Bezness und die (Spät-)Folgen

Wie lebe ich heute. Was habe ich geändert. Wie habe ich Bezness verarbeitet. Der "Neuanfang".

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chandu
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Re: Bezness und die (Spät-)Folgen

Beitrag von chandu » 23.06.2012, 11:50

Ach Djenna, das kommt mir auch sehr bekannt vor. ER fieberte ja auch einer Heirat mit mir entgegen - gottseidank ist mir dann doch noch davor der Absprung geglückt - und einmal brachte ich auch dieses Thema zur Sprache: Eben, dass viele Paare in Deutschland eine Gütertrennung vereinbaren. Er hätte nicht schockierter gucken können, wenn ich ihm jetzt eine geladene Pistole vor die Nase gehalten hätte ... :lol:

brighterstar007
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Re: Bezness und die (Spät-)Folgen

Beitrag von brighterstar007 » 24.06.2012, 17:04

Hallo Djenna,

das klingt für mich ein wenig so, dass du zwar das Recht auf "Absicherung" in Anspruch nehmen willst, es aber deinem
Partner verweigerst. Er hat doch nur ganz normale Bedenken geäussert, wie du zuvor auch.

Liebe Grüße

Brighterstar

Bocanda
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Re: Bezness und die (Spät-)Folgen

Beitrag von Bocanda » 24.06.2012, 18:02

Ich kenne einen aktuellen Fall, da streitet doch tatsächlich der Exmann um einen Versorgungsausgleich von ca. 4,-- Euro - und das nach einer sehr kurzen Ehe. Kann mir mal jemand logisch begründen, was das für einen Sinn macht?
Liebe Scharade,

jeder Cent zählt :lol: :lol: :lol:

Liebe Grüße
Bocanda
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Bocanda
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Re: Bezness und die (Spät-)Folgen

Beitrag von Bocanda » 24.06.2012, 19:17

Da die Ehescheidung sicherlich wegen einer solchen Geringfügigkeit nicht verschoben wird, interessiert mich, was sich dieser Beznesser dabei gedacht haben könnte. ...
Vermutlich um es der Ehefrau so schwer wie möglich zu machen. Logisch ist an dem Verhalten gar nichts. Aber Logik ist auch nicht die Stärke eines Beznessers.

Liebe Grüße
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Re: Bezness und die (Spät-)Folgen

Beitrag von Ute H. » 28.06.2012, 15:49

bitte übernehmt für dieses Thema wieder die Nummerierung, damit es kurz und knackig bleibt. Danke!

1.)Welche Bezness-Folgen waren/sind für euch persönlich am schlimmsten?
2.)Durch welches Ereignis habt ihr den Absprung geschafft?
3.)Wie lange hat es bei euch gedauert, um wieder 'Mensch' zu sein?
4.)Was ärgert euch heute noch?


(Nachfragen oder ausführliche Anmerkungen zu Posts bitte über E-Mail oder PM bzw. eröffnet ein neues Thema)

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Re: Bezness und die (Spät-)Folgen

Beitrag von Johanna » 01.07.2012, 23:18

1.)Welche Bezness-Folgen waren/sind für euch persönlich am schlimmsten?

Das schlechte Gewissen meinen Eltern gegenüber, die das alles mit ansehen mussten.

2.)Durch welches Ereignis habt ihr den Absprung geschafft?

Die Situation, in der seine Gewalt mir gegenüber so eskalierte, dass ich glaubte, ich überlebe es nicht.

3.)Wie lange hat es bei euch gedauert, um wieder 'Mensch' zu sein?

Ungefähr 1 1/2 Jahre.

4.)Was ärgert euch heute noch?

Das viele Geld, das dafür draufgegangen ist.
Die Sonne lehrt alle Lebewesen die Sehnsucht nach dem Licht. Doch es ist die Nacht, die uns alle zu den Sternen erhebt.
-Khalil Gibran-

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Re: Bezness und die (Spät-)Folgen

Beitrag von Anaba » 29.07.2012, 19:47

So kann es auch für einen Bezzi enden. Gut, dass es endlich zu Ende ist.


Ja, das Leben ist hart. :wink: Mein Mitleid mit diesem Mann hält sich in Grenzen.
Ich denke, es gibt viele wie ihn, die nach der Trennung plötzlich erkennen, was sie verlieren.
Mich wundert immer wieder mit welcher Unverfrorenheit, sie alles einfordern.
Deshalb ist es schön zu lesen, wenn die Frauen ihnen einen Strich durch die Rechnung machen.
Liebe Grüße
Anaba

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Re: Bezness und die (Spät-)Folgen

Beitrag von mausi 2010 » 06.09.2012, 15:57

1) Welche Bezness-Folgen waren für euch am Schlimmsten?
das der Typ mich benutzt hat für seine Wünsche und Ansprüche und ich so naiv war und drauf reingefallen bin auf sein Gesäussel und sein Schauspiel

2) Durch welches Ereignis habt ihr den Absprung geschafft?
als ich im Februar zu ihm fliegen wollte und er aber meinte, ich solle doch besser zu Hause in D. bleiben.
da dachte ich, ich bin im falschen Film...ich hatte ihn ja zuletzt im Sommer vorigen Jahres gesehen und hatte so eine Sehnsucht nach ihm...

3) Wie lange hat es bei euch gedauert, um wieder `Mensch`zu sein?
ich habe jetzt nach 6 Monaten mit ihm abgeschlossen, mein Verstand hat über mein Herz gesiegt...
jedoch zum entgültigen Abschluss habe ich das Gefühl, ich brauche noch das Scheidungsurteil in der Hand

4) Was ärgert euch heute noch?
das viele Geld was ich verlohren habe durch ihn und schade um die schöne Zeit

P.S. Mich freut, dass er durch seine eigene Dummheit gescheitert ist und den Deutschtest 6x NICHT bestanden hat und so kein Visum bekommen hat...
So bleibt mir Vieles erspart und ich kann mein Leben ohne ihn wieder geniessen...
Ich hätte diese Erfahrung in meinem Leben nicht gebraucht, habe aber draus gelernt und hake es für mich ab.

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Re: Bezness und die (Spät-)Folgen

Beitrag von Anaba » 09.09.2012, 16:21

Ich bin wirklich froh, dass für mich die Sache der Vergangenheit angehört und keine Bedeutung mehr hat für mich. Aber, auch dankenswerter Weise durch dieses Forum ist mir die Einsicht gelungen ! Das ist absolut ein dickes Danke für Euch !!
Liebe Suhan,
wenn ich das lese dann weiß ich, warum wir das hier tun, warum wir viel Freizeit opfern, warum wir immer wieder Anfeindungen ertragen und auch warum wir manchmal nah am Verzweifeln sind.
Es lohnt sich für jede Frau, die ihr Leben zurück bekommen hat und wieder glücklich ist.
Wenn dann die Frauen, wie du, hier weiterschreiben und ihre Erfahrungen einbringen ist das ganz wichtig.
Denn nur so begreifen andere Frauen, es gibt ein Leben nach einer solchen Beziehung und sie sind nicht allein.
Viele Frauen haben diese Erfahrungen gemacht und daraus gelernt.

Liebe Suhan, dir alles Gute (ich glaube, das habe ich dir schon mal gewünscht :D )
Ich hoffe sehr, du bleibst uns erhalten.
Liebe Grüße
Anaba

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Re: Bezness und die (Spät-)Folgen

Beitrag von Arche Noah » 10.09.2012, 00:04

1.)Welche Bezness-Folgen waren/sind für euch persönlich am schlimmsten?
2.)Durch welches Ereignis habt ihr den Absprung geschafft?
3.)Wie lange hat es bei euch gedauert, um wieder 'Mensch' zu sein?
4.)Was ärgert euch heute noch?

Zu 1 - Ich habe meine Kinder aus einer Beznessehe verloren.
Zu 2 - Ich habe gekämpft
Zu 3 - Sechs Jahre
Zu 4 - das ich meine eigenen Prioritäten über Bord geworfen habe .....

Bezness war , ist und bleibt eine Erfahrung , die ich nie mehr erleben möchte...
Das tollste daraus sind meine Kinder , die ich nie mehr missen möchte.
Im Urlaub werde ich mich niemals mehr verlieben ;-)

Arche
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Regenbogen
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Re: Bezness und die (Spät-)Folgen

Beitrag von Regenbogen » 27.10.2012, 22:13

Bezness und die Spätfolgen
ich habe sozusagen doppeltes bezness erlebt: einmal bezness klassich junger tunesier vor drei jahre in der scheidungkrsie nach langjähriger Ehe, bald geheiratet, bald erkannt ,bald rausgeworfen, bald die ehe annulliert.

die eigentliche geschichte war aber eine langjährige ehe mit einem einheimischen Ö -landsmann, der laut gerichtsgutachten in einem Obsorgestreit an einer narzisstischen Persönlichkeitsstörung leidet. Von solchen Menschen wissen wir, dass sie andere ausbeuten, sei es auch nicht immer bewusst oder mit böser Absicht, kann auch unbewusst sein aufgrund ihrer Defizite aus der Kindheit. Das habe ich in einer langjährigen Ehe auch erlebt , auch finanziell aber vor allen emotional und kräftemäßig- wie gesagt mit einem österreichischen Landsmann, der auch einen seriösen Beruf hatte, wenn auch keinen so guten wie ich.
In dieser eigentlichen Geschichte ist auch kein Ende der Auseinandersetzung abzusehen, weil es gemeinsame noch relativ kleine Kinder gibt. In Auseinandersetzungen um Besuchrecht oder Alimente zeigt sich nach wie vor die Verrücktheit meines Exmannes, wie gesagt die des österreichischen. Leider geht das Theater- gerichtliche Auseinandersetzungen -mit ihm weiter.

Die eigentliche wichtige Geschichte spielt sich zwischen mir und meinem österreichischem Exmann ab- der junge Tunesier- bezness-Geschichte- hat es quasi noch einmal kurz auf den Punkt gebracht- das Thema worum es geht.

ich bin jemand, die bis vor noch nicht all zu langer Zeit auszubeuten war, finanziell oder emotional oder kräftemäßig oder alles zusammen. Das sehe, sage und schreibe ich nicht sehr gerne, aber es ist so, es ist notwendig da hin zu schauen,damit es nicht so bleibt.

zu den sehr guten Fragen der Verfasserin des Threads:

1. Welche folgen sind für mich am schlimmsten:
Zu Tunesien. ich schäme mich dafür so blöd gewesen zu sein, den ökonomischen/kulturellen hintergrund außer acht gelassen zu haben und diese vorgespielte Verliebtheit meines tunesichen Ex ernst genommen zu haben. Ok ich war emotional bedürftig, aber wie kann man so deppert sein vom Regen in die Traufe zu gelangen, wenn man soviel lebenserfahrung hat wie ich?
die krise ist eine gewisse entschuldigung. eine verliebtheit hätte/ hat so gut getan - aber es war keine echte. und ich wollte offenbar schnellen Trost und schnelle Lösungen für die eigentliche Geschichte. so spielt das leben aber nicht - leider.

Die Folgen aus dem Bezness aus Tunesien sind halbwegs harmlos für mich . ich habe jetzt in meinem Dorf/Kleinstadt den Ruf auf junge Männer zu stehen. darüber muss ich selber lachen.

Die Folgen mit einem sehr schwierigen österreichischen Mann verheiratet gewesen zu sein sind weit schwerwiegender. ich musste einen Teil meines ererbten grundstücks verkaufen, um ihn auszuzahlen, obwohl ich in der Ehe viel mehr, sowohl emotional , beruflich und finanziell beigetragen hatte als er . Der Mann hat Vaterrechte, auch wenn er keinerlei Verantwortung für Erziehungspflichten unserer Kinder übernimmt.
Ich bin im Nachhinein fassungslos, wie lange ich zuviel Verantwortung für seine Handlungen übernommen hatte - das Gerichtsgutachten hat mir die Augen geöffnet.

2. Wodurch habe ich den Absprung geschafft.
Tunesien: Als mein tunesischer Ex, nach der heirat zu mir fliegen wollte, hat er begonnen Geschichten zu drücken, wieso er kein Geld hat und ich ihm die Reise zahlen sollte. Da wusste ich e s eigentlich und habe ihm natürlich kein Geld für die Reise geschickt. ich habe noch zugewartet und ihn hier ein paar Wochen beäugt, weil ich den Fehler, ihn geheiratet zu haben, nicht wahr haben wollte, als ich mit einer anderen deutschen freundin von ihm telefoniert habe, habe ich ihn raus geschmissen und seither nie wieder gesehen.

ich habe lange gebraucht mich aus der langjährigen ehe mit meinem österreichsichen Exmann zu lösen- paartherapie, alles mögliche, Ausschlaggebend für die Scheidung war ein Moment der Todesangst in einer Auseinandersetzung mit ihm. Wirklich die Verantwortung für seine Handlungen bei ihm zu lassen und nicht zu übernehmen, war ein langer Lern- Prozess dur ch mediation, gerichtsverfahren, Gutachten.

3. Wie lange hat es gedauert wieder ein Mensch zu sein. natürlich bin ich ganze zeit ein mensch, menschen sind nicht perfekt und menschen machen fehler und menschen leiden. aber ich bin noch nicht wirklich bereit für eine nahe neue lebensbeziehung . die Scheidung von meinem Österreichsichen Ex ist 3jahre her, ein halbes jahr später habe ichd en tuneseischen Beznesser geheiratet und diese nach 6 Wochen Zusammenleben raus geschmissen, vor kurzem wurde diese Ehe aufgehoben.
ich beschäftige mich sehr mit dem Thema meiner früheren "Ausbeutbarkeit" und bin hier in einem großen Veränderungsprozess, doppelt gemoppelt - manche müssen zweimal den mehr oder weniger "selben Fehler in einem andern Mantel machen" um aufzuwachen.
so einfach - "ich nehme mir dann einen einheimischen Mann und dann wird alles gut" .- sind die Lösungen meistens nicht.
ich habe derzeit eine sehr lockere und freundschaftliche Beziehung zu einem Amerikaner, der in meiner Nähe lebt und zur Abwechslung einmal ökonomisch stärker ist als ich - aber zu wirklich viel Nähe und mich auf eine neue lebensbeziehung einzulassen bin ich noch nicht bereit.

4. Mich ärgert- dass ich als studierte sozialwissenschaftlerin und immens berufserfahrene Therapeutin und als relativ attraktive Frau auf dieses depperte junge tunesiche bübchen reingefallen bin. Auweia. au, au, au Weia.
Ntatürlich habe ich Wut auf das Bürschchen und seine freundliche Familie , aber auch auf meine Dämlichkeit.

Hallo der islam ist eine schwierige Religion - und als als auf der Uni vor vielen jahren feminisitsch sozialisiert e Wissenschaftlerin- finde ich es gar nicht gut wenn frauen sich mit kopftüchern oder burkas verhüllen sollen, bitte sollen doch die Männer AUGENKLAPPEN TRAGEN; WENN SIE SOVIEL vERFÜHRUNG NICHT AUSHALTEN!!!

trotzdem Effendi und steckchen sitze ich definitiv nicht mit euch in einem boot.die Globalisierung ist nicht mehr durch deutschtümeltum aufzuhalten - gott sei dank. und alle leben heute schon überall und das ist gut so.

aber es bringt natürlich auch herausforderungen. und islamisch kulturen sind im alltag sicher mit unserer westlichen Kultur schwierig und nur langsam und mit viel Sensibilität zu vereinbaren.
oder auch nicht. und in binationalen Beziehungen auch ganz schwierig - ich kenen aber auch einige ganz wenige , wos gut geht.

Und es gibt länder wo krieg ist -wie Afghanistan und Tschetschenien und Somalia und Syrien -und wir wären auch ganz froh wenn uns andere Länder aufnehmen würden,w enn be uns krieg wäre - soviel zu asylantenhetze.
aber heiraten muss und soll man niemanden um zu helfen, das ist ein Quatsch mit Ohren.


natürlich gab es in meinen Geschichten Ähnlichkeiten aber auch Unterschiede- mein tunesicher Ex war/ist sozusagen ein kalter berechnender ausbeuter, der aus einer ökonomischen oder veremintlichen ökonomischen not - so arm war der gar nicht - gehandelt hat.
mein Ö- Ex ist sozusagen ein leidenschaftlicher, unbewusster Ausbeuter, der unabsichtlich aus den Defiziten s einer kindheit heraus gierig versorgst sein wollte und mir alle Pflichten und verantwortlichekiten überlassen hat.

Und auf der anderen sEite immer ich, die darauf eingestiegen ist, so oder so. Das war mein Part.

ich glaube dass die Besnesserfahrungen Sinn machen, wenn frau diesen eigenen part anschaut und verändert.
das heißt nicht , das der islam, die kultur und auch ,ja, dieser blöde clubmassentourismus nicht seine Teil an den den klassischen bezness-geschichten hat.

Liebe Grüße nach d

regenbogen

Bocanda
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Re: Bezness und die (Spät-)Folgen

Beitrag von Bocanda » 28.10.2012, 10:07

Und es gibt länder wo krieg ist -wie Afghanistan und Tschetschenien und Somalia und Syrien -und wir wären auch ganz froh wenn uns andere Länder aufnehmen würden,w enn be uns krieg wäre - soviel zu asylantenhetze.
Liebe Regenbogen,

das ist natürlich ein häufig genutztes Argument. Ich bin ganz bei Dir! Auch mich würde es freuen, wenn ich in Not wäre und meine Familie ich von einem Land aufgenommen werde, sollte bei uns Krieg ausbrechen. Zum Unterschied zwischen den von Dir genannten Beispielländern und uns, gibt es dort aber kein Sozialsystem, dass belastet wird, sondern Du wirst als Asylant ziemlich alleingelassen. Ebenso gibt es dort keine freie Entfaltung wie z. B. die von Dir angesprochene Kleiderordnung. Im Gegenteil. In z.B. Ägypten werden Frauen öffentlich sexuell angegriffen, um den Frauen zu demonstrieren, dass sie schutzlos sind und sich bitte nicht auf der Strasse zu zeigen haben.

Ebenso gibt es in vielen Ländern immer noch eine Verfolgung von Christen. So dass eine Ausübung des Glaubens problematisch sein dürfte. Hier bei uns gibt es mit Sicherheit eine latente Islamfeindlichkeit, die aber eben nicht vergleichbar ist mit der Christenverfolgung in anderen Ländern.

Sollte wirklich der Fall der Fälle eintreffen, gibt es sicherlich kein Land, dass uns aufnehmen kann, oder wenn wird es sich wieder um Eines in Europa handeln und um Keines der von Dir genannten.

Liebe Grüße
Bocanda
Liebe Grüße
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Franconia
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Re: Bezness und die (Spät-)Folgen

Beitrag von Franconia » 28.10.2012, 22:15

Ute H. hat geschrieben:Mich würde interessieren, wie unterschiedlich Bezness-Opfer die schlimmen Erfahrungen verkraftet haben und wie es ihnen heute geht.

1.)Welche Bezness-Folgen waren/sind für euch persönlich am schlimmsten?
2.)Durch welches Ereignis habt ihr den Absprung geschafft?
3.)Wie lange hat es bei euch gedauert, um wieder 'Mensch' zu sein?
4.)Was ärgert euch heute noch?

1. zum einen das Geld was ich verloren habe bzw. was er mir (und auch den Kindern) durch Urkundenfälschung geklaut hat.
Zum anderen, dass ich ihn jahrelang vor Freunden und Familie verteidigt habe und die Augen vor seinen "krummen Touren" verschlossen habe.
Und unabhängig vom Bezness, die seelischen Verletzungen die meine Kinder durch ihren Bezi-Vater erlitten haben.

2. Auf meinen Druck hin hat er sich eine Arbeit gesucht und die dann 400 km von uns entfernt gefunden. Durch die räumliche Trennung habe ich gemerkt wie gut es mir und auch den Kindern ohne ihn geht und mich innerlich schon auf eine Trennung und Scheidung vorbereitet.
Der eigentlich und sehr plötzliche Trennungsgrund war häusliche Gewalt. Er hat mich, als er mal ein Wo-Ende nach Hause kam, im besoffenen Zustand bis zur Bewusstlosigkeit gewürgt und nur durch meine Nachbarn, die auf meine Hilferufe reagiert haben, ist nicht noch mehr passiert. Die Polizei hat ihn mitgenommen, er erhielt Haus- und Kontaktverbot und ich habe 2 Tage nach dem Vorfall über einen Anwalt eine Härtefallscheidung einreichen lassen (bin damit aber nicht durch gekommen).

3. Da es aus der Ehe 3 Kinder gibt die damals zw. 1 und 5 Jahre alt waren musste ich sofort zu 100% funktionieren, aber richtig aufgelebt bin ich erst nachdem ich das Scheidungsurteil in den Händen hatte.
Leider haben mich seine Übergriffe auf die Kinder bei den Umgangswochenenden vor ca. 5 Jahren erneut in dein tiefes Loch gerissen, schlimmer noch als bei der Gewaltattacke gegen mich.

4. Das ich nicht schon viel eher den Schlussstrich gezogen habe, aus Angst es alleine den Kindern nicht zu schaffen. Hätte mir viel erspart. Sowohl finanziell als auch psychisch.

5. und was habe ich positives für mich daraus gelernt...
Erstens ist es nie zu spät einen Schlussstrich zu ziehen denn: Besser ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende
Zweitens: Man ist stärker als man zuerst glaubt, denn man wächst mit seinen Aufgaben und dabei manchmal sogar über sich hinaus
Drittens: Egal wie lange der Kampf gegen dauert, irgendwann siegt die Gerechtigkeit. Mein Ex wurde jetzt endlich ausgewiesen und wird D noch vor Jahresende verlassen (müssen).
Viertens: egal wie viel Geld man auch verloren hat und wie viel Ärger man deswegen auch hat, es gibt wichtigeres als Geld. Mein Ex hat mir und den Kindern zwar die Konten leer geräumt, aber aufgrund seiner verlogenen Art hat er dennoch viel mehr verloren als ich. Er hat nämlich durch seine Lügen und Intrigen die Kinder verloren, die ihm auf die Schliche gekommen sind und sich deswegen nach und nach in den letzten Jahren von ihm abgewandt haben und nun nichts mehr mit ihm zu tun haben wollen.
Würde sagen, die Höchststrafe für einen Vater
Wenn die Guten nicht kämpfen, werden die Schlechten siegen. (Platon)

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Re: Bezness und die (Spät-)Folgen

Beitrag von Katinka » 26.11.2012, 14:30

Hallo Ute,

meine Bezness-Geschichte ist im nächsten Sommer bald 10 Jahre alt. Ich war hier lange nicht mehr aktiv und möchte dennoch gerne etwas zu deinen Fragen schreiben.

1. angekratztes Ego und Selbstwertgefühl, Depressionen, Therapien, allgemeines und -gegenwärtiges Misstrauen Männern ggü. - insbesondere einem speziellen Menschenschlag.

2. am Tag unserer Hochzeit hat er es vorgezogen lieber mit den Kumpels einen Saufen zu gehen, als die Zeit mit mir zu verbringen. plötzliches Drängen auf eine Einreise nach Deutschland, plötzliches Ehe-Mann-Gehabe à la "was machst du", "wo bist du", "warum dies, warum jenes …"

3. im Endeffekt bleibt diese Erfahrung immer an einem haften. es gibt Phasen im Leben, da tangiert es einen mehr und Phasen, da denkt man nur noch kaum oder gar nicht darüber nach. wieder 'Mensch' zu sein bedeutet m.E. mit sich selbst ins Reine zu kommen und auch sich selbst verzeihen zu können … in meinem Fall waren das ca. 8 Jahre!

4. was mich am meisten ärgert ist die Tatsache, dass ich meinen Dickschädel durchsetzen musste und viele gute Ratschläge von Freunden und Familie in den Wind geschlagen habe. Hätte ich damals besser hingehört, wären mir viele leidvolle Dinge erspart geblieben.

Viele Grüße
Katinka
In der Mitte von Schwierigkeiten, liegen die Möglichkeiten.

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Re: Bezness und die (Spät-)Folgen

Beitrag von Evelyne » 26.11.2012, 16:14

Liebe Katinka,
schön von Dir zu lesen.
Deinen Ausführungen kann ich mich voll und ganz anschließen. Bei mir was es genauso.
am Tag unserer Hochzeit hat er es vorgezogen lieber mit den Kumpels einen Saufen zu gehen,
auch das mußte ich erleben.
Lieben Gruß
Evelyne Kern
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Re: Bezness und die (Spät-)Folgen

Beitrag von brighterstar007 » 27.11.2012, 14:32

Ihr Lieben,

bei mir ist der Prozess auch nach fast elf Jahren nicht abgeschlossen, wobei ich es als großen Fortschritt
werte, trotz diverser Begrenzungen, meine Wohnung aufräume, entrümpele, teilweise neu gestalte.

Da ich bereits als neugeborenes Baby total eingeschüchtert wurde, u. a. durch Aufenthalt im Waisenhaus, durch
ständig wiederkehrende Trennungen von meiner Mutter, die seit meiner Geburt sehr krank war (Jahrzehnte),
hat mich die Trennung / Scheidung und übelste Attacken (Personen, denen man eigentlich vertrauen "muss", z.B.
Ärzte, Anwälte etc.) total aus der Bahn geworfen, wie ich es NIEMALS auch nur erahnt hätte.

Liebe Grüße
Brighterstar

P.S. Ich merke inzwischen, dass es zumindest mir hilft, andere wahrzunehmen, denen es augenscheinlich schlecht
geht . Anstatt wie früher zu denken: " Diese Bettler vorm Supermarkt nerven", sehe ich jetzt, wie treu und geduldig
sie bei JEDER Witterung dort stehen und gebe ihnen oft eine Kleinigkeit (Obst und ähnliches).

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Re: Bezness und die (Spät-)Folgen

Beitrag von memory » 15.01.2013, 16:28

Welche Folgen waren/sind die schlimmsten?
Dass nichts mehr so ist, wie es war.
Dass ich Jahre später immer noch Misstrauen hege gegen die Gefühle meines Mannes, weil ich nicht glauben kann, dass er mir verziehen hat.
Dass ich nicht in der Lage bin, die Liebe meines Mannes unvoreingenommen zu empfangen.
Dass ich jedes lieb gemeinte Wort aus dem Mund meines Mannes in Frage stelle und eine Falle wittere.
Dass ich in ständiger Angst lebe, mein Mann versucht mich durch Nettigkeit in Sicherheit zu wiegen, um sich dann, wenn ich am wenigsten damit rechne, an mir zu rächen.
Diese Liste könnte ich endlos fortsetzen; es ist für mich ein Spiessrutenlauf, den mein Mann schlichtweg Verfolgungswahn nennt.
Durch welches Ereignis habt ihr den Absprung geschafft?
Mein Mann hat es erkannt.
Die Folge: Eheprobleme, schwere Depression, wochenlanger stationärer Aufenthalt in der Psychiatrie.
Wie lange hat es gedauert, wieder ,,Mensch" zu sein?
Das weiß ich nicht, denn ich fühle mich ja auch heute seelisch noch beeinträchtigt.
Was ärgert euch heute noch?
Das ist die falsche Frage! Es ärgert einen nichts, es macht einfach nur traurig und hilflos!

gilbert 2
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Re: Bezness und die (Spät-)Folgen

Beitrag von gilbert 2 » 19.07.2014, 21:57

Ute H. hat geschrieben:Mich würde interessieren, wie unterschiedlich Bezness-Opfer die schlimmen Erfahrungen verkraftet haben und wie es ihnen heute geht.

1.)Welche Bezness-Folgen waren/sind für euch persönlich am schlimmsten?
2.)Durch welches Ereignis habt ihr den Absprung geschafft?
3.)Wie lange hat es bei euch gedauert, um wieder 'Mensch' zu sein?
4.)Was ärgert euch heute noch?
wenn ich ehrlich zu mir selber bin,ich kann es mir nicht verzeihen das ich diesem verlogenen mann ziemlich viel geglaubt habe.
Meinen absprung habe ich geschafft weil ich gemerkt habe was für ein satans mensch er war und ist.
Frage wie lange es gedauert hat um wieder mensch zu sein? Ehrlich gesagt das trauma ist noch heute da.Zu gross waren die verletzungen.Habe mich von der menschheit zurück gezogen weil ich mit vielen nicht mehr klar komme.
Was mich heute noch ärgert ist,das ich auf dauer meine rente verloren habe und heute nicht mehr existieren kann.

Candy
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Re: Bezness und die (Spät-)Folgen

Beitrag von Candy » 20.07.2014, 01:29

Hallo Gilbert, herzlich Willkommen im Forum,
das Team von 1001 Geschichte wünscht dir einen guten und informativen Austausch.



In deinen (wenigen) Sätzen klingt sehr viel Schmerz.
Vielleicht hilft es dir, dich hier ein wenig zu öffnen und auszutauschen.
Irgendwann ist es wichtig über Ereignisse zu reden,
damit sie nicht nur verdrängt, sondern vor allem verarbeitet werden.

Sicherlich hast du längst in den wahren Geschichten gelesen,
und du weisst,dass es sehr vielen Betroffenen ähnlich geht?

Du schreibst, du hast deine Rente für immer verloren?

Wovon lebst du jetzt?

Warst du länger mit "ihm" verheiratet?
Liebe Grüsse
Candy
Moderatorin

Candy@1001Geschichte.de



Wer alles glaubt hat aufgehört zu denken (v.R.J.-M.)

sita
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Re: Bezness und die (Spät-)Folgen

Beitrag von sita » 21.07.2014, 09:47

Liebe gilbert 2

Aus welchem Land kam Dein Schädiger?
Magst Du vielleicht Deine Geschichte veröffentlichen?
Es kann gar nicht genügend gewarnt werden. Dieses schreiben und austauschen wird Dir bei Deiner Verarbeitung helfen.

http://www.1001geschichte.de/unsere-wahren-geschichten/
gilbert 2 hat geschrieben:
Ute H. hat geschrieben:Mich würde interessieren, wie unterschiedlich Bezness-Opfer die schlimmen Erfahrungen verkraftet haben und wie es ihnen heute geht.

1.)Welche Bezness-Folgen waren/sind für euch persönlich am schlimmsten?
2.)Durch welches Ereignis habt ihr den Absprung geschafft?
3.)Wie lange hat es bei euch gedauert, um wieder 'Mensch' zu sein?
4.)Was ärgert euch heute noch?
wenn ich ehrlich zu mir selber bin,ich kann es mir nicht verzeihen das ich diesem verlogenen mann ziemlich viel geglaubt habe.
Meinen absprung habe ich geschafft weil ich gemerkt habe was für ein satans mensch er war und ist.
Frage wie lange es gedauert hat um wieder mensch zu sein? Ehrlich gesagt das trauma ist noch heute da.Zu gross waren die verletzungen.Habe mich von der menschheit zurück gezogen weil ich mit vielen nicht mehr klar komme.
Was mich heute noch ärgert ist,das ich auf dauer meine rente verloren habe und heute nicht mehr existieren kann.
Wie geht es Dir heute? Wie verkraftest Du das alles?
Liebe Grüße
sita


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