werde das nächste Mal mehr Acht geben. Klar, der Teufel AMIGA ist schon noch da aber ich möchte nicht als alte Melkkuh, wandelndes Bankkonto oder schlimmer enden.

Der Nächste wird ein Europäer....

Beste Grüße
Amenta
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Re: Verliebt in einen Pakistani in Dubai

Beitragvon sphynx81 » 14.08.2015, 07:00

Liebe Amenta,

Als ich deinen Post gelesen habe bin ich innerlich zusammen gezuckt. Du fragst dich sicherlich warum?

Letztes Jahr habe ich zum ersten mal wie du in Dubai Urlaub gemacht. Auch ich war bei einer wüstensafari und wurde von einem charmanten attraktiven Guide gefahren. Als wir wieder zurück kamen gab er mir seine Nummer für andere Ausflüge. So kamen wir in Kontakt und trafen uns noch ein paar mal. Er war wie dein Pakistanischer Freund zuvorkommend, liebevoll. So kam es, dass ich mich mehr und mehr auf ihn einließ und bald wieder in den Flieger stieg um wieder in Dubai vor Ort zu sein. Auch er sprach von Heirat und wollte mit mir zusammen in Dubai leben... jedesmal wenn ich ihn besuchte wurden meine Bauchschmerzen stärker.

Da waren so viele Anzeichen er hatte diversen what app Kontakt mit Frauen, ganz viele weibliche Nummern im Handy... Er verargumentierte es mit dem Job die Leute wollen bei ihm Touren buchen.

Kurz nachdem ich das letzte mal im April dort war, ist er im Juni nach hause gegangen nach Pakistan. Wir blieben immer in Kontakt.

Tja vor zwei Tagen sagte er mir er hätte seinen Job verloren, ob ich ihm nicht Geld leihen kann. Natürlich habe ich nein gesagt. Nach knapp einem Jahr hat sich das nun wohl doch bestätigt mein latentes Bauchgefühl.

Vielleicht ist es sogar der gleiche Mann vielleicht können wir eine private Nachricht schreiben?

Bin zur Zeit auch fix und fetrtig. Hatte wirklich gedacht er ist anders...
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Re: Verliebt in einen Pakistani in Dubai

Beitragvon Candy » 14.08.2015, 07:18

Hallo sphynx81,

im Namen des Teams von 1001Geschichte heisse ich dich herzlich Willkommen in unserem Forum.
Wir wünschen dir einen guten und informative Austausch.
Liebe Grüsse
Candy
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Re: Verliebt in einen Pakistani in Dubai

Beitragvon Candy » 14.08.2015, 07:25

Liebe sphynx81,

ich danke dir für deinen Mut, dich hier bei uns mit deinem traurigen Erlebnis einzubringen.
Es ist immer wieder das gleiche Spielchen, was diese Kerle treiben.
Sie wissen haargenau, wann sie ihre "Beute" gefühlsmässig so weit haben,
dass versuchen und sie glauben aus dem Vollen schöpfen zu können.

Wenn du magst, eröffne doch bitte einen Thread, dort werden sich ganz bestimmt einige User mit dir austauschen.
Leider wird es nichts an deinem Schmerz ändern, aber sich auszutauschen hilft zu verarbeiten
und du hilfst vielen anderen mit deinen Erfahrungen.
Liebe Grüsse
Candy
Moderatorin

Candy@1001Geschichte.de



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Re: Verliebt in einen Pakistani in Dubai

Beitragvon sphynx81 » 14.08.2015, 07:54

Vielen lieben Dank für die nette Begrüßung.

Ich finde das Forum gut und freue mich auf einen Austausch.
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Re: Verliebt in einen Pakistani in Dubai

Beitragvon Amenta » 02.08.2016, 12:39

Er trifft mich durch puren Zufall nach einem Jahr vor einem Hotel, er hat gerade Gäste abgeliefert. Ich komme mit meiner Freundin gerade vom Restaurant und wir gehen in Richtung Taxis. Er erkennt mich sofort (immerhin 10 - 12 Meter Distanz) und ruft meinen Namen (meinen wirklichen Namen, keinen Kosenamen, nicht Lovely!!!).

Er ruft aus dem Auto, springt dann aus dem Auto direkt auf uns zu, oh er hat sich fürchterliche Sorgen gemacht, was passiert ist, meine Nummer funktionierte ganz plötzlich nicht mehr... Oh er musste oft an mich denken... Aber jetzt bin ich ja da!

Er ist stolz auf mich dass ich jetzt hier arbeite und lebe. Ob es mir denn gefällt, ob der Job Spass macht, ob ich denn Geld zurücklegen kann falls ich mal krank werde, denn das ist hier sehr wichtig. Er sorgt sich um mein (sein) Wohl.

Ganz ehrlich, ich habe noch nie jemanden so freudig strahlen sehen. Wie ein Kleinkind mit leuchtenden Augen vor einem Berg Schokolade.

Er hat gespührt dass das Schicksal uns wieder zusammen bringt, hat gebetet seine Seelenverwandte wieder zu treffen und seine Gebete wurden erhört, denn "the God is big" (nicht great, big). Er wusste es ist nicht vorbei, kann nicht vorbei sein, denn er ist ein guter und ehrlicher Mann und ich eine gute und ehrliche Frau. Er hat auf mich gewartet, jeden Tage gewartet dass ich mich melde. Ausserdem ist er das Singleleben satt, er braucht wirklich endlich weibliche Fürsorge und Liebe (I need female care and love, really).

Ein Bekannter von ihm sieht mich öfters in einem bestimmten Nachtclub, darum weiss er ungefähr wo ich wohne (nicht gut!). Ob ich denn da alleine wohne oder mit Partner?!? Ich muss hier sehr aufpassen mit den Männern, denn die sind hier alle unehrlich und schlecht erzogen. Sie wollen nur das Eine von Frauen. Die Männer haben hier keinen Stolz (da muss ich ihm sogar Recht geben...).

Er will mich und meine Freundin zu einem Saft einladen, denn er freut sich so und ist so erleichtert. Heute ist ein sehr glücklicher Tag für ihn. Warum treffen wir uns am Wochenende nach seiner Safari nicht am Strand, er kann auch ein oder zwei Freunde mitbringen, ich kenne seine Freunde ja, alles gute Leute. Dann hat meine Freundin aus Deutschland auch gute Unterhaltung. Ich habe ihm doch versprochen, dass ich ihm schwimmen beibringe. Er erinnert sich ganz genau dass ich das versprochen habe. Ehrliche Menschen halten versprechen. Ausserdem braucht er noch meine neue Telefonnummer, damit wir die genaue Uhrzeit absprechen können. Die Freundin kann auch mal umsonst mit auf Safari, ist gar kein Problem. Wenn bei ihm im Auto kein Platz ist dann bei einem Freund, das regelt er gerne für meine Freundin.

Wie? Wir haben jetzt keine Zeit? Aber vielleicht später? Wenn wir zu müde sind kommt er auch gerne auf einen Kaffee zu mir, ich muss ihm nur die genaue Adresse geben (soviel zur weiblichen Fürsorge, mein Securitychef im Haus würde mehr als nur mit den Augen rollen).

Ich konnte nicht reagieren, da ich total überrumpelt war. War total baff. Ich konnte ihn nicht ignorieren und weggehen oder mich sofort bei der Security bemerkbar machen.
Meine Freundin (sie kennt meine Safari story) hat gut reagiert. Wir müssen unbedingt gehen denn sonst fängt der Kinofilm ohne uns an, wir sind eh schon zu spät dran und haben schon die Karten – Saft trinken gehen vielleicht ein ander Mal. Nein, er braucht uns nicht fahren. Sie zerrt mich in ein Taxi. Klar kommt sie mit auf Safari.. sie hat ihm dann zu seiner Beruhigung eine für 3 Monate gültige Touristennummer gegeben auf der er anrufen kann (und geblockt wird). Wäre ich ihm auf der Strasse alleine begegnet wüsste ich nicht wie ich reagiert hätte. Er hat den Moment unglaublich gut genutzt.

So viel in einer kurzen, zufälligen Begegnung. Er hat das durchaus professionell gemeistert:

1) Blitzschnell reagiert;
2) Mir zeigen er kennt meinen Namen noch;
3) Sorgen um mich (seine Melkkuh) gemacht;
4) Abchecken wollen was ich verdiene;
5) Noch verfügbar?;
6) Traurig... er ist ja einsam, bitte hilf mir:
7) Pass auf, die anderen sind alle schlecht;
8) Telefonnummer... wieder aufwärmen wollen;
9) Meine Freundin an seine Freunde abgeben wollen;
10) Meine Adresse... weibliche Fürsorge.

Aber wie sehr ich von dieser Pflaume beeindruckt war. Es ist erschreckend.

Bitte lasst die Finger von Safarifahrern!
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Re: Verliebt in einen Pakistani in Dubai

Beitragvon BEDOOOO » 03.08.2016, 07:49

Harvey hat geschrieben:Ich kann dieses:
"ich sehe sehr gut aus" oder "ich sehe viel jünger aus"
bald nicht mehr lesen. :roll:

Tut mir leid. :oops:

Aber das klingt immer so als wäre das ein Ausschlusskriterium, oder zumindest ein Argument dafür dass evtl. es kein Bezness sein kann - weil Frau ja soooo toll ist - dass es nur echte Liebe sein MUSS.

Gleichbedeutend wäre ja dass alle gebeznessten Frauen hässliche, uralte Schachteln, und dementsprechend alt aussehend wären!

Ich hab noch keine von den z.B. hier im Forum befindlichen Frauen gesehen - aber ich würde mein nächstes Gehalt drauf verwetten - dass die wenigsten alt und hässlich sind. :evil:

Vielleicht sollten sich die so gut aussehenden Damen mal Gedanken drüber machen, ob der Beznesser sich nicht sagen könnte dass er Glück hatte, er MUSS mit einer einigermaßen jungen und einigermaßen hübschen Frau ins Bett gehen und so tun als ob er sie liebt.

Am Ergebnis - außer dass es für ihn! vielleicht etwas leichter fällt - ändert das aber nichts.
Es bleibt derselbe Betrug und Missbrauch.
Keine noch so hübsche Frau wurde weniger finanziell ausgenommen, für eine AE missbraucht, und seelisch gedemütigt!

Ich musste das mal loswerden. :oops:

LG
Harvey




Bin genau der selben Meinung. Kenne einige wunderschöne Frauen die in der selben Situation sind. Schönheit schützt vor Bezness nicht.
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Re: Verliebt in einen Pakistani in Dubai

Beitragvon Desert Dancer » 03.08.2016, 11:21

Hallo Amenta !

Bin ich froh, lässt Du Dich nicht mehr beeindrucken und hast sein Verhalten sofort richtig eingeordnet!

Ich hoffe, der Kerl läuft Dir jetzt nicht ständig über den Weg...
Ehemaliges CIB-Vereinsmitglied

Good thoughts, good words, good deeds...
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Re: Verliebt in einen Pakistani in Dubai

Beitragvon Agadirbleu » 16.08.2016, 01:15

hallo Amenta,

schön von dir zu lesen! G.s.D. hattest du als Schutzengel deine Freundin dabei, sonst wäre es möglicherweise um dich geschehen.
Das haben die Orientalen gut drauf, spontan und glaubwürdig Freude auszustrahlen und authentisch zu wirken.

OT: wie ging deine marok. Geschichte aus?
konntest du etwas erreichen?

Alles Gute,
Agadirbleu
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