Macht und Schuld

Tauschen Sie sich mit den anderen Mitgliedern über Ihre eigenen Erfahrungen über Beziehungen und Ehe mit einem orientalischen Mann aus.

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Elen
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Macht und Schuld

Beitrag von Elen » 13.04.2009, 11:22

Hallo zusammen,

Ich bin neu hier und habe erst gelesen in diesem Forum. Es ist das erste Mal, dass ich das Internet dazu benütze, einen persönlichen Beitrag zu schreiben.

Ich melde mich hier, nach langem Zögern, weil ich meinen Fall eigentlich nicht als Bezness sehe, als vielmehr als eine Falle, die ich mir selbts getstellt habe, mich überhaupt so schnell auf eine bikulturelle Ehe eingelassen zu haben.
Ich habe psychische Probleme, die sich durch die Nähe mit einem Mann, egal mit welchem, verschärfen. Nach langer Zeit des Singlelebens, hatte ich aber, trotz dieses Wissens, das Bedürfnis mich auf eine Beziehung einzulassen, vor der ich nicht wieder davonrennen konnte.
Vor 2.5 Jahren habe ich meinen Mann, den ich hier in der Schweiz als S. P. kennengelernt habe, dann sehr überstürzt in Algerien geheiratet. Dort musste ich feststellen, dass ich bereits schwanger war, was alle dort riesig freute, mich selbst aber zutiefst erschütterte. Ich fühlte mich plötzlich sehr alleine und unverstanden, da mir das mit dem Kind nun eindeutig zu schnell ging. Das Ganz wurde zu einem extremen Stress für mich, ausserdem fand ich heraus, dass mein Mann sich dort auch noch bei seiner Ex aus der Schweiz meldete, die ihn, nach vier Jahren, in denen er sich bei ihr und ihrer Familie versteckt hatte, kurz vor der Hochzeit, doch nicht mehr heiraten wollte. Ich verstand, dass er über diese Geschichte noch lange nicht hinweg war. Zu spät, ich konnte in Algerien nicht einfach meine Sachen packen und gehen. Also zog ich die Sache durch, und er schwor, dass er mich, und nur mich über alles liebe.
Ich hatte dann, kurz vor meiner Rückreise in die Schweiz, eine Fehlgeburt, worüber ich ehrlich gesagt, mehr erleichtert, als traurig war.

Als es dann nach fünf Monaten zur geglückten Familienzusammenführung kam, begannen die Probleme, da ich realisierte, welche Verantworung ich auf mich geladen hatte.
Er fand relativ schnell, wenn auch nicht die gut bezahlte Arbeit, die er mir versprochen hatte, einen Teilzeitjob, mit dem er wenigstens seinen Lebensunterhalt bestreiten kann. Ich drängte ihn, Deutsch zu lernen, da ich dies für die Grundlage einer gelungenen Integration halte, doch er fühlte sich dadurch provoziert. (Wie sprechen Französisch miteinander)
Ich bezahlte ihm einen Deutschkurs, den er abhockte wie eine Strafe.
Ich muss sagen, dass er ein sensibler, fleissiger Typ ist, der auch im Haushalt sehr viel beiträgt und für die Arbeit, die er hat, reicht sein Deutsch.

Ich habe ihn geheiratet, weil ich, naiv und verknallt wie ich war, ihm alles glaubte, was er mir versprochen hatte, und auch, um eine gute Tat zu vollbringen, und er, wie er immer wieder beteuert, natürlich nur weil er mich liebt.
Doch dann sagt er im Streit, ich solle mich scheiden lassen, wenn ich sein Leben zerstören wolle, nur zu, aber ich werde dann schon sehen, was ein richtiger Algerier sei. Dann folgen Worte, die ich gar nicht aussprechen will. Wenn er mal anfängt mit seiner autoritären Stimme, (oft wenn er getrunken hat) kommen die Beleidigungen wie Durchfall aus seinem Mund. Auch, dass ich froh sein könne, dass wir hier in Europa sind, und nicht in seiner Heimat, wo er mich schon längst erzogen(!) hätte, machen mich hellhörig. Solche Aussagen sind es, die mich (ver)zweifeln lassen, und an denen ich erkenne, dass es für ihn normal ist, so mit seiner Frau zu sprechen.
Inzwischen ist mir klar geworden, dass ich mit seiner Mentalität nicht klar komme, und er nicht mit meinen persönlichen Problemen. Ich provoziere ihn, wenn ich unzufrieden bin (mit mir selbst oder der Beziehung), bis es zu unschönen, groben Auseinandersetzungen kommt, und vor kurzem musste ich die Polizei rufen, weil ich mir anders nicht mehr zu helfen wusste. Ich besann mich auf meine «Macht», die er spüren sollte, wie ich seine Handgreiflichkeiten, seine Drohungen, und vor allem seine ständigen Beleidigungen, die mich sehr, sehr verletzen und die ich nicht mehr aushalten kann. Und immer bin ich an allem schuld.

Uns beiden tut es nach einer Eskalation leid, mir, weil ich Mitleid habe wegen seiner Aufenthaltsbewilligung, die er, im Falle einer Scheidung verlieren würde und ihm, weil er (aber nur duch das Eingreifen der hiesigen Gesetzeshüter) einsieht, dass er zu weit gegangen ist, worüber er weint und mich um Verzeihung bittet, was mein Herz trotz allem wieder erweicht.
Nach der Versöhnung bleiben bei mir die Zweifel zurück und das schlechte Gewissen mir selbst gegenüber, der ich so manches Mal versprochen habe, meiner Integrität zu liebe das alles zu beenden. Ich hasse mich dafür, ihn aus dem Dreck gezogen zu haben, um ihn nun wieder dorthin zurückzustossen, und gleichzeitig dafür, dass ich mir selbst nicht treu bin.
Und dann finde ich mich in der Schuldfalle: Ich bringe es nicht fertig, IHM DAS ANZUTUN.

Ich habe vor drei Monaten eine Therapie angefangen, und stehe nun sogar vor einem Klinikaufenthalt. Doch jeder Schritt zu meiner psychischen Stabilisierung entfernt mich weiter von ihm.

«Wer A sagt muss nicht B sagen, er kann erkennen, dass A falsch war.»
Dieser Spruch hat mich dazu bewogen, hier zu schreiben, auch wenn ich mich so sehr für mein A sagen schäme und selbst glaube, dass alles meine Schuld ist.

Ich weiss nicht, ob mir jemand helfen kann, die richtige Entscheidung zu treffen. Aber das alles mal rausgelassen zu haben, tut schon mal gut.

Elen

Hülya

Beitrag von Hülya » 13.04.2009, 11:30

Hallo Elen,

herzlich Willkommen im Namen des gesamten Teams von 1001 Geschichte.


Wir wünschen Dir einen guten und informativen Austausch.




Ich habe in Deinem Beitrag den Namen aus Datenschutzgründen abgekürzt.

Hülya

Beitrag von Hülya » 13.04.2009, 11:43

Hallo Elen,

ich habe Deinen Beitrag jetzt zweimal durchgelesen.


Wenn Du meine Tochter währst, würde ich Dir schnellstens zu einer Trennung raten. Ihr passt einfach nicht zusammen. Denn wenn jede/jeder seine Einstellung zum Zusammenleben dem anderen aufzwingt, und sogar noch bedroht, ja dann hat das keine gute Zukunft .

Es sollte jeder seinen Weg gehen.

lalala
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Beitrag von lalala » 13.04.2009, 12:25

Liebe Elen,
häusliche Gewalt ist nie gut, egal, ob sie physisch oder psychisch ist. Die Entscheidung, Dich von Deinem Mann zu trennen oder nicht, kann Dir niemand abnehmen. Du bist aber nicht dafür verantwortlich, Deinen Mann zu retten. Im Moment ist es sicher ganz, ganz wichtig, dass Du zu Dir selber Sorge trägst und Dir etwas Gutes tust mit dem Klinikaufenthalt!
Ich wünsche Dir viel Kraft!!

Indie
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Beitrag von Indie » 13.04.2009, 13:30

Hallo Elen,
trenn dich so schnell wie möglich, bevor du ganz am Ende bist.
Es ist sicher nicht einfach, ich verstehe dein Mitleid, es kann auch sein, dass er dich auf seine verquere Art liebt, aber was hast du davon.
Anscheinend hat er nie gelernt, eine Frau zu respektieren, dass wird sich vermutlich auch nicht ändern.
Was bringt es dir, wenn er nach seinen Gewaltausbrüchen bedauert, was er gesagt oder getan hat. Glaub mir, seine Hemmschwelle wird immer weiter sinken, irgendwann bedauert er deine gebrochene Nase, dannach deine Gehirnerschütterung, dann vielleicht dein gebrochenes Schlüsselbein,bis es ihm vielleicht irgendwann furchtbar leid tut, dass er dich im Streit erschlagen hat. Entschuldige meine harten Worte, aber glaub mir, es kann ganz übel enden.

Phoenix
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Beitrag von Phoenix » 13.04.2009, 19:33

Liebe Elen

Ich habe auch A gesagt und auch ich habe mich teilweise dafür geschämt.

Ich kenne dieses Wechselbald von Eskalationen, Entschuldigungen, Tränen und Aggressionen.

Irgendwann habe ich mich aber auch klar gefragt, wozu ich ja gesagt habe. "A" war für mich ein Ja-Sagen zu einer Beziehung (mir war wohler ohne), zum Zusammenleben (weil aufenthaltsrechtlich nicht anders möglich, obwohl ich lieber weiterhin allein gewohnt hätte), zu verschiedenen Problemen, die auf uns zukommen würden (Unterschiede in Mentalität und Kultur, Unverständnis auch aus der Umgebung, eine nicht einfache Integration in der Arbeitswelt etc - eben alle Problem einer binationalen Ehe mit einem Ausländer, der nicht hier aufgewachsen ist).

Ich habe aber NICHT A gesagt zu Aggressionen und Beschimpfungen (auch in der Art, ich würde dann noch sehen, wozu "ein Araber" fähig sei). Da ich dazu nicht A gesagt habe, stellte sich noch nicht einmal die Frage, dass ich B sagen müsste.

Du trägst die Verantwortung für Deinen Teil. Aber er trägt auch die Verantwortung für seinen Teil. Er hat auch A gesagt dazu, eine Frau aus einem anderen Kulturkreis in einem anderen Land zu heiraten, wohlwissend, dass die Position der Frau hier ein andere ist. Er hat damit auch A gesagt, sich anzupassen, sich zu integrieren - weil alles andere nicht funktioniert. Wenn er seine Mitverantwortung nicht tragen will, dann hat er die Folgen zu tragen.

Aggressionen-Entschuldigungen-Tränen-Beschimpfungen - das ist pure und totale Manipulation. Dafür, zu manipulieren trägt er die Verantwortung.

ich habe "meinem" mal gesagt, dass ich vielleicht Dinge vergeben kann (weil es mir nämlich auch zu blöd ist, ihm seine eigenen Aufgaben und Probleme nachzutragen), aber entschuldigen in dem Sinne, dass ich ihm die Schuld vom Rücken nehme und selbst trage, das nicht. Tue ich das, so tue ich nichts Gutes - weil er niemals lernen wird, die Verantwortung für sein eigenes Leben zu übernehmen.

Verantwortung beinhaltet ja das Wort Antwort: Eine Antwort musst Du nur geben, wo sich eine Frage an Dich richtet. Wo die Frage sich an ihn richtet, hat er die Antwort zu finden - und trägt die Verantwortung.

Also, übernimmt nicht seinen Teil auch. Deiner ist schwer genug. Du trägst auch daran, dass Du eine Ehe eingegangen ist, die schwierig sein wird - aber Du trägst nicht die Verantwortung soweit er selbst auch die Verantwortung übernehmen müsste.

Aggressionen und Gewalt sind keine Basis. Jede Form von Beziehung setzt Respekt voraus, und wenn die fehlt seinerseits, dann kannst Du dafür die Verantwortung nicht übernehmen.

Mag sein, dass er Dich liebt, aber es ist trotz seine Aufgabe, dem nachzugehen, weshalb er Dir gegenüber den Respekt verliert - egal aus welchen Gründen. Seine Herkunft, seine Familie, der Alkoholkonsum - das gehört zu seinem Schicksal. Und das muss er selbst bewältigen können.

Wünsche Dir alles Gute - ich weiss, dass es nicht einfach ist, zu erkennen, wo Dein und wo sein Beitrag und wo Deine und wo seine Verantwortung ist. Mir tut mein "habibi" in gewisser Weise auch leid, oft sogar sehr (gerade auch, wenn ich mal wieder lese, wieviel Menschen sogar eine Ueberfahrt auf Fischersbooten in Kauf nehmen, um "da raus zu kommen"). Aber er hätte die Wahl gehabt, dass es anders wird, hätte aber nach A dann auch B sagen müssen (was nicht immer nur einfach ist). Konnte/wollte er nicht - und dafür kann ich die Verantwortung nicht übernehmen.

Und, weder Du noch ich noch andere Frauen können die Verantwortung als Einzelne übernehmen für die Probleme der Menschen in Algerien und anderswo. Wir haben die Macht dazu nicht.

Auch dein Mann hatte/hat die Wahl - aber wenn er die Wahl nicht trifft, auch B zu sagen und Dir Respekt entgegen zu bringen, dann muss er auch die Folgen tragen. Du trägst Deine ja auch, und das ist für Dich auch alles andere als einfach. Dir steht nun, weil die Verantwortung für Deine persönlichen Schwierigkeiten übernimmst, ein Klinikaufenthalt bevor. Dasselbe stünde auch für ihn wohl zur Diskussion - eine Auseinandersetzung mit seinen eigenen Problemen und das Inanspruchnehmen von Hilfe. Vermutlich wird er das nicht tun, weil das nicht zu seinem Selbstverständnis gehört, aber dafür trägst Du keine Verantwortung; diese Fragen kannst Du nicht für ihn beantworten.

Pass gut auf Dich auf

Ich wünsche Dir viel Kraft und dass Du auch im Alltag Unterstützung findest.
Niemand kann euch etwas zeigen, was euch nicht schon nahezu klar geworden ist.
(Khalil Gibran)

Elen
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Beitrag von Elen » 13.04.2009, 20:19

Ich kann im Moment nicht viel schreiben, will mich aber einfach ganz herzlich bei euch allen für eure Antworten bedanken!

Vielen, vielen Dank für euer Mühe, und dass ihr mich nicht, wie mich selbst, verurteilt.

Ich spüre, dass ich hier Unterstützung bekomme, und fühle mich nicht mehr ganz so alleine mit meiner Dummheit, die eine Frau mit meiner Lebenserfahrung nicht mehr hätte machen dürfen.

Es wird immer schwieriger, je mehr man sich selbst reflektiert.

Danke @Moni, wie gut du das Ding mit der Verantwortung, die jeder für sich trägt, erläutert hast.
Inzwischen ist mein Mann froh, dass ich mir helfen lasse, und er hat versprochen, mich nicht mehr, z.Bsp. als psychiatrischen Fall, zu beschimpfen.
Für ihn war es eine Schande, dass seine Frau psychologische Probleme hat. Heute will er mich sogar unterstützen. Ich frage mich halt nur, wie das aussehen soll, wenn er für sich so etwas niemals in Betracht ziehen würde. (Da ist er aber bei weitem nicht der einzige aus meiner Familie!!!)
Ja, dass er mich liebt, und dass es ihm weh tut, dass es mir schlecht geht, glaube ich. Und ich bin ja, wie anfangs schon gesagt, kein Unschuldslamm.
Heute kann ich nicht sagen, ob ich ihn verlassen werde, oder uns noch eine Chance gebe. Für mich ist wohl jeder Mann eine potentielle Gefahr, wenn die Beziehung eine gewisse Tiefe bekommt.
Der Klinikaufenthalt ab Mai wird mir hoffentlich mehr Klarheit bringen.

Saida
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Beitrag von Saida » 13.04.2009, 21:43

Liebe Elen,
ich wünsche dir Kraft und Mut für die Entscheidungen die nur du alleine treffen kannst.
Ich hoffe das du während deines Klinkaufenthaltes zur Ruhe finden kannst und sich daraus ein Weg ergibt der für dich gut ist.
Ich glaube auch das es in erste Linie wichtig ist, das du schaust für für dich gut ist, dein Mann wird seinen Weg finden.

Liebe Grüße Saida!

Annemarie
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Beitrag von Annemarie » 13.04.2009, 22:02

Liebe Elen,

es tut mir sehr leid, dass du dich so zerissen fühlst. Ich hoffe, du schaffst es, dir Klarheit über das, was du wirklich willst, zu schaffen.

Weißt du, auch ich hatte jahrelang den Spruch im Hirn: Wer A sagt, muss auch B sagen.
Ich hatte sogar mal den Alptraum, dass Habibi kiffend im Kreis seiner Freunde sitzt und ihnen sagt: Jetzt bekommt sie ein Kind von mir, nun kann sie nicht mehr zurück.
Ich will damit nur sagen, dass mich diese Sichtweise bis in meine Träume verfolgt hat.

Ich habe die andere Variante des Spruchs auch zum 1. Mal hier gelesen und ich liebe sie.

Warum machen sich fast immer Frauen darüber Sorgen, was sie einem anderen Menschen antun könnten?

Bitte denke auch an dich und was gut für dich ist!

L.G. Annemarie

Anaba
Administration
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Beitrag von Anaba » 13.04.2009, 22:06

Ich habe die andere Variante des Spruchs auch zum 1. Mal hier gelesen und ich liebe sie.
Ich wollte den Spruch immer schon mal wechseln, aber nun lasse ich ihn weiter stehen. :lol:
Liebe Grüße
Anaba

Administratorin
anaba@1001Geschichte.de

Nichts ist schwerer und erfordert mehr Charakter, als sich offen im Gegensatz zu seiner Zeit
zu befinden und laut zu sagen: Nein
Kurt Tucholsky

brighterstar007

Beitrag von brighterstar007 » 13.04.2009, 22:36

[quote="lalala"]Liebe Elen,
häusliche Gewalt ist nie gut, egal, ob sie physisch oder psychisch ist. Die Entscheidung, Dich von Deinem Mann zu trennen oder nicht, kann Dir niemand abnehmen. Du bist aber nicht dafür verantwortlich, Deinen Mann zu retten. Im Moment ist es sicher ganz, ganz wichtig, dass Du zu Dir selber Sorge trägst und Dir etwas Gutes tust mit dem Klinikaufenthalt!
Ich wünsche Dir viel Kraft!![/quote]


Liebe Elen,

leider hört es sich für mich wie eine "normale" Ehe zwischen Moslem und Europäerin an - wenn ich da z.B. an die Verbindung zwischen meiner guten Bekannten und ihrem ausländischen Mann (seit ca. 25 Jahren verheiratet) denke. An anderer Stelle schrieb ich davon. Sie führen quasi eine periodische Trennungs-Versöhnungs-Trennungsbeziehung in entsprechenden Zeitabständen...
Wie viele - auch europäische/ westliche - Männer sehen besonders Mohamedaner die Frau anscheinend als "Besitz" und/ oder unmündiges Kind, welches sie "erziehen"/ bestrafen müssen , so scheint die kulturelle Prägung zu sein...
Übereile nichts - ausser bei körperlicher Gewalt. Für den Fall solltest Du bereits Schlüssel, Pass, andere wichtige Papiere, Geld, einen kleinen Koffer bereit haben, um schnell und überlegt agieren/reagieren zu können.
Du machst Therapie - die Lösung kommt früher oder später... so oder so...

Liebe Grüße,
im Geiste mit Dir verbunden

Brighterstar


P.S. 1 All diese kulturellen, religiösen Unterschiede sollte frau sich VOR einer verbindlichen Beziehung/Ehe ausgiebig zu Gemüte führen - aber
wem sage ich das ?

P.S 2 Wenn Du - wie ich - keine Nähe zu einem Mann ertragen kannst,
liegt das Problem erstmal bei Dir, wobei es auf keinen Fall bedeutet, dass Du daran schuld bist. Erstmal ist es so wie es ist. Auch ich sehne mich nach einem Mann - insbesondere Kuscheln/Zärtlichkeit - kann aber niemanden an mich heranlassen.
Dies bedeutet doch nach Deiner Aussage, es gäbe - zumindest nach momentanem Stand - für Dich mit JEDEM Kandidaten ein solches oder ähnliches Problem, wobei es durch kulturelle Unterschiede noch um ein Vielfaches potenziert wird.

gringa
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Beitrag von gringa » 13.04.2009, 23:35

[quote="Anaba"

Ich wollte den Spruch immer schon mal wechseln, aber nun lasse ich ihn weiter stehen. :lol:[/quote]

______________________________________

Hallo Anaba.

bitte nicht, lass ihn stehen, der ist ganz wichtig und hilft vielen
von dem verdammten anerzogenen Pflichtbewusstsein runterzukommen.




LG Gringa

Dune34
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Beitrag von Dune34 » 13.04.2009, 23:56

Liebe Elen!

Ich habe gerade aufmerksam die Beiträge gelesen, Du bist sehr hin- und hergerissen, was sicherlich für Deine innerliche Gemütsverfassung spricht. Du findest nicht den Weg der Entscheidung und bist ambivalent, obwohl Du in Dir drin genau weißt, was Du möchtest, aber Du kannst es ihm nicht gegenüber thematisieren, noch Deine Entscheidung in die Tat umsetzen.

Hilfreich ist es sicherlich nicht so Dein Leben weiterzugestalten, denn Mitleid (verliert sein Aufenthaltsgenehmigung) ist hier der falsche Berater. Zunächst solltest Du Dich im Fokus behalten, jegliche Irritationen deinerseits führen dazu, dass Deine Verfassung sich verschlechtert. Formuliere ganz klar, was Du möchtest, teile Ihm mit, dass Du Dich trennen willst. Irgendwie macht er Dir ein schlechtes Gewissen, wo Du keinesfalls eines haben solltest, denn jeder Mensch auf der Welt ist für sich selbst verantwortlich. Natürlich ist es leicht Verantwortung abzugeben, aber die Verantwortung würde ich ihm zurückreichen. Du schreibst, Du hast "ihn aus dem Dreck gezogen", hast aber Befürchtungen ihn "zurückzustoßen". Ehrlich gesagt, m.E. lebt der Mensch von Erfahrungen, diese Erfahrung hat eben nicht geklappt, das passiert aber jeden Tag mehr als tausendmal auf der Welt. Nichts ist für die Ewigkeit, wenn er bis 10 zählen kann, sollte ihm das im Vorfeld schon klar gewesen sein. Und das war ihm klar, glaube mir das, Du bist genau, wie viele andere Frauen hier nur "das Sprungbrett" via Europa. nur deshalb zieht er jetzt so ein Possenspiel ab. Der hat doch in Wirklichkeit nur die Befürchtung wieder nach Algerien zu müssen, aber das ist nicht Dein Problem.

Nochmal, man muß nicht Dinge akzeptieren, welche schädigen oder bedrohlich sind. Es gibt nichts auf der Welt, was solche Verhaltensmuster entschuldigt, auch nicht das Jemand aus einem anderen Kulturkreis kommt.

Du bist nicht dumm liebe Elen, er erkannte bei Dir die Seite, welche er gut manipulieren konnte/ kann. Wichtig ist aber, Du hast es erkannt, jetzt mußt Du nur noch den Weg nehmen, welcher Dich in Dein Leben zurückführt.

Mach in Ruhe Deine Therapie, denn die einzige Verantwortung die Du hast, ist die für Dich selbst!

Viel Kraft und Stärke wünscht Dir Dune

Elen
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Beitrag von Elen » 14.04.2009, 09:10

Danke euch für eure lieben, unterstützenden Worte,

ich habe geheult, weil ich von fremden Menschen, die ich noch nicht mal sehen kann, mehr Hilfe bekomme, als von meiner eigenen Familie. Freunde habe ich keine mehr.

ich muss jetzt stark sein, wofür ich mich früher immer gehalten habe. Für eine starke, unabhängige Frau.
Seit ich mich im Kreis drehe, verliert sich meine Energie immer mehr, und auch mein Körper reagiert schon seit Monaten. (Verdauungsprobleme, Schlafstörungen, Rückenschmerzen)
Ausserdem musste ich mein liebstes Hobby aufgeben, weil ich bei der ersten Auseinandersetzung, die nun fast ein Jahr zurückliegt, von meinem Mann zu Boden geschleudert wurde, und etwas mit meiner Schulter seither nicht mehr in Ordnung kommen will.

Es ist wohl so, dass er mich geschickt manipuliert und mir damit mehr und mehr den Boden unter den Füssen wegzieht.

Ich kann immer noch nicht verstehen, wie ich in so etwas hereingeraten konnte. ICH!
Hätte ich diese Seite damals gekannt!

Wofür ich mich heute auch in den Arsch beissen könnte ist, dass ich mein Vorhaben nicht mal meinen eigenen Eltern mitteilte.
Ich sagte, ich gehen nach Alterien mit einem Freund. Dass ich spontane Reisen mache, war nichts Neues. Und mehr wollten sie auch nicht wissen. Mein Mann meinte auch, es wäre besser, es ihnen erst später zu sagen. Er werde ihnen dann alles erklären.

Meine Mutter hat, als ich es ihr dann alleine sagte, verzweifelt reagiert. Wie eine Mutter reagieren muss in einem solchen Fall! Aber da war es schon zu spät, und ich konnte mir damals noch nicht eingestehen, dass es wohl ein Fehler gewesen war, eine solche Entscheidung so leichtfertig getroffen zu haben, und habe das Ganze als eine Art Abenteuer betrachtet.

Meine Eltern haben meinen Mann mittlerweile in's Herz geschlossen, so weit ich das beurteilen kann. Vor allem mein Vater findet ihn so einen lieben Kerl, und so fleissig, und als ich zugab, dass wir uns oft streiten, habe ich gespürt, wie er innerlich konsterniert zusammenzuckte. Und wie er auf mich sauer ist.
Nicht mal das mit dem Klinikaufenthalt bringe ich fertig, meiner Familie mitzuteilen.

Also danke nochmals dafür, dass ich mich hier ausheulen kann, auch wenn ich einen schweren Fehler begangen habe.

Liebe Grüsse auch an euch
Elen

Lippi
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Beitrag von Lippi » 14.04.2009, 11:15

Elen hat geschrieben: Inzwischen ist mein Mann froh, dass ich mir helfen lasse, und er hat versprochen, mich nicht mehr, z.Bsp. als psychiatrischen Fall, zu beschimpfen.
.


NA ja, das sagt der Richtige :roll:


Liebe Elen


Ich hoffe für Dich, dass der Klinikaufenthalt Dir den nötigen Abstand bringt um zu erkennen was wirklich das Problem in Eurer Beziehung ist :roll:

Warum bist Du eigentlich der Meinung Du wärst für das Glück
(hier in Form der AE) Deines Mannes zuständig während Dein Mann Dich so schrecklich behandelt.

Jeder ist seines Glückes Schmied, und das Pferd Deines Mannes lahmt gewaltätig. :cry:

Ich kenne Dich nicht persönlich und kann leider Deinen
persönlichen Gemütszustand nicht einschätzen.........aber glaube mir, so wie Dein Mann sich verhält ....so verhält sich kein normaler Mensch

Wie gesagt, ich hoffe das Du diese Erkenntnis durch geschulte Fachkräfte in Deinem klinikaufenhalt erhälst und Dich wieder mehr um Dich sorgst als um die ergaunerte AE Deines Mannes


Viel Glück

LG Lippi
Ich wollte lieben,
ich wollte geliebt werden.
Also verliebte ich mich
Mit anderen Worten:
Ich machte mich zum Narren

Lippi
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Beitrag von Lippi » 14.04.2009, 11:18

Elen hat geschrieben:
Es ist wohl so, dass er mich geschickt manipuliert und mir damit mehr und mehr den Boden unter den Füssen wegzieht.

Elen


Genau so ist es liebe Elen, genau soooooooo !!!

Dazu noch diese schreckliche Gewalt von ihm..........Mensch Elen diese Beziehung ist alles anderes als gut für Dich

LG Lippi
Ich wollte lieben,
ich wollte geliebt werden.
Also verliebte ich mich
Mit anderen Worten:
Ich machte mich zum Narren

Dune34
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Registriert: 06.03.2009, 22:58

Beitrag von Dune34 » 14.04.2009, 14:05

Hallo Elen!

Ich habe gerade Deinen neuen Eintrag gelesen und ich bin immer mehr der Überzeugung das Kapitel mit Deinem Mann abzuschließen. Er Tut Dir nicht gut, zumal Du aktuell in einer Krise steckst. Der Weg in die psychiatrische Behandlung ist der einzige richtige Weg, wenn man allein nur die Symptomatik betrachtet, wie Schlafstörungen etc.. Du hast gut reagiert und begibst Dich in professionelle Hände, damit Du wieder eine gewissse psychische Stabilität erhälst.

Das Entziehen Deiner Energie durch Deinen Mann (man könnte es fast Energievampirismus nennen) ist auch für mich kein unbekanntes Kapitel, aber Du hast zur Zeit eine gewisse Affinität die darauf besonders sensibel anspricht. Du kannst aktuell weniger mit normalen Kompensationsmechanismen den Manipulation von ihm entgegenzuwirken, was sicherlich auf Deine momentane Verfassung zurückzuführen ist. Doch wie ich gelesen habe, bist Du schon in Behandlung, was Dir helfen wird diesem Kreislauf zu entfliehen und Deine Problematik zu bewältigen.

Auch das Du Deinen Eltern noch nicht involviert hast, erachte ich nicht als schlimm. Du bestimmst den Zeitpunkt, Du kannst für Dich entscheiden, wann der Moment gekommen ist sie zu informieren.

Nun, Deine Eltern haben ihn "ins Herz geschlossen", ja kann sein, denn diese Herren haben ein wirklich hohes schauspielerisches Talent und lullen ihr Umwelt förmlich ein. Sie wissen, wann und bei wem sie welche Masche abziehen. Tja, dies klappt dann auch noch und die Umgebung ist dann wahrlich schwer zu überzeugen, dass das nicht der Wahrheit entspricht. Aber auch das ist ein Fakt, welcher lösbar ist und meistens sich von selbst relativiert.

Gruß Dune

zaynab
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Beitrag von zaynab » 14.04.2009, 16:30

Liebe Elen, möchte gerne mit Dir Kontakt aufnehmen. Kannst Du mir eine Mail senden? Liebe Grüsse zaynab
Engel sehen oft aus wie Menschen. Sie haben keine Flügel aber ein gutes Herz. Glück widerfährt Dir nicht - Glück findet der, der danach sucht.

Elen
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Wohnort: Schweiz

Beitrag von Elen » 14.04.2009, 20:25

Liebe zaynap, habe dir eine e-mail geschrieben.

Liebe Grüsse, Elen

zaynab
Beiträge: 138
Registriert: 22.04.2008, 23:10

Beitrag von zaynab » 14.04.2009, 23:37

Liebe Elen, habe Deine Mail nicht erhalten. Kannst Du sie mir bitte nochmals senden? Vielen Dank! Es grüsst Dich zaynab
Engel sehen oft aus wie Menschen. Sie haben keine Flügel aber ein gutes Herz. Glück widerfährt Dir nicht - Glück findet der, der danach sucht.

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