Beziehungsschwindel

Austausch über gemachte Betrugserfahrungen in Deutschland

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Beziehungsschwindel

Beitragvon Viktoria » 28.03.2011, 16:10

Hallo,

im Dezember letzten Jahres beendete ich eine einjährige Beziehung. Nachdem ich zunächst überhaupt nicht verstand, was eigentlich passiert war, surfte ich erst mal viel im Internet, um zu verstehen, was da eigentlich abging. Ich mußte mir am Ende leider eingestehen, daß ich mich wohl nach Strich und Faden habe abzocken lassen.

Er war eigentlich ein ganz normal wirkender, sehr netter Mensch aus Nordbayern. Aufgrund der Bankenkrise war angeblich seine Firma in die Insolvenz gegangen. Sein Leben war daher zum Zeitpunkt des Kennenlernens eine Ausnahmesituation.
Rückblickend muß ich erkennen, daß sein gesamtes Leben immer eine solche Situation ist. Der Beziehungsschwindel lief nach den gleichen Mechanismen ab, wie es im Bezness bekannt ist. Sich ins Vertrauen schleichen, ein perfekter Partner sein, zügig das Leben teilen, gemeinsame Zukunftspläne machen, für deren Finanzierung natürlich "erst mal" ich investieren mußte.
Gezielt sucht er sich Frauen, die empathisch sind, gerne teilen, hohe ethische Vorstellungen haben, gebildet sind und finanziell gut dastehen. Nach einer kurzen Phase der Idealisierung folgten die ABwertungen, die Isolierung vom sozialen Umfeld bei gleichzeitiger Penetrierung mit Gerüchten, Manipulationen, Schlechtrederei, verbaler GEwalt etc. Als ich allmählich das System erahnte und den Geldhahn etwas zudrehte, provozierte er so viel STreit, daß ich ihm den Auszug nahelegte. Die Reaktion waren erneute Beschimpfungen, Abwertungen, Schuldzuweisungen, schließlich der vollständige Abbruch. An die Rückzahlung der Raten wurde sich natürlich nicht gehalten, alles wird abgestritten, - gemeinsame Vorstellungen und Ideale nicht mehr vorhanden.
Inzwischen hatte ich Konakt zu 2 Exfreundinnen, es läuft immer nach dem gleichen Schema ab - am Ende geht die Frau enttäuscht und verwirrt mit finanziellem Minus aus der GEschichte heraus. ER hat danach bald eine "Neue", die ihm nun wiederum sein Leben finanziert. Alles natürlich eingebettet in die schönen Geschichten vom Abenteuerer, Weltenbummler, Expeditionsreisenden etc. Manches davon stimmt im Ansatz, aber ALLES ist von Dritten finanziert. Nach 4 jahren Selbständigkeit 300 000 Euro Schulden - entstanden durch das Nichtbezahlen von Rechnungen, deren dazugehörige Waren jedoch verkauft wurden. Im ehemaligen GEschäftsbereicht gibts endlos Leute, die über den Tisch gezogen und betrogen wurden - aber meist so, daß rechtlich nichts nachweisbar war. Die gleichen Techniken setzt er nun im Beziehungsbereich ein.

Wichtig zu wissen ist einfach, daß es in Deutschland immer mehr Männer gibt, die sich von Frauen auf diese Weise finanzieren lassen wollen - selber nicht viel auf die Reihe bekommen und mehr zu sein vorgeben als sie sind. Erkennt frau das - gehen sie rapide auf Abstand und diskreditieren alles. Der Strick sind die eigenen positiven und moralisch eher hochwertigen Vorstellungen, die diese Männer gezielt auf sich projizieren lassen.
Bezness ist daher nicht nur bei grenzübergreifenden Beziehungen zu befürchten, läuft auch zwischen ganz normalen Mitbürgern. ES handelt sich dabei meines ERachtens auch nicht mehr um ein Kavaliersdelikt, sondern um knallharten Betrug, für den es in Deutschland lediglich keine Gesetze gibt. Ich selber könnte per mails etc. diesen sogar nachweisen, was mir aber nichts nützt, da es keine Paragraphen dafür gibt.

Vorsicht also auch vor 1001 Geschichte in Deutschland vom Expeditionsleiter, Abenteurer, Cowboy, Horseman, Auswanderern (die gar keine sind, weils gar kein Visum gibt), vor Lebenskünstlern und sonstigen vermeintlich Andersdenkenden, die gerade in einer Notsituation sind. Prüfe, prüfe, prüfe....

Mich jedenfalls hat der Exkurs 7500 Euro gekostet, die ich nun einklagen darf. Geld werde ich wohl nicht bekommen, aber im Falle einer Titulierung ist er wenigstens seine Restschuldbefreiung los und kann wenigstens in einigen Jahren nicht mit neuerlichen Geschäftsplänen die Banken wieder abzocken.

Wer hier sagt, "selber schuld", der hat es einfach noch nicht erlebt. Es funktioniert, weil es sich keiner vorstellen kann und weil diese Männer glaubhaft lügen können. Für die Betroffenen folgt eine lange Phase des Verstehens und Verarbeitung des Traumas, weil hier Vertrauen vollständig mißbraucht wird.

Viktoria
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Re: Beziehungsschwindel

Beitragvon morena » 28.03.2011, 16:55

Hallo, Victoria

ich denke,dass auch bei diesen deutschen Schwindlern,das Spiel so perfide und ausgeklüngelt ist,dass man nicht darauf kommen kann,
dass man nur belogen oder abgezockt wird.
Allerdings muss ich für meine Person sagen,dass ich einem Mann nach so kurzer Zeit des Kennenlernens niemals Geld geben würde.
Das kann zwar auch in einer Ehe passieren, aber da würde ich darauf achten,dass schon lange ein Gleichgewicht vorhanden war,so dass man
sagen kann wir sind füreinander da und helfen uns gegenseitig.
Ansonsten hoffe ich für Dich,dass Du diese Geschichte überwindest und wenigstens einen Titel für das verlorene Geld erhälst.
Alles Gute,Morena
morena
 
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Re: Beziehungsschwindel

Beitragvon Viktoria » 28.03.2011, 17:06

Hallo Morena,

zu der Zeit, wo ich Geld für gemeinsame Projekte vorlegte, hatten wir bereits 9 Monate Jahr zusammen gelebt. Leider habe ich auf das Gleichgewicht zu wenig geachtet, sondern an die "Ausnahmesituation" (Bankenkrise) und einen Neuanfang geglaubt.
Naja - wie auch immer - es ist jedenfalls häufig viel mehr Berechnung im Spiel, als man sich vorzustellen vermag.
Viktoria
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Re: Beziehungsschwindel

Beitragvon Anaba » 28.03.2011, 17:12

Hallo Viktoria,

herzlich willkommen im Namen des Teams 1001 Geschichte.
Wir wünschen dir einen guten Austausch.
Liebe Grüße
Anaba

Administratorin
anaba@1001Geschichte.de

Nichts ist schwerer und erfordert mehr Charakter, als sich offen im Gegensatz zu seiner Zeit
zu befinden und laut zu sagen: Nein
Kurt Tucholski
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Re: Beziehungsschwindel

Beitragvon Ines » 28.03.2011, 18:27

Liebe Viktoria!
Ich finde es toll, dass Du Deine eigene Geschichte hier geschrieben hast. Es ist total auch wichtig, sich ein gesundes Mißtrauen auch gegenüber einheimischen Männern zu bewahren.

Liebe Morena!
Es kann auch wirklich in einer Ehe vorkommen, solch ein Betrug. Der Freundin meiner Mutter ist das passiert. Eine langjährige Ehe, der Mann war selbständig und alles lief gut, auch nach der Wende, sie hatten auch eine Tochter schon im Jugendalter. Der Mann setzte sein Geschäft in den Sand (betrügerischer Konkurs) und die Ehefrau mußte mit allem haften und der Mann hatte sich abgesetzt. Niemand wußte, wo er war. Sie mußte ein tolles Grundstück verkaufen und ihre Tochter und sie konnten sich nichts mehr leisten. Die Frau war um Jahre gealtert.
Und das ist kein Einzelfall. Also, mit dem Rat, nimm Dir einen Mann aus dem eigenen Lande, was ja hier öfter geraten wird, da sollte man auch mit vorsichtig sein. Ich persönlich würde nicht mal ein gemeinsames Konto mit einem Mann haben wollen.

LG Ines
Edel sei der Mensch, hilfreich und gut...
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Re: Beziehungsschwindel

Beitragvon morena » 28.03.2011, 18:38

Hallo, Viktoria

ich verstehe Dich sicherlich. Allerdings sind für mich 9 Monate des Zusammenlebens keine lange Zeit.
Gemeinsame Projekte angehen heißt für mich,dass ich 100 % nachprüfen kann, ob ein Gleichgewicht besteht oder nicht,auch auf finanzieller Basis
oder gerade da.



Aber das ist jetzt auch nicht mehr wichtig für Dich. Wichtig ist es,dass Frauen aufgeklärt werden,wie vorsichtig man auch hier sein muss.
Und wo es um Geld geht, hört oft die Liebe oft auch die Freundschaft auf und da gehört gewarnt.
Da wohl immer die Hilfsbereitschaft und das Helfersyndrom einiger Frauen angesprochen wird, ziehen diese Männer gnadenlos ihre Masche durch,
ohne Mitleid und Verantwortungsgefühl .Wahrscheinlich sind manche Menschen auch anfälliger als Andere ,so hilfsbereit ihre Brieftasche zu öffnen,
um im grossen Stil den Mann zu finanzieren und diese Männer scheinen wohl genau zu wissen,bei wem sie insistieren müssen.
Und wenn es nicht klappt ,kommt eben die nächste Frau dran,wie bei den Beznessern aus den bekannten Gebieten.
Viele Grüsse, Morena
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Re: Beziehungsschwindel

Beitragvon morena » 28.03.2011, 18:48

Hallo, Ines

daher sollte man sich auch in einer langen Ehe genau überlegen,was man finanziell macht.Ich habe niemals für etwas gebürgt,
denn solche Sachen,wie Du sie beschreibst,habe ich auch bei einer Freundin erlebt.
Wichtig ist es wirklich,dass man sich die Konsequenzen überlegt,wenn man so etwas macht.
Viele Grüsse, Morena
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Re: Beziehungsschwindel

Beitragvon rosalina » 28.03.2011, 21:21

Viktoria hat geschrieben:Hallo,


Er war eigentlich ein ganz normal wirkender, sehr netter Mensch aus Nordbayern. Aufgrund der Bankenkrise war angeblich seine Firma in die Insolvenz gegangen. Sein Leben war daher zum Zeitpunkt des Kennenlernens eine Ausnahmesituation.
Rückblickend muß ich erkennen, daß sein gesamtes Leben immer eine solche Situation ist. Der Beziehungsschwindel lief nach den gleichen Mechanismen ab, wie es im Bezness bekannt ist. Sich ins Vertrauen schleichen, ein perfekter Partner sein, zügig das Leben teilen, gemeinsame Zukunftspläne machen, für deren Finanzierung natürlich "erst mal" ich investieren mußte.
Gezielt sucht er sich Frauen, die empathisch sind, gerne teilen, hohe ethische Vorstellungen haben, gebildet sind und finanziell gut dastehen. Nach einer kurzen Phase der Idealisierung folgten die ABwertungen, die Isolierung vom sozialen Umfeld bei gleichzeitiger Penetrierung mit Gerüchten, Manipulationen, Schlechtrederei, verbaler GEwalt etc. Als ich allmählich das System erahnte und den Geldhahn etwas zudrehte, provozierte er so viel STreit, daß ich ihm den Auszug nahelegte. Die Reaktion waren erneute Beschimpfungen, Abwertungen, Schuldzuweisungen, schließlich der vollständige Abbruch. An die Rückzahlung der Raten wurde sich natürlich nicht gehalten, alles wird abgestritten, - gemeinsame Vorstellungen und Ideale nicht mehr vorhanden.
Inzwischen hatte ich Konakt zu 2 Exfreundinnen, es läuft immer nach dem gleichen Schema ab - am Ende geht die Frau enttäuscht und verwirrt mit finanziellem Minus aus der GEschichte heraus.



wer einmal sowas erlebt hat, der kann nur schwer überhaupt wieder vertrauen. solche menschen machen mich so wütend
Die Seele einer unschuldigen Frau ist heilig, ebenso wie ein Kind.
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Re: Beziehungsschwindel

Beitragvon rosalina » 28.03.2011, 21:23

Viktoria hat geschrieben:
Wer hier sagt, "selber schuld", der hat es einfach noch nicht erlebt. Es funktioniert, weil es sich keiner vorstellen kann und weil diese Männer glaubhaft lügen können. Für die Betroffenen folgt eine lange Phase des Verstehens und Verarbeitung des Traumas, weil hier Vertrauen vollständig mißbraucht wird.

Viktoria



es gibt wohl keinen satz der mehr fehl am platz ist wie selber schuld....das traurige ist, das verstehen ist eigentlich unmöglich, die verarbeitung lang und schwerzvoll, das trauma, ja das bleibt...
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Re: Beziehungsschwindel

Beitragvon Viktoria » 28.03.2011, 22:57

Hallo,

ja - der Satz ist total fehl am Platze, aber leider ist das genau der Satz, den Frau abbekommt, wenn sie versucht anderen das Geschehene zu erklären.
Mir ist klar, daß ich manche Dinge hätte besser absichern können, aber hier wurde mit Mechanismen gearbeitet, denen ich nicht gewachsen war. Wir sind ja so erzogen, daß wir anderen Menschen keine Boshaftigkeit unterstellen. Und sein gezieltes Spiel mit Nähe und Abstand (und der Abstand war weit - Australien) hat den Rest gegeben.
Das schwer zu verarbeitende ist dieser tiefe Vertrauensmißbrauch. Schließlich habe ich mit ihm Träume, Ideale, Werte geteilt - hochphilosophische Gespräche geführt - alles Dinge, die mir sehr wichtig sind. Es entzog und entzieht sich meiner Vorstellungskraft, daß diese so wertvollen Dinge im Leben zum Erlangen materieller Güter mißbraucht werden, nur, um dem anderen eine Nähe vorzugaukeln, sich ins Vertrauen zu schleichen. Es ist für mich inzwischen nichts anderes als eine Form von Prostitution - so hart wie das klingen mag, sind die Unterschiede nur gering.
Ich gehöre zu den Menschen, die sich solche Dinge in aller Härte klar machen und genau analysieren. Ich konnte 2 Monate nix essen, lief wie ferngesteuert rum. Ich weiß, daß er sehr viele routinierte Geschäftsleute in gleicher Weise mißbraucht hat und selbst die ihm nicht gewachsen waren. ES gibt heute noch Leute (Gläubiger, Geschädigte), die, wenn meine Verhandlung stattfindet, aus anderen Erdteilen anreisen werden, nur um vor Ort zu sein und als ebenfalls Geschädigte zu erscheinen.
Wie gesagt, manche Dinge hätte ich besser absichern können, aber umgekehrt will ich Menschen vertrauen können und konnte da in meinem Leben bisher auch immer, ohne betrogen zu werden. Vielleicht gehörte nun diese Erfahrung dazu, man muß im Leben auch mal ertragen können, daß man gedemütigt wird. Jedenfalls werde ich deshalb nicht meine Grundeinstellung gegenüber dem Leben und den Menschen verändern. ES gibt Menschen - und das sind nicht wenige - die auch in Belastungessituationen vertrauensvoll bleiben. Das ist eine wundervolle Erfahrung. Und das Wissen darüber wiegt für mich mehr als diese sehr schlechte und traumatisierende Erfahrung.

Was ich anderen Frauen damit auf den Weg geben will, ist, daß es sehr wichtig ist, damit sich nicht zu vergraben, sondern die Dinge als das zu benennen, was es ist. Die wertvollen Menschen KÖNNEN die Verletzung und Enttäuschung, die darin liegt, nachvollziehen - die, die es nicht können, dürfen verloren gehen. Aber wichtig ist, darüber zu reden, zu reden und zu reden. Dann ist die Mauer, die einen danach von der Umwelt abtrennt, irgendwann wieder weg und man kann halbwegs normal weiterleben. Man ist nicht minderwertig, wenn man mißbraucht wurde. Die eigene Aufgabe liegt danach darin, die eigene Bedürftigkeit zu erkennen, die einen dazu gebracht hat, so zu handeln. Aber letztendlich sind wir alle irgendwo bedürftig - also - einfach dazu stehen.
Das ist eigentlich mein Anliegen - Menschen mit solchen Erfahrungen zum Austausch ermuntern - so, wie das hier auch stattfindet.
Einen schönen Abend wünscht eine halbwegs genesene Viktoria ;-))
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Re: Beziehungsschwindel

Beitragvon rosalina » 29.03.2011, 11:41

Viktoria hat geschrieben:Das schwer zu verarbeitende ist dieser tiefe Vertrauensmißbrauch. Schließlich habe ich mit ihm Träume, Ideale, Werte geteilt - hochphilosophische Gespräche geführt - alles Dinge, die mir sehr wichtig sind. Es entzog und entzieht sich meiner Vorstellungskraft, daß diese so wertvollen Dinge im Leben zum Erlangen materieller Güter mißbraucht werden, nur, um dem anderen eine Nähe vorzugaukeln, sich ins Vertrauen zu schleichen. Es ist für mich inzwischen nichts anderes als eine Form von Prostitution - so hart wie das klingen mag, sind die Unterschiede nur gering.


ich bin nicht sicher ob ich die Aussage richtig verstanden habe, Prostitution der Frau oder des Mannes?

obwohl man im weitesten sinne wohl auch sagen kann, dass die frau sich emotional prostituiert, denn sie ist auf der suche nach liebe und nimmt unbewusst wirklich viele unheimliche Dinge in kauf oder erduldet sie.

Das der Mann sich hier prostituiert kann man schon eher sagen, er tut alles um ans Geld ranzukommen. Aber welchen mann stört es wenn man ihm sagt er hat sich prostituiert? Gerade diese Klasse von Mann fühlt sich dadurch noch mehr bestätigt und noch grösser wenn man ihnen vorheult, dass sie einen betrogen und ausgenutzt haben.
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Re: Beziehungsschwindel

Beitragvon Viktoria » 29.03.2011, 14:38

Hallo Rosalina,

ich meine, daß der Mann sich prostituiert - das alte Spiel: Geld für Liebe.
Das unfaire daran ist, daß die Frau sich beim Leben der Beziehung darüber ja nicht im Klaren ist und es unglaublich verletztend ist, wenn man dann dahinter kommt. Da ist die richtige Prostitution ehrlicher - jeder weiß, wie er dran ist.
Aber es stimmt - diese Sorte Männer freut sich sogar noch daran, jemanden verarscht zu haben und als finanzieller GEwinner aus der Situation hervorgegangen zu sein, - nach dem Motto: Ich war schlauer.

Ich glaube nicht, daß ich als Frau das hätte zu Beginn erkennen könne. Nach 5 MOnaten gab es eine Zäsion, weil er noch einmal für ein paar Wochen nach Australien ging. Als er zurückkam, wollte ich eigentlich,d aß er in eine eigene Wohnung geht - das habe ich dann leider nicht konsequent umgesetzt und damit war ich im Netz. Mir waren zu dem Zeitpunkt aber bereits einige Dinge klar. Nur was antwortet frau auf dann auf die Frage: "Willst Du mich nicht bei Euch haben?". Ja - blödes Spiel - ich hätte konkreter antworten müssen,konsequent nein sagen müssen, aber hing halt emotional drin.
Soviel erduldet habe ich zu Beginn nicht. In die verbale GEwalttätigkeit kippte es auch erst in den Folgemonaten und gegen viele Dinge hab ich mich gut zur Wehr gesetzt, ansonsten hätte ich viel länger drin gehangen - am Ende habe ich auch ihn hinausbefördert.
Gemein ist die Täuschung - aber gemessen an vielen anderen Geschichten bin ich glimpflich davon gekommen.
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Re: Beziehungsschwindel

Beitragvon ulla167 » 29.03.2011, 14:54

Liebe Viktoria,

alles was Du schreibst, ist mir so vertraut.

Bitte tu mir, nein besser Dir den Gefallen und google den Begriff Soziopath, dann wirst Du eine umfangreiche Erklärung finden. Mir hat es geholfen, meine Erfahrungen als mein gelebtes Leben anzunehmen und loslassen zu können. Ändern kannst Du eh nichts und begreifen, begreifen mit Deinem Gutmenschenverstand wirst Du das Dir so fremde Verhalten dieser Verbrecher niemals. Darüber zu grübeln, sein Verhalten zu hinterfragen ist total verschwendete Energie. Nutze sie für Dich.

Und die im Nachhinein(vielleicht) gutgemeinten Hinweise: Du hättest besser......... Unsinn!!!! Du warst gut, bist gut, wirst gut sein und konntest nicht anders.

Ich wünsche Dir von Herzen Kraft und dass Du sie nur für Dich einsetzt, alles andere ist Perlen vor die Sau gekippt.

Herzlichst Ulla
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Re: Beziehungsschwindel

Beitragvon Viktoria » 29.03.2011, 22:31

Liebe Ulla,

als ich gerade Deine Zeilen las, habe ich eine halbe Stunde lang weinen müssen. Ich bin immer schockiert, wieviele Frauen solche Erfahrungen machen mußten und zum anderen, wie gut solche Frauen wissen, worüber man redet.
Die Trennung war Ende November.

Nachdem ich gar nichts verstand, habe ich mir überlegt, was das Markanteste in der letzten Zeit war- das war Abwertung. Ich gab dann bei google mal Beziehung und Abwertung ein und landete sofort bei den Schlagworten Narzismus, Borderliner, Psychopath und auf Umwegen dann im Forum re-empowerment. Ich habe immer Abstand davon genommen, das Nicht-Funktionieren einer Beziehung auf die "kranke Psyche" meines Parnters zu schieben.

Anschließend habe ich ungefähr 6 Wochen mit dem Studium sämtlicher zugänglicher Quellen zu diesem Thema zugebracht. Ich bin Wissenschaftlerin - Neurobiologin - und in solchen Punkten dann eben gründlich....leider mußte ich dann doch akzeptieren, daß manchmal Störungen eben wirklich stören.

Jedenfalls bin ich nun über das Thema Cluster B der Persönlichkeitsstörungen mehr als aufgeklärt.
Anschließend habe ich mich noch mit 2 seiner Exfreundinnen, sowie diversen ehemaligen Geschäftspartnern getroffen (ein Großteil sind inzwischen Gläubiger). Die Berichte und Erfahrungen schockierten mich immer mehr - diese Menschen funktionieren wie in perpetuo mobile.

Ich bin eine Nummer X in einer langen Reihe mißbrauchter Menschen - geschlechtsunabhängig und noch nicht mal gebunden an eine emotionale oder sexuelle Verbindung. Der Fall ist so eindeutig, daß ich rational sehr schnell Abstand nehmen konnte. Noch erschreckender ist die Tatsache, daß es in der Familie sogar wissentlich Häufungen dieses Verhaltens gibt. Er selber hat mir das sogar so erzählt - jedenfalls, daß es mehrere Männer in der Familie gibt, die sich überall verstreiten - einen davon habe ich sogar kennengelernt.

Auch nimmt er sich selber anders als den Rest der Menschheit wahr. Es ist so verdammt eindeutig und dennoch bekommt es mein Kopf oft nicht hin, daß wirklich als Realität anzunehmen. Als Frau sieht man ja oft mehr das Potential, das in einem Mann steckt und weniger das, was er wirklich ist und lebt.

Und es wird noch schlimmer - man erinnere sich an die Erzählung "Biedermann und die Brandstifter"... es gibt einen alten Werbesprospekt seiner ehemaligen Firma und da fand ich dann den Spruch unter einem an einer Seilwinde durch Schlamm gezogenen Geländewagen: "Wir ziehen Sie durch den Dreck" - und der Spitzname war auch noch "Tiger".

Zufall? Nein - er weiß es selber - er war in Therapie und ist einer von den Fällen, wo die Therapie eingesetzt wird, um sich noch besser auf die Manipulation der Umwelt einstellen zu können - und immer parallel zur Vorgabe hochmoralischer Einstellungen... ich bekomme immer noch einen Würgereiz, wenn ich das gelebte Verhalten gegenüberstelle dem verbal dargestellten.

Ich denke, meine Geschichte gehört nur am Rande zum Bezness. Umgekehrt ist es wohl so, daß die Fälle von Beziehungsschwindel, die in Deutschland so wie bei mir ablaufen, häufig an Charaktäre wie dem meines Ex gekoppelt sind. Von daher hat es aus meiner Sicht durchaus einen Sinn, das hier auch zu erwähnen.

Danke jedenfalls Ulla für Deine Worte. Es hat mir gut getan.
Einen schönen Abend,
Viktoria
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Re: Beziehungsschwindel

Beitragvon Viktoria » 29.03.2011, 22:40

Einen Aspekt hatte ich noch vergessen, was vielleicht manches noch mehr in den Zusammenhang mit Bezness stellt: Mein Ex-Partner war lange und viel in Nordafrika unterwegs - und er ist jemand, der sehr viele Impulse aus der Umwelt aufnimmt. Ich halte auch diesen Zusammenhang inzwischen nicht mehr für Zufall.
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Re: Beziehungsschwindel

Beitragvon rosalina » 30.03.2011, 09:34

liebe viktoria, ich kann alles was du beschreibst 1:1 nachempfinden, habe mich gerade vor zwei wochen von eben so einem menschen getrennt.
Auch ich wurde von seiner Ex-Frau gewarnt, habe diese aber in den Wind geschlagen, weil ich ihre Warnungen völlig falsch interprätierte, nämlich das sie uns kein Glück gönnt und uns trennen will.
Heute weiß ich, diese Frau hatte Recht.

Das schlimme an einem Soziopathen ist, dass sie ja komplett in ihrer eigenen Welt leben und von einem das perfekte Verhalten und Rücksicht etc etc einfordern, sich selbst aber an all diese Dinge überhaupt nicht halten.
Noch dazu kann man noch so oft versuchen ihnen Dinge nahezulegen und zu besprechen, es prallt alles komplett ab, das hat mich persönlich fast in den Wahnsinn getrieben, ohne zu übertreiben. Noch dazu kam eben dieses finanzielle Ausnehmen, krankhafte Eifersucht, das Isolieren, die völlige Kontrolle, Unberechenbarkeit , Ungerechtigkeit, Ignoranz, Respektlosigkeit, Unehrlichkeit, Willkür, Gewalt etc etc etc
Ich war am Ende nur noch dabei von morgens bis abends Erklärungen und Rechtfertigungen für jeden Scheiss abzugeben, immer und immer wieder.

Er ist sich bis heute keiner Schuld bewusst und ist der Meinung einwandfrei und tadellos gehandelt zu haben.

Und es ist traurig, dass solche Menschen geschafft haben uns in eine Ecke zu drängen.

Wenn ich ihm vorgehalten habe er würde mich nur ausnehmen und ausnutzen, dann kam sein allseits beliebter Satz: tu nicht so als ob du Millionärin wärst, du bist nicht reich, ich könnte viel reichere Frauen haben.

Aber irgendwie schaffen diese Menschen es immer und immer wieder sich schnellstens neue Partnerinnen "zu besorgen" und immer und immer wieder kommen sie damit durch.
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Re: Beziehungsschwindel

Beitragvon rosalina » 30.03.2011, 09:58

ps: das forum das du empiehlst, war mir bisher unbekannt. ich denke aber, dass ich mich dort einmal umsehen werde. es könnte denke ich sehr hilfreich für mich sein.
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Re: Beziehungsschwindel

Beitragvon Prinzenrolle » 30.03.2011, 12:21

rosalina hat geschrieben:ps: das forum das du empiehlst, war mir bisher unbekannt. ich denke aber, dass ich mich dort einmal umsehen werde. es könnte denke ich sehr hilfreich für mich sein.


Hallo Rosalina,

welches Forum ist das ?

LG Prinzenrolle
Prinzenrolle
 

Re: Beziehungsschwindel

Beitragvon morena » 30.03.2011, 12:33

Hallo, Prinzenrolle,

ich erlaube mir anstelle von Rosalina zu antworten.


Das Forum re-empowerment.
Viele Grüsse, Morena
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Re: Beziehungsschwindel

Beitragvon Prinzenrolle » 30.03.2011, 12:46

Vielen Dank liebe Morena,

das kannte ich nicht.

Es scheint ein sehr informatives,interessantes und hilfreiches Forum zu sein :D

LG Prinzenrolle
Prinzenrolle
 

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