Beziehungsschwindel

Austausch über gemachte Betrugserfahrungen in Deutschland

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Re: Beziehungsschwindel

Beitragvon solodonna » 07.05.2011, 07:14

Liebe Victoria,

ich las hier immer nur im Hintergrund grimmig mit.

Lass Dir zuallererst sagen, ich finde Dein Verantwortungsbewußtsein sehr gut, dass Du Dir die Mühe gemacht hast eine Warnung auszusprechen, Chapeau.

Könntest Du das Oberbayern ein wenig spezifizieren? Landkreis oder noch besser gleich den Ort nennen? Vielleicht wäre es mir dann möglich den mir bekannten Buschfunk warnend und aufklärend in Gang zu setzen. Und dem Herrn damit , salopp gesagt, in die Suppe zu spucken.

Liebe Grüsse

Solodonna
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Re: Beziehungsschwindel

Beitragvon Viktoria » 07.05.2011, 07:26

Liebe Solodonna,

ich muß ein wenig vorsichtig sein aufgrund diverser Vorerfahrungen im Bereich Gewalt. Allerdings ist die Polizei vorinformiert.

Zur Zeit LK Rosenheim, Bad Feilnbach und Rottach-Egern (derzeitiger Wohnort), sowie die nördlichen Bereiche von Tirol. Meldeort ist generell ungleich Wohnort.

Viktoria
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Re: Beziehungsschwindel

Beitragvon solodonna » 07.05.2011, 07:32

Liebe Victoria,

Rottach - Egern , seeeeeeehr schön, ist ein wirklich hübscher Platz :mrgreen: :mrgreen: :mrgreen:

Passt sehr gut :D

Liebe Grüsse

Solodonna
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Re: Beziehungsschwindel

Beitragvon Elisa » 07.05.2011, 07:58

Hallo Viktoria, die Geschichten müssen sich gleichen, Sektenmitglieder würden Dir in etwa auch die gleiche Geschichte erzählen.

Weil es die Methode ist, Menschen klein zu machen, sie zu zermürben und abhängig zu machen.

Zuerst alles super toll, das große Heil versprechen, dann die Regeln, meist Dinge, die völlig normal sind, und die Regeln dann möglichst schnell übertreten werden, dann die Bestrafung und Schlechtes Gewissen, dann kommt wieder Verzeihen und immer so weiter.
Die meisten Sekten und Religion handeln da mit der Sexualität und dem Essen. Da das ganz normale Dinge sind, besteht ja die Chance, dass der Mensch diese Verbote übertritt, sehr gut.

Das ganze spielt sich so an der Grenze des Anormalen ab, so dass das Opfer eine Ahnung dieses Absurden hat, wodurch lange verhindert wird, dass das Opfer mit anderen spricht, noch schlimmer, es entfernt sich immer mehr von seinem Umfeld, es vereinsamt. Der Täter spielt immer wieder von Zeit zu Zeit die Rolle des Wunderbaren, da keimt dann die Hoffnung auf und gleichzeitig empfindet das Opfer es als Beweis, dass er ja doch nicht so ist, wobei jedoch die VErunsicherung der eigenen Wahrnehmung gegenüber immer mehr steigt.

Viktoria, nur im Gegensatz zu Dir, glaube ich, dass die Täter bewusst so handeln, sich ganz bewusst dieser Methoden bedienen.
Ja es gibt auch notorische Lügner, aber die bauen nicht so geschickt das alles auf, ihnen geht es hauptsächlich um ihre Geschichte, und nicht darum, andere auszunehmen.

LG Elisa
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Re: Beziehungsschwindel

Beitragvon Viktoria » 07.05.2011, 08:08

Danke Elisa für die absolut treffende Erklärung.
Die größte Hürde jedes Opfers ist, die Scham nach der Erkenntnis zu überwinden. Nur im Überwinden der Scham ist ein Kontakt zum verlorenen Umfeld wieder möglich. Es muß darüber geredet werden, in aller Offenheit.

In dem Fall geht es um beides. Es geht darum, ein Bild von sich aufzubauen - es geht um ein rein plakatives Bild, das für die Umwelt mit dem Ziel der Bewunderung gezeichnet wird. Da die Ressourcen (materiell und ideell) zum Aufbau etwas wirklich Bewundernswerten fehlen, werden die Ressourcen anderer Menschen gezielt mißbraucht. Inzwischen gehe auch ich von einem gezielten Mißbrauch aus. Das notorische Lügen gehört auch dazu. Es wurde bereits Ressourcen im Wert von knapp 300 000 Euro in Form von in eine Insolvenz gelaufenen Schulden verbraucht.

Es entwickelt sich aufgrund der Isolation und der Andeutung des Entzuges (ständig geäußerte GEdanken der Auswanderung) zügig eine emotionale Abhängigkeit, die vom Opfer selber als Liebe empfunden wird.

Es wird gezielt und wirkungsvoll das Mittel der Projektion eingesetzt - womit das Opfer die Fehler noch stärker bei sich sucht. Sprich - das Fehlverhalten des "Täters" äußert dieser gezielt dem Opfer gegenüber als Vorwurf, womit das Opfer, das dieses Verhalten noch gar nicht erkannt hat, vollkommen in Verwirrung gerät.

DANKE!

Viktoria
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Re: Beziehungsschwindel

Beitragvon clarag » 07.05.2011, 08:52

Viktoria (ein sehr schöner Nick, jawohl, Du trägst den Sieg davon),
Du hast es sehr treffend beschrieben, die Scham überwinden.

Und sich den ewigen Selbst-Schuld-Rednern stellen, die (ob bewußt oder unbewußt) den Fokus vom Täter nehmen und nur noch das Opfer ins Rampenlicht stellen, welches sich schuldig fühlt, Opfer geworden zu sein.

Und für alle stillen Mitleser, sogleich mit diesem Vorwurf hier ins Forum platzen: Natürlich fragt sich jedes Opfer irgendwann einmal, wie konnte es soweit kommen, wo liegt mein Anteil. Doch diese Suche entlastet den Täter in keiner Weise .
clarag
 

Re: Beziehungsschwindel

Beitragvon Viktoria » 07.05.2011, 23:16

Hallo Clarag,

letztendlich ist die Frage, wie es soweit kommen konnte, ganz leicht zu beantworten: Diese Menschen sind, was die Perversion und Perfidität ihres Vorgehens betreffen, einfach unvorstellbar. DAs kann sich nur jemand vorstellen, der von ähnlichen Mechanismen bei Menschen mal erfahren hat.

Ich bin kein Opfertyp, hatte mein Leben immer im Griff, war Geschäftsfrau, Führungskraft in der Industrie. Ich habe in meinem ganzen Leben immer die Erfahrung machen dürfen, daß Lügen LANGFRISTIG kurze Beine haben und diese Erfahrung werde ich auch hier machen.

Man darf solchem Mißbrauch keinen Raum geben. Und die einzige Möglichkeit dazu besteht darin, die Dinge auszusprechen, sie in aller Deutlichkeit zu thematisieren.
Auch wenn sich viele Menschen heute durch Mißtrauen gegen viele Dinge wappnen, ist doch bei dem Großteil der Menschen der Wille zu Aufrichtigkeit vorhanden und genau der lässt mißbrauchende Menschen ins Leere tappen, wenn Opfer bereit sind, über ihr Erleben zu sprechen.

Von daher denke ich in diesem Kontext immer nur: Lass die Leute reden.... sie haben es selber nicht nicht erfahren - sie wissen gar nicht, worüber sie dann reden.

Einen schönen Abend,
Viktoria
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Re: Beziehungsschwindel

Beitragvon clarag » 08.05.2011, 07:21

Viktoria, das hast Du sehr gut ausgedrückt.

Ja , darüber reden nimmt dem Schrecken seine Bedeutung.
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Re: Beziehungsschwindel

Beitragvon Ute H. » 08.05.2011, 11:31

liebe Viktoria, ich stimme dir voll und ganz zu.

Ute
Gemeinsam sind wir stark!

Ute H.
Ansprechpartnerin bei CiB e.V.

Damit das Mögliche entsteht, muss immer wieder das Unmögliche versucht werden (H. Hesse)
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Re: Beziehungsschwindel

Beitragvon ulla167 » 13.05.2011, 14:02

Liebe Viktoria,

alles aber auch alles, was Du schreibst, bis ins kleinste Detail unterschreibe ich, vor allem: wer es nicht selber er-durchlebt (austauschbar mit er-durchlitten) hat, kann und sollte keine Stellung nehmen, hat wirklich keine Ahnung, schreibt, denkt und redet am Tatsächlichen vorbei. Die Tathergänge sind sich allesamt ähnlich, übersteigen jedoch jedmögliche Vorstellungskraft. Davon Erzählen, darüber reden halte ich für sehr, sehr wichtig.

Ob es zur Aufklärung führt, ob es wirklich die ein oder andere Frau vor Schlimmem bewahren kann? Fraglich, behaupte ich. Dieses Verbrechen ist so schwer greifbar (begreifbar), darum auch durch das Gesetz schwer zu ahnden. Der Hauptschuldanteil wird immer auf das Opfer übertragen, so einfach ist das!!!!

"Mein Betrüger" hat am 04. Aug. 2011 seine 5jährige Strafe in der JVA Landsberg/Lech abgesessen und wird sofort, das ist meine feste Überzeugung, dort weitermachen wo er aufgehört hat. Übt er doch seit 1998 beruflich nichts weiter aus, als nur betrügen. Noch realistischer, er hat längst seinen Weg aus der JVA in die Freiheit geebnet und ein oder mehrere Opfer an der Angel. Übrigens meine Warnung ist sein Bild auf unserer schwarzen Liste. Also Frauen aufgepasst, ab Anfang Aug. ist wieder einer der gefährlichsten Wölfe im Schafspelz auf Tour.

Noch Fragen? Gebe gerne im Bereich meiner Möglichkeiten Antwort.

Herzliche Grüße Ulla
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Re: Beziehungsschwindel

Beitragvon steckchen » 14.05.2011, 00:11

Viktoria hat geschrieben:Ich habe immer Abstand davon genommen, das Nicht-Funktionieren einer Beziehung auf die "kranke Psyche" meines Parnters zu schieben.

Anschließend habe ich ungefähr 6 Wochen mit dem Studium sämtlicher zugänglicher Quellen zu diesem Thema zugebracht. Ich bin Wissenschaftlerin - Neurobiologin - und in solchen Punkten dann eben gründlich....leider mußte ich dann doch akzeptieren, daß manchmal Störungen eben wirklich stören.

Jedenfalls bin ich nun über das Thema Cluster B der Persönlichkeitsstörungen mehr als aufgeklärt.
Anschließend habe ich mich noch mit 2 seiner Exfreundinnen, sowie diversen ehemaligen Geschäftspartnern getroffen (ein Großteil sind inzwischen Gläubiger). Die Berichte und Erfahrungen schockierten mich immer mehr - diese Menschen funktionieren wie in perpetuo mobile.

Ich bin eine Nummer X in einer langen Reihe mißbrauchter Menschen - geschlechtsunabhängig und noch nicht mal gebunden an eine emotionale oder sexuelle Verbindung. Der Fall ist so eindeutig, daß ich rational sehr schnell Abstand nehmen konnte. Noch erschreckender ist die Tatsache, daß es in der Familie sogar wissentlich Häufungen dieses Verhaltens gibt. Er selber hat mir das sogar so erzählt - jedenfalls, daß es mehrere Männer in der Familie gibt, die sich überall verstreiten - einen davon habe ich sogar kennengelernt.

Hallo Viktoria,

als ich das las, mußte ich an eine ehemalige Freundin denken, die genauso gestrickt ist, wie Dein Ex. Sie hat sich auch immer Männer gesucht, die irgendwelche Schwachpunkte hatten, und dann hat sie diesen Männern angeboten, ihnen bei der Bewältigung dieser Schwachpunkte zu helfen und diese auszugleichen. Dafür ließ sie sich von diesen Männern aushalten. Mir erzählte sie immer, daß sie normale Männer langweilig fände und immer welche mit Macken suchte, aber nicht zu vielen Macken, denn funktionieren sollten sie ja noch ... um sie zu finanzieren, wie ich später herausfand. Und mit ihren Freundinnen spielte sie immer solche Spielchen, daß sie erst furchtbar unterhaltsam und verständnisvoll tat und nach einer Weile, wo die Freundin emotional von ihr abhängig wurde, da begann sie, sie in der Öffentlichkeit zu beleidigen bzw. in ihren wunden Punkten herumzubohren, was ich mir gegenüber als "Temperamentsausbrüche" abtat. Sie trieb dieses Spiel mit ihren Freundinnen solange, bis diese Frauen zusammenbrachen oder sich vorher von ihr abwandten ... wie ich.

Ich hatte nämlich herausgefunden, daß es meiner Freundin Spaß machte, zu intrigieren, ihren Freundinnen die Männer auszuspannen bzw. Beziehungen zu sabotieren. Es machte ihr einfach Spaß, andere Menschen zu erniedrigen und sich über sie zu stellen. Und das Umwerfendste an dieser Geschichte ist, daß meine Freundin überhaupt keinen Hehl daraus machte, daß sie gerne über Leute lästerte, Paaren solche Knüppel zwischen die Beine warf oder sich für die Männer ihrer Freundinnen interessierte. Sie berichtete mir auch, daß man ihr vorgeworfen hatte, intrigant zu sein ... und erwartete ernsthaft von mir, daß ich so eine offen formulierte Behauptung ja nicht glauben konnte, weil Intriganten ja so etwas nicht zugeben würden. Mein Mann hat einmal gesagt, die meisten Verbrecher kündigen ihre Untaten sehr wohl offen an, egal ob Kriegsverbrecher oder kleine gemeine Psychopathen. Nur kann sich der Durchschnittsmensch nicht vorstellen, daß sie wirklich Ernst mit ihren Ankündigungen machen. Und schon nimmt das Unheil seinen Lauf.

Allerdings hatte meine Freundin während unserer Freundschaft diese "Temperamentsausbrüche" an Beleidigungen und Demütigungen immer sehr geschickt dosiert. Es war monatelang Ruhe, so daß ich erstmal dachte, sie hätte sich geändert. Als meine Freundin mir jedoch gegenüber immer unvorsichtiger mit ihren Bemerkungen über andere Leute wurde, da verdichtete sich das Gehörte in mir derart, daß es mir irgendwann nach einigen Jahren doch zu bunt wurde. Ich fing an, ihr bei kleineren Sachen, die ich ihr vorher als "Temperamentsausbruch" hatte durchgehen lassen, plötzlich energischen Widerstand zu leisten. Als sie merkte, daß sie mit mir nicht mehr spielen konnte, suchte sie irgendeinen Vorwand, um die Freundschaft unter lautem Getöse zu kündigen und seitdem schaut sie mich immer grimmig an, wenn wir uns doch mal über den Weg laufen.

Ich glaube, daß meine ehemalige Freundin überhaupt keine Scham- und Schuldgefühle gegenüber den Menschen hat, die sie gedemütigt und ausgenutzt hat. Sie wird immer so weitermachen. Sie sieht ziemlich gut aus und kann gut auf Menschen eingehen. Da werden sich noch einige in ihren Netzen verfangen. Als ich das Buch "Der Soziopath von nebenan" von Martha Stout gelesen hatte, da gingen mir so einige Kronleuchter auf.

Es ist schön, daß Du auch als Neurobiologin das hier so gut dargestellt hast. Und daß Du Dich von ihm lösen konntest. Du hast recht, es ist eigentlich immer wieder dieselbe Masche mit der Ausnahmesituation und der emotionalen Erpressung. Mir fallen noch andere Beispiele ein, aber das sprengt jetzt den Rahmen.

LG
Steckchen
Die Liebe vernachlässigt diejenigen am meisten, die ihrer am meisten bedürfen.
(Madame de Rosemonde im Film: Gefährliche Liebschaften (Regie: Stephen Frears) 1988
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Re: Beziehungsschwindel

Beitragvon Viktoria » 14.05.2011, 13:06

Hallo Ulla, hallo Steckchen,

der Aspekt des schwer (Be-)greifbaren ist ganz wichtig. Diese Menschen sind einfach vollständig anders gestrickt, weil ihnen Persönlichkeitsanteile fehlen. Sie können zwar zwischen gut und böse unterscheiden, aber der vereinende Pol dazwischen, der Handeln, Denken und Reden in Übereinstimmung bringt, der fehlt. Deshalb fällt man da so leicht drauf rein. Erst wenn man die Möglichkeit einer so umfassenden, fehlenden Integrität in einer Person mal erfahren hat, kann man das nachvollziehen.
Wenn einen jemand nach dem GEschehenen fragt, ist man daher auch gut bedient, nur mit nachvollziehbaren Fakten zu antworten. In meinem Fall heißt das: Beziehung und Schulden hinterlassen, sich an Rückzahlungsvereinbarungen nicht gehalten - das kann jeder nachvollziehen, jedenfalls zum Teil. IN meinem Fall kann ich sogar das Gericht einschalten, das macht es in vielem plausibel. Für die wirklichen HIntergründe muß man sehr weit ausholen. Umgekehrt fand ich es sehr interessant, daß die meisten Menschen schon mal ERfahrungen mit solchen Menschen gemacht habe, aber es nicht verstanden hatten. Ich habe auf mein Leben rückblickend auch 2 Frauen und einen weiteren Mann in meinem Leben ausmachen können, von denen ich sicher bin, daß sie auch in diese Kategorie gehören.

Sie sagen tatsächlich was sie tun, - ich nenne meinen Ex immer gerne den Biedermann, denn nichts anderes ist er. Den guten, braven, anständigen spielen, hinter emotional gut verpackte Aussagen eine andere verstecken, die aber die eigentlich Botschaft ist - kommt aber nicht an, da emotional anders eingepackt. Oh - ich könnte inzwischen ganze Bücher mit den Tricks füllen. Meine manchmal penetrante Gründlichkeit kam mir in dem Fall sehr zugute.

Wenn man sich von sowas lösen will, ist man gut beraten, sich auch einmal mit den endokrinen Vorgängen auseinanderzusetzen, die da in einem ablaufen. Hat man das mal durch, dann schaut man auf sie wie auf Comic - oder Märchenfiguren. Oft sind es tatsächlich die kleinen Jungs, die immer noch davon träumen ein unabhängiger, freier Cowboy zu sein (die es so ja auch nie gab, die hatten ein scheiß Leben...) - nette kleine Peter Pans, die sich am Ende in der Komplexheit der (Erwachsenen-)welt verstricken.

Sicher ist da auch der ein oder andere knallharte Betrüger dabei, aber viele davon haben ja doch kaum die Fähigkeiten, sich durch ihr eigenes Handeln eine wirklich gute Existenz aufzubauen, innerhalb stabiler Beziehungen. Es sind innerlich und äußerlich verarmte Menschen.
Zwar tut der emotionale Mißbrauch erst mal weh, aber am Ende erkannte ich, daß ich in der Lage bin, ehrlich zu lieben. Ich muß mir die Menschen, die ich liebe nicht nach materiellen GEsichtspunkten auswählen - das ist doch wunderbar? Ich bin frei !
Ach - es führt einfach alles zu weit, was mir da so durch den Kopf geht.

Wichtig ist doch nur: Das Leben ist schön und zumindest in meinem Fall ist es so, daß ich auf die guten Momente durchaus positiv zurückblicken kann und mit den negativen Anteilen inzwischen mehr als gut zu leben weiß. Die Liebe, die ich gab, ist ja weiter in mir. Hier ist eine wunderschöne Geschichte zu diesem Thema, die vielleicht dem ein oder anderen benutzten ein wenig helfen mag - ich finde sie wunderschön: http://www.stillgeboren.de/Meditation/G ... _herz.html

Und es war unglaublich schön, zu merken, daß viele Menschen, die ich während dieser Beziehung "verloren" hatte, nun zurückgekehrt sind und umgekehrt noch viele andere, neue dazugekommen sind. So hat denn manche Krise auch ihr positives und ich bin wohl echt noch mit einem blauen Auge davon gekommen. Auch die überall im Internett platzierten "Pings" erreichen mit nicht mehr - ja - er will immer noch quälen. Hat doch immer behaupten wollen, er hätte sich von mir getrennt, weil ich gar so böse war .... war ich wirklich - ich hatte nämlich den Geldhahn zugedreht und mich auf einige verbale Verwickelungen nicht mehr eingelassen und nach einem Tobsuchtsanfall den Auszug nahegelegt. Der wirklich Grund war, daß das nächste Opfer längst in Sicht war...aber das sollte im Verborgenen stattfinden. Ist nun auch aufgedeckt....und somit wird das Niederträchtige daran erst richtig deutlich und ist auch von anderen, weniger erfahrenen nachvollziehbar. Ich war einfach nicht mehr naiv genug, hatte verstanden, durchschaut.

"Alles prüfe der Mensch
sagen die Himmlischen,
daß er, kräftig genährt,
danken für alles lern...
und verstehe die Freiheit,
aufzubrechen, wohin er will"

Das ist eines meiner Lieblingsgedichte - heißt Lebenslauf und ist von Rilke.
Manchmal geht man Umwege, die dann aber ganz andere Ausblicke auf die Welt zulassen.
Nehmen wir sie mit und gehen unbeirrt weiter! Lasst den Dreck einfach weiterschwimmen!

Wünsche Euch allen einen wunderschönen Tag,
Viktoria
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Re: Beziehungsschwindel

Beitragvon morena » 14.05.2011, 13:57

Hallo, Victoria

das ist wirklich eine wunderschöne Geschichte, die ans Herz geht.Danke dafür.Ich denke,dass ich sie wohl nie mehr vergessen werde.

Viele Grüße,Morena
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Re: Beziehungsschwindel

Beitragvon Viktoria » 14.05.2011, 14:03

Es gibt einem den inneren Frieden, daß das, was man an solchen Beziehungen als l(i)ebenswert empfand, von einem selber kam. Und das trägt man weiterhin in sich. :D
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Re: Beziehungsschwindel

Beitragvon morena » 14.05.2011, 14:10

Viktoria hat geschrieben:Es gibt einem den inneren Frieden, daß das, was man an solchen Beziehungen als l(i)ebenswert empfand, von einem selber kam. Und das trägt man weiterhin in sich. :D



Diese Einstellung ist eine Basis meiner Lebenseinstellung.
Viele Grüsse, Morena
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Re: Beziehungsschwindel

Beitragvon ulla167 » 14.05.2011, 17:09

Liebe Viktoria,

danke für Deinen Beitrag und die wunderschöne Geschichte. Ich denke, unsere Herzen sind dem des alten Mannes sehr ähnlich.
Die Liebe, die wir ehrlich gegeben haben, bleibt uns für immer.

Liebe Grüße, auch an Morena

Ulla
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Re: Beziehungsschwindel

Beitragvon morena » 14.05.2011, 17:24

ulla167 hat geschrieben:Liebe Viktoria,

danke für Deinen Beitrag und die wunderschöne Geschichte. Ich denke, unsere Herzen sind dem des alten Mannes sehr ähnlich.
Die Liebe, die wir ehrlich gegeben haben, bleibt uns für immer.

Liebe Grüße, auch an Morena

Ulla

Ganz herzliche Grüsse auch an Dich,Ulla. Wie geht es Dir heute? Schön,dass Du wieder einmal geschrieben hast .

Ein gutes Wochenende,Morena
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Re: Beziehungsschwindel

Beitragvon ulla167 » 14.05.2011, 19:19

Danke liebe Morena für Deine Grüße.

Dann und wann schau ich bei "uns" rein und wenn mich ein Thema oder Geschehen zutiefst berührt und damit meiner Vergangenheit wieder ein Türchen öffnet, schreibe ich hier über meine Gedanken und Empfindungen.
Und Viktorias Geschichte über die Sie berichtet, die Schlüsse und Erkenntnisse, die Sie daraus zieht, berühren mich sehr. Ich fühle mich Ihr verbunden.
Mir geht es sehr gut. Ich bin dankbar in dem Bewusstsein mich wiedergefunden zu haben, ganz bei mir zu sein, erfüllt von meiner Ehrlichkeit, mich wieder annehmen und lieben zu können. Das resultiert ganz alleine aus meinen Erfahrungen mit (m)einem Soziopathen. Übrigens, diese Art Mensch ist nicht geschlechtsbezogen. Ich habe im vergangenen Herbst eine Frau kennengelernt, die mit all diesen Eigenschaften behaftet ist und bin in diesem Jahr nach einem Besuch bei ihr, vor ihr geflohen.

Habe in diesem Jahr nicht zur Jahreshauptversammlung kommen können. Hatte die Wahl Euch wiederzutreffen, oder mein Auto (mein einzigster Luxus) stillzulegen, da neue Bremsbeläge nötig waren. Da wir ja im Forum miteinander verbunden sind, habe ich mich für´s Auto entschieden. Euer Verständnis, das weiss ich, ist mir sicher.

Ganz liebe Grüße Ulla
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Re: Beziehungsschwindel

Beitragvon morena » 14.05.2011, 19:46

Hallo, Guten Abend Ulla

Ich kann Dich verstehen. Ich habe vor einigen Wochen auch eine "Freundschaft" mit einer Soziopathin endlich abgeschlossen, es war ein Nehmen
ihrerseits un d ich habe immer wieder aus falsch verstandener Freundschaft,Pflichtbewusstsein, Mitleid und "Verantwortungsgefühl",da sie alle
Menschen vergraulte, zu ihr gestanden,obwohl ich merkte,dass ich mich sehr unwohl fühlte,wenn ich mich mit ihr traf und ich dachte, dass sie auch
das gleiche Verständnis für Freundschaft hätte wie ich. Das war falsch gedacht. Und es ist klar,dass diese Verhaltensweisen nicht geschlechtsspezifisch sind,

Ich habe festgestellt,dass ich bei manchen Trennungen nur gewinnen kann,nämlich mein Leben und meine Freiheit und verliere,wenn ich festhalte.
Viele Grüße,alles Gute Ulla wünscht Dir,Morena
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Re: Beziehungsschwindel

Beitragvon Viktoria » 08.06.2011, 07:04

Hallo Ihr Lieben,

so - die Klage liegt nun seit 10 Tagen beim Gericht. Jetzt gehts ans eingemachte. Das wird verdammt schwierig, sich da rauszureden.
Und wißt Ihr was? Ich freue mich auf die Verhandlung - da kommt dann endlich mal der ganze Müll auf den Tisch - und dann sieht man, daß es Müll ist.

Euere Viktoria
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