Bezness:ja oder nein? Nepal

Austausch über gemachte Bezness - Erfahrungen in diesem Kontinent

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Re: Bezness:ja oder nein? Nepal

Beitragvon Efendi II » 12.12.2012, 17:09

Africus hat geschrieben:Auch in diesem Fall kann der Freund der Tochter unter Vorlage eines Arbeitsvertrags mit einem entsprechenden Gehalt ein Aufenthaltserlaubnis erhalten, ohne dass es ein umständliches Visumsverfahren gibt.

Allein auf Grund eines Arbeitsvertrages bekommt niemand eine Aufenthaltserlaubnis, da müssen schon noch andere Kriterien und vor allen die Vorrangprüfung bewältigt werden.

Wenn das immer so locker flockig funktionieren würde, wie Du das hier darzustellen versuchst, dann wären viele Juristen arbeitslos und der Familiennachzug würde wesentlich einfacher und schneller verlaufen.

Ich glaube viele der hier schreibenden Frauen haben in dieser Hinsicht ganz andere Erfahrungen gemacht und wenn Du mir schon keinen Glauben schenkst, dann solltest du Dich mal mit jemand anderen unterhalten, der mit dieser Materie vertraut ist.
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Re: Bezness:ja oder nein? Nepal

Beitragvon Africus » 12.12.2012, 18:10

Ich muss hier niemanden im Forum überzeugen.
Gerade mit einem pakistanischen Kollegen gesprochen. Er kam im Januar nach Deutschland und hier in die Firma, kein A1-Test etc...Im Februar hatte er schon seine pakistanische Frau und seine Kinder hier hergeholt. Alles ohne Sprachzertifikate.
Bei Gehältern von >70.000 Brutto im Jahr kann man von Fachkräften ausgehen. Und dann kann die Ausländerbehörde von geringem Integrationsbedarf ausgehen und von A1-Tests absehen. Dass der Lebensunterhalt von solch einem Gehalt gesichert ist, brauche ich wohl nicht zu erwähnen.
Meine Firma hat allein in Deutschland ca. 10000 Mitarbeiter. Und wir haben allein in meinem Team Chinese, Russen, Inder, Koreaner, Nigerianer, etc. die dauerhaft hier leben und nicht mit einem deutschen Partner verheiratet sind.
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Re: Bezness:ja oder nein? Nepal

Beitragvon Violine » 12.12.2012, 18:46

Hallo Nilopa, unsere großen Befürchtungen sind, dass unsere Tochter an dem Amiga (aber meiner ist ganz anders)-Syndrom leidet. Ich habe ihr schon einige Artikel aus dem Internet über Menschenrechte/Frauenrechte in Nepal ausgedruckt und zugeschickt. Ihr Freund käme aus einer wohlhabenden modernen Familie und da wäre doch alles anders, außerdem kommt er aus Kathmandu, dort wäre es auch besser als auf den Dörfern. Ihr Freund erzählte uns, das es in Nepal schon Fortschritte gibt im Bereich Frauenrechte.
Dort leben möchte unsere Tochter aber nicht.
Da ich mich bisher nie intensiv mit diesem Land und dem Hinduismus beschäftigt habe, war ich doch sehr erschrocken was ich so gelesen habe. Ich habe gesehen, dass es viele Gemeinsamkeiten mit dem Islam gibt, z.B. Ausbeutung und Benachteiligung der Frauen (nicht die gleichen Rechte wie Männer), Zwangsverheiratungen, Kinderehen, Frauen sind Eigentum des Mannes, Bildungsverweigerung für Mädchen, Abtreibung weiblicher Föten, Polygamie, Unterdrückung von Minderheiten(Kastensystem) u.a.
Wir hoffen und wünschen so sehr dass sie nicht überstürzt und unüberlegt handelt.
L.G. Violine


[quote="Nilopa"]Da Deine Tochter ihn anscheinend heiraten möchte, sollte sie sich etwas genauer darüber informieren,
mit welchem Frauenbild ihr Liebhaber aufgewachsen ist.
bei Google findet frau dazu Einiges, wenn sie "Frauenrechte Nepal" eingibt:
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Re: Bezness:ja oder nein? Nepal

Beitragvon Efendi II » 12.12.2012, 19:01

Africus hat geschrieben:
Bei Gehältern von >70.000 Brutto im Jahr kann man von Fachkräften ausgehen. Und dann kann die Ausländerbehörde von geringem Integrationsbedarf ausgehen und von A1-Tests absehen.

...und das trifft selbstverständlich auch auf die überwältigende Mehrheit, der nach Deutschland strömenden Ausländer, ebenfalls zu.
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Re: Bezness:ja oder nein? Nepal

Beitragvon Nilopa » 12.12.2012, 21:39

Bei Gehältern von >70.000 Brutto im Jahr kann man von Fachkräften ausgehen.

....und was haben diese Fachkräfte mit dem nepalesischen Studenten zu tun, um den es hier in diesem thread geht? :roll:
Möchte ihm Deine Firma über dieses forum einen Arbeitsplatz anbieten??? :o

...oder wie oder was gibt es sonst noch aus der "Africus-heile-Männerwelt-Szene" zu berichten? :mrgreen:
»Your rights matter because you never know when you're going to need them.« – Edward Snowden-
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Re: Bezness:ja oder nein? Nepal

Beitragvon Djenna » 12.12.2012, 21:44

Nevver schrieb:
Nepal ist kein touristisch so stark frequentiertes Land, wie etwa Ägypten, Tunesien, Türkei etc.

Das grade um die Ecke von Nepal liegende Ursprungsland meines Ex Bangla. ( ich schreibe das extra nicht mehr aus, weil ich festgestellt habe, dass man dann bei google gefunden wird) noch viel weniger.
Von daher denke ich, dass zumindest das Geschäft Bezness dort zwar vorhanden ist, aber noch lange nicht durch die Strandakademie so populär gemacht und weiterverbreitet wurde und fast schon "Alltag" ist.


Ich kann dazu sagen, dass diese "Brüder" Bezness vom Feinsten hier betreiben. Dazu brauchen die keine Strandakademie. Das schaffen die ohne Urlaubsatmosphäre, Sonne, Meer und der entsprechenden Urlaubststimmung der angepeilten Damen, das kriegen die Bangl. hier auch in einer "deutschen" Dönerbude hin. Sie sind genauso gut in Bezness ausgebildet, wie wie Ägypter, Tunesier, Marrokaner...etc.

Außer meinem Ex haben es mind. 9 Freunde von ihm praktiziert ( die ich kenne) , AE durch Heirat, Kinder, sogar von Adoption habe ich gehört, etc.

Es ist also durchaus nicht abwegig, dass er lautere Absichten hegt.

Selbst wenn, was ich sehr bezweifel, kriselt es meistens über kurz oder lang wegen der Kulturunterschiede, auch wenn er kein Moslem ist.

Gruß Djenna
Djenna
 

Re: Bezness:ja oder nein? Nepal

Beitragvon Never » 12.12.2012, 22:17

Djenna hat geschrieben:Selbst wenn, was ich sehr bezweifel, kriselt es meistens über kurz oder lang wegen der Kulturunterschiede, auch wenn er kein Moslem ist.

Ich schrieb ja dazu, dass auch ohne Bezness unendlich viele Probleme auf die Beiden zukommen. :wink:
Danke Djenna für deinen Erfahrungsbericht. Mein Anliegen war erstmal die besorgte Mutter zu beruhigen. :(
In diesem Fall habe ich aus einem unerfindlichen Grund das Gefühl, dass sich die Beziehung von allein erledigt.
Never
 

Re: Bezness:ja oder nein? Nepal

Beitragvon 84naina » 12.12.2012, 22:31

Violine hat geschrieben:Da ich mich bisher nie intensiv mit diesem Land und dem Hinduismus beschäftigt habe, war ich doch sehr erschrocken was ich so gelesen habe. Ich habe gesehen, dass es viele Gemeinsamkeiten mit dem Islam gibt, z.B. Ausbeutung und Benachteiligung der Frauen (nicht die gleichen Rechte wie Männer), Zwangsverheiratungen, Kinderehen, Frauen sind Eigentum des Mannes, Bildungsverweigerung für Mädchen, Abtreibung weiblicher Föten, Polygamie, Unterdrückung von Minderheiten(Kastensystem) u.a.


Hallo liebe Violine,

ich kann deine Sorge um deine Tochter sehr gut nachvollziehen. Ich selbst habe einige gute Freunde aus Indien, überwiegend Hindus, aber auch einige muslimische Freunde. Ich kenne sie seit Jahren, seit ich das ersten Mal nach Indien gereist bin. Nepal ist nicht Indien, das ist mir klar. Aber ich habe einige Zeit bei den Familien meiner Freunde gewohnt und habe in dieser Zeit viel über beide Religionen lernen dürfen. Einige deiner oben genannten Dinge treffen sicherlich zu, jedoch betrifft das meist Familien vom Land, nicht jemanden aus Kathmandu. Zwangsverheiratungen gibt es im Hinduismus nur sehr selten, bei arrangierten Ehen haben die Frauen das gleiche Recht wie die Männer, der Ehe zuzustimmen oder abzulehnen. Die Mädchen, die ich kennengelernt hab, studieren und haben auch nach der Hochzeit - soweit vorher vereinbart - das Recht, weiterhin berufstätig zu sein. Jedes Stück Freiheit muss frau sich jedoch hart erkämpfen. Von einer Mehrehe im Hinduismus habe ich noch nie gehört. In meinen Augen ist der Hinduismus nicht unbedingt mit dem Islam zu vergleichen. Unter einem Dach zu leben mit einer hinduistischen Familie war eine völlig andere Erfahrung, als gemeinsam zu leben mit einer muslimischen Familie. Trotzdem kann ich deine Bedenken nachvollziehen, denn in meinem Fall musste ich in Indien um jede freie Entscheidung, jeden selbstständigen Schritt vor die Haustür kämpfen. Ich stelle mir so ein Leben unheimlich anstrengend vor. Versuche, deiner Tochter deutlich zu machen, dass sich ihr Leben als Ehefrau an der Seite eines Nepalesen, egal ob in Nepal oder in Deutschland, drastisch ändern wird. Die Freiheiten, die sie bisher kannte, wird sie - wenn sie nicht bereit ist, darum zu kämpfen - bis ins Letzte verlieren. Ob es das wert ist für einen einzigen Mann? Ich habe damals das Buch "Kulturschock Indien" gelesen, das gibt es auch über Nepal und das sollte deine Tochter in jedem Fall lesen.

Liebe Grüße :)
84naina
 

Re: Bezness:ja oder nein? Nepal

Beitragvon Violine » 13.12.2012, 11:08

In meinen Augen ist der Hinduismus nicht unbedingt mit dem Islam zu vergleichen. Unter einem Dach zu leben mit einer hinduistischen Familie war eine völlig andere Erfahrung, als gemeinsam zu leben mit einer muslimischen Familie. Trotzdem kann ich deine Bedenken nachvollziehen, denn in meinem Fall musste ich in Indien um jede freie Entscheidung, jeden selbstständigen Schritt vor die Haustür kämpfen. Ich stelle mir so ein Leben unheimlich anstrengend vor. Versuche, deiner Tochter deutlich zu machen, dass sich ihr Leben als Ehefrau an der Seite eines Nepalesen, egal ob in Nepal oder in Deutschland, drastisch ändern wird. Die Freiheiten, die sie bisher kannte, wird sie - wenn sie nicht bereit ist, darum zu kämpfen - bis ins Letzte verlieren. Ob es das wert ist für einen einzigen Mann? Ich habe damals das Buch "Kulturschock Indien" gelesen, das gibt es auch über Nepal und das sollte deine Tochter in jedem Fall lesen.

Liebe Grüße :)[quote="84naina"

Liebe 84naina,
das Handeln und Denken unserer Tochter ist uns völlig unverständlich. Herzlichen Dank für den Buchtipp. Das Buch Kulturschock Nepal gibt es nicht mehr zu kaufen. Ich habe aber gerade das Buch Kulturschock Indien bestellt und werde es der Tochter ebenfalls zu Weihnachten geben. Indien und Nepal sind ja beides hinduistische Länder die nah beieinander liegen.
Ich könnte es mir bei unserer Tochter nie vorstellen, dass sie sich dieser Kultur/diesem Mann unterordnet bzw. bereit ist sich ihre Freiheiten zu erkämpfen. Der Freund sagte uns, dass er ein Familienmensch ist. Daher ist auch anzunehmen dass er des öfteren auch seine Familie in Nepal besuchen möchte. Wer weiß es, ob er später dort nicht auch wieder leben will?
Danke für die Mitteilung deiner Erfahrungen. Liebe Grüße von Violine
Violine
 
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Re: Bezness:ja oder nein? Nepal

Beitragvon Africus » 13.12.2012, 18:30

Nilopa hat geschrieben:....und was haben diese Fachkräfte mit dem nepalesischen Studenten zu tun, um den es hier in diesem thread geht? :roll:
Möchte ihm Deine Firma über dieses forum einen Arbeitsplatz anbieten??? :o

Wenn er gut ist, kann er sich gerne bewerben.

Nilopa hat geschrieben:...oder wie oder was gibt es sonst noch aus der "Africus-heile-Männerwelt-Szene" zu berichten? :mrgreen:


Es wird und wurde hier im Forum immer behauptet, dass Männer nur über eine Frau und/oder ein Kind eine AE mit Arbeitserlaubnis für Deutschland erhalten.
Das ist falsch und das habe ich hier richtig gestellt.
Wir haben übrigens auch ChinesINNEN, AfrikanerINNEN, und InderINNEN in der Firma.
Africus
 

Re: Bezness:ja oder nein? Nepal

Beitragvon Africus » 13.12.2012, 18:36

Violine hat geschrieben:Ausbeutung und Benachteiligung der Frauen (nicht die gleichen Rechte wie Männer), Zwangsverheiratungen, Kinderehen, Frauen sind Eigentum des Mannes, Bildungsverweigerung für Mädchen, Abtreibung weiblicher Föten, Polygamie, Unterdrückung von Minderheiten(Kastensystem) u.a.
Wir hoffen und wünschen so sehr dass sie nicht überstürzt und unüberlegt handelt.


Das hat nichts mit der Religion zu tun. Das sind Phänomene rückständiger Kulturen.
Ich habe den "ach so toleranten" Buddhismus in Asien in einem kleinen Dorf als Frauen-verachtend, tierquälerisch und intolerant erlebt. Das hängt nicht mit der Reinen Lehre Buddhas zusammen, sondern damit, dass diese Menschen in einer rückständigen Kultur aufwachsen.

Versteif dich bitte nicht darauf, was irgendwelche Internetquellen über das Land aussagen. Versuche den Freund deiner Tochter als Individuum anzusehen, rede mit deiner Tochter darüber, was sie an ihm mag, usw.
Verurteile bitte ihn nicht aufgrund seiner Herkunft.
Africus
 

Re: Bezness:ja oder nein? Nepal

Beitragvon 84naina » 13.12.2012, 19:48

Africus hat geschrieben:Das hat nichts mit der Religion zu tun. Das sind Phänomene rückständiger Kulturen.


Es gibt ein wunderbares Zitat von dem Inder Jiddu Krishnamurti. Er sagte: "When you call yourself an Indian or a Muslim or a Christian or a European, or anything else, you are being violent. Do you see why it is violent? Because you are separating yourself from the rest of mankind. When you separate yourself by belief, by nationality, by tradition, it breeds violence. So a man who is seeking to understand violence does not belong to any country, to any religion, to any political party or partial system; he is concerned with the total understanding of mankind.”

Eine solche Beziehung kann, ganz unabhängig von der Religion und verschiedenen Kulturen, funktionieren, davon bin ich überzeugt. Nur sollte man dabei bedenken, dass wir hier, als junge Frauen, alle Möglichkeiten haben, uns für welches Leben auch immer zu entscheiden, ohne für dieses Recht kämpfen zu müssen. Das sieht in Indien bzw. Nepal anders aus, und egal ob der zukünftige Ehemann Moslem, Hindu oder Buddhist ist, diese Freiheit hat man mit ihm an seiner Seite nicht. Ich würde sehr gerne in Indien leben, es ist ein ganz wunderbares Land, das so viel Kultur und Freude bietet. Nur würde ich es nie an der Seite eines Mannes, dem ich mich dort - zwangsläufig, weil erwartet - unterordnen müsste.

Violine hat geschrieben:Der Freund sagte uns, dass er ein Familienmensch ist. Daher ist auch anzunehmen dass er des öfteren auch seine Familie in Nepal besuchen möchte. Wer weiß es, ob er später dort nicht auch wieder leben will?


Familienmenschen sind alle Inder, dort ist immer einer für den anderen da. So ein Zusammenhalt ist in Europa wenig zu finden. Dass du deiner Tochter das Buch bestellt hast, finde ich super. Ich hab es damals verschlungen und oftmals kopfschüttelnd dagesessen, weil ich manche Denkweisen einfach unmöglich nachvollziehen konnte. Hoffentlich wird es ihr auch so gehen. Obwohl ich dieses Buch vor meinem ersten Besuch in Indien gelesen habe und dachte, ich wäre nun auf dieses Land bestens vorbereitet, bin ich immer wieder in unmögliche Situationen geraten. Ein Beispiel: Ich habe mir abends Henna machen lassen, dazu kam ein Junge aus der Nachbarschaft ins Haus meines Freundes. Mein Freund ging noch kurz einkaufen, so dass ich mit dem Jungen allein war. Nachdem er fertig war, hab ich ihn gefragt, ob er noch mit mir auf den Balkon gehen möchte, eine Zigarette rauchen, so lang, bis mein Freund wiederkommt. Wir saßen also zusammen draußen und rauchten, als mein Freund schreiend rausgerannt kam. Er packte den Jungen, warf ihn aus dem Haus und schrie dann weiter mich an, wie ich es wagen könnte, mich draußen vor den Nachbarn mit einem solchen Menschen im Gespräch blicken lassen zu können. Ich war außer mir vor Wut und bin heulend aus dem Haus gerannt, weil mich dieses Verhalten so sehr verletzt hat. Ich mache keinen Unterschied zwischen arm und reich, Kaste und Kaste. Für ihn und seine Familie aber war es ein absolutes No-Go. In solche Situationen bin ich immer wieder geraten, ganz einfach, weil mein Denken und Handeln ein ganz anderes ist als in Ländern wie Indien (oder Nepal). Deine Tochter wird auch ihn mit großer Sicherheit immer wieder in solchen Situationen erleben, davon bin ich überzeugt. Vielleicht (Hoffentlich) wird sie früher oder später erkennen, dass solch eine Ehe riesige Probleme mit sich bringen wird.

LG Naina
84naina
 

Re: Bezness:ja oder nein? Nepal

Beitragvon morena » 13.12.2012, 20:55

84naina hat geschrieben:[q

Familienmenschen sind alle Inder, dort ist immer einer für den anderen da. So ein Zusammenhalt ist in Europa wenig zu finden.

LG Naina



Hallo,

dieses Wort Familienmensch wird dauernd genannt und hat in Indien und auch in muslimischen Länder eine völlig andere Bedeutung, als hier.
Man kann das nicht 1 zu 1 gleich stellen. Ein Zusammenhalt in der Familie ist in Europa und Deutschland wunderbar und wenn er da ist echt, und
von Grund auf, ohne Bedingungen. Und wenn, voller Vertrauen und Warmherzigkeit und echt.
Das kann man in Indien überhaupt nicht vergleichen, da so viele kulturelle, traditionelle und religiöse Wertvorstellungen diesen Familienzusammenhalt bestimmen, egal, ob Hindu Familie, muslimische Familie oder sonst etwas.Auch hier bestimmt Kontrolle das Familienleben.
Und der vielzitierte warmherzige Familienzusammenhalt in arabischen/orientalischen, muslimischen Ländern ist ein Märchen aus 1001.Nacht, da
immer mit Bedingungen, absoluter Kontrolle und Erwartungshaltung verknüpft.Wird das nicht befolgt bekommt man zu spüren, was Familien-Zusamenhalt bedeutet. So etwas ist nur in den romantischen Köpfen und Ideen vieler westlicher Frauen und vielleicht auch Männer vorhanden. Die Realität ist etwas anderes.

Ein echter Zusammenhalt ensteht bei einem Leben auf Augenhöhe un d Freiheit der Gedanken aller Familienmitglieder, bei Entscheidungsfreiheit
und Vertrauen in die Familienmitglieder. Nicht aus Angst, etwas falsch zu machen und Respekt aus Angst, die Familienehre zu verletzen.

Gruß,Morena
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Re: Bezness:ja oder nein? Nepal

Beitragvon 84naina » 13.12.2012, 21:12

morena hat geschrieben:Dieses Wort Familienmensch wird dauernd genannt und hat in Indien und auch in muslimischen Länder eine völlig andere Bedeutung, als hier.
Man kann das nicht 1 zu 1 gleich stellen. Ein Zusammenhalt in der Familie ist in Europa und Deutschland wunderbar und wenn er da ist echt, und
von Grund auf, ohne Bedingungen. Und wenn, voller Vertrauen und Warmherzigkeit und echt.


Ich stimme dir da größtenteils zu Morena. Wenn der Zusammenhalt da ist, dann ist er echt. Aber viele Dinge, die ich hier in Deutschland sehe, machen mich sehr traurig. Wenn ich beispielsweise alte Menschen sehe, die abgeschoben in irgendwelchen Heimen völlig vereinsamen, dann bricht es mir das Herz. Oftmals geschieht das aus purem Egoismus, so zumindest meine Meinung. Viele in meiner Umgebung (mich eingeschlossen) rechtfertigen diesen Egoismus eben mit der eigenen Entscheidungsfreiheit, was so oft auf Kosten der Familie geht. Wie auch immer, zu sehr OT :)
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Re: Bezness:ja oder nein? Nepal

Beitragvon Efendi II » 13.12.2012, 21:25

morena hat geschrieben:So etwas ist nur in den romantischen Köpfen und Ideen vieler westlicher Frauen und vielleicht auch Männer vorhanden. Die Realität ist etwas anderes.

Nach meinen Beobachtungen wird dieser Familienzusammenhalt nur nach außen demonstriert. In Wirklichkeit findet auch innerhalb der Familie ein "Hauen und Stechen" statt und einer gönnt dem anderen nicht das Schwarze unter den Fingernägeln.

Nach meinen jahrzehntelangen Erfahrungen in diesen Kulturkreis sind Freundschaften lediglich temporäre Zweckbündnisse und die dort übliche inflationäre Verwendung des Begriffes "Freund" hat längst nicht die gleiche Bedeutung wie in unseren Breiten.

Diese oft beschworene "warmherzige Familienatmosphäre", findet lediglich in den Köpfen westlicher Romantiker statt, dort gelten strenge Hierachien, denen man sich ohne wenn und aber unterwerfen muß. Während ich genau weiß, daß ich mich auf meine deutsche Familie immer und in jeder Situation verlassen kann, ist es bei der Familie meiner Frau immer eine Kosten/Nutzen-Rechnung.
Zuletzt geändert von Efendi II am 13.12.2012, 21:32, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Bezness:ja oder nein? Nepal

Beitragvon morena » 13.12.2012, 21:43

84naina hat geschrieben:
morena hat geschrieben:Dieses Wort Familienmensch wird dauernd genannt und hat in Indien und auch in muslimischen Länder eine völlig andere Bedeutung, als hier.
Man kann das nicht 1 zu 1 gleich stellen. Ein Zusammenhalt in der Familie ist in Europa und Deutschland wunderbar und wenn er da ist echt, und
von Grund auf, ohne Bedingungen. Und wenn, voller Vertrauen und Warmherzigkeit und echt.


Ich stimme dir da größtenteils zu Morena. Wenn der Zusammenhalt da ist, dann ist er echt. Aber viele Dinge, die ich hier in Deutschland sehe, machen mich sehr traurig. Wenn ich beispielsweise alte Menschen sehe, die abgeschoben in irgendwelchen Heimen völlig vereinsamen, dann bricht es mir das Herz. Oftmals geschieht das aus purem Egoismus, so zumindest meine Meinung. Viele in meiner Umgebung (mich eingeschlossen) rechtfertigen diesen Egoismus eben mit der eigenen Entscheidungsfreiheit, was so oft auf Kosten der Familie geht. Wie auch immer, zu sehr OT :)



Viel mehr Menschen werden in den Familien unter größten Schwierigkeiten umsorgt un d gepflegt,ob behinderte Kinder oder ältere Familienmitglieder.
Man darf nicht vergessen, dass heute die Wohnsituation nicht immer ein Zusammenleben von Jung und Alt erlaubt und Frauen berufstätig sind. In diesen Fällen
gibt es zum Glück die Seniorenstifte, in denen Menschen sehr liebevoll umsorgt werden un d Kinderhäüser, in den Kinder in der Woche betreut werden.
In den Fällen, in denen es keine Verwandten und Familien gibt, kommt natürlich auch niemand, aber auch da gibt es ehrenamtliche Menschen, die sich
liebevoll kümmern. Ich habe erlebt, dass etliche ältere Menschen in Stiften schon lange vorher mit ihren Verwandten gebrochen haben, aus welchen Gründen auch immer un d dann tatsächlich allein sind. Aber einfach so abgeschoben ist nicht die Norm.Man kann nicht einfach
pauschalisieren.Es ist gut, dass wir Senioren-Stifte haben, da bei immer mehr Single Frauen und Männern im Alter eine gute Lösung.Und die einzige.

Gruß,Morena
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Re: Bezness:ja oder nein? Nepal

Beitragvon morena » 13.12.2012, 21:48

Efendi II hat geschrieben:
morena hat geschrieben:So etwas ist nur in den romantischen Köpfen und Ideen vieler westlicher Frauen und vielleicht auch Männer vorhanden. Die Realität ist etwas anderes.

Nach meinen Beobachtungen wird dieser Familienzusammenhalt nur nach außen demonstriert. In Wirklichkeit findet auch innerhalb der Familie ein "Hauen und Stechen" statt und einer gönnt dem anderen nicht das Schwarze unter den Fingernägeln.

Nach meinen jahrzehntelangen Erfahrungen in diesen Kulturkreis sind Freundschaften lediglich temporäre Zweckbündnisse und die dort übliche inflationäre Verwendung des Begriffes "Freund" hat längst nicht die gleiche Bedeutung wie in unseren Breiten.

Diese oft beschworene "warmherzige Familienatmosphäre", findet lediglich in den Köpfen westlicher Romantiker statt, dort gelten strenge Hierachien, denen man sich ohne wenn und aber unterwerfen muß. Während ich genau weiß, daß ich mich auf meine deutsche Familie immer und in jeder Situation verlassen kann, ist es bei der Familie meiner Frau immer eine Kosten/Nutzen-Rechnung.




genau so ist es. Leider wird diese Fehlinformation der "Romantik" auch fleißig von Menschen aus dem z.B. islamischen Kulturkreis verbreitet und als
Gewicht der besonderen wunderbaren Lebensweise verkündet, im Gegensatz zur ungläubigen Kuffar-Gesellschaft. Da müssten manche Frauen und Männer hier einfach einmal nachdenken und nicht pauschal auf diese Einbahnstrasse reinfallen.

Gruß,Morena
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Re: Bezness:ja oder nein? Nepal

Beitragvon Efendi II » 13.12.2012, 23:33

Meine Frau kümmert sich mit einiger Regelmäßigkeit um alte Menschen in einem Heim und ein weiteres mit behinderten Kindern in Sri Lanka. Nach Aussage der Heimleiterin werden z.B. die Kinder einfach des nachts vor dem Heim von ihren Angehörigen abgelegt oder für einige Tage dorthin verbracht und dann nie wieder abgeholt.

So weit her ist es mit der treusorgenden Familie in diesen Ländern auch nicht. Durch das nicht vorhandene Meldesystem läßt sich der Aufenthaltsort der Familien kaum oder garnicht ermitteln. Im Wesentlichen existieren diese Heime von Spenden aus westlichen Ländern oder karitativen Organisationen. Auch Arbeitskräfte sind im Inland nach Aussage der Heimleiterin kaum oder nur schwer zu finden. So arbeiten dort überwiegend Jugendliche und Studenten aus Japan, Korea, Australien und Europa in ihren Ferien oder im Rahmen eines sozialen Jahres. Für Einheimische sind solche Jobs trotz (vorgeblich) hoher Arbeitslosigkeit weitgehend unzumutbar und bedauerlicherweise mit ihrer Kaste nicht vereinbar.

Kein Absolvent mit einem höheren Bildungsabschluß wäre dort bereit eine solche "niedere Arbeit" zu verrichten. Da sitzt man dann doch lieber in der Sonne (oder besser gesagt im Schatten) und schaut sich das Meer und die Wellen an oder versucht sich als Bezzi bei den Touristen. Verhungern tut keiner, dafür wird gesorgt.
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Re: Bezness:ja oder nein? Nepal

Beitragvon Violine » 14.12.2012, 10:15

morena hat geschrieben:
Efendi II hat geschrieben:
morena hat geschrieben:Diese oft beschworene "warmherzige Familienatmosphäre", findet lediglich in den Köpfen westlicher Romantiker statt, dort gelten strenge Hierachien, denen man sich ohne wenn und aber unterwerfen muß. Während ich genau weiß, daß ich mich auf meine deutsche Familie immer und in jeder Situation verlassen kann, ist es bei der Familie meiner Frau immer eine Kosten/Nutzen-Rechnung.



Hallo Efendi ll, hallo morena,
deswegen mache ich mir auch große Sorgen. Der Vater des Freundes bestimmt wohl alles. Er hat bestimmt was sein Sohn zu studieren hat (er ist jetzt 29 Jahre), obwohl er eigentlich sehr gerne etwas anderes studiert hätte.
Die Mutter des Freundes ist absolut gegen diese Verbindung.
Vielleicht wird er auch später mal eine Ehefrau für ihn aussuchen die sich besser als unsere Tochter den Sitten und Gebräuchen dieser Kultur unterwirft bzw. besser anpasst. Es ist ja nicht unüblich in Nepal, dass die Ehen arrangiert werden, es ist ja auch in dieser Kultur ein Zweckbündnis.
Oder ist es vielleicht in Kathmandu anders bzw. schon fortschrittlicher?
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Re: Bezness:ja oder nein? Nepal

Beitragvon morena » 14.12.2012, 12:32

Hallo, Violine

es kommt ja nicht darauf an, ob man in Kathmandu fortschrittlicher denkt, sondern wie die Familie eingestellt ist und wie ihre Vorstellungen
von einer Schwiegertochter ist. Wenn der Sohn schon beim Studium nicht selbst entscheiden konnte, wird er bei so wichtigen Dingen wie Ehe
auch dem Gebot der Familie folgen.


Gruß,Morena
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