Zur Geschichte 343

Lest die wahren Bezness-Geschichten auf unserer Webseite und diskutiert in dieser Rubrik darüber mit den betroffenen Frauen. Hier bitte nur über die veröffentlichten Geschichten schreiben und bitte nur ein Thema zu jeder Geschichte eröffnen!

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Nilka
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Re: Zur Geschichte 343

Beitrag von Nilka » 14.04.2018, 14:25

Hallo dylan,

wenn du dazu neigst nicht verzichten zu wollen, würde ich dem Impuls folgen.

Ich hoffe, dass sich jemand meldet, der dir sagen kann, was auf dich zukommt.
Ich wurde nach den Ermittlungen darauf hingewiesen, dass die Möglichkeit bestehe einen ansässigen Staatsanwaltschaft zur weiteren Strafverfolgung hinzuzuziehen.
Kann dich das Amt für Soziales Entschädigungsrecht nicht aufklären, was Sache ist?
Vielleicht lohnt es sich einen Termin dort zu machen oder wenigstenst telefonisch herausfinden, was sie dir raten würden, welche Chancen auf Erfolg du hast und welche Aufwand nötig ist. Nicht dass du dich emotional und eventuell finanziell, falls du einen Anwalt nehmen müsstest, übernimmst.
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gadi
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Re: Zur Geschichte 343

Beitrag von gadi » 14.04.2018, 15:16

Hallo dylan,

wäre ich an deiner Stelle würde ich erstens eine hiesige Staatsanwaltschaft informieren und zweitens auch den Antrag fortbestehen lassen/nochmals stellen. Ohne Ermöglichung der Aufklärung auch keine Entschädigung, grob gesprochen.
Hat damals eigentlich an die Botschaft abgeordnete deutsche Polizei an dem Fall gearbeitet (du schreibst immer "deutsche Polizei")?
Falls dein Antrag abgelehnt wird, kannst du dir immer noch überlegen wie du dagegen vorgehen willst (evtl. Widerspruch, evtl. mit Anwalt).

Jetzt kommt es ganz darauf an wie du die ganze Sache besser verarbeiten kannst. Indem du sagst, ich will nichts mehr sehen und hören davon oder indem du versuchst, z.B. eine Entschädigung zu erhalten (Konfrontation mit der Sache).
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karima66
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Re: Zur Geschichte 343

Beitrag von karima66 » 16.04.2018, 12:51

Eigentlich ein gutes Schlusswort, gadi, aber ich kam erst heute zum Lesen der Geschichte und möchte speziell noch mal für Tunesien in dieser Sache warnen.
Ich habe dort mehrere solcher Geschichten miterlebt, konnte nur begrenzt helfen da es sonst auch für mich gefährlich geworden wäre, wurde öfter bedroht mich nicht einzumischen und ließ das dann auch, wollte ja damals weiter dort leben.
Es betraf meist ältere, schwule Männer aus der Schweiz und Frankreich.
Sie wurden ausgeraubt, brutal verprügelt, Einen fand man morgens im Gebüsch.
Die meisten der Jungs die sich dort mit schwulen Männern abgeben sind nicht schwul.
Keiner der Jungs sucht dort Liebe bei den Männern, es geht nur um Bezness, sie prostituieren sich für Geld und ein Auskommen dort.
Die wirklichen Schwulen dort leben das meist geheim und outen sich nicht, oft sind sie verheiratet.
Jeder schwule deutsche Mann der dort wegen den Jungs hinfährt sollte sich des hohen Risikos bewusst sein.

gadi
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Re: Zur Geschichte 343

Beitrag von gadi » 16.04.2018, 14:19

karima66 hat geschrieben:Eigentlich ein gutes Schlusswort, gadi, aber ich kam erst heute zum Lesen der Geschichte und möchte speziell noch mal für Tunesien in dieser Sache warnen.
Ich habe dort mehrere solcher Geschichten miterlebt, konnte nur begrenzt helfen da es sonst auch für mich gefährlich geworden wäre, wurde öfter bedroht mich nicht einzumischen und ließ das dann auch, wollte ja damals weiter dort leben.
Es betraf meist ältere, schwule Männer aus der Schweiz und Frankreich.
Sie wurden ausgeraubt, brutal verprügelt, Einen fand man morgens im Gebüsch.
Die meisten der Jungs die sich dort mit schwulen Männern abgeben sind nicht schwul.
Keiner der Jungs sucht dort Liebe bei den Männern, es geht nur um Bezness, sie prostituieren sich für Geld und ein Auskommen dort.
Die wirklichen Schwulen dort leben das meist geheim und outen sich nicht, oft sind sie verheiratet.
Jeder schwule deutsche Mann der dort wegen den Jungs hinfährt sollte sich des hohen Risikos bewusst sein.
Karima, dein Bericht, insb. dass du gleich mehrere solcher Geschichten miterleben musstest/mitbekommen hast, macht betroffen. Obwohl man ja eigentlich weiß, wie verachtungsvoll, respektlos und brutal dort mit Schwulen umgegangen wird.
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Re: Zur Geschichte 343

Beitrag von karima66 » 16.04.2018, 17:02

Ja, gadi, ich sehe sie heute noch vor mir, der Franzose war übelste zugerichtet und kam nach dem Vorfall auch nicht wieder.
Er lebte immer ein paar Monate dort und früh dann mal wieder paar Wochen nach Frankreich, war damals 60 und ich dachte er hat ja Lebenserfahrung, wird schon aufpassen, kennt das Milieu.
Er kam immer auf einen Plausch zu mir, erzählte schon vorher mal, dass er ausgeraubt wurde, aber das fand er nicht so schlimm.
Dann sah ich ihn lange nicht und dann kam er nach Entlassung aus dem Krankenhaus um sich für immer zu verabschieden, ich war entsetzt, das ganze Gesicht grün und blau, Frontzähne fehlten und er Schlich wie ein Greis.
Von seiner lustigen Art war nichts mehr da.
Ich hatte paar der Jungs immer mal wieder gesehen, alle auch um die 20, wesentlich jünger also.
Die Schweizer kannte ich auch gut, Einen hab ich nach dem Überfall nicht mehr gesehen, der Andere schilderte in welchem Zustand er gefunden wurde.
Diese Geschichten gingen mir nahe, weil es wirklich so nette Männer waren mit denen ich viele schöne Momente erlebte.
Einige andere Geschichten bekam ich mit als ich anfangs noch im Café dort in einer Touristenzone arbeitete.
Da kannte ich die jungen Tunesier vom sehen mit immer anderen Männern und wurde bedroht, wenn ich Einem was sagen sollte was ich alles so mitbekam, sie wüssten ja wo ich wohne und dass ich alleine bin.
War nicht lustig.
Die Jungs sind wie gesagt alle nicht schwul, aber unterste Schublade, erzählen die rührendsten Geschichten, schlimm.
Ich kann nur jedem Schwulen abraten sich auch nur irgendwie auf die einzulassen.

Agadirbleu
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Re: Zur Geschichte 343

Beitrag von Agadirbleu » 16.04.2018, 23:37

@ karima 66

[quote]Ich kann nur jedem Schwulen abraten sich auch nur irgendwie auf die einzulassen.


so ist es Karima, gilt auch für MA, aber mancher hat auch die rosarote Brille auf!

Agadir und Marrakech sind im wahrsten Sinne des Wortes ein sehr heisses Pflaster.
Es gab in den letzten Jahrzehnten mehr als einen toten Europäer in der Szene.
Betrug, Lügen ohne Ende, Erpressung, Tätlichkeiten .......das ganze Programm bis hin zum Mord.
Es sind junge männliche Prostituierte aus der untersten Schicht, die einen Europäer als Gans, die goldene Eier legt, ansieht.

Ein krasse Fall ging vor ein paar Jahren durch die marokkanische Presse: Ein Deutscher hatte sich in einen jungen Marokkaner verguckt und wollte ihn in D heiraten, wurde von der Behörde auch nicht abgelehnt und so kam der junge Mann nach D. Nach der Eheschliessung war's vorbei - sein Ziel war nur nach D zu kommen, weil dort bereits die marok. Freundin auf ihn wartete!

Agadirbleu

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Re: Zur Geschichte 343

Beitrag von NGal » 19.04.2018, 21:07

Agadirbleu hat geschrieben:@ karima 66
Ich kann nur jedem Schwulen abraten sich auch nur irgendwie auf die einzulassen.


so ist es Karima, gilt auch für MA, aber mancher hat auch die rosarote Brille auf!

Agadir und Marrakech sind im wahrsten Sinne des Wortes ein sehr heisses Pflaster.
Es gab in den letzten Jahrzehnten mehr als einen toten Europäer in der Szene.
Betrug, Lügen ohne Ende, Erpressung, Tätlichkeiten .......das ganze Programm bis hin zum Mord.
Es sind junge männliche Prostituierte aus der untersten Schicht, die einen Europäer als Gans, die goldene Eier legt, ansieht.

Ein krasse Fall ging vor ein paar Jahren durch die marokkanische Presse: Ein Deutscher hatte sich in einen jungen Marokkaner verguckt und wollte ihn in D heiraten, wurde von der Behörde auch nicht abgelehnt und so kam der junge Mann nach D. Nach der Eheschliessung war's vorbei - sein Ziel war nur nach D zu kommen, weil dort bereits die marok. Freundin auf ihn wartete!

Agadirbleu
Auf der anderen Seite, ich habe mehrere Dokumenten (al-Jazeera, BBC usw) über dieses traurige Thema gesehen, und wie die europäische Männer in Marokko die einheimische Jungs sich 'kaufen' ... und es wird meistens so vorgestellt als hätten diese arme Kerle gar keine Alternative, keine Chance und keine Möglichkeit 'nein' zu sagen. Die reiche Europäer sind die Kolonialisten (bei vielen glaube ich es auch), die mit ihrem Geld dort im Paradies als Herren leben können.
Die Wahrheit ist vielfältig und komplex, und es sieht so aus dass die Medien möchten über diese dunkle Realität (Bezness/Gewalt gegen Schwulen) völlig schweigen...

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Re: Zur Geschichte 343

Beitrag von Evelyne » 19.04.2018, 22:18

@NGal, es ist verwerflich, wenn sich Schwule Europäer einheimische in Not geratene Jungs für Sex kaufen.
Das ist aber Sextourismus und hat nichts mit Bezness zu tun. Bitte nicht verwechseln!
Lieben Gruß
Evelyne Kern
presse@1001Geschichte.de
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Niemand ist selbst schuld, wenn er Opfer eines Betruges wird. Bezness ist Betrug.

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Re: Zur Geschichte 343

Beitrag von Agadirbleu » 19.04.2018, 22:21

@ NGal,
ich stimme absolut zu, das Problem ist vielschichtig. Was heißt "reiche Europäer" ? - nur weil sie ein paar Euro mehr im Beutel haben.
Abgesehen davon, gibt es auch sehr wohlhabende Europäer, die sich aber keinen "Strichj....." vom Strand oder aus den kleinen Cafés holen. Ich weiss auch, dass die Europäer manchmal den Mund sehr voll nehmen und dem "Kleinen" ein Ticket nach Europa versprechen etc. Manche schaffen es auch tatsächlich, so etwas wie "Apanage" vom Europäer zu beziehen und hören, falls sie das jemals getan haben sollten, ziemlich schnell auf, einer geregelten Arbeit nachzugehen. Mehrmals mit eigenen Augen gesehen und erlebt.

Grade in MA gäbe es genügend Arbeitsstellen auch für Ungelernte u. a. im Hafen, bei der Fischerei, Wohnungsbau und im Strassenbau. Besonders im Strassenbau findet sich in Agadir und Umgebung so gut wie niemand bereit, dort zu arbeiten. Die Arbeiter kommen alle weit aus dem Süden, schuften und fahren nur alle paar Wochen nach Hause ihre Familie besuchen. Die jungen Gadiris sind sich dazu zu schade und ihre Eltern fragen nicht nach, woher das Geld kommt.....
Es gab Fälle, in denen der eigene Familienvater den minderjährigen Sohn einschlägigen Kreisen angeboten und zugeführt hat und das Geld im voraus kassiert hat.

Solange Angebot und Nachfrage funktoniert, wird sich daran auch nichts ändern und wenn zitausend Arbeitsplätze zur Disposition stünden. Das ist nicht erst heute so.....

Agadirbleu

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Re: Zur Geschichte 343

Beitrag von NGal » 19.04.2018, 22:57

Evelyne hat geschrieben:@NGal, es ist verwerflich, wenn sich Schwule Europäer einheimische in Not geratene Jungs für Sex kaufen.
Das ist aber Sextourismus und hat nichts mit Bezness zu tun. Bitte nicht verwechseln!
Natürlich ist es völlig verweflich. Aber wie gesehen, auch viele westliche Männer werden brutal betrogen und ausgenutzt. Manchmal ist es sehr schwer zu sehen, wer die Opfer, wer die Täter sind.. Ich sehe gar keine Gewinner hier, die ganze Szene ist voll Verachtung.
Agadirbleu hat geschrieben: Es gab Fälle, in denen der eigene Familienvater den minderjährigen Sohn einschlägigen Kreisen angeboten und zugeführt hat und das Geld im voraus kassiert hat.

Solange Angebot und Nachfrage funktoniert, wird sich daran auch nichts ändern und wenn zitausend Arbeitsplätze zur Disposition stünden. Das ist nicht erst heute so.....

Agadirbleu


:( :cry: Sehr traurig.

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Re: Zur Geschichte 343

Beitrag von Inna67 » 23.05.2018, 20:49

Hallo Dylan,

Ich bin etwas spät, hoffentlich nicht zu spät, verzichte bitte auf Nichts !
Deine Geschichte ist so heftig dass ich die ganze Nacht nicht schlafen konnte nachdem ich sie gelesen hatte !
Hast Du schon mal überlegt Dein Helfersyndrom auf Tiere bzw. Straßenhunde oder misshandelte Pferde zu fokussieren?
Die sind sehr dankbar und loyal und man erlebt nicht solche Überraschungen wie mit Menschen !

Alles Gute Dir
Inna

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