Wie ist das Liebesbetrüger zu sein?

Das Internet bietet über die vielen messanger wie: Pal-Talk - ICQ - MSN - Yahoo & Skype - die idealen Plattformen für Beznesser? Hier könnt ihr Euch informieren und austauschen.

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Toastie
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Wie ist das Liebesbetrüger zu sein?

Beitrag von Toastie » 12.12.2022, 08:27

Achtung: Triggerwarnung :!:
Ich konnte das Video nur mit Unterbrechungen ansehen, da ich sämtliche Zustände bekommen habe :evil: :twisted: :!:
Es geht in dem Video um Lovescams, wo der Betrüger selbst zu Wort kommt. Viel Empathie und Reue war ja mMn nicht zu spüren, na ja, ist ja auch kaum verwunderlich. Vielleicht ist diese "harte Kost" für den einen oder die andere trotzdem ganz interessant:
https://www.youtube.com/watch?v=acg_VJ5f_VY
Liebe Grüße,
Toastie
Getoastet aber nicht verbrannt (Toastie)

karima66
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Re: Wie ist das Liebesbetrüger zu sein?

Beitrag von karima66 » 12.12.2022, 15:10

Hallo Toastie,

ich kriegte gleich am Anfang nen Hals als er sich immer auch als Opfer sah, dann dass er beschrieb was es für ne Hölle gewesen ist, drei Jahre Bewährung sind Hölle, hat der ne Ahnung wie es Menschen geht die so betrogen wurden, nein, also ok er hat sich geoutet und sicher ist so ein Video gut und hilft vielleicht doch manchen Menschen sich auf sowas nicht einzulassen, aber na ja….die Reue nehm ich ihm nicht ab und er hat eigentlich nur sich bedauert….

Aber wie schon so oft….ich kapier es immer noch nicht und werde dies auch nicht tun, klassisches Bezness kann jedem passieren und ist mir ansatzweise mehrmals selbst passiert, immer nur bis zu einem Punkt, aber klar man ist ja verliebt und macht dann manchmal die dümmsten Sachen, aber die Männer die mich betrügen konnten kannte ich, zumindest aus Urlauben oder hier in D, aber real….

Ich weiß man kann sich auch online verlieben, auch das hab ich selbst erlebt und ja wenn man länger Single und schon etwas älter, war damals 43, dann ist man suchend, möchte nicht alleine sein usw…..ich bin da auch auf schlimme Typen reingefallen, aber außer emotionaler kurzfristiger Verletzung blieb da nichts denn niemals würde ich Geld geben, mal helfen mit 100€ wenn ich mit demjenigen zusammenwohne ja, aber einem Fremden, einem Menschen den ich im realen Leben nie traf, der so wie der dort im Video meinte er kaufte dann Gold und verkaufte, für Millionen und dann solche Summen wo man nichts überprüfen kann ob’s stimmt, Never ever bezahlte ich…..da bin ich vielleicht anders erzogen, aber Geld, Haus, meine Existenz, für eine virtuelle Figur……verbale Liebe kaufen so teuer…..nein, da hab ich wohl ein Gen das mich gut schützt.

Deshalb wirklich wichtig dieses Video anzusehen, unbedingt im Internet niemals zu vertrauen wenn man den Menschen nicht kennt….
Ich würde es auch lassen Männer anzuschreiben oder generell zu schreiben die weit weg sind und die ich eben nicht nach einer Woche mal treffen kann….

Unfassbar mit welcher Kälte die Menschen um ihr Geld betrügen….ich hätte da nicht so wie der Interviewer ruhig sitzen und zuhören können, ich hätte mich bremsen müssen nicht die Beherrschung zu verlieren.

Es ist hart….aber man sollte sich das ansehen, am besten bevor es zu spät ist…..

Efendi II
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Re: Wie ist das Liebesbetrüger zu sein?

Beitrag von Efendi II » 12.12.2022, 19:53

karima66 hat geschrieben:
12.12.2022, 15:10
Es ist hart….aber man sollte sich das ansehen, am besten bevor es zu spät ist…..
Diejenigen, die es erlebt haben, kennen das.

Die es noch nicht erlebt haben, glauben es nicht -> AMIGA.
Toleranz ist die letzte Tugend einer untergehenden Gesellschaft.
- Aristoteles -

StrivingForLight
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Re: Wie ist das Liebesbetrüger zu sein?

Beitrag von StrivingForLight » 12.12.2022, 20:14

Danke, Toastie, für das Einstellen des Videos. Ich habe, wie karima auch schreibt, gleich zu Anfang einen dicken Hals bekommen. Da kann ich sehr gut nachvollziehen, wie nahe es erst recht ehemals Betroffenen gehen muss.

Reue? Nein, von Reue keine Spur. Der Typ bedauert sich selbst, weil er, wie er behauptet, alles verloren habe. Was hat er denn verloren? Doch nur das, was er Frauen, die an Liebe glaubten, niederträchtig und in hinterhältiger Weise aus der Tasche gezogen hat. Die Frauen verlieren neben ihrem Geld vor allem ihr Selbstwertgefühl und bleiben häufig für lange Zeit in ihrem Gefühlschaos gefangen, bevor sie ihr Erlebtes verarbeiten und sich befreien können. Was Verlust wirklich bedeutet, was er wirklich angerichtet hat, davon hat dieser Typ keine Ahnung. Zumindest in Bezug auf die Frauen, die er hintergangen hat, möchte ich das genau so behaupten.

Weiterhin alles Gute, Toastie und karima, und liebe Grüße!
"Und wenn du das Gefühl hast, dass gerade alles auseinander zu fallen scheint, bleib ganz ruhig ...
es sortiert sich gerade neu!"
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karima66
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Re: Wie ist das Liebesbetrüger zu sein?

Beitrag von karima66 » 13.12.2022, 07:44

Danke, dir auch liebe Strivingforlight!

Toastie
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Re: Wie ist das Liebesbetrüger zu sein?

Beitrag von Toastie » 16.12.2022, 09:58

karima66 hat geschrieben:
12.12.2022, 15:10
Hallo Toastie,
ich kriegte gleich am Anfang nen Hals als er sich immer auch als Opfer sah, dann dass er beschrieb was es für ne Hölle gewesen ist, drei Jahre Bewährung sind Hölle, hat der ne Ahnung wie es Menschen geht die so betrogen wurden, nein, also ok er hat sich geoutet und sicher ist so ein Video gut und hilft vielleicht doch manchen Menschen sich auf sowas nicht einzulassen, aber na ja….die Reue nehm ich ihm nicht ab und er hat eigentlich nur sich bedauert….
Hallo Karima!
Toll, du hattest genau dieselben Eindrücke! 8) Wahnsinn, ja! :evil: Mir ging es genau so! :shock: :roll:
Ich finde man kann diesen Lügnern an ihrem Blick schon erkennen, wenn das, was sie sagen, nicht der 'Wahrheit entspricht! :x Immer, wenn es um die Betroffenen ging, hat der weggeschaut und schnell wieder zu sich und seinem eigenen "Leid" umgelenkt. Würde er den Opfern finanziell etwas zurückgeben? Seine Antwort: "wenn ich Millionär wäre, ja!" :evil: . Das hat mir alles gesagt! Er WAR Millionär als er den Opfern alles weggenommen hat! Hat alles ausgegeben und nun hat er zu wenig Geld, um das Gestohlene zurück zu geben? Awwwww, der Arme! Bitte kurz mal alle für ihn weinen :evil: ! Deswegen wäre es toll, wenn wenigstens das Recht hier etwas Gerechtigkeit hergestellt hätte. "Welches Recht?" fragt man sich dann manchmal! :roll: Selbst die Justiz scheint zu denken "selbst schuld, sie hätten ihm ja nicht Geld geben MÜSSEN! Sagt einem doch der Hausverstand"....naja.... :roll:
karima66 hat geschrieben:
12.12.2022, 15:10
Aber wie schon so oft….ich kapier es immer noch nicht und werde dies auch nicht tun, klassisches Bezness kann jedem passieren und ist mir ansatzweise mehrmals selbst passiert, immer nur bis zu einem Punkt, aber klar man ist ja verliebt und macht dann manchmal die dümmsten Sachen, aber die Männer die mich betrügen konnten kannte ich, zumindest aus Urlauben oder hier in D, aber real….
...aber einem Fremden, einem Menschen den ich im realen Leben nie traf, der so wie der dort im Video meinte er kaufte dann Gold und verkaufte, für Millionen und dann solche Summen wo man nichts überprüfen kann ob’s stimmt, Never ever bezahlte ich…..da bin ich vielleicht anders erzogen, aber Geld, Haus, meine Existenz, für eine virtuelle Figur……verbale Liebe kaufen so teuer…..nein, da hab ich wohl ein Gen das mich gut schützt.
Ich denke ich habe da auch ein Gen, das mich schützt :wink: , also davor, jemandem völlig Fremden übers Internet Geld zu geben! Aber dann erinnere ich mich an meine Bezness-Erfahrung und weiß es nicht mehr :? . Denn damals war ich auch überzeugt einen eingebauten "Lügen-Detektor" zu besitzen und immer hinter die Kulissen schauen zu können und sofort zu bemerken, wenn es jemand nicht ehrlich mit mir meint :? . Und dass ich sogar mein gesamtes Leben aufzugeben bereit gewesen wäre, und so einen Verbrecher fast geheiratet hätte, das hätte ich mir auch niemals vorstellen können, deswegen bin ich inzwischen sehr vorsichtig mit den Überzeugungen in die Richtung "das würde MIR nie passieren!". :cry:
karima66 hat geschrieben:
12.12.2022, 15:10
Deshalb wirklich wichtig dieses Video anzusehen, unbedingt im Internet niemals zu vertrauen wenn man den Menschen nicht kennt….
Ich würde es auch lassen Männer anzuschreiben oder generell zu schreiben die weit weg sind und die ich eben nicht nach einer Woche mal treffen kann….Unfassbar mit welcher Kälte die Menschen um ihr Geld betrügen….ich hätte da nicht so wie der Interviewer ruhig sitzen und zuhören können, ich hätte mich bremsen müssen nicht die Beherrschung zu verlieren.

Das ist wirklich der einzige Grund, warum es Sinn macht, diesem Idioten zuzuhören. Damit man die Masche kennt und vielleicht auch sieht, wie sehr das ein Geschäft für diese Liebesbetrüger ist. Denn über das, was er den Frauen alles für Lügen aufgetischt hat, wie er Gefühle inszeniert hat, und welche wahnwitzigen Luftschlösser er ihnen vor Augen aufgebaut hat, hat er LEIDER kein einziges Wort verloren! :evil: :twisted: Wäre dann für ihn wohl ein bisschen "peinlich" gewesen. Oder es war für ihn so normal und selbstverständlich, was er getan hat, dass er überhaupt nicht daran dachte, dass es interessieren könnte, was eigentlich die Essenz, der "Schmäh" oder Trick dieses Verbrechens ist! :!: :evil: Er hätte den Verbrecher, den er vorgespielt hat, zumindest mal eine Sekunde zeigen sollen, finde ich! Dann hätte ich ein bisschen Respekt für seinen "Auftritt'" gehabt! :evil: :roll:
Liebe Grüße,
Toastie
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Toastie
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Re: Wie ist das Liebesbetrüger zu sein?

Beitrag von Toastie » 16.12.2022, 10:02

Efendi II hat geschrieben:
12.12.2022, 19:53
karima66 hat geschrieben:
12.12.2022, 15:10
Es ist hart….aber man sollte sich das ansehen, am besten bevor es zu spät ist…..
Diejenigen, die es erlebt haben, kennen das.

Die es noch nicht erlebt haben, glauben es nicht -> AMIGA.
Ich denke auch oft so, Efendi! :cry:
Aber dann habe ich auch Hoffnung, dass man die "AMIGA"-Betroffenen durch irgendetwas aufwecken kann. Indem man einen Gedanken, Zweifel oder ein ungutes Gefühl aufspürt oder (zufällig) anspricht! Ich bin davon überzeugt, dass dieses Forum z.B. diese Macht hat! :wink: 8)
Liebe Grüße,
Toastie
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Toastie
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Re: Wie ist das Liebesbetrüger zu sein?

Beitrag von Toastie » 16.12.2022, 10:13

StrivingForLight hat geschrieben:
12.12.2022, 20:14
Danke, Toastie, für das Einstellen des Videos. Ich habe, wie karima auch schreibt, gleich zu Anfang einen dicken Hals bekommen. Da kann ich sehr gut nachvollziehen, wie nahe es erst recht ehemals Betroffenen gehen muss.
Mir ging es da genau wie euch, StivingForLight und Karima! Ich hatte kurz nachdem ich dieses Video sah eine Prüfung und ich musste das darüber Nachdenken dann tatsächlich auf später verschieben denn es nahm mir sämtliche Kraft, weiter zu "funktionieren" :evil: :twisted: . Ich wusste gar nicht, dass mich so etwas nach wie vor so wütend machen kann! :?
StrivingForLight hat geschrieben:
12.12.2022, 20:14
Reue? Nein, von Reue keine Spur. Der Typ bedauert sich selbst, weil er, wie er behauptet, alles verloren habe. Was hat er denn verloren? Doch nur das, was er Frauen, die an Liebe glaubten, niederträchtig und in hinterhältiger Weise aus der Tasche gezogen hat. Die Frauen verlieren neben ihrem Geld vor allem ihr Selbstwertgefühl und bleiben häufig für lange Zeit in ihrem Gefühlschaos gefangen, bevor sie ihr Erlebtes verarbeiten und sich befreien können. Was Verlust wirklich bedeutet, was er wirklich angerichtet hat, davon hat dieser Typ keine Ahnung. Zumindest in Bezug auf die Frauen, die er hintergangen hat, möchte ich das genau so behaupten.
Alles verloren? Ganz genau! :roll: Dass ich nicht lache! :twisted: Ich denke leider inzwischen, dass diese Liebesbetrüger nicht nur keine Empathie und kein Mitleid für ihre Opfer empfinden, sondern, dass sie sogar denken, die hätten das verdient! :evil: Auch bei ihm bin ich davon überzeugt. Bei dieser Selbst-Inszenierung über Youtube geht es ihm nur um Geld und irgendwie Applaus zu bekommen. Vielleicht hat er seinen Verwandten gesagt, dass er "sogar" öffentlich sich entschuldigt hat! Wow! Was für ein "Ehrenmann"? :roll: Wie kann/könnte man sich überhaupt bei einer Internet-Community für so ein Verbrechen "entschuldigen", also einer Community, die damit gar nichts zu tun hat, und davon ev. zum ersten Mal hört? Also wenn man gleichzeitig absolut nichts für die Opfer tut, meine ich? Verstehe ich nicht! Also kann es für mich nur um "Aufmerksamkeit" für sich selbst gehen.
StrivingForLight hat geschrieben:
12.12.2022, 20:14
Weiterhin alles Gute, Toastie und karima, und liebe Grüße!
Danke, liebe StrivingForLight! Dir wünsche ich auch alles Gute und vielen Dank für deine tollen Inputs! :wink:
Liebe Grüße,
Toastie
Getoastet aber nicht verbrannt (Toastie)

StrivingForLight
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Re: Wie ist das Liebesbetrüger zu sein?

Beitrag von StrivingForLight » 16.12.2022, 17:01

Liebe Toastie,
Toastie hat geschrieben:
16.12.2022, 10:13
Ich hatte kurz nachdem ich dieses Video sah eine Prüfung und ich musste das darüber Nachdenken dann tatsächlich auf später verschieben denn es nahm mir sämtliche Kraft, weiter zu "funktionieren" :evil: :twisted: . Ich wusste gar nicht, dass mich so etwas nach wie vor so wütend machen kann! :?
Oha, es muss sehr schwierig für Dich gewesen sein, so kurz vor einer Prüfung. Ich hoffe, sie war dennoch erfolgreich für Dich!

Diese Wut, auch nach langen Jahren manchmal noch, die kenne ich auch. Mir zeigt das immer wieder auf's Neue das ganze Ausmaß der Verletzung an. Da glaubte ich, etwas vollständig überwunden zu haben, und urplötzlich tauchen wieder Erinnerungen auf, und ich habe das Gefühl, zurückgeworfen zu werden. Menschen funktionieren eben nicht, und die Erinnerungen tragen wir mit uns. Dass ich die nicht löschen kann, durch nichts, sondern nur im Laufe der Zeit stückchenweise verarbeiten kann, dass sie trotzdem immer mal wieder „aufploppen“ können, an die Oberfläche kommen können, das habe ich inzwischen akzeptiert. Ich denke dann: Ach, schau an, da isses wieder, immer noch.
Und nach jedem Aufploppen verarbeite ich einen weiteren Teil, und das ganz bewusst. D. h., ich verdränge nichts, denn dann bohrt es im Unbewussten weiter.
Toastie hat geschrieben:
16.12.2022, 10:13
Alles verloren? Ganz genau! Dass ich nicht lache! Ich denke leider inzwischen, dass diese Liebesbetrüger nicht nur keine Empathie und kein Mitleid für ihre Opfer empfinden, sondern, dass sie sogar denken, die hätten das verdient! Auch bei ihm bin ich davon überzeugt. Bei dieser Selbst-Inszenierung über Youtube geht es ihm nur um Geld und irgendwie Applaus zu bekommen. Vielleicht hat er seinen Verwandten gesagt, dass er "sogar" öffentlich sich entschuldigt hat! Wow! Was für ein "Ehrenmann"? Wie kann/könnte man sich überhaupt bei einer Internet-Community für so ein Verbrechen "entschuldigen", also einer Community, die damit gar nichts zu tun hat, und davon ev. zum ersten Mal hört? Also wenn man gleichzeitig absolut nichts für die Opfer tut, meine ich? Verstehe ich nicht! Also kann es für mich nur um "Aufmerksamkeit" für sich selbst gehen.

Das trifft den Punkt, genau das geht auch in mir vor nach Sichtung des Videos. Selbst-Inszenierung. Der Typ schwelgt in Selbstmitleid, weil er meint, etwas verloren zu haben, und kommt sich bei seiner „öffentlichen Entschuldigung“ offenbar noch ganz großartig vor. Ich hoffe sehr, dass Betroffene nicht den Eindruck bekommen, dass Beznesser so schlimm ja gar nicht sein können, wenn sie über ihr Handeln öffentlich „nachdenken“ und „reflektieren“. Es verwischt die Realität und ist eine erneute Täuschung! Bezness ist und bleibt ein Verbrechen!
Ehrlich gesagt, vermisse ich die Eindringlichkeit, den deutlichen und warnenden Hinweis in diesem Video darauf, wie schlimm es für Betroffene ist, und dass diese viel, viel mehr verlieren als nur ihr Geld.

Lieben Dank für dein Kompliment, Toastie!
Ich mag diese Website, weil sich hier so viele einfühlsame Menschen befinden, die ehrlich auch an anderen Schicksalen interessiert sind und nach Kräften Hilfestellung geben. Viele hier haben eine besondere Gabe, sich in Andere einfühlen zu können, ganz besonders auch Du, Toastie.

Mal so nebenbei: Mein Nick beschreibt die Stimmung, in der ich mich häufig bewusst befinde, mein inneres Streben. Inzwischen empfinde ich ihn als viel zu sperrig. Striv sollte für die direkte Anrede eigentlich reichen. Das gilt natürlich für alle ;-)

Liebe Grüße
Striv
"Und wenn du das Gefühl hast, dass gerade alles auseinander zu fallen scheint, bleib ganz ruhig ...
es sortiert sich gerade neu!"
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Toastie
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Re: Wie ist das Liebesbetrüger zu sein?

Beitrag von Toastie » 16.12.2022, 20:32

Guten Abend Striv!
StrivingForLight hat geschrieben:
16.12.2022, 17:01
Oha, es muss sehr schwierig für Dich gewesen sein, so kurz vor einer Prüfung. Ich hoffe, sie war dennoch erfolgreich für Dich!
Diese Wut, auch nach langen Jahren manchmal noch, die kenne ich auch. Mir zeigt das immer wieder auf's Neue das ganze Ausmaß der Verletzung an. Da glaubte ich, etwas vollständig überwunden zu haben, und urplötzlich tauchen wieder Erinnerungen auf, und ich habe das Gefühl, zurückgeworfen zu werden. Menschen funktionieren eben nicht, und die Erinnerungen tragen wir mit uns. Dass ich die nicht löschen kann, durch nichts, sondern nur im Laufe der Zeit stückchenweise verarbeiten kann, dass sie trotzdem immer mal wieder „aufploppen“ können, an die Oberfläche kommen können, das habe ich inzwischen akzeptiert. Ich denke dann: Ach, schau an, da isses wieder, immer noch.
Und nach jedem Aufploppen verarbeite ich einen weiteren Teil, und das ganz bewusst. D. h., ich verdränge nichts, denn dann bohrt es im Unbewussten weiter.
Ja, danke, ich hab die Prüfung geschafft! 8)
Sehr interessant, wie du das beschreibst! Wir sind sicher keine Maschinen und können nicht so leicht die Vergangenheit löschen. Das ist eine gute Taktik, finde ich, ich habe die auch so ähnlich, also ja nichts verdrängen, sondern lieber alles zulassen und bearbeiten. Meist begrüße ich die Erinnerung absichtlich freundlich und schicke sie dann wild fluchend wieder zum Teufel :mrgreen: ! Mir kommt vor die Erinnerungen sagen einem ja auch viel, mit dem man weiterarbeiten kann. Inzwischen haben sich alle Gefühle in Bezug auf diese Erinnerungen Tausend Mal verändert aber das Wichtige erscheint mir das zu sein, was gleichgeblieben ist, da versuche ich dann noch einmal hinzusehen, um ein bisschen (mehr) wieder zu verstehen, warum und wie das passiert ist, was inzwischen okay ist und was noch immer aufwühlt.
StrivingForLight hat geschrieben:
16.12.2022, 17:01
Das trifft den Punkt, genau das geht auch in mir vor nach Sichtung des Videos. Selbst-Inszenierung. Der Typ schwelgt in Selbstmitleid, weil er meint, etwas verloren zu haben, und kommt sich bei seiner „öffentlichen Entschuldigung“ offenbar noch ganz großartig vor. Ich hoffe sehr, dass Betroffene nicht den Eindruck bekommen, dass Beznesser so schlimm ja gar nicht sein können, wenn sie über ihr Handeln öffentlich „nachdenken“ und „reflektieren“. Es verwischt die Realität und ist eine erneute Täuschung! Bezness ist und bleibt ein Verbrechen!
Ehrlich gesagt, vermisse ich die Eindringlichkeit, den deutlichen und warnenden Hinweis in diesem Video darauf, wie schlimm es für Betroffene ist, und dass diese viel, viel mehr verlieren als nur ihr Geld.
Das stimmt, Striv! Das ist immer eine große Gefahr, dass das in Wirklichkeit nur eine weitere Inszenierung ist und die Außenwelt denkt "wow, der ist geläutert, reflektiert und einsichtig!" :roll: Besonders bei diesen Online-Scams ist es für mich total wichtig, dass die Betroffenen-Seite auch beleuchtet wird. Denn - noch schlimmer als bei Bezness- da ist das Unverständnis der Außenwelt für das in die Falle Tappen noch extremer mMn! Bis heute ist das schwer in die Köpfe von Nicht-Betroffenen zu bekommen. Ich habe es oft versucht, wenn ich Freundinnen hatte, die in Beziehungen waren, einen Spiegel vorzuhalten, indem ich meinte "stell dir einfach vor, du kommst drauf, dass dein Mann/Freund in Wirklichkeit nur mit dir zusammen ist, um sich durch dich Vorteile zu verschaffen, und das von Anfang an! Alles ist plötzlich eine einzige Lüge". Die Wenigsten können/konnten sich da reinfühlen. Weil es (zu) schockierend und unglaublich ist, dass einem das selbst passiert! Es bleibt dann immer der Alptraum der Anderen und da werden lieber Erklärungen gefunden, warum das dem- oder derjenigen passiert sein könnte. Es scheint Selbstschutz zu sein oder zu das Verbrechen ist einfach insgesamt zu irreal, um es begreifen zu können! :(
StrivingForLight hat geschrieben:
16.12.2022, 17:01
Lieben Dank für dein Kompliment, Toastie!
Ich mag diese Website, weil sich hier so viele einfühlsame Menschen befinden, die ehrlich auch an anderen Schicksalen interessiert sind und nach Kräften Hilfestellung geben. Viele hier haben eine besondere Gabe, sich in Andere einfühlen zu können, ganz besonders auch Du, Toastie.
Danke, liebe Striv auch für dein Kompliment! :wink: Ich sehe das ganz genauso. Hier gibt es viele Menschen, die einen auffangen durch das, dass sie einfach immer da sind und hier ihre ganz persönliche Lebenserfahrung teilen, das ist von größtem Wert!
Alles Liebe,
Toastie <3
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StrivingForLight
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Re: Wie ist das Liebesbetrüger zu sein?

Beitrag von StrivingForLight » 17.12.2022, 02:26

Hallo, liebe Toastie,
Toastie hat geschrieben:
16.12.2022, 20:32
Ja, danke, ich hab die Prüfung geschafft! 8)
Das freut mich, herzlichen Glückwunsch!
Toastie hat geschrieben:
16.12.2022, 20:32
Meist begrüße ich die Erinnerung absichtlich freundlich und schicke sie dann wild fluchend wieder zum Teufel ! Mir kommt vor die Erinnerungen sagen einem ja auch viel, mit dem man weiterarbeiten kann.
Wenn schlimme Erinnerungen sich mal wieder melden, beschäftige ich mich mit ihnen. Meistens schreibe ich meine Gedanken und Gefühle auf. Alle, auch die "bösen" (gerade die ;-)), so, wie ich sie fühle. Papier ist geduldig. Wenn es mir dann wieder besser geht, öffne ich die Wohnungstür und entlasse die Erinnerungen, mit freundlichen Worten, denn sie bringen ja auch noch nicht ganz verarbeitete Gefühle mit sich. Und wenn ich die wieder ein wenig mehr verarbeite oder zu neuen Erkenntnissen komme, bringt mich das auf jeden Fall weiter, wie Du auch schreibst. Oder ich öffne das Fenster und atme meinen Frust in den Äther hinaus. Da schadet er niemandem.
Dieser Respekt vor meinen Erinnerungen und vor meinen Gefühlen führt insgesamt zu mehr Selbstrespekt. Und ein Mensch, der sich selbst respektiert, mit allem drum und dran, ist vor Angriffen von außen besser geschützt und wehrhafter. So empfinde ich es. Es ist viel schneller der Gedanke da: Nein, so nicht, mit mir nicht mehr!
Toastie hat geschrieben:
16.12.2022, 20:32
Inzwischen haben sich alle Gefühle in Bezug auf diese Erinnerungen Tausend Mal verändert
Das erlebe ich auch so. Manchmal streifen mich Erinnerungen nur, und ich kann sie recht schnell wieder abstreifen, ohne dass sie an mir rütteln. Dann denke ich: Damit bin ich durch.
Bis sie sich wieder melden und mich gar nicht mehr nur streifen.
Manchmal aber trifft mich mit den Erinnerungen eine Wut, von der ich gar nicht wusste, dass sie in dieser Intensität noch vorhanden ist. Inzwischen denke ich, dass das etwas Natürliches ist. In unseren tieferen Bewusstseinsschichten verbleiben die Erinnerungen, verbunden mit den entsprechenden Gefühlen. So, wie wir vorher einmal waren, so unbeschwert, so werden wir nie mehr sein. Jeder traumatisierte Mensch wird dies bestätigen können. Ich sehe das aber nicht mehr als Handicap. Für mich sind es unbezahlbare Lebenserfahrungen, die mir helfen, Menschen zu verstehen, mich und andere.
Toastie hat geschrieben:
16.12.2022, 20:32
aber das Wichtige erscheint mir das zu sein, was gleichgeblieben ist, da versuche ich dann noch einmal hinzusehen, um ein bisschen (mehr) wieder zu verstehen, warum und wie das passiert ist, was inzwischen okay ist und was noch immer aufwühlt.
Das halte ich für einen sehr wichtigen Punkt. Ebenfalls denke ich, dass wir vieles bereits mitbringen, was uns für toxische Beziehungen empfänglich machte. Wenn da etwas ist, was gleichgeblieben ist, dann ist genau dieses vielleicht schon vorher dagewesen, ohne dass es uns bewusst war/ist. Dieser Aufarbeitungsprozess wird von einem tiefen Graben (im Sinne von Wühlen) in uns selbst begleitet. Manchmal begegnen uns dann Dinge, von denen wir bis dahin nicht wussten, wo sie ihren eigentlichen Ursprung haben, und das sind dann die wirklich schmerzhaften, zerreißenden Wahrheiten, die wir häufig vor uns selbst verbergen. Es sind aber gleichzeitig genau diese Wahrheiten, die, einmal gefunden und durchleuchtet, bei der Heilung helfen. Auf jeden Fall führt es zum besseren Verständnis für uns selbst, und die quälende Frage „Wie konnte mir das überhaupt passieren?“ kann irgendwann gelöst werden.
Toastie hat geschrieben:
16.12.2022, 20:32
Die Wenigsten können/konnten sich da reinfühlen. Weil es (zu) schockierend und unglaublich ist, dass einem das selbst passiert! Es bleibt dann immer der Alptraum der Anderen
Ich frage mich gerade, wie es mir erginge, wenn ich viele Dinge nicht selbst erfahren hätte. Könnte ich mich dann in diesem Maße in Andere hineinversetzen? Ich weiß es nicht.
Deshalb finde ich dieses Forum auch so wichtig. Hier muss nichts lange erklärt werden. Diejenigen, die hier ihre Geschichten veröffentlichen, wissen sofort und haargenau, worum es geht und können anderen Betroffenen sofort mit Rat und Tat zur Seite stehen. Und das Teilen von eigenen Erfahrungen ist wirklich von größtem Wert. Auch ich lerne durch's Mitlesen immer noch dazu, und nicht selten kommen mir dabei auch im Hinblick auf mich selbst neue Erkenntnisse oder Aha-Erlebnisse. Das finde ich äußerst spannend.

Alles Liebe auch für Dich, Toastie!
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Toastie
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Re: Wie ist das Liebesbetrüger zu sein?

Beitrag von Toastie » 21.12.2022, 16:23

StrivingForLight hat geschrieben:
17.12.2022, 02:26
Toastie hat geschrieben:
16.12.2022, 20:32
Ja, danke, ich hab die Prüfung geschafft! 8)
Das freut mich, herzlichen Glückwunsch!
Danke, liebe Striv! :D :wink:
StrivingForLight hat geschrieben:
17.12.2022, 02:26
Wenn schlimme Erinnerungen sich mal wieder melden, beschäftige ich mich mit ihnen. Meistens schreibe ich meine Gedanken und Gefühle auf. Alle, auch die "bösen" (gerade die ;-)), so, wie ich sie fühle. Papier ist geduldig. Wenn es mir dann wieder besser geht, öffne ich die Wohnungstür und entlasse die Erinnerungen, mit freundlichen Worten, denn sie bringen ja auch noch nicht ganz verarbeitete Gefühle mit sich.
Das ist ein sehr guter Umgang, finde ich! Auch die freundlichen Worte, weil auch immer eigene, nicht verarbeitete Gefühle mit sich schwingen können! Deinen Tipp werde ich mir auch zu Herzen nehmen! Ich denke man muss die Erinnerungen für sich irgendwie einteilen. Es gibt ja die Erinnerungen, die nur Wut in einem auslösen, dann diejenigen, die eine Fülle von anderen Gefühlen auslösen, Schmerz, Sehnsucht, Liebe usw.. Und dann gibt es speziell bei Bezness halt auch die Erinnerungen, die einem die Illusion wieder zurückbringen, der man damals aufgesessen ist! :twisted: :evil: Ich denke diese Erinnerungen sind es für mich, die ich zum Teufel jage, weil ich die Illusion bzw. die Erinnerung daran, die Erinnerung an den falschen Glauben an Liebe, manchmal einfach nicht ertrage. Die meisten Erinnerungen stören mich nicht, weil diese einem immer weiterhelfen im Gedankenprozess. Aber eben diese Erinnerungen an das "gefälschte Bild" einer Beziehung, die sind manchmal hart, unpassend oder einfach nur aufwühlend :cry: .
StrivingForLight hat geschrieben:
17.12.2022, 02:26
Manchmal aber trifft mich mit den Erinnerungen eine Wut, von der ich gar nicht wusste, dass sie in dieser Intensität noch vorhanden ist. Inzwischen denke ich, dass das etwas Natürliches ist. In unseren tieferen Bewusstseinsschichten verbleiben die Erinnerungen, verbunden mit den entsprechenden Gefühlen. So, wie wir vorher einmal waren, so unbeschwert, so werden wir nie mehr sein. Jeder traumatisierte Mensch wird dies bestätigen können. Ich sehe das aber nicht mehr als Handicap. Für mich sind es unbezahlbare Lebenserfahrungen, die mir helfen, Menschen zu verstehen, mich und andere.
Mir geht es auch so! Inzwischen denke ich auch, dass ich diese sehr schmerzhafte Erfahrung machen musste, damit mir Einiges, was ich brauche, klar werden kann!
StrivingForLight hat geschrieben:
17.12.2022, 02:26
Ebenfalls denke ich, dass wir vieles bereits mitbringen, was uns für toxische Beziehungen empfänglich machte. Wenn da etwas ist, was gleichgeblieben ist, dann ist genau dieses vielleicht schon vorher dagewesen, ohne dass es uns bewusst war/ist. Dieser Aufarbeitungsprozess wird von einem tiefen Graben (im Sinne von Wühlen) in uns selbst begleitet. Manchmal begegnen uns dann Dinge, von denen wir bis dahin nicht wussten, wo sie ihren eigentlichen Ursprung haben, und das sind dann die wirklich schmerzhaften, zerreißenden Wahrheiten, die wir häufig vor uns selbst verbergen. Es sind aber gleichzeitig genau diese Wahrheiten, die, einmal gefunden und durchleuchtet, bei der Heilung helfen. Auf jeden Fall führt es zum besseren Verständnis für uns selbst, und die quälende Frage „Wie konnte mir das überhaupt passieren?“ kann irgendwann gelöst werden.
Ich sehe das ähnlich. Bei mir sind es v.a. diese Erinnerungen, die in Wirklichkeit wie ein Spiegel sind, also die mir die Wahrheiten, die auch schon vor Bezness da waren, so unbarmherzig und nüchtern vor den Latz knallen und befehlen "sortier´das endlich, wenn du weiterkommen willst! :x
StrivingForLight hat geschrieben:
17.12.2022, 02:26
Ich frage mich gerade, wie es mir erginge, wenn ich viele Dinge nicht selbst erfahren hätte. Könnte ich mich dann in diesem Maße in Andere hineinversetzen? Ich weiß es nicht.
Deshalb finde ich dieses Forum auch so wichtig. Hier muss nichts lange erklärt werden. Diejenigen, die hier ihre Geschichten veröffentlichen, wissen sofort und haargenau, worum es geht und können anderen Betroffenen sofort mit Rat und Tat zur Seite stehen. Und das Teilen von eigenen Erfahrungen ist wirklich von größtem Wert. Auch ich lerne durch's Mitlesen immer noch dazu, und nicht selten kommen mir dabei auch im Hinblick auf mich selbst neue Erkenntnisse oder Aha-Erlebnisse. Das finde ich äußerst spannend.
Man kann sich noch so gut in andere hineinversetzen, ich denke es ist immer ein Unterschied, ob einem Bezness selbst passiert ist oder nicht. Wie du schreibst, man braucht kaum Erklärungen, denn man hat es selbst erlebt und gefühlt, das verändert einen einfach und hilft, zu verstehen, wovon der/die Betroffene spricht. Auch die Nicht-Betroffenen können allerdings sehr wertvolle Perspektiven ergänzen, die einem als Betroffene/-r ev. gar nicht (mehr) zugänglich sind. Ich lerne auch wie du immer beim Mitlesen dazu und gewinne neue Erkenntnisse, das ist wirklich sehr schön! 8) :D
Alles Liebe,
Toastie
Getoastet aber nicht verbrannt (Toastie)

StrivingForLight
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Re: Wie ist das Liebesbetrüger zu sein?

Beitrag von StrivingForLight » 23.12.2022, 04:49

Liebe Toastie,

ich musste erstmal ein wenig innehalten und über Deinen letzten Post nachdenken.
Toastie hat geschrieben:
21.12.2022, 16:23
Und dann gibt es speziell bei Bezness halt auch die Erinnerungen, die einem die Illusion wieder zurückbringen, der man damals aufgesessen ist! :twisted: :evil: Ich denke diese Erinnerungen sind es für mich, die ich zum Teufel jage
Könnte es sein, dass Du Dir immer noch Vorwürfe machst?
Ist es dieser Vorsatz des Betruges bei Bezness, dieses vorsätzlich betrügerische Vorgehen, das Betroffene auf der gefühlsmäßigen Ebene nicht nur tief verletzt, sondern dort vielleicht einen vermeintlichen (!) Makel hinterlässt, den Betroffene lange nicht auszuradieren vermögen? Kann es sein, dass es dieser vermeintliche (!) Makel ist, den Du als so schmerzhaft empfindest, dass Du die Erinnerung zum Teufel jagst? Aus Gründen der Scham?
Nein, nicht Du brauchst Dich zu schämen! Du hast nichts Unrechtes oder Anstößiges getan!
Toastie hat geschrieben:
21.12.2022, 16:23
weil ich die Illusion bzw. die Erinnerung daran, die Erinnerung an den falschen Glauben an Liebe, manchmal einfach nicht ertrage. Die meisten Erinnerungen stören mich nicht, weil diese einem immer weiterhelfen im Gedankenprozess. Aber eben diese Erinnerungen an das "gefälschte Bild" einer Beziehung, die sind manchmal hart, unpassend oder einfach nur aufwühlend
Könnte es sein, dass Du Dir die Trauer noch nicht erlaubt hast? Die Trauer über den Verlust? Denn es war ja ein riesiger emotionaler Verlust. Deine Gefühle, Deine Zuneigung, danach das Begreifen, dass die Träume zerplatzen, die Wut, der Kummer, die Trauer, die sind echt, sie sind keine Illusion, sie sind sehr wahrhaftig und können lange quälen.

Du musstest Deine Hoffnung auf eine erfüllende Liebesbeziehung wieder fahren lassen, musstest alles wieder loslassen, weil Du erkanntest, dass es Lüge und Betrug war. Was Dir geblieben ist, ist die tiefe Enttäuschung, und die will betrauert werden, ganz gleich, welcher Schuft sie warum verursacht hat.

Bestimmte Erinnerungen, die immer wieder auftauchen, manchmal durch Trigger, manchmal aus dem Nichts heraus, die Du gar nicht haben willst, würde ich nicht unpassend, sondern eher unwillkommen nennen. Mit den Gefühlen, die mit den Erinnerungen einhergehen, mit den Botschaften quasi (Gefühle sind für mich Botschaften), gehst Du in ganz ähnlicher Weise um wie ich, Du verdrängst sie nicht. Das ist auch Deine Chance, und das Bedauern, die Trauer, gehören dazu.

Das sind natürlich nur meine Vermutungen, dazu noch aus der Ferne heraus. Keinesfalls möchte ich Dich verletzen. Verarbeitungsprozesse sind sich zwar ähnlich, aber bei jedem auch wieder sehr individuell.
Toastie hat geschrieben:
21.12.2022, 16:23
ich denke es ist immer ein Unterschied, ob einem Bezness selbst passiert ist oder nicht.
Da hast Du Recht. Eine eigene Erfahrung kann nur derjenige bis ins Detail nachvollziehen, der es selbst so oder in sehr ähnlicher Weise erlebt hat. Doch zumindest den berechtigten Zorn, den Bezness hervorruft, den kann ich nachempfinden.
Lange Zeit hatte ich an eine gewisse Begebenheit gar nicht mehr gedacht. Zwischenzeitlich ist mir erstmals bewusst geworden, dass wir innerhalb der Familie bereits Ende der 1980er Jahre mit einem für meinen (leider seit langem verstorbenen) Bruder heftigen Bezness-Fall konfrontiert wurden, ohne von Bezness überhaupt eine Ahnung gehabt zu haben. Nach ca. 1 ½ Jahren „Ehe“ brach mein Bruder sein langes Schweigen, weihte uns von sich aus ein und bat um Hilfe.

Ich kann mich an den Zorn erinnern, den diese Offenbarung damals in mir auslöste. Wir hatten diese Frau sofort mit sehr viel Wohlwollen und Vertrauen in die Familie eingebunden.
Es handelte sich um eine Philippinin, die mein Bruder im Urlaub kennenlernte und kurz danach heiratete. Der emotionale Schaden war beträchtlich, der finanzielle konnte in Grenzen gehalten werden. Der Frau hatten wir kein Leid zugefügt, aber mit harten Bandagen gearbeitet, so dass mein Bruder die Annullierung der Ehe statt einer Scheidung durchsetzen konnte. Was zur Folge hatte, dass er von Unterhaltszahlungen frei kam.
Die Erinnerung daran hat mich auch im Nachhinein noch betroffen gemacht. Später heiratete mein Bruder eine Inderin, die rundherum ein ganz wunderbarer Mensch ist. Deshalb hatte ich die Sache mit der Philippinin auch schon fast vergessen.

Ich wünsche Dir, liebe Toastie, dass Du diesen zuletzt erlebten Trigger rasch überwindest, und dazu ein wunderbares, erholsames Weihnachtsfest.

Liebe Grüße
Striv
"Und wenn du das Gefühl hast, dass gerade alles auseinander zu fallen scheint, bleib ganz ruhig ...
es sortiert sich gerade neu!"
Autor unbekannt

Toastie
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Re: Wie ist das Liebesbetrüger zu sein?

Beitrag von Toastie » 23.12.2022, 14:56

Liebe Striv,
danke für deine vielen Gedankenanregungen! :wink:
StrivingForLight hat geschrieben:
23.12.2022, 04:49
Könnte es sein, dass Du Dir immer noch Vorwürfe machst?
Ist es dieser Vorsatz des Betruges bei Bezness, dieses vorsätzlich betrügerische Vorgehen, das Betroffene auf der gefühlsmäßigen Ebene nicht nur tief verletzt, sondern dort vielleicht einen vermeintlichen (!) Makel hinterlässt, den Betroffene lange nicht auszuradieren vermögen? Kann es sein, dass es dieser vermeintliche (!) Makel ist, den Du als so schmerzhaft empfindest, dass Du die Erinnerung zum Teufel jagst? Aus Gründen der Scham?
Nein, nicht Du brauchst Dich zu schämen! Du hast nichts Unrechtes oder Anstößiges getan!
Danke Dir! Die Scham ist wirklich ein Thema gewesen, allerdings nur knapp nach dem Aufwachen! Einen "Makel" hinterlässt Bezness m.M.n. auf jeden Fall, das unbeschwerte sich auf jemanden einlassen Wollen, ist zumindest bei mir sicher für immer fort. Ob das ein Makel ist, weiß ich nicht, es fühlte sich zuvor halt irgendwie natürlicher, unbeschwerter an. Aber ev. ist es in der heutigen Zeit eher natürlicher, Fremden zu misstrauen? :?
StrivingForLight hat geschrieben:
23.12.2022, 04:49
Könnte es sein, dass Du Dir die Trauer noch nicht erlaubt hast? Die Trauer über den Verlust? Denn es war ja ein riesiger emotionaler Verlust. Deine Gefühle, Deine Zuneigung, danach das Begreifen, dass die Träume zerplatzen, die Wut, der Kummer, die Trauer, die sind echt, sie sind keine Illusion, sie sind sehr wahrhaftig und können lange quälen.
Du musstest Deine Hoffnung auf eine erfüllende Liebesbeziehung wieder fahren lassen, musstest alles wieder loslassen, weil Du erkanntest, dass es Lüge und Betrug war. Was Dir geblieben ist, ist die tiefe Enttäuschung, und die will betrauert werden, ganz gleich, welcher Schuft sie warum verursacht hat.
(...)Das sind natürlich nur meine Vermutungen, dazu noch aus der Ferne heraus. Keinesfalls möchte ich Dich verletzen. Verarbeitungsprozesse sind sich zwar ähnlich, aber bei jedem auch wieder sehr individuell.
Keine Angst, deine Gedanken verletzen mich nicht, ganz im Gegenteil! Ich finde es schön, wenn mir jemand Input zu meinen Gefühlen/Gedanken gibt, das ermöglicht ja dann meist ein "Weiter-" oder sogar "Umdenken". :wink: Also ich denke ich habe wirklich mehr als genug getrauert, mindestens 3x so lang, wie die "Beziehung" oder Täuschung insgesamt dauerte. Das brauchte ich damals einfach, auch wenn meine Freundinnen meinten, dass es nun mal gut sein sollte :roll: ! Der Bezzie oder diese Täuschung hat mir auch sehr viel Wertvolles über mich gezeigt, z.B. dass ich sehr beziehungs- und liebesfähig bin, wo ich mir ja lange nicht mehr sicher war. Ich konnte mich durch die Erfahrung auch wieder besser schätzen lernen. Aber ich gebe dir Recht, es ist wichtig, das ausreichend zu betrauern und nicht als unwichtig abzutun, weil es ja gar nicht echt war. Die eigenen Gefühle waren so echt wie bei einer ehrlichen, realen Beziehung! Und die Trauer ist ja doppelt, den Menschen zu verlieren als "Beziehungs"menschen und dann die Illusion zu betrauern, das dauert sicher viel länger als bei einer realen/normalen Trennung!
StrivingForLight hat geschrieben:
23.12.2022, 04:49
Lange Zeit hatte ich an eine gewisse Begebenheit gar nicht mehr gedacht. Zwischenzeitlich ist mir erstmals bewusst geworden, dass wir innerhalb der Familie bereits Ende der 1980er Jahre mit einem für meinen (leider seit langem verstorbenen) Bruder heftigen Bezness-Fall konfrontiert wurden, ohne von Bezness überhaupt eine Ahnung gehabt zu haben. Nach ca. 1 ½ Jahren „Ehe“ brach mein Bruder sein langes Schweigen, weihte uns von sich aus ein und bat um Hilfe.

Ich kann mich an den Zorn erinnern, den diese Offenbarung damals in mir auslöste. Wir hatten diese Frau sofort mit sehr viel Wohlwollen und Vertrauen in die Familie eingebunden.
Es handelte sich um eine Philippinin, die mein Bruder im Urlaub kennenlernte und kurz danach heiratete. Der emotionale Schaden war beträchtlich, der finanzielle konnte in Grenzen gehalten werden.

Das ist schlimm! :cry: Es tut mir leid, was deinem Bruder da passiert ist! :( Und natürlich dass du dich schon von deinem Bruder verabschieden musstest! :cry: Schön finde ich, dass er dann sein Glück mit einer indischen Frau noch gefunden hat, das war wohl Karma! :D
StrivingForLight hat geschrieben:
23.12.2022, 04:49
Ich wünsche Dir, liebe Toastie, dass Du diesen zuletzt erlebten Trigger rasch überwindest, und dazu ein wunderbares, erholsames Weihnachtsfest.
Danke! Es hat mich selbst überrascht, dass mich dieser Typ aus dem Youtube-Video so wütend gemacht hat :shock: :twisted: , und ich denke, dass mich so Interviews mit Liebesbetrüger(*innen) wahrscheinlich für immer triggern werden, denn ich bilde mir ein, ich kann ihre Unehrlichkeit überall erkennen, ob sie nun zugeben, dass sie Betrüger waren oder nicht, ob sie sich einsichtig zeigen oder nicht. Bei aller Barmherzigkeit, es fällt mir schwer, jemandem Bezness zu verzeihen oder den Tätern zu glauben, dass sie wissen, was sie damit anrichten. Da verzeihe ich mir lieber selbst, ins Netz so eines Betrügers gestolpert zu sein, ich denke ich kann auch gut damit leben, Bezness den Betrügern selbst nicht zu verzeihen, ich habe damit kein Problem! Mir bedeutet der Bezzie heute gar nichts mehr, ich will ihm nicht mal mehr was Böses, zu dieser Gelassenheit dachte ich lange nicht, dass ich jemals komme und plötzlich war sie da! 8) "Wieder gut" mit diesem Menschen ist aber nichts, und für mich ist das okay so!
Ich wünsche dir ebenso ein friedliches, stressfreies Weihnachtsfest! :D
Liebe Grüße,
Toastie
Getoastet aber nicht verbrannt (Toastie)

Kain
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Re: Wie ist das Liebesbetrüger zu sein?

Beitrag von Kain » 25.12.2022, 16:03

Ich hab mir das Video jetzt angeguckt. Ich finde es gut, dass der Täter sich dem öffentlich stellt. Das heisst nicht, dass ich das gut heisst, aber dazu gehört auch ein gewisser Mut. Dir Videos von dem Leeroy sind ja auch nicht unbekannt.
Und ich finde es gut, das gerade auch auf Online-Bekanntschaften aufmerksam gemacht wird. Gerade auch unter welchem Aspekt die Opfer ausgewählt werden, das wusste ich bisher so nicht.
Ich denke der beste Schutz ist und bleibt, wenn man in den sozialen Netzwerken ist, dass man Profile auf privat stellt und unbekannte Menschen, nicht hinzufügt. Egal, ob es der "Freund von ner Freundin " ist.

Euch eine schöne Weihnachtszeit

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