Tochter ist in einer abhängigen Beziehung / Ehe

Erfahrungsaustausch von Angehörigen, wie Eltern, Kinder und Ehemänner von Betroffenen. Auch Freunde & Bekannte kommen hier zu Wort.

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nabila
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Re: Tochter ist in einer abhängigen Beziehung / Ehe

Beitrag von nabila » 16.05.2019, 06:24

hallihallo,

da gebe ich Dir Recht, liebe Eclipse ---- aber die soziale Hängematte und die Gesetze dazu ! Aber wenn schon Unterhalt,

dann zeigen, wo der Hammer hängt. Wer bezahlt, darf Bedingungen stellen. ( wie, wohin usw.)

Schon bei der Einschreibung an der Hochschule der Wahl kommt das Thema auf den Tisch: Es muss eine Krankenversicherung

nachgewiesen werden, denn Studierende sind in Deutschland grundsätzlich versicherungspflichtig. Familienmitversicherung ist

möglich bis 25 J. und Studenten dürfen bis Euro 445,- in 2019 dazu verdienen.

Die sog. neue "Versorgungsgemeinschaft" Ehe wird wohl kaum greifen, ER ist 25 J. und, ja was eigentlich ? Student ? Arbeitslos ?


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karima66
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Re: Tochter ist in einer abhängigen Beziehung / Ehe

Beitrag von karima66 » 16.05.2019, 10:56

Liebe Siba,

so sehr du auch leidest an der Situation deiner Tochter, weil du natürlich nur Glück und ihr Bestes für Sie möchtest so muss ich mich doch Eclipse anschließen, ich sehe es genau wie sie, bin da auch konservativ und egal wie schlecht es mir früher ging NIE hätte ich meine Eltern gefragt, ich hab auch so manche nicht funktionierende Ehe hinter mir, hab oft Orte und Arbeitsstellen gewechselt, in Tunesien gelebt usw., aber meine Eltern um Geld zu bitten wäre mir nie in den Sinn gekommen, es ist mein Leben und alle Eskapaden die ich mir leiste sind in meiner Verantwortung, ich muss mich selbst versorgen wenn ich bei den Eltern ausziehe, ich hab auch als ich noch Zuhause wohnte während der Ausbildung schon Geld abgegeben, das war für mich selbstverständlich, wenn ich arbeite unterstütze ich die Familie.
Meine Eltern hätten mir zwar in Notsituationen geholfen, aber ansonsten nicht und das fand ich immer richtig.
Und glaube mir auch meine Eltern haben oft schlaflose Nächte gehabt wegen mir.
Wie sehr sie sich gesorgt haben ist mir erst vor kurzem bewusst geworden als deutlich wurde, dass sie mir meinen jetzigen Frieden und mein Glück sehr wünschen, ihm aber nicht hundert pro trauen........

Bleibe in Kontakt, zahle den Unterhalt so dass er nur ihr zugute kommt und lasse sie auf dich zukommen, wenn meine Mutter sich zu sehr einmischte ergriff ich auch immer die Flucht nach vorn.....

Atin
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Re: Tochter ist in einer abhängigen Beziehung / Ehe

Beitrag von Atin » 16.05.2019, 11:29

Ich würde den Typen fragen was er sich eigentlich dabei denkt deiner Tochter nicht den Unterhalt zu finanzieren. An der Ehre kratzen bringt meistens was da er ja anscheinend sehr viel drauf gibt.

Deiner Tochter gegenüber würde ich neutral bleiben verstehe allerdings nicht wieso du erpressbar bist( Mami zahl Unterhalt auf Konto von "Manfred" sonst bin ich sauer auf dich) und denke hier siehst du selber woher sie es gelernt hat und das sie selbst derartige Taktik mit-/auffährt.
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Atin
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Re: Tochter ist in einer abhängigen Beziehung / Ehe

Beitrag von Atin » 16.05.2019, 11:47

Ich finde noch das du mehr Gespräche mit den beiden führen solltest um herauszufinden wer hier das Opfer ist.

Die rechtliche Frage hast du bereits geklärt. Wäre für dich eben noch sinnvoll Einblicke in die Unterlagen ( wie schon erwähnt) und Noten deiner Tochter zu bekommen.
Auch hier solltest du den "Ehemann" darauf aufmerksam machen das er deine Tochter erfolgreich studieren lassen sollte.
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Ponyhof
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Re: Tochter ist in einer abhängigen Beziehung / Ehe

Beitrag von Ponyhof » 16.05.2019, 15:25

Ich sehe hier, dass er nicht nur Eure Tochter, sondern inzwischen auch EUCH nach seiner Pfeife tanzen lässt. Mit dem Argument „Kontaktabbruch“ könnte er quasi „alles“ durchsetzen.

Und da würde ich an Eurer Stelle ganz klare Grenzen setzen, auch Eurer Tochter gegenüber. Sie ist nämlich nicht nur das „kleine Unschuldslämmchen“, sondern sie spielt das Spiel -warum auch immer- mit. Auch SIE hat „Verantwortung“, was den Kontakt zu Euch angeht. Sprich, er KANN ihr den Kontakt zu Euch gar nicht verbieten. Wenn er das tut, muss SIE sich wehren. Und wenn sie das nicht tut, könnt ihr erstmal gar nix machen.

Ja, natürlich manipuliert er sie, setzt sie unter Druck etc.- aber sie ist erwachsen, und letztendlich für ihre Handlungen selber verantwortlich. Auch dafür, den Kontakt zu Euch zu suchen und aufrechtzuerhalten.

Augenblicks werdet ihr von ihm mitmanipuliert, indem er die „Spielregeln“ bestimmt und Euch quasi für den Kontakt zu Eurer Tochter AN IHN BEZAHLEN lässt. Das geht irgendwann immer so weiter.

Daher ist es in meinen Augen richtig und WICHTIG, dass Ihr eurer Tochter die Verantwortung für sich, ihr Geld und auch den Kontakt zu Euch gebt. Also: Ein Konto auf Euren Namen einrichten, ihr die Abhebevollmacht geben, und dort jeweils das Geld mit dem Bestimmungszweck IHRES Unterhaltes einzahlen.

Was sie dann mit dem Geld macht, ist ihre Sache. Aber zumindest gibt es einen Zwischenschritt, bevor das Geld bei ihm landet.

nabila
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Re: Tochter ist in einer abhängigen Beziehung / Ehe

Beitrag von nabila » 16.05.2019, 17:12

hallihallo,

und da bietet sich wieder das Guthabenkonto an. Heißt so , weil es da keine Überziehung gibt. Nur im Rahmen vorhandenen

Guthabens kann verfügt werden.


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Anissa
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Re: Tochter ist in einer abhängigen Beziehung / Ehe

Beitrag von Anissa » 16.05.2019, 20:07

Liebe Siba!

Habt ihr daran gedacht, eure Tochter davor zu schützen, evetuelle Schulden ihres Mannes irgendwann übernehmen zu müssen?
Ich denke, dabei könnte noch viel mehr Geld verlorengehen als durch die aktuellen Zahlungen, die ihr soundso hättet.

Liebe Grüsse A.

Julija
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Re: Tochter ist in einer abhängigen Beziehung / Ehe

Beitrag von Julija » 17.05.2019, 00:27

Ihr Lieben,

eigentlich müsste ich dringend schlafen, aber ich wollte noch einen Einblick zum Thema Studium und "Unterhalt vs. Arbeiten" geben.
Ich reihe mich gerne bei denjenigen die, die das Studium ohne die direkte finanzielle Unterstützung der Eltern geschafft habe.
Mein erstes Studium habe ich 2005 begonnen. Währendessen regulärer Mini Job und in den vorlesungsfreien Zeit immer Vollzeit in einer Autoteile Produktionsfirma und im Bereich der Betreuung von Menschen mit Einschränkungen. Hat super geklappt, war sehr anstrengend, hat so viel Zeit gekostet, dass ich mein verdientes Geld gar nicht ausgeben konnte. Dieses Geld hat mir ein weiteres, kostspieliges duales Studium (Beginn 2013) finanziert.
Und ich kann voller Überzeugung sagen, dass zwischen dem ersten und dem letzten Studium WELTEN liegen, was die finanziellen Randbedingungen betrifft.

Studium ab 2005: Restaurant-Jobs wurden hinterher geschmissen. Als Studenten konnten wir unsere Arbeitszeit nahezu komplett frei wählen. Es wurde immer Rücksicht auf Uni-Anwesenheits-Zeiten genommen. Wenn am nächsten Tag um 8 Uhr das Seminar begann, wurde derjenige nicht zur Spätschicht (die locker mal bis weit nach Mitternacht gehen kann) eingeteilt. Wenn das Lernaufkommen mal höher als angedacht waren, konnten im Mini Job mal zwei Wochen pausiert werden.
Als ich in den "Semesterferien" Vollzeit und in Schicht wo anders gearbeitet habe, wurde meine Restaurant-Zeit darauf abgepasst.
Das änderte sich aber mit den Jahren. Nach 7 Jahren habe ich gekündigt, weil nichts mehr davon vorhanden war. Um jeden Dienstplan musste ich mich streiten. Als der neue Chef, dessen zweiter Vorname Rücksichtslsigkeit ist, mir ins Gesicht sagte, er hätte in 30 Minuten hunderte Willige, die sich mit diesen Arbeitsbedingungen ausbeuten lassen (das waren seine Worte), habe ich gekündigt. Von anderen Studierenden, die auch arbeiten mussten, kenne ich ähnliche und schlimmere Geschichten. Alle beobachteten diesen Verfall.

Kommen wir zu den Ferien-Jobs.
Ich bin ehrlich. Ich habe am Fließband in 3-Schicht brutto bis zu 3000 Euro pro Monat gehabt. Im Schnitt waren das vier Monate pro Jahr. Das ging etwas über zwei Jahre. Dann bin ich in die Sozialbranche, wo es weniger Lohn gab, dafür aber andere Vorteile. Doch so etwas zu bekommen, war reinste Glücksache.

Diese Stellen gibt es heute nicht mehr, die es aber Mitte der 2000er in Masse gab. Warum? Zeitarbeiter sind für die Firmen, die nur Produktionsspitzen abzuarbeiten haben, bequemer.
Abgesehen von dem Abbau solcher Stellen für Studierende, kommen auch noch Anforderungen des Studiums hinzu, die keine so große Spanne für solche Jobs lassen. Je nach Fach und Ort gibt es diverse Praktika zu absolvieren, Facharbeiten werden geschrieben müssen, evtl. mal eine Nachprüfung.
In meiner Diplom-Zeit gab es das nicht. Da war vorlesungsfreie Zeit tatsächlich Zeit für Geld ranschaffen.

Mein erstes Studium war noch auf Diplom. Jetzt im BA oder Master zu studieren, unter extremen Zeit- und Organisationsdruck... es ist eine Herausforderung. Allgemein hat sich der Alltag des Studiums extrem gewandelt. Ich war Teil dieser Wandlung, habe die Folgen hautnah zu spüren bekommen.
Wohlgemerkt ist auch die Hochschullehre meiner Meinung nach extrem abgeflacht. Das kann an nicht ausreichender Vorbildung liegen, aber auch daran Studium und Arbeit unter einen Hut zu bekommen für junge, unerfahrene Menschen.

Mein Beitrag soll dazu dienen, Verständnis für Studierende zu schaffen, denen es zum Teil nicht möglich ist eine Stelle zu finden, die sie wiederum nicht zu sehr einschränkt um noch dem Studium ordentlich nachgehen zu können.

Dafür hat der Gesetzgeber Unterhalt geschaffen und das ist auch richtig so.

Es müssen zwei Fragen geklärt sein:
1. Darf Siba rechtlich gesehen entscheiden, wie sie den Unterhalt auszahlt?
(Ich bin mir nämlich nicht sicher, ob ein Konto auf dem Namen der Mutter zulässig ist, selbst wenn die Tochter verfügen kann. Die Idee mit dem Guthaben-Konto gefällt mir da immer mehr, aber auch hier müsste doch die Tochter zustimmen)
2. Will sie das überhaupt aufklären, verschiedene Wege ansprechen, Kompromisse finde und dergleichen? Falls Ja, ist die Tochter dafür zugänglich?

Dazu kommt, dass studieren immer teurer wird. Von meinem ersten Studium kenne ich es so, dass im Semesterapparat alles war, was ich brauchte. Ab dem 2013er Studium habe ich mir für fast jedes Seminar selbst Bücher anschaffen müssen. Fachbücher sind leider auch richtig teuer. Mein erster Semesterbeitrag hat keine 150 Euro gekostet. Mein letzter fast 300 Euro. Essen in der Mensa war früher die Tagesordnung, aber bei 4,50 Euro für ein allereinfachstes vegetarisches Nudelgericht bringe ich mir selbst mein Mittagessen mit.

Bitte verliert diesen Wandel nicht aus den Augen und verurteilt Menschen nicht, die sich finanziell an die Eltern hängen. Den meisten schmeckt das auch nicht.

Und ich hole noch mal die Krankenversicherung vor. Es ist richtig, wie geschrieben, dass bis u25 die Kinder in der Familienversicherung der Eltern sein können. Aber Sibas Tochter ist ja verheiratet. Da würde ich unbedingt drauf pochen, dass das geklärt ist.

Ich verstehe eure Argumente, aber mal ehrlich. Gerade volljährig, die Ansprüche des Studiums zum ersten Mal erleben und einordnen (für ein Erstsemester fühlt sich jedes Semesterende mit den ganzen Prüfungen an wie ein doppelt so schwieriges Abitur), "plötzlich" Ehefrau eines Mannes, der irgendeine Gott-Verbindung hat. Das ist harter Toback für so eine junge Frau. Ich hoffe nur, dass Gott dem Mann keinen Kinderwunsch zu flüstert.
Habt ihr daran gedacht, eure Tochter davor zu schützen, evetuelle Schulden ihres Mannes irgendwann übernehmen zu müssen?
Ich weiß zwar nicht, wie das funktionieren soll bei dem wenigen Kontakt, aber das zu erreichen wäre eine große Entlastung für euch.

Ponyhof
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Re: Tochter ist in einer abhängigen Beziehung / Ehe

Beitrag von Ponyhof » 17.05.2019, 07:55

Also, die Diskussion ob ein Studium heute mit Arbeit finanzierbar ist, sehe ich hier als wenig zielführend an. Einfach deshalb, weil der Ehemann ja nicht auf den Unterhalt verzichten würde, sollte sie arbeiten- nein, ihm wäre es sicher ganz recht, wenn sie noch mehr Geld für ihn heranschaffen würde! Nein, bringt das Mädel bloss nicht noch auf solche Ideen!

Nicht, dass ich jobben während des Studiums heutzutage nicht für genauso persönlichkeitsbildend und lebenslaufförderlich wie damals hielte, sondern weil es in DIESEM Fall wahrscheinlich darauf hinausliefe, dass er sie arbeiten schicken würde, und das Geld einstreichen täte.

Letztendlich läuft es darauf hinaus, dass SIE ihr Leben gestalten muss, und dass SIE sich aus dieser Beziehung befreien WILL. Es ist heutzutage wesentlich einfacher, „heimlich“ Kontakt zu halten (oder wieder aufzubauen!) als früher. Jeder hat ein Handy (und kann ein zweites billiges Prepaid bei einer Freundin deponieren!), in der Uni hat man kostenlos Computer und Internet- da kann man sich mit wenigen Klicks eine geheime Emailadresse einrichten. Die Ausrede, „kontrolliert zu werden“, ist also für mich nicht wirklich glaubhaft- denn diese es ist unmöglich, diese Kontrolle ständig auszuüben.

Natürlich kann es sein, dass sie so unter Druck gesetzt wird, dass sie sich einfach (noch) nicht traut, auszubrechen, und/oder riesige Angst vor ihm hat. Aber an den Punkt, dass sie selber aus dieser Partnerschaft raus will, muss sie selber kommen.

Und von diesem Willen, ihre Situation ändern zu wollen, lese ich nichts. Und da ist es -solange keine strafbaren Handlungen vorliegen- sehr schwer, von aussen etwas zu ändern. SIE muss wollen, SIE muss mitziehen- ansonsten arbeitet man gegen Beide, und schweisst sie eher noch mehr zusammen.

Dennoch wäre das Konto, auf das er keinen Zugriff hat, ein erster und wichtiger Schritt, um ihr ihre Souveränität klarzumachen, und ihr selber die Entscheidung für ihre Finanzen prinzipiell wieder zu ermöglichen.

Ponyhof
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Re: Tochter ist in einer abhängigen Beziehung / Ehe

Beitrag von Ponyhof » 17.05.2019, 08:00

Thema Schulden: Sofern kein Ehevertrag existiert, der das ausschliesst, haften die Eheleute als Gesamtschuldner. Sprich, wenn er Schulden macht, ist sie „mit dran“. Aber die Eltern haften nicht dafür. Sie ist volljährig, geschäftsfähig, und muss selber für ihre Schulden oder die ihrer Familie geradestehen.

Sonst könnte man ja „bis ins fünfte Glied“ pfänden...!

Nilka
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Re: Tochter ist in einer abhängigen Beziehung / Ehe

Beitrag von Nilka » 17.05.2019, 09:18

Ich bin skeptisch, ihren Ehemann und die Gesamtsituation betrachtend, ob sie überhaupt an ihrem Studium dran bleibt.
Hoffentlich irre ich mich.
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nabila
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Re: Tochter ist in einer abhängigen Beziehung / Ehe

Beitrag von nabila » 17.05.2019, 09:42

hallihallo,

wenn SIE das Studium schmeißt , sind die Eltern unterhaltstechnisch R A U S.

Kann man gut finden oder auch nicht , aber die Gesetzeslage ist so.


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karima66
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Re: Tochter ist in einer abhängigen Beziehung / Ehe

Beitrag von karima66 » 17.05.2019, 10:21

Ja, Julija, ein wenig gebe ich dir recht, es hat sich gewandelt, aber ja nicht nur für Studierende, sondern für alle auf dem Arbeitsmarkt auch.
Aberbin Grossstädten zumindest gibt es genug Jobs,auch zeitlich flexibel , man ist als Arbeitgeber ja schon froh überhaupt zuverlässiges Personal zu finden und bei kleinen Firmen in der Gastronomie oder Einzelhandel setzt man lieber auf Studenten denn Zeitarbeit.
Vor allem für die Wochenenden sind Leute rar und gerne gesehen.

Es ist richtig so lange die junge Frau gar nicht raus will aus der Beziehung macht alles wenig Sinn.

Mit Schulden ist es etwas anders, man haftet als Ehepartner nur wenn man mit unterschrieben hat einen Vertrag oder gebürgt hat, ansonsten sind es alleine die Schulden des Partners, hab mich da mal erkundigt als es für mich wichtig war.

Ponyhof
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Re: Tochter ist in einer abhängigen Beziehung / Ehe

Beitrag von Ponyhof » 17.05.2019, 10:49

Stimmt, da hatte ich mich geirrt. Solange sie nicht einen Vertrag mit unterschreibt oder für ihn bürgt, haftet sie nicht für seine Schulden (ist aber ggf. unterhaltspflichtig).

karima66
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Re: Tochter ist in einer abhängigen Beziehung / Ehe

Beitrag von karima66 » 17.05.2019, 11:22

Aber nur wenn sie genug verdient.....

Siba
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Re: Tochter ist in einer abhängigen Beziehung / Ehe

Beitrag von Siba » 17.05.2019, 17:09

Hallo.

Danke erst mal für eure Rückmeldungen. Ich kann vieles was ihr schreibt nachvollziehen.

Aber im Bezug auf die finanzielle Situation ist es wirklich so, dass ich ihr so oder so den Unterhalt zahlen muß, da sie ja studiert (Pharmazie) (und er studiert das dritte Mal! ). Ich habe mich auch sehr schwer damit getan, nun den Unterhalt auf sein Konto zu überweisen. Sie hat mir gesagt, dass sie es für ein Jahr versuchen möchte, dieses schwere Studium zu schaffen. Wenn es zuviel für sie werden sollte, dann würde sie halt ihre Ausbildung als PTA fortsetzen, mit der sie vor dem Studium begonnen hat. Und es wird ab Herbst 2019 sowieso alles anders, da dann auch ihre Schwester studieren wird und sie dann beide Bafög beantragen müssten.

Ich glaube nicht, dass ich es sie mehr zum Aufwecken bringt, wenn ich mich geweigert hätte, ihr den Unterhalt auf sein Konto zu überweisen. Es hätte nur wieder das Verhältnis belastet, da er dann wieder gegen mich gewettert hätte.

Sie ist immer noch sehr verblendet und wirkt wie eine Marionette auf mich mit einstudierten Sätzen. Sie ist ihm hörig. Wie gesagt: Es ist für sie die allererste Beziehung und sie weiss daher auch nicht, wie sich eine gesunde Beziehung anfühlt.

Das einzige was ich mich halt oft frage ist: Warum ? Sie hat durch uns als Eltern nie emotionale Erpressung noch Manipulationen erlebt. Wir haben unsere Tochter mit viel Liebe und Respekt erzogen. Sätze wie: Wenn du dass nicht so machst wie ich es will, dann habe ich dich nicht mehr lieb ! Gab es bei uns nicht. Sie ist vom Wesen sehr lieb und versucht es allen recht zu machen.

Ihr Vater und ich haben uns vor ca. 9 Jahren getrennt/ scheiden lassen und selbst da gab es keinen Streit wegen Geld, Umgang oder Besuchskontakten. Auch haben wir nicht die Expartner vor den anderen schlecht gemacht. Wir haben unseren Kindern gesagt, dass wir sie lieben und wir weiterhin für sie da sein werden. Sie hatten und haben jederzeit die Möglichkeit gehabt zu ihren Vater zu gehen. Auch jetzt halten wir zusammen und sprechen uns ab was unsere Kinder betrifft. Also auch da kann ich einfach nicht sehen, dass dies der Grund sein könnte, warum sie in solche Abhängigkeit gegangen ist.

Ach übrigens haben wir uns als Eltern geweigert im Mietvertrag für ihre gemeinsame Wohnung als Bürgen einzutreten. Das hat denn seine Mutter übernommen.
Seine Eltern scheinen finanziell ganz gut zu stehen mit einigen vermieteten Wohnungen. Ich glaube, wenn er wieder (das dritte Mal) seine Studium schmeissen sollte, dann würde die ihn auch wieder auffangen.

Ich hoffe immer noch, dass mein passives Verhalten und ihr ab und zu eine SMS zu schreiben am Besten ist.

Gruß
Siba

nabila
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Re: Tochter ist in einer abhängigen Beziehung / Ehe

Beitrag von nabila » 17.05.2019, 23:35

hallihallo,

liebe Siba, das kann ich mir nochmal und nochmal durchlesen ohne den Sinn Deines Anliegens zu erkennen.

Du hast um 17 h geschrieben, nun ist 23 h und es ist eher eine ungewöhnliche Null-Reaktion da, was schlicht vermuten lässt,

Anderen geht es auch nicht anders. Sei's drum -- dann verbrenn ich mir mal als Erste die Finger/Tasten.

Du möchtest scheinbar etwas ändern > ohne etwas ändern zu wollen.

Viele intelligente - sinnvolle - machbare Vorschläge wurden Dir gemacht .

Ihr/Du werdet emontional erpresst , manipuliert , vorgeführt --- nicht nur vom Schwiegersohn, scheint Euch aber darin eingerichtet zu haben.

Ich versuche das mal in ein Bild zu packen : Am Tisch sitzen, der voll gepackt ist mit Zutaten und Küchenhelfern für ein tolles

Essen --- und jemand sitzt da und sagt immer wieder : " ich hab aber Hunger."

Da würde man gern rufen : " ja, dann mach - mach doch hinne."

Nimm es mir bitte nicht übel , aber mir fällt nix Kluges mehr ein.


liebe Grüße ♥
Zuletzt geändert von nabila am 17.05.2019, 23:41, insgesamt 1-mal geändert.
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Ponyhof
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Re: Tochter ist in einer abhängigen Beziehung / Ehe

Beitrag von Ponyhof » 17.05.2019, 23:41

Warum, warum, warum... das ist aus der Ferne kaum zu beurteilen... Und es hilft auch nix, sich darüber den Kopf zu zerbrechen. Was wäre, wenn, oder auch nicht, oder vielleicht doch...das hilft Euch nicht weiter. Wenn ihr aus der ganzen Geschichte wieder heil rausseid, dann lohnt es sich vielleicht, das Ganze mit professioneller Hilfe aufzuarbeiten.

Natürlich kann man Mutmassungen darüber anstellen, ob Eure Trennung vielleicht so schmerzhaft für sie war, dass sie nun unbedingt an ihrer Beziehung festhalten will—— aber in solchen Beziehungen landen auch „Nicht-Scheidungskinder“. Und umgekehrt: Nicht jedes Scheidungskind landet in einer solchen Beziehung. Es ist also keine zwangsläufige Ursache-Wirkung. Und das gilt für alle denkbaren „Ursachen“. Und wenn diese in der Vergangenheit liegen, sind sie oft nicht zu ändern- Selbstvorwürfe diesbezüglich bringen Euch nicht weiter, und rauben Euch die Kraft, die ihr braucht um das durchzustehen.

Genauso könntest Du fragen, was die Eltern dieses Mannes falsch gemacht haben- das bringt aber genauso wenig.

Es ist gut, dass Du dich immer mal wieder bei Deiner Tochter meldest- sie soll wissen, dass bei Dir immer eine Tür für sie offensteht. Viel mehr kannst Du nicht tun. Erst wenn der Leidensdruck grösser ist als der Wunsch nach Fortführen der Beziehung, wird Deine Tochter über eine Trennung nschdenken.

Aber das ist ganz allein IHRE Entscheidung, mit deren Konsequenzen sie leben muss. Da kann man als Elternteil -so sehr man sein Kind beschützen möchte und die Katastrophe sehen kann- wenig machen.

Die Initiative, an oder in ihrer Beziehung etwas ändern zu wollen, muss von IHR ausgehen. Erst dann könnt ihr helfen.

Eclipse
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Re: Tochter ist in einer abhängigen Beziehung / Ehe

Beitrag von Eclipse » 18.05.2019, 06:41

Liebe Siba,

im Gegensatz zu Dir kann ich nach Deinem letzten Beitrag (danke für Deine Offenheit!) zumindest einen Vorschlag hinsichtlich des verflixten "warum?" anbieten.

Sie hat durch uns als Eltern nie emotionale Erpressung noch Manipulationen erlebt. Wir haben unsere Tochter mit viel Liebe und Respekt erzogen. Sätze wie: Wenn du dass nicht so machst wie ich es will, dann habe ich dich nicht mehr lieb ! Gab es bei uns nicht. Sie ist vom Wesen sehr lieb und versucht es allen recht zu machen.

Ihr Vater und ich haben uns vor ca. 9 Jahren getrennt/ scheiden lassen und selbst da gab es keinen Streit wegen Geld, Umgang oder Besuchskontakten. Auch haben wir nicht die Expartner vor den anderen schlecht gemacht. Wir haben unseren Kindern gesagt, dass wir sie lieben und wir weiterhin für sie da sein werden. Sie hatten und haben jederzeit die Möglichkeit gehabt zu ihren Vater zu gehen. Auch jetzt halten wir zusammen und sprechen uns ab was unsere Kinder betrifft. Also auch da kann ich einfach nicht sehen, dass dies der Grund sein könnte, warum sie in solche Abhängigkeit gegangen ist.
Das Kind wurde offenbar nicht darauf vorbereitet, dass "Handeln" immer auch "Konsequenzen" bedeutet. Immerwährende Harmonie (trotz Trennung der Eltern, Respekt! ... eigentlich) ist irgendwo auch ein bisschen lebensfremd.
Sätze wie: Wenn du dass nicht so machst wie ich es will, dann habe ich dich nicht mehr lieb ! Gab es bei uns nicht

Das ist eine Extremformulierung. So etwas ginge auch pädagogischer: "Ich halte das aus den Gründen X, Y und Z für [sinngemäß: Schwachsinn]. Mach was Du willst, aber erwarte nicht, dass wir das bezahlen". Oder schlicht: "Wenn Du X willst, bezahl es selbst - wir haben noch ein Kind, und wir halten beide strikt gleich hins. finanzieller Zuwendungen. Warum sollten wir Dir X bezahlen, und was bekommt dann Dein Geschwister? Findest Du das fair?" Da Deine Kinder Bafög-berechtigt sind, scheint Ihr es ja soooo dicke nicht zu haben. Jenseits meines charakterlich gegebenen Strebens nach Unabhängigkeit: Ich als Deine Tochter würde mich SCHÄMEN, meine (offenbar viel zu gutmütigen) Eltern für meinen unausgegorenen Kram zu melken.

Siba hat geschrieben:
17.05.2019, 17:09

Ich glaube nicht, dass ich es sie mehr zum Aufwecken bringt, wenn ich mich geweigert hätte, ihr den Unterhalt auf sein Konto zu überweisen. Es hätte nur wieder das Verhältnis belastet, da er dann wieder gegen mich gewettert hätte.
Bei Euch läuft die "emotionale Erpressung" (s.o.) in die umgekehrte Richtung.
Wenn du dass nicht so machst wie ich es will, dann habe ich dich nicht mehr lieb !
kommt bei Euch nicht von Euch, den Eltern, sondern zumindest implizit von der Tochter.

Bitte versuch mal, möglichst objektiv Deine Familiensituation zu analysieren. Du hast eine so große (löbliche) Abneigung dagegen, Deine Tochter zu "erpressen", dass Du Dich von ihr "erpressen" lässt. Auch Du scheinst "ein lieber Mensch zu sein, der es allen recht machen möchte". Das KLINGT nett, aber in Wahrheit lassen solche gutmütigen Menschen sich über den Tisch ziehen. Sie haben Bauch- und Zahnweh bei bestimmten Handlungen, tun es aber trotzdem um des lieben Friedens und der ungebrochenen Harmonie willen. WARUM?

Fatal!

Denn irgendwann ist Schluss mit lustig. Eine abgebrochene Ausbildung, ein bereits in nuce potenziell abzubrechendes Studium, eine überstürzte Eheschließung mit einem zumindest fragwürdigen Kerl, Geldforderungen ... Jesses. Bei meinen Eltern wäre bereits nach Abbruch der Ausbildung Schluss gewesen. Und zu Recht, wie ich finde.

Bitte fass das um Himmels Willen nicht als Angriff auf, nur als freundlichen Gedankenanstoß.

Thelmalouis
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Re: Tochter ist in einer abhängigen Beziehung / Ehe

Beitrag von Thelmalouis » 18.05.2019, 09:26

Hallo Siba,

ich glaube, ein Richtig oder Falsch gibt es hier nicht.

Ich finde es gut, dass du deiner Tochter die Tür offen halten willst und ihr dies zu verstehen gibst.
Das ist sehr wichtig.
Es ist aber ihre Entscheidung mit diesem Mann weiter zusammen zu sein.
Dennoch musst du nichts tun, was du nicht willst, auch nicht für ein Kind.
Die Grenze hast du bereits gezogen, als es um die Bürgschaft ging.
Hier konntest du dich ja auch durchsetzen.

Wenn du nicht möchtest, dass dieser Kerl was vom Kuchen, sprich vom Geld, welches du jeden Monat als Unterhalt an sie zahlen musst, bekommt, dann richte hierfür ein separates Konto ein, wo er nicht dran kommt.
Natürlich kann deine Tochter das Geld abheben und es direkt zu ihrem Mann tragen, aber es ist dennoch eine Ansage.

Wenn ich es noch recht in Erinnerung habe, ist der Kontakt eh schon sehr spärlich, er wird aber trotzdem nicht mehr werden, wenn du ihnen die Füße küsst.
Vielleicht kommt bei deiner Tochter auch das Einsehen, wenn sie merkt, wie deine Haltung zu ihrer Ehe ist.
Das bedeutet nicht, dass du ständig dagegen wetterst, aber sie muss wissen, dass du es nicht gut heißt.

Weißt du Siba, du kannst nicht viel ändern, aber direkt mitmachen musst du auch nicht.

Mich würde noch interessieren, hast du Kontakt zu seinen Eltern?
Gruß Thelmalouis

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Es gibt Berge über die man hinüber muss, sonst geht der Weg nicht weiter. (Ludwig Thoma)

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