Hilfe für Rückkehrerinnen

Wie lebe ich heute. Was habe ich geändert. Wie habe ich Bezness verarbeitet. Der "Neuanfang".

Moderator: Moderatoren

Antworten
RenaII
Beiträge: 168
Registriert: 18.04.2011, 23:21

Re: Hilfe für Rückkehrerinnen

Beitrag von RenaII » 04.02.2012, 00:51

Übrigens muß ich mal wieder eine Lanze für Bigi brechen:

Es gibt sehr, sehr, überhebliche Mitarbeiter bei den Sozialämtern. Damen und Herren, die meinen, sie müßten die entsprechenden Hilfen aus dem eigenen Geldbeutel bezahlen. Die keinerlei Hilfestellung leisten und auch die geltenden Gesetze weder anwenden noch publik machen, wenn man nicht haargenau weiß, was einem zusteht.
Wer sich nicht auskennt, wird oftmals nicht beraten. Ich habe hier gottseidank eine kleine Sonderstellung, (aufgrund meines Jobs), und bekomme für meine Leutchen, endlich meist doch was ihnen zusteht. Das heißt aber oftmals sehr hart kämpfen.
Übrigens keineswegs nur für Asylanten, (diese wissen fast immer sehr genau Bescheid !!!!!), sondern auch für Schwerbehinderte/Rollstuhlfahrer, bei denen jedes Jahr sehr genau überprüft wird, ob die Hilfe noch notwendig ist.
Mein Argument, ein Bein, welches ab ist, wächst nicht nach, eine geistige Behinderung, wird nicht plötzlich zum Einstein, gilt nicht.
Das nächste Argument der Überarbeitung der Angestellten im öffentlichen Dienst, das gerne angeführt wird, lasse ich überhaupt nicht gelten.
Eine Kassiererin bei Lidl, die zum 250. mal, "danke für den Einkauf", sagt, - eine Verkäuferin für Herrensocken im Kaufhof oder eine Bediehnung bei Mc-Doof ist nach 8 Stunden auch nicht mehr das blühende Leben und muß dennoch freundlich sein.
Wenn mich meine Herrschaften am heiligen Abend anrufen, bin auch ich nicht ungehalten, so what.......
Gruß von Rena

nabila
Beiträge: 2585
Registriert: 27.03.2011, 16:38

Re: Hilfe für Rückkehrerinnen

Beitrag von nabila » 04.02.2012, 07:27

Rena II hat geschrieben >>>

......komme als traumatisierte Rückkehrerin am Flughafen an. Ich werde, vielleicht nach Jahren, NICHT erwartet, ich hatte alle Brücken abgebrochen, ich habe keine Unterkunft, kein Geld, niemand ist für mich da. Ich stehe also mit meinem Köfferchen da. Was kann ich also SOFORT tun? <<<<

und trifft m.E. den Kern ! Danke dafür.

Evtl. Vorwürfe wie ..... überleg doch mal ...... reiß dich zuammen ....vielleicht auch noch mit dem Tenor "selbst schuld" usw...... werden dann als solche gewertet und verschlimmern eher das Trauma und sind dann aus sich heraus eher k e i n e Hilfe.

Liebe Grüße
لا يزال بإمكانك الذهاب ببطء. لأنه في النهاية سوف نعود إلى نفسك فقط.
Du kannst ruhig langsam gehen. Denn am Ende findest Du nur wieder zu Dir selbst zurück.

Efendi II
Beiträge: 4804
Registriert: 04.04.2008, 21:59

Re: Hilfe für Rückkehrerinnen

Beitrag von Efendi II » 04.02.2012, 08:22

nabila hat geschrieben:Rena II hat geschrieben >>>

......komme als traumatisierte Rückkehrerin am Flughafen an. Ich werde, vielleicht nach Jahren, NICHT erwartet, ich hatte alle Brücken abgebrochen, ich habe keine Unterkunft, kein Geld, niemand ist für mich da. Ich stehe also mit meinem Köfferchen da. Was kann ich also SOFORT tun? <<<<
Den zehntausenden, von den Russen vergewaltigten Frauen, die zum Ende des Krieges als Flüchtlinge mit ihren Kindern in die zerstörten Städte Restdeutschlands kamen, hat man auch keinen roten Teppich ausgerollt. Wohnungen und Sozialhilfe gab es auch nicht, sie mußten sehen wie sie mit ihren vaterlosen Kindern selbst zurecht kamen.
Sie hatten keine Zeit traumatisiert zu sein, sie mußten sehen wie sie mit ihren Kindern überleben konnten.

Den verzärtelten Wohlstandskindern von heute, die nie Hunger, Durst, Kälte und Armut kennengelernt haben und die sich aus Abenteuerlust oder warum auch immer, selbst in diese Situationen gebracht haben, muß natürlich alles mundgerecht serviert werden, von einem Staat, mit dem sie oftmals nichts zu tun haben wollen, den sie ablehnen, aber dessen Gelder sie trotzdem gerne in Empfang nehmen.
Toleranz ist die letzte Tugend einer untergehenden Gesellschaft.
- Aristoteles -

Micky1244
Beiträge: 2920
Registriert: 29.03.2008, 11:55

Re: Hilfe für Rückkehrerinnen

Beitrag von Micky1244 » 04.02.2012, 08:38

Mau hat geschrieben:Danke Rena, vor allem danke für Deine Menschlichkeit...,

beste Grüße
Ann

Hallo Mau,

im Namen des gesamten Teams von 1001 Geschichte ein herzliches Willkommen.
Wir wünschen dir einen guten und informativen Austausch.
Liebe Grüße, Micky


"Lass uns angeln gehen", sagte der Haken zum Wurm.
Isaiah Berlin: Die Freiheit der Wölfe ist der Tod der Lämmer.

Stern
Beiträge: 394
Registriert: 21.09.2008, 15:37

Re: Hilfe für Rückkehrerinnen

Beitrag von Stern » 04.02.2012, 10:51

Den zehntausenden, von den Russen vergewaltigten Frauen, die zum Ende des Krieges als Flüchtlinge mit ihren Kindern in die zerstörten Städte Restdeutschlands kamen, hat man auch keinen roten Teppich ausgerollt. Wohnungen und Sozialhilfe gab es auch nicht, sie mußten sehen wie sie mit ihren vaterlosen Kindern selbst zurecht kamen. Sie hatten keine Zeit traumatisiert zu sein, sie mußten sehen wie sie mit ihren Kindern überleben konnten.
Und warum bringst Du diese Widerlichkeit an dieser Stelle zu Papier bzw. zu Bildschirm?

Soll das jetzt ein Plädoyer für Vergewaltigung, für eine völlig verrohte Gesellschaft, die Freude am Leid der Opfer hat oder etwa dafür sein, dass Mütter vaterloser Kinder am besten niemals wieder öffentlich sichtbar werden?

Vermutlich erklärst Du uns gleich, dass Du damit nur Deine Hochachtung gegenüber diesen Frauen ausdrücken wolltest. Da sind wir dann hier wohl überwiegend Deiner Ansicht. Vor Menschen, die sich durchs Leben kämpfen, haben wir alle Achtung, persönlich schließe ich da auch z.B. Frauen ein, die freiwillig S..x mit Russen hatten und denen ich ihre Existenzberechtigung nicht erst durch den Nachweis einer Vergewaltigung zugesprochen sehen möchte.
Den verzärtelten Wohlstandskindern von heute, die nie Hunger, Durst, Kälte und Armut kennengelernt haben und die sich aus Abenteuerlust oder warum auch immer, selbst in diese Situationen gebracht haben, muß natürlich alles mundgerecht serviert werden, von einem Staat, mit dem sie oftmals nichts zu tun haben wollen, den sie ablehnen, aber dessen Gelder sie trotzdem gerne in Empfang nehmen.
Na ich nehme mal kurz die Hände von der Hosennaht und wechsel zum weiterschreiben aus dem Strammsteh- in den Entspannmodus, denn ich befürchte, Dir gehts grad nicht ganz gut. Wenn unsere Kinder Wohlstandskinder sind, dann solltest Du Dich darüber doch freuen. Verzärtelt ist ein Begriff, der das Gegenteil beschreibt. Du möchtest unsere Kinder lieber hungern und frieren sehen? Oder gilt das nur dann, wenn Mama unbotmäßiger Weise ein Leben führt, das Deiner Vorstellung widerspricht?

Wir sind da nicht so, Du musst jetzt nicht im Selbstversuch gegen die eigene Verzärtelung ankämpfen und in Sack- und Asche gehen. Wir wünschen auch Deinen Kindern ein Leben in Wohlstand und falls Du mal krank wirst oder gar etwa mal eine falsche Entscheidung im Leben treffen solltest (warum auch immer), dann werden die verzärtelten Wohlstandskinder für Dich da sein -eben weil sie verzärtelte Wohlstandskinder und keine archaisch sozialisierten xxxxx sind.

Liebe Rena, hast Du selbst einen Vorschlag für die Rückkehrerinnen? Mir fällt bei der von Dir beschriebenen Konstellation als wirklich erster Schritt nur die Bahnhofsmission, das nächste Obdachlosenasyl oder das Ansprechen normaler Passanten mit Bitte um Hilfe ein. Bevor man zurückkommt, könnte man evtl. bei der Botschaft nachfragen, wenn man einen Zugang zum Internet hat, dann vor der Rückkehr am besten mit Infos aus dem www einiges vorbereiten.

Liebe Grüße, Stern

Anaba
Beiträge: 18435
Registriert: 12.03.2008, 16:36

Re: Hilfe für Rückkehrerinnen

Beitrag von Anaba » 04.02.2012, 11:45

Liebe Rena, hast Du selbst einen Vorschlag für die Rückkehrerinnen? Mir fällt bei der von Dir beschriebenen Konstellation als wirklich erster Schritt nur die Bahnhofsmission, das nächste Obdachlosenasyl oder das Ansprechen normaler Passanten mit Bitte um Hilfe ein. Bevor man zurückkommt, könnte man evtl. bei der Botschaft nachfragen, wenn man einen Zugang zum Internet hat, dann vor der Rückkehr am besten mit Infos aus dem www einiges vorbereiten.
Die meisten der Rückkehrerinnen haben kein Geld für ein Flugticket.
Sie müssen also schon vor der Rückkehr Kontakt zu Familie, Freunden oder der deutschen Botschaft aufnehmen,
um an Geld für das Ticket zu kommen.
Da ergibt sich oft schon eine Lösung, wer sie z.B. abholen oder sie ein paar Tage aufnehmen kann.

In vielen Städten gibt es auch Anlaufstellen für Frauen in Not.
In Deutschland bekommen sie sofort einen Platz in einer Obdachlosenunterkunft.
Das organisieren die Bahnhofmissionen oder am nächsten Tag auch die Jobcenter oder Sozialämter.
In diesen Unterkünften gibt es in der Regel Sozialarbeiter, die auch bei der Beschaffung einer Wohnung behilflich sind.
Liebe Grüße
Anaba

Administratorin
anaba@1001Geschichte.de

“Am Ende wird die Wahrheit siegen, über Ängste und gut getarnte Lügen.
Am Ende wird sich alles fügen und was jetzt am Boden liegt, wird schließlich lächelnd fliegen...“

Hans Kupka, hingerichtet 1942

Moppel
Beiträge: 1959
Registriert: 12.06.2009, 13:12

Re: Hilfe für Rückkehrerinnen

Beitrag von Moppel » 04.02.2012, 12:34

Stern hat geschrieben:
Den zehntausenden, von den Russen vergewaltigten Frauen, die zum Ende des Krieges als Flüchtlinge mit ihren Kindern in die zerstörten Städte Restdeutschlands kamen, hat man auch keinen roten Teppich ausgerollt. Wohnungen und Sozialhilfe gab es auch nicht, sie mußten sehen wie sie mit ihren vaterlosen Kindern selbst zurecht kamen. Sie hatten keine Zeit traumatisiert zu sein, sie mußten sehen wie sie mit ihren Kindern überleben konnten.
Und warum bringst Du diese Widerlichkeit an dieser Stelle zu Papier bzw. zu Bildschirm?
Weil es eine historische Tatsache ist, auch wenn sie hier in diesem Thread fehl am Platz ist. ich für meinen Teil vermute das es ihm um ein extremes Bsp. ging.
Gruß
Moppel

Stern
Beiträge: 394
Registriert: 21.09.2008, 15:37

Re: Hilfe für Rückkehrerinnen

Beitrag von Stern » 04.02.2012, 13:23

Weil es eine historische Tatsache ist, auch wenn sie hier in diesem Thread fehl am Platz ist. ich für meinen Teil vermute das es ihm um ein extremes Bsp. ging. Gruß Moppel
Vermutungen anzustellen ist menschlich. Die Tatsache bleibt unbestritten, weswegen die Frage lautete: " Und warum bringst Du diese Widerlichkeit an dieser Stelle zu Papier bzw. zu Bildschirm?"

Liebe Clara, wie definierst Du "freiwillig" im Bezug auf "in Not geraten"?

Die eigene Verantwortlichkeit im Blick zu behalten bzw. nach Rückkehr wieder "in den Blick zu nehmen" halte ich für sehr wichtig, ich würde auf Bigis post verweisen und ebenfalls raten, vorher nachzudenken, sich eine Rückzugsmöglichkeit zu schaffen. Hier war die Frage der TS, was zu tun ist, wenn das alles versäumt wurde und eine traumatisierte Person mittel- und hilflos nach Deutschland zurückkehrt.

Ich möchte dann in so einer Situation eigentlich nicht darauf verweisen, dass vergewaltigte Frauen nach dem Krieg auch selber klar kommen mussten

Liebe Grüße, Stern

Anaba
Beiträge: 18435
Registriert: 12.03.2008, 16:36

Re: Hilfe für Rückkehrerinnen

Beitrag von Anaba » 04.02.2012, 14:06


Hilf Dir selbst, dann hilft Dir Gott..
Genau so und nicht anders läuft der Hase..
Nein, so läuft der Hase nicht.
Es gibt genug Menschen, die anderen helfen, sich für sie einsetzen, sich um sie kümmern.
Viele engagieren sich ehrenamtlich, das sollte man nicht vergessen.
Liebe Grüße
Anaba

Administratorin
anaba@1001Geschichte.de

“Am Ende wird die Wahrheit siegen, über Ängste und gut getarnte Lügen.
Am Ende wird sich alles fügen und was jetzt am Boden liegt, wird schließlich lächelnd fliegen...“

Hans Kupka, hingerichtet 1942

brighterstar007

Re: Hilfe für Rückkehrerinnen

Beitrag von brighterstar007 » 04.02.2012, 14:11

Hallo Rena,

es gibt, wie schon geschrieben, Anlaufstellen für Frauen/ Frauenhäuser, kirchliche Einrichtungen (Caritas/ Diakonie)
sowie Gesundheitszentrenin großen Städten, auch Tagestreffs für Arme - zum Teil sind sie auch nur auf weibliche
Personen beschränkt.

Liebe Grüße

Brighterstar

Stern
Beiträge: 394
Registriert: 21.09.2008, 15:37

Re: Hilfe für Rückkehrerinnen

Beitrag von Stern » 04.02.2012, 14:31

Der Umzug in das betreffende Land erfolgt freiwillig und da setze ich an. Denn wenn ich woanders hinziehe/auswandere, sollte ich (und ich gehe da von mir aus) mich informieren und bedenken, was mache ich, wenn es nicht klappen sollte (in Not gerate).
Liebe Clara,

freiwillig ist dabei ja nur die gesetzte Ursache, nicht jedoch die unerwünschte und nicht freiwillig gewählte Folge. Einer Fehlentscheidung folgt die Misere, weswegen es sich ja um eine Fehlentscheidung handelte, also etwas, was der die Entscheidung treffende Mensch nicht erkennen konnte zum Zeitpunkt der Entscheidung/Handlung (andernfalls er ja anders gehandelt hätte, weil er ja schließlich nicht in Not geraten wollte).

Das sollte einem Menschen kein zweites mal passieren (idealerweise auch kein 1.mal). Er muss sich also fragen, wieso habe ich diese Entscheidung getroffen.

Machen die betroffenen Frauen ja auch, wenn wir immer wieder lesen"Wie konnte ich so dumm sein?". Gerade traumatisiert und mittellos in Deutschland angekommen, sind allerdings zunächst einmal andere Fragen zu beantworten. Wo verbringe ich die nächste Nacht z.B. kann ich Hilfe bekommen, falls ja, wo und wie?

In diesem Zusammenhang auf das Leben nach dem Krieg verwiesen zu werden, müsste fast den Schluss zulassen, man müsse ihnen die Hilfe versagen.

Ich gehe davon aus, dass die allerwenigsten User hier der Ansicht sind, wer eine Fehlentscheidung (freiwillig) getroffen hat, solle bei der Bewältigung der (nicht freiwilligen) Folgen keinerlei Hilfe erwarten dürfen (weil nach dem Krieg auch keiner Hilfe erhielt, nicht mal die vergewaltigten Frauen mit den vaterlosen Kindern).

Ich bin froh, in einer Gesellschaft zu leben, die diese Hilfe gewährt und in der viele Mitglieder ehrenamtlich Einsatz zeigen (auch für Menschen, die mal eine falsche Entscheidung getroffen haben -CiB ist dafür ja das beste Beispiel). Ich hätte gerne, dass das so bleibt und weder kriegs- noch nachkriegsähnliche Zustände heraufziehen.

Ich sehe durchaus, dass die Hilfe überhaupt nur möglich ist, wenn möglichst viele Menschen helfen statt Hilfe zu erwarten, weil andernfalls ein solches System nicht aufrecht zu erhalten ist und dann genau der Zustand eintreten wird, den ich so gar nicht will, nämlich, dass keinem mehr geholfen wird.

Na sei es wie es sei, eigentlich sind alle Hilfen (die es derzeit noch gibt) hier ja schon aufgeschrieben. Evtl. fällt jemandem noch was mehr ein.

Liebe Grüße, Stern

Stern
Beiträge: 394
Registriert: 21.09.2008, 15:37

Re: Hilfe für Rückkehrerinnen

Beitrag von Stern » 04.02.2012, 16:35

Ich habe Efendis Hinweis als Einwurf im Zusammenhang mit den Posts verstanden, die das Gebahren einzelner Mitarbeiterinnen in den jeweiligen Ämtern zum Inhalt hatten.
Ja, da hast Du wohl recht.
Letzendlich führt sich darüber auszutauschen aus meiner Sicht in diesem Strang zu weit.
Das sehe ich anders. Menschen sitzen in den Amtsstuben und sind auch sonst um uns herum. Ein Grundrecht auf Freundlichkeit gibt es nicht. Ich lese auch selten (eher gar nicht), dass sich jemand, der (woher auch immer) Hilfe erhält, Gedanken um den Hilfeleistenden macht. Jeder will ständig gut behandelt werden, aber sein Gegenüber ist ihm oft ganz egal. Evtl. ist Eschta deshalb so wütend, weil sie einfach die Anerkennung vermisst, für alles, was sie sonst schon im Leben geleistet hat und jetzt auch ehrenamtlich leistet.

Mich erinnert dieser thread an meine erste Zeit nach der "Ostauswanderung". Als damalige Sozialhilfe- und "sonstwasnoch-" Empfängerin habe ich mich gewundert, wieso es Geld gibt und hatte meistens eher Mitleid mit den armen Beamten, weil ich mir, im Wartebereich sitzend, oft vorgestellt habe, wie es sein muss, den ganzen Tag die Ansprüche aller Leute zu erfüllen, ohne je ein Danke zu hören. Die Stimmung in diesen Wartebereichen war auch ziemlich mies.

Vielleicht habe ich deshalb keine schlechten Erfahrungen gemacht, weil ich die alle immer so bedauert habe. Ich war in FREIHEIT und bekam noch Unterstützung, entsprechend habe ich alle "angestrahlt". Evtl. wäre das auch ein Ansatzpunkt? Sich die Vorteile mehr ins Gedächtnis zu rufen, die man hier hat und nicht mit ablehnender Haltung einem Sachbearbeiter gegenüberzutreten? Ich weiß ja auch nicht, aber Anerkennung kann man nicht fordern, man kann sie verteilen.

Liebe Grüße, Stern

Anaba
Beiträge: 18435
Registriert: 12.03.2008, 16:36

Re: Hilfe für Rückkehrerinnen

Beitrag von Anaba » 04.02.2012, 16:54

Mich erinnert dieser thread an meine erste Zeit nach der "Ostauswanderung". Als damalige Sozialhilfe- und "sonstwasnoch-" Empfängerin habe ich mich gewundert, wieso es Geld gibt und hatte meistens eher Mitleid mit den armen Beamten, weil ich mir, im Wartebereich sitzend, oft vorgestellt habe, wie es sein muss, den ganzen Tag die Ansprüche aller Leute zu erfüllen, ohne je ein Danke zu hören. Die Stimmung in diesen Wartebereichen war auch ziemlich mies.

Vielleicht habe ich deshalb keine schlechten Erfahrungen gemacht, weil ich die alle immer so bedauert habe. Ich war in FREIHEIT und bekam noch Unterstützung, entsprechend habe ich alle "angestrahlt". Evtl. wäre das auch ein Ansatzpunkt? Sich die Vorteile mehr ins Gedächtnis zu rufen, die man hier hat und nicht mit ablehnender Haltung einem Sachbearbeiter gegenüberzutreten? Ich weiß ja auch nicht, aber Anerkennung kann man nicht fordern, man kann sie verteilen.
Da sprichst du mir aus dem Herzen.
Ich war auch in dieser Situation und konnte es damals nicht fassen, Hilfe einfach so zu bekommen.
Dementsprechend war ich dankbar und habe das wohl auch ausgestrahlt.
Schlechte Erfahrungen habe ich nie gemacht, im Gegenteil, alle waren bemüht uns zu unterstützen.

Wir sollten uns vielleicht mal bewusst machen, wie privilegiert wir doch sind und hin und wieder wäre auch ein bisschen Dankbarkeit angebracht.
Liebe Grüße
Anaba

Administratorin
anaba@1001Geschichte.de

“Am Ende wird die Wahrheit siegen, über Ängste und gut getarnte Lügen.
Am Ende wird sich alles fügen und was jetzt am Boden liegt, wird schließlich lächelnd fliegen...“

Hans Kupka, hingerichtet 1942

Haram
Beiträge: 2155
Registriert: 31.10.2008, 04:31

Re: Hilfe für Rückkehrerinnen

Beitrag von Haram » 04.02.2012, 17:32

Nabend

Es wurden einigen Frauen schon mehrmals Heimflugtickets von einem in Ägypten tätigen Konsul ausgehändigt.
Sicher weiß.

Sie haben nichts dazugelernt.

Gruss
haram
Die grösste aller Kampfkünste ist Jura

stanzi
Beiträge: 47
Registriert: 09.01.2012, 11:32

Re: Hilfe für Rückkehrerinnen

Beitrag von stanzi » 04.02.2012, 18:19

....ob sie etwas gelernt haben oder nicht?,wer will das beurteilen!solche bemerkungen sind zu entbehren.
hier mal ein sachlicher link:

11 Tipps für die Rückkehr nach Deutschland

http://www.wohin-auswandern.de/rueckkeh ... eutschland

lieben gruß stanzi
"Wenn ein Mensch verliebt ist, zeigt er sich so, wie er immer sein sollte" Simone de Beauvoir

Anaba
Beiträge: 18435
Registriert: 12.03.2008, 16:36

Re: Hilfe für Rückkehrerinnen

Beitrag von Anaba » 04.02.2012, 18:42

stanzi hat geschrieben:....ob sie etwas gelernt haben oder nicht?,wer will das beurteilen!solche bemerkungen sind zu entbehren.


lieben gruß stanzi
Wenn jemand schon mehrmals ein Rückflugticket gesponsert bekommen hat, dann ist doch die Frage, warum sie aus ihren Erfahrungen nichts gelernt hat, berechtigt.
Liebe Grüße
Anaba

Administratorin
anaba@1001Geschichte.de

“Am Ende wird die Wahrheit siegen, über Ängste und gut getarnte Lügen.
Am Ende wird sich alles fügen und was jetzt am Boden liegt, wird schließlich lächelnd fliegen...“

Hans Kupka, hingerichtet 1942

stanzi
Beiträge: 47
Registriert: 09.01.2012, 11:32

Re: Hilfe für Rückkehrerinnen

Beitrag von stanzi » 04.02.2012, 18:48

Anaba hat geschrieben:
stanzi hat geschrieben:....ob sie etwas gelernt haben oder nicht?,wer will das beurteilen!solche bemerkungen sind zu entbehren.


lieben gruß stanzi
Wenn jemand schon mehrmals ein Rückflugticket gesponsert bekommen hat, dann ist doch die Frage, warum sie aus ihren Erfahrungen nichts gelernt hat, berechtigt.
aha, :idea: und woher wißt ihr WIE oft eine/r schon angesucht hat.? das sind doch spekulationen,also ehrlich anaba :lol:

der tread heißt doch : Hilfe für Rückkehrerinnen....

einen schönen abend.stanzi
"Wenn ein Mensch verliebt ist, zeigt er sich so, wie er immer sein sollte" Simone de Beauvoir

Anaba
Beiträge: 18435
Registriert: 12.03.2008, 16:36

Re: Hilfe für Rückkehrerinnen

Beitrag von Anaba » 04.02.2012, 19:07

stanzi hat geschrieben:
Anaba hat geschrieben:
stanzi hat geschrieben:....ob sie etwas gelernt haben oder nicht?,wer will das beurteilen!solche bemerkungen sind zu entbehren.


lieben gruß stanzi
Wenn jemand schon mehrmals ein Rückflugticket gesponsert bekommen hat, dann ist doch die Frage, warum sie aus ihren Erfahrungen nichts gelernt hat, berechtigt.
aha, :idea: und woher wißt ihr WIE oft eine/r schon angesucht hat.? das sind doch spekulationen,also ehrlich anaba :lol:

der tread heißt doch : Hilfe für Rückkehrerinnen....

einen schönen abend.stanzi
Was heißt "ihr" ?
Haram hat von seinen Erfahrungen geschrieben.
Nicht mehr und nicht weniger.
Liebe Grüße
Anaba

Administratorin
anaba@1001Geschichte.de

“Am Ende wird die Wahrheit siegen, über Ängste und gut getarnte Lügen.
Am Ende wird sich alles fügen und was jetzt am Boden liegt, wird schließlich lächelnd fliegen...“

Hans Kupka, hingerichtet 1942

Haram
Beiträge: 2155
Registriert: 31.10.2008, 04:31

Re: Hilfe für Rückkehrerinnen

Beitrag von Haram » 04.02.2012, 19:15

@ stanzi

Kannst mir schon glauben, es sind keine Spekulationen, sondern Tatsachen.
Es gab Damen, die standen schon zum 2 oder 3 mal vor dem Konsul und waren am jammern.
Hatten weder bares, noch EC oder Kredit- Karte um sich ein Rückflugticket nach DL zu kaufen.

Kannte eine, die hatte nicht mal mehr Geld für Essen kaufen. Habibi hat sie 2 Tage lang gexagelt und ihr dann die letzten 100 € abgenommen.
Haben ihr dann täglich eine warme Mahlzeit im Hotel spendiert. Sie hatte wenigsten 2 Way - Tickets.
Trotzdem war es für sie eine lange Woche.
Sie war ein bildhübsches Mädchen von 22 Jahren.

Du hast leider keine Ahnung.

Gruss
haram
Die grösste aller Kampfkünste ist Jura

Evelyne
Beiträge: 2942
Registriert: 12.03.2008, 06:02

Re: Hilfe für Rückkehrerinnen

Beitrag von Evelyne » 04.02.2012, 19:42

CiB e.V. hat schon einigen Rückkehrerinnen geholfen. Wir waren behilflich bei der Wohnungssuche, haben Pakete mit dem Nötigsten organisiert und verschickt und konnten auch in einigen Fällen, nach Prüfung der Sachlage, die erste Not mit Geldmitteln lindern.
Evelyne
www.evelyne-kern.de
Gründerin von 1001Geschichte

Für jede Hilfe, diese Seite am Leben zu erhalten, sind wir sehr dankbar.
https://www.1001geschichte.de/spendenkonto/

Antworten