Wie kann man helfen?

Tipps & Tricks wie es mir nicht passiert

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Wie kann man helfen?

Beitragvon Organist » 07.11.2015, 23:59

Hallo zusammen.
Ich bin nicht betroffen, aber eine Familienangehörige ist vielleicht betroffen.
Sie ist Anfang zwanzig Jahre, will unbedingt einen schwarzen Freund/Mann haben. Den hat sie nun über das Internet gefunden. Er hat den Asylantrag gestellt, kommt aus Ghana. Er ist wohl Mitte zwanzig. Sie "kennen" sich jetzt nun seit 4 Monaten, haben sich 5 mal gesehen. Das Mädchen hat gerade erst ihre Ausbildung begonnen. Anfangs klang vieles ganz toll, sie wollten sich Zeit lassen, erst mal Ausbildung fertig machen usw. Nun hat er sich zwei Anzeigen eingefangen (nichts kriminelles) und die Abschiebung droht.
Plötzlich muss alles schnell gehen. Er will ein Kind von ihr, haben sich mal schnell verlobt. Hochzeit ist bei ihnen noch nicht konkret in Angriff genommen.
Sie ist total verzweifelt, will ihn nicht verlieren und ist wohl bereit, jedes Opfer zu bringen.
Jetzt klingeln bei uns allen die Alarmglocken. Finanziell ist bei ihr nichts zu holen, lediglich das Aufenthaltsrecht zu bekommen könnte das Ziel sein, sie zu "benutzen". Das kann natürlich keiner beweisen.
Wir als Familie machen und große Sorgen. Und ich Frage mich, wie kann man ein "Mädchen" dafür sensibilisieren, dass er sie vielleicht nur benutzt wird und sie nachher dadurch total leidet? Vielleicht hat sie in neun Monaten ein Kind, keine Ausbildung, kein Geld, verbaute Zukunft... Wenn man dann hier noch die Geschichten von den opfern liest, kann es noch härter werden als "nur" ein Kind.
Habe so einige Geschichten gelesen, diese haben aber wenig mit ihr gemeinsames, um sie mal drauf hinzuweisen. Könnt ihr eine ähnliche Geschichte empfehlen? Was könnt ihr mit für Tipps geben?
Schöne Grüße.
Organist
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Re: Wie kann man helfen?

Beitragvon Rubinrot » 08.11.2015, 02:39

Da kann Mann nur diese Seite empfehlen zu lesen - vorallem aber den Themenschwerpunkt "Schwarzafrika".
Außerdem ist es kaum möglich dass Ghanaer hier "pol. Asyl bekommen - (sicheres Land).
Da "hülfe IHM" tatsächlich nur hierbleiben über Heirat oder Kind machen.
Lies Dich selber mal in dieses Thema ein - wenn nicht schon geschehen.
Alles Gute und Mut anzusprechen was Fakt ist.
Gruss
Sage nicht immer was Du weißt, aber wisse immer was du sagst!
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Re: Wie kann man helfen?

Beitragvon No Name » 08.11.2015, 03:13

Organist hat geschrieben:Er hat den Asylantrag gestellt, kommt aus Ghana. Er ist wohl Mitte zwanzig. Sie "kennen" sich jetzt nun seit 4 Monaten, haben sich 5 mal gesehen. Das Mädchen hat gerade erst ihre Ausbildung begonnen. Anfangs klang vieles ganz toll, sie wollten sich Zeit lassen, erst mal Ausbildung fertig machen usw. Nun hat er sich zwei Anzeigen eingefangen (nichts kriminelles) und die Abschiebung droht.

Ghana zählt zu den sicheren Herkunftsländern, die Chance auf einen positive Asylentscheidung ist nicht nennenswert niedrig - auch ohne kriminelle Handlungen. Durch die Maßnahmen im Asylbeschleunigungsgesetz droht nun seit Ende Oktober eine baldige und unangekündigte Abschiebung.
So oder so wird der Betreffende also ohne Heirat und/oder Kind keine andere Möglichkeit haben, in Deutschland zu bleiben. Diesen Hintergrund sollte man bei allen Entscheidungen angemessen berücksichtigen.
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Re: Wie kann man helfen?

Beitragvon Gioia » 08.11.2015, 10:31

Ich habe selber eine Bekannte, welche drauf und dran ist, einen Ägypter zu heiraten. Alles Reden und Warnen meinerseits nützte nichts. Sie ist so verblendet, weil sie denkt, nur alten Frauen geschieht dies, oder dass Bezness nur von Moslems betrieben wird. Dass diese Denkweise eine vollkommen Falsche ist, davor wurde hier schon viele Male gewarnt :!:

Vielleicht denkt deine Familienangehörige das Selbe und ist, weil sie jung ist und sehr wahrscheinlich noch nicht über eigenes oder viel Geld verfügt, überzeugt davon, dass ihrer doch ganz anders ist (AMIGA). Wenn die rosarote Brille fest sitzt, kann man(n) fast gar nichts ausrichten, da muss sie die Erfahrungen selber machen :( Aus deinem Beitrag kann ich herauslesen, dass das Mädchen ALLES tun würde, damit ihr Geliebter nicht ausreisen muss. Wenn dem so ist, ist es meiner Erfahrung nach (fast) unmöglich, sie davon abzuhalten. ABER :!: gib nicht auf. Es kommt immer mal vor, dass sich so ein Betrüger selbst verrät, indem er schamlose Forderungen stellt, sich asozial verhält usw. und somit Zweifel in der Betroffenen aufkommen. Da könntest du dann wieder einhaken und ihr die Augen öffnen.

LG, Gioia
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Re: Wie kann man helfen?

Beitragvon Moppel » 08.11.2015, 11:56

Organist hat geschrieben:Hallo zusammen.
Ich bin nicht betroffen, aber eine Familienangehörige ist vielleicht betroffen.
Sie ist Anfang zwanzig Jahre, will unbedingt einen schwarzen Freund/Mann haben. Den hat sie nun über das Internet gefunden. Er hat den Asylantrag gestellt, kommt aus Ghana. Er ist wohl Mitte zwanzig. Sie "kennen" sich jetzt nun seit 4 Monaten, haben sich 5 mal gesehen. Das Mädchen hat gerade erst ihre Ausbildung begonnen. Anfangs klang vieles ganz toll, sie wollten sich Zeit lassen, erst mal Ausbildung fertig machen usw. Nun hat er sich zwei Anzeigen eingefangen (nichts kriminelles) und die Abschiebung droht.
Plötzlich muss alles schnell gehen. Er will ein Kind von ihr, haben sich mal schnell verlobt. Hochzeit ist bei ihnen noch nicht konkret in Angriff genommen.
Sie ist total verzweifelt, will ihn nicht verlieren und ist wohl bereit, jedes Opfer zu bringen.
Jetzt klingeln bei uns allen die Alarmglocken. Finanziell ist bei ihr nichts zu holen, lediglich das Aufenthaltsrecht zu bekommen könnte das Ziel sein, sie zu "benutzen". Das kann natürlich keiner beweisen.
Wir als Familie machen und große Sorgen. Und ich Frage mich, wie kann man ein "Mädchen" dafür sensibilisieren, dass er sie vielleicht nur benutzt wird und sie nachher dadurch total leidet? Vielleicht hat sie in neun Monaten ein Kind, keine Ausbildung, kein Geld, verbaute Zukunft... Wenn man dann hier noch die Geschichten von den opfern liest, kann es noch härter werden als "nur" ein Kind.
Habe so einige Geschichten gelesen, diese haben aber wenig mit ihr gemeinsames, um sie mal drauf hinzuweisen. Könnt ihr eine ähnliche Geschichte empfehlen? Was könnt ihr mit für Tipps geben?
Schöne Grüße.
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Hallo Organist
Im Grunde könnt ihr Nichts tun, denn sie ist volljährig.
Wenn sie so scharf auf schwarze Männer ist, dann wird sie sich auch einen besorgen, egal wie.
Es wird ihr auch völlig egal sein das sie im Zweifel nur benutzt wird und jede Warnung wird sie in den Wind schießen. Sie wird euch sehr wahrscheinlich auch ohne Skrupel ausnutzen, belügen und als Nazis diffamieren wenn ihr ihr nicht helft ihr Ziel zu erreichen.
Gruß
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Re: Wie kann man helfen?

Beitragvon Nefertari1998 » 08.11.2015, 11:58

Lieber Organist,
denke auch, im Moment wird da gar nichts helfen.

Mein Plan 2 wäre, ihr klarzumachen, dass sie ihn ausreisen lässt und ihn dann besucht, um ihn besser kennenzulernen.
Sie sollte verstehen, das sie gar nichts überstürzen muss, um ihn nicht zu verlieren.
Über eine Heirat in Ghana könnte er über Familienzusammenführung dann doch nach Deutschland kommen.
So ist es für sie keine endgültige Trennung. Es wird nur eine Zeit zwischengeschoben.
Das nimmt ihr den Entscheidungdruck.
Das gibt ihr die Möglichkeit, evtl. wieder einen klaren Kopf zu bekommen.

Nefertari
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Re: Wie kann man helfen?

Beitragvon Ariadne » 08.11.2015, 13:14

Organist hat geschrieben:Hallo zusammen.
Ich bin nicht betroffen, aber eine Familienangehörige ist vielleicht betroffen.
Sie ist Anfang zwanzig Jahre, will unbedingt einen schwarzen Freund/Mann haben. Den hat sie nun über das Internet gefunden. Er hat den Asylantrag gestellt, kommt aus Ghana. Er ist wohl Mitte zwanzig. Sie "kennen" sich jetzt nun seit 4 Monaten, haben sich 5 mal gesehen. Das Mädchen hat gerade erst ihre Ausbildung begonnen. Anfangs klang vieles ganz toll, sie wollten sich Zeit lassen, erst mal Ausbildung fertig machen usw. Nun hat er sich zwei Anzeigen eingefangen (nichts kriminelles) und die Abschiebung droht.
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Sie ist total verzweifelt, will ihn nicht verlieren und ist wohl bereit, jedes Opfer zu bringen.
Jetzt klingeln bei uns allen die Alarmglocken. Finanziell ist bei ihr nichts zu holen, lediglich das Aufenthaltsrecht zu bekommen könnte das Ziel sein, sie zu "benutzen". Das kann natürlich keiner beweisen.
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Siehe mein rot gekennzeichneten Satz: da müsst ihr euch einsetzen, ihr klar machen, dass man sowas nicht zu verharmlosen ist. Du schreibst " nichts kriminelles". Aber ich wäre sehr vorsichtig. Der Staat schiebt nicht wegen Kleinigkeiten ab. Ob Einheimische oder Asylant, alle müssen sich an die Gesetze halten. Wer das nicht tut, kann jederzeit die Gesetze brechen und mit so einem Menschen kann man keine Zukunft aufbauen.
Der Verweis auf diese Seite muss klar auch sein. Es gibt genug Beiträge, die beweisen, dass viele junge Männer auch Frauen lügen und betrügen, um die AE zu erhalten.
Die Liebe ist so unproblematisch wie ein Fahrzeug. Problematisch sind nur die Lenker, die Fahrgäste und die Straße.
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Re: Wie kann man helfen?

Beitragvon Organist » 08.11.2015, 16:18

Ich weiß, was da vorgefallen ist, will es hier aber nicht ausbreiten. Hat nichts mit Drogen, Einbruch, Diebstahl zu tun. Eher, aus Unwissenheit etwas verbotenes getan.
Das man nicht viel tun kann, ist schade.
Kennt den jemand hier von den 1001 Geschichten eine "ähnliche" Geschichte? Mal so als Lesefutter zum Weitetgeben.
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Re: Wie kann man helfen?

Beitragvon Franconia » 08.11.2015, 17:10

Hallo Organist,

es ist leider so, dass ihr nicht viel tun könnt, da sie volljährig ist (und damit tun und lassen kann was sie will). Für euch als Familie ist das natürlich eine bedrückende Situation - zuschauen zu müssen wie jemand blind in sein Verderben rennt - aber je mehr ihr euch gegen ihn und diese "Beziehung" stellt. desto mehr lauft ihr Gefahr das sie auf stur schaltet und sich denkt "jetzt erst recht" (evtl. auch nur um euch zu beweisen, dass ihr mit euren Bedenken/Warnung unrecht hattet.)

Organist hat geschrieben:Plötzlich muss alles schnell gehen. Er will ein Kind von ihr, haben sich mal schnell verlobt.

Wie steht sie denn zu seinem Kinderwunsch und falls sie diesen teilt, wie stellt sie sich dann ihre weitere Zukunft vor - ohne Ausbildung aber mit Kind und einem Mann, der kaum (bzw. gar nicht) den Lebensunterhalt der kleinen Familie sichern kann?

Das wäre mMn der einzige Punkt, an dem man ansetzen und versuchen könnte auf sie einzuwirken.
Evtl. hilft es, wenn man ihr (wiederholt) vor Augen führt, dass es besser ist mit der Familienplanung zu warten bis sie die Ausbildung beendet hat, damit sie etwas in der Hand hat und ihrem Kind dann auch etwas bieten kann.

Organist hat geschrieben:Finanziell ist bei ihr nichts zu holen, lediglich das Aufenthaltsrecht zu bekommen könnte das Ziel sein, sie zu "benutzen". Das kann natürlich keiner beweisen.

Beweisen im Sinne von "etwas konkretes in der Hand haben und vorzeigen können" könnt ihr vermutlich nicht, aber alleine die Tatsache das ER schnell ein Kind will (vermutlich weil sie noch nicht heiraten will) ist Beweis genug das er sie nur benutzt. Denn ein Kind sichert ihm im Idealfall seinen Aufenthalt bis das Kind volljährig ist.

Organist hat geschrieben:Nun hat er sich zwei Anzeigen eingefangen (nichts kriminelles) und die Abschiebung droht.

Ich vermute, die Abschiebung droht ihm schon etwas länger und zwar vor dem Hintergrund, dass sein Asylantrag abgelehnt wurde. Seine Straftaten kommen jetzt nur noch oben drauf und beschleunigen das Ganze evtl. etwas.

Organist hat geschrieben:Sie "kennen" sich jetzt nun seit 4 Monaten, haben sich 5 mal gesehen.

Ich denke von Kennen kann man in diesem Fall nicht sprechen (du hast es ja selbst schon in Anführungszeichen gesetzt), denn gerade 5 mal treffen und sonst nur Internetkontakt ... da kennt man seinen Gegenüber nicht, sondern nur das, was er einem zeigen will. Die Realität und wie der andere wirklich tickt, die lernt man erst kennen wenn man mehr Zeit im normalen Alltag miteinander verbringt, evtl. sogar zusammen lebt.

Ich weiß, es ist ein riskanter Vorschlag, aber vllt. sollten sie mal ein paar Wochen (oder länger) zusammen leben wenn er doch eh in D ist und sich im normalen Alltag beschnuppern. Dann lernt sie nicht nur seine Schokoladenseite kennen sondern auch seine Ecken und Kanten und merkt evtl. dass er doch nicht der Richtige ist weil einfach alles an ihr hängen bleibt (weil er z.B. den ganzen Tag faul auf dem Sofa liegt und nichts im Haushalt macht während sie arbeiten ist, dass er z.B. nicht mit Geld umgehen kann (und vor allem kein eigenes Geld hat) und immer wieder Forderungen stellt weil er dies oder jenes will, weil er sich lieber mit seinen Kumpels trifft statt die freie Zeit mit ihr zu verbringen, etc.)

Ich weiß, es ist hart, aber sollte sie sich mehr auf ihn einlassen und ggf. sogar seinen Wunsch nach einem Kind erfüllen nur damit er bleiben kann, dann solltet/müsst ihr als Familie an einem Strang ziehen, auch wenn es euch schwer fällt.
Das bedeutet u.a. keine finanziellen Zuwendungen an sie, denn die Gefahr, dass das Geld dann bei ihm statt bei ihr (und ggf. dem Kind) landet ist immens hoch.

Organist hat geschrieben:Sie ist Anfang zwanzig Jahre, will unbedingt einen schwarzen Freund/Mann haben.

Wenn das ihr Ziel ist, einen dunkelhäutigen Mann zu haben, dann stellt euch darauf ein das sie, sollte es mit dem jetzigen nicht klappen, bald den nächsten anschleppt. Für viele dieser Männer, die hier um Asyl bitten und es nicht bekommen, sind Frauen wie sie der Jackpot, da sich die Männer dann nicht so sehr anstrengen müssen.
Liebe Grüße
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Re: Wie kann man helfen?

Beitragvon Organist » 08.11.2015, 17:37

Hallo Franconia.
Danke für die ausführliche Antwort.
Ich glaube, dass sie vom Verstand her noch kein Kind will und erst ihre Ausbildung machen will. Wenn da nicht die rosarote Brille wäre.
Auf der Basis ihrer Erziehung will sie eigentlich auch erst heiraten, bevor man Kinder zeugt. Aber bei ihr geht es gerade nur darum, ihn hier zu halten, evtl nach Ghana hinter zu fliegen.

Mit der Abschiebung werdet ihr Recht haben uns deswegen will er schnell ein Baby. Einfacher als heiraten, wegen der Papiere und dem Verdacht der Scheinehe. Von mir böse gedacht: unverheiratet kann man sich auch schneller und einfacher aus dem Staub machen, hat aber die Papiere.

Die haben gerade mal eine Woche miteinander verbracht und sind dabei kaum aus ihrem Zimmer gekommen. Er erzählt ihrer Familie wenig bis nichts über sich. Zumindest was ich aus der Ferne darüber höre. Sein Englisch ist nicht so doll und das deutsch begrenzt sich auf ein paar Worte.

Es ist nicht erster Typ, den die kurz als "freund" hatte. Aber wohl der erste, wo es gerade so dramatisch wird. Sie will wohl nicht so 0815 sein und einen besonderen Kerl.
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Re: Wie kann man helfen?

Beitragvon Franconia » 08.11.2015, 19:09

Organist hat geschrieben: Von mir böse gedacht: unverheiratet kann man sich auch schneller und einfacher aus dem Staub machen, hat aber die Papiere.

Das ist gar nicht böse gedacht, sondern durchaus im Rahmen des möglichen.

Eigentlich ist die AE, die er mit/wegen dem Kind bekommen würde eine "AE zur Personensorge" (für ein dt. Kind).
Im Klartext: Er bekommt, sollte sie von ihm ein Kind erwarten, eine AE damit er sich um das Kind (mit) kümmern und für sein Kind sorgen kann. Das beinhaltet natürlich auch regelmäßigen Umgang mit dem Kind und selbstverständlich auch Unterhalt fürs Kind und für die Mutter in der ersten Zeit. Er hat also nicht nur die Rechte durch sein Kind sondern auch Pflichten. Aber auf dem Ohr "Pflichten" wird er (wie so viele andere Väter eines AE-Babys) taub sein.

Unterhalt wird er kaum zahlen, einfach weil es sein Einkommen nicht her gibt (und das für längere Zeit) und wenn er mal genug verdienen sollte, dann muss sie sich darauf einstellen das er sich arm rechnet.
Was den Umgang/sich kümmern betrifft ist alles möglich. Von liebevoller Vater, der sich wirklich kümmert weil er es will (und nicht nur weil er muss) über "er ward nie mehr gesehen sobald er die AE hat" bis hin zu einem Rosenkrieg ums Kind (weil es für seine AE wichtig ist). Das kann (und wird vermutlich) über viele Jahre sehr anstrengend für sie werden.

Frag sie doch mal was sie so über die (Familien)Gesetze von Ghana weiß, was sie über seine Religion weiß, über seine Kultur, etc. Und frag sie auch mal, was sie so über die dt. Gesetze (Personenstandsrecht, Ausländerrecht) weiß. Vielleicht hilft es wenn man ihr sagt, sie soll sich mal genauer informieren was ein bina-Kind rechtlich bedeutet, um sie zum Nachdenken anzuregen.
Sollte sie von ihm ein Kind erwarten, dann erhält diese Kind automatisch die dt. und die ghanaische StA, ist also Doppelstaatler. Sollte sie mal mit dem Kind nach Ghana reisen, dann kann sie in Bezug auf das Kind z. B. nicht auf Unterstützung/Hilfe durch die dt. Botschaft hoffen wenn es Probleme gibt.
Ist er Moslem, dann wird/ist das Kind auch automatisch Moslem, egal ob ihr das gefällt/passt oder nicht.

Organist hat geschrieben:Sein Englisch ist nicht so doll und das deutsch begrenzt sich auf ein paar Worte.

In welcher Sprache verständigen sich die beiden denn, wenn er kaum Englisch und noch weniger Deutsch kann?
Wie stellt sie sich die Zukunft mit/für einen (ihren) Mann hier vor, wenn er die Sprache nicht kann, welchen Job soll/kann er denn dann ihrer Meinung nach ausüben (wozu sich gleich die nächste Frage stellt, welchen Beruf hat er denn überhaupt gelernt und hat er darüber Nachweise)?
Liebe Grüße
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Re: Wie kann man helfen?

Beitragvon leva » 08.11.2015, 19:50

Sie will wohl nicht so 0815 sein und einen besonderen


Es sieht so aus,als waere sie im Begriff ein klassisches Bezness Opfer zu werden,also nicht "besonders",sondern bedenklich u traurig.

Ich denke Gespraeche ,wie der Mann seine evtl Familie ernaehren/verorgen will ,koennten der jungen Frau Aufschluss u Einsichten geben u ist sachlich u emotionsunabhaengig.
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Re: Wie kann man helfen?

Beitragvon Ponyhof » 08.11.2015, 20:07

Oh je, was für eine Geschichte….

Da wird sich der Mann nach der Hautfarbe ausgesucht, und gleich geheiratet…und ich fürchte, so richtig "was tun" könnt ihr nicht. Wenn ihr versucht, ihr diesen auszureden, kann sie entweder auf stur schalten (und Euch beweisen wollen, dass sie Recht hat, sprich, nur noch die "guten" Sachen erzählen), oder einlenken und ein paar Wochen mit dem nächsten "Unguten" vor der Tür stehen. Leider ist die Anzahl der dunkelhäutigen Männer, welche nicht in das Spektrum "Asylbewerber"/"Geduldeter"/"Illegaler" fallen, hierzulande leider wesentlich geringer als die Herren in dieser Kategorie. Und leider ist die Beznessgefahr bei diesen aus diesen Kategorien immens hoch.

Ich würde versuchen, dem Mädchen ganz klar die Konsequenzen aufzuzeigen, welche sich aus einer solchen Verbindung ergeben. Und ihr klar machen, dass sie diese tragen muss, und nur bis zu einem bestimmten Grad auf Euch zählen kann. Sie soll hier im Forum lesen, sich mit dem kulturellen Hintergrund ihres Freundes beschäftigen, der Rolle der Frau in seiner Religion und Kultur, den Problemen, die sein Status, seine Bildung, seine mangelnden sprachlichen Fähigkeiten etc. mit sich bringen, die Verantwortung, die sie als Alleinverdienerin dann hat etc.- wenn sie verheiratet sind, bekommt er nicht unbedingt mehr Hartz IV, wenn sie genug verdient.

Vielleicht könnt (oder müsst!) ihr das Ganze so verpacken, als ob ihr ihr bei der Verbindung "helfen" wollt, und schon mal an die ganzen rechtlichen Sachen denkt, damit sie nicht "zumacht" und "alles besser weiss". Das mit dem Zusammenleben birgt die Gefahr, dass der Knabe sich wahrscheinlich sehr wohl ein paar Monate zusammenreissen kann. Vielleicht lässt sich aber wenigstens die Hochzeit irgendwie aufschieben, indem ihr darauf besteht, die Schwiegereltern kennenzulernen (bzw. sie diese vor der Hochzeit kennenlernt!)- das ist ja eigentlich so üblich.

Die Frage, warum "sofort" geheiratet werden muss, und warum man das nicht in Ruhe machen kann -später über den Familiennachzug ist eine Einreise ja wieder möglich- kann man vielleicht auch besprechen. Vielleicht hilft es auch, zu besprechen was alles zu einer Trennung gehört-auf dass sie sich bewusst wird, dass das doch ein ganz schön grosser Schritt ist, den sie vorhat, und dass es dann eben nicht mit "einfach schlussmachen" getan ist.

Man kann auch die Frage stellen, warum die beiden sich nicht einfach mehr Zeit lassen- sie können sich ja "besuchen" (zumindest das Mädel in Begleitung eines anderen Verwandten runterfliegen). Frag sie doch mal, ob sie bereit ist, seine Sprache zu lernen und evtl. auch in seinem Land zu leben- oder alternativ, wie sie sich das mit seinem Deutschlernen (=zwingend notwendig für die meisten Jobs) vorstellt. Sie könnte ihn z.B. erst dann heiraten, wenn er einigermassen Deutsch spricht und einen Job hat (=wahrscheinlich nie…) Klar, es geht ja darum, dass er hierbleiben darf----aber genau dass ist ja der Punkt, den sie so geflissentlich ignoriert: die Hochzeit (und sie!!) ist nur Mittel zum Zweck… tja, so ein richtiges Patentrezept gibt es da vermutlich nicht.
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Re: Wie kann man helfen?

Beitragvon Ponyhof » 08.11.2015, 20:12

@ leva: Da gibt's doch ne ganz einfache Antwort: Hartz IV und Kindergeld, und er kann ja arbeiten gehen und sie ja auch…. :roll: Du hast natürlich recht, aber hierzulande gibt's ja eigentlich genug Sozialhilfe…Vielleicht hilft es aber, in diesem Zusammenhang aufzuzeigen, dass man dann seeeeehr lange auf diesem Level "herumkrebst" und ob man sich das als Zukunftsaussicht so vorstellt….

Vielleicht hilft es, sie zu fragen, wo sie sich in 10 Jahren selber sieht und was sie bis dahin erreicht haben will- und ihr (je nach ihren Zielen) aufzeigen, dass sie das gewünschte Wohlstandslevel/Familienleben aus den und den konkreten Gründen nicht erreichen wird (und was die Alternative ist…). Manchmal kann man dadurch so eine momentane Situation ein bisschen geraderücken.

Leider nur manchmal…. :roll:
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Re: Wie kann man helfen?

Beitragvon leva » 08.11.2015, 20:30

Ponyhof hat geschrieben:@ leva: Da gibt's doch ne ganz einfache Antwort: Hartz IV und Kindergeld, und er kann ja arbeiten gehen und sie ja auch…. :roll: Du hast natürlich recht, aber hierzulande gibt's ja eigentlich genug Sozialhilfe…Vielleicht hilft es aber, in diesem Zusammenhang aufzuzeigen, dass man dann seeeeehr lange auf diesem Level "herumkrebst" und ob man sich das als Zukunftsaussicht so vorstellt….

Vielleicht hilft es, sie zu fragen, wo sie sich in 10 Jahren selber sieht und was sie bis dahin erreicht haben will- und ihr (je nach ihren Zielen) aufzeigen, dass sie das gewünschte Wohlstandslevel/Familienleben aus den und den konkreten Gründen nicht erreichen wird (und was die Alternative ist…). Manchmal kann man dadurch so eine momentane Situation ein bisschen geraderücken.

Leider nur manchmal…. :roll:


Ja,....das Leben in den USA ist kein "Ponyhof".Kein Kindergeld,bezahlte Elternzeit,HartzIV/staatliche leistungen fuer immer,Krankheit ausgeschlossen.....
D-Behoerden werden hoffendlich auch bald mal etwas genauer hinschauen,wem sie ihr Geld geben,aber das ist politik u hilft der TE nicht.
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Re: Wie kann man helfen?

Beitragvon Organist » 08.11.2015, 21:50

Das Größte Problem ist in der Tat, dass sie schon (langsam) die Schotten dicht gemacht hat.

Das sind gute Gedankenanstöße, mit ihr mal die Zukunft zu "durchdenken". Aber allein der Verdacht, der bei allen Fragen auftauchen könnte, dass er sie evtl nicht liebt und nur braucht, würde sie in die Luft gegen lassen.
Ich habe sie mal gefragt, ob die Bezness kennt und ihr dann versucht, dass lesen der Geschichten schmackhaft zu machen. Aktuell noch keine Reaktion, vermutlich noch keine Zeit, weil er da ist.
Wenn mir das Mädel egal wäre, würde mich das ja alles nicht wirklich interessieren und ich könnte mich schöneren Dingen widmen. Dann sind da auch noch die Eltern, die da total drunter leiden. Evtl auch noch später sich moralisch verpflichtet fühlen, sich um das Enkelkind zu kümmern.
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Re: Wie kann man helfen?

Beitragvon Ponyhof » 13.11.2015, 10:46

Dass sie dicht macht war zu befürchten.

Bei meiner Zukunftsdiskussion ging es auch weniger darum, ihr zu sagen, dass er sie in 10 Jahren nicht mehr liebt, sondern darum, was "allgemein" in 10 Jahren ist. Ganz bewusst ohne das "Liebesthema".

Wenn sie z.B. sich selber als Mutter in einem kleinen eigenen Häuschen sieht, Fernreisen gemacht haben will etc., dann kann man ihr sagen, dass sie da sehr viel Geld verdienen muss damit das klappt. Erst wenn SIE damit anfängt, dass der Freund ja Geld verdienen kann, kann man fragen, wie das idealerweise aussehen könnte. Wenn sie dann "Ideen" entwickelt, fragt man weiter, wie das denn sein kann, wäre, blablabla- eher in einem Ton "ich will euch helfen" und sie damit zum Nachdenken bringen. Da kann man sie dann auch mit allgemeinen Fakten konfrontieren, die sich nicht gegen den Typen persönlich richten, also z.B. Arbeitslosenstatistiken, Durchschnittseinkommen ungelernter Arbeitskräfte, Dauer bis man durchachnittlich Deutsch kann (verbunden mit der Frage, wie gut er schon ist und wie man ihm "helfen" kann)--- das muss man sehr geschickt im "Plauderton" machen, quasi wie die alten griechischen Philosophen, die den Gesprächspartner durch wertungsfreies Fragen zum Nachdenken bringen.

Nicht sagen "alles Quatsch" und "blöder Typ" (auch wenn das die Wahrheit ist! :mrgreen: ), sondern mit wohlmeinenden Fragen, "Erwachsenengespräch" und im Ton "ich akzeptiere deine Lebensziele, wie immer sie aussehen" versuchen, dass sie selber darauf kommt, sich über ihre Träume klarzuwerden und wie sie die realisieren kann und wie eben nicht. Und wirklich hypothetisch "planen", wie so ein "Finanzplan" mit Hartz IV über Jahre aussieht etc. -das Ganze kannst du als Aussenstehender vielleicht ganz besonders gut.

Ob es klappt, dass sie selber die Traumtänzerei ihrer Zukunftspläne einsieht weiss ich nicht, aber vielleicht kann man es mal versuchen. Wie gesagt, in diesem Zusammenhang den Typen möglichst aussen vor lassen (es geht bei ihren Plänen erstmal nur um SIE), und wenn es dann -zwangsläufig- irgendwann an diesen Punkt kommt, wertungsfrei versuchen mit Fakten zu argumentieren. Man kanns zumindest ja mal versuchen.... :mrgreen:
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Re: Wie kann man helfen?

Beitragvon Organist » 26.11.2015, 00:30

Hallo Ponyhof.
Das sind gute Gedankenanregungen.
Ich hatte sie vor ein paar Wochen schon mal etwas gefragt, ohne direkt eine negative Einstellung zu vermitteln. Quasi mal hintenrum etwas Fragen. Drauf gab es dann etwas kurze und schnippige Antworten. Beim weiteren Gespräch drückte sie sich dann aus, dass sie das Gefühl hat, sich rechtfertigen zu müssen und das nicht will.
Sie hat nun ihre beste Freundin verprellt und keinen mehr, der sie unterstützt. Was nicht heißt, dass sie nun ausgestoßen wäre. Ganz und gar nicht. Wir haben sie alle lieb und wünschen ihr nur keine evtl. schlechte Erfahrungen.
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