Bezness wird Salonfähig

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Shadowka
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Bezness wird Salonfähig

Beitrag von Shadowka » 14.01.2013, 08:26

Wenn die Medien das weiterhin so schön reden, wird Bezness noch Salonfähig... :?

http://www.bild.de/reise/2013/sextouris ... .bild.html
Liebe Grüße
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Evelyne
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Re: Bezness wird Salonfähig

Beitrag von Evelyne » 14.01.2013, 08:32

Ja leider. Anscheinend wollen das die Leute lesen. Gut dass wir dagegen agieren. :wink:
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Elisa
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Re: Bezness wird Salonfähig

Beitrag von Elisa » 14.01.2013, 09:03

Ich finde, hier geht es eindeutig um Sextourismus, und ob dieser dann salonfähig wird, hängt von der Gesellschaft ab.
Es gab das wahrscheinlich schon immer, nur halt heimlich. Vor vierzig Jahren haben sich hier ältere Frauen so etwas in einem bestimmten Tanzlokal gesucht. Jetzt verreisen sie und können dann dort, wo niemand sie kennt, ihre Neigungen ausleben.
In bestimmten Kreisen ist das sicherlich schon salonfähig.

Aber mit Bezness hat das eigentlich nichts zu tun.

LG Elisa

Evelyne
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Re: Bezness wird Salonfähig

Beitrag von Evelyne » 14.01.2013, 13:17

Klar handelt es sich eindeutig um Sextourismus, nur die Leute werfen es in einen Topf mit Bezness - es ist schwer dagegen anzukommen.
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Canim
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Re: Bezness wird Salonfähig

Beitrag von Canim » 15.01.2013, 14:19

Es wäre mal schön, wenn die Medien Bezness und Sextourismus in einem Artikel gegenüberstellen ,damit den Leuten endlich mal der Unterschied klar ist. Hier die ältere Dame, die sich einen Lover zulegt, ihn finanziell unterstützt und dort die Frau, der unter Vorspiegelung falscher Tatsachen echte Liebe geschworen wird und die dann gnadenlos finanziell abgezockt wird, die Eintrittskarte für Europa ist etc. pp.

Gruß
Canim
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Moppel
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Re: Bezness wird Salonfähig

Beitrag von Moppel » 16.01.2013, 09:41

Canim hat geschrieben:Es wäre mal schön, wenn die Medien Bezness und Sextourismus in einem Artikel gegenüberstellen ,damit den Leuten endlich mal der Unterschied klar ist. Hier die ältere Dame, die sich einen Lover zulegt, ihn finanziell unterstützt und dort die Frau, der unter Vorspiegelung falscher Tatsachen echte Liebe geschworen wird und die dann gnadenlos finanziell abgezockt wird, die Eintrittskarte für Europa ist etc. pp.

Gruß
Canim
Diese Gegenüberstellung wird sehr schwierig denn nicht wenige Bezness Fälle entwickeln sich aus gewöhnlichem Sextourismus und Heiratsschwindel steht in Deutschland seit 1973 nicht mehr unter Strafe.
Die zweite Schwierigkeit besteht darin das es nun einmal nicht verboten ist den "Teuersten" (darf man hier wörtlich nehmen) in seiner Entwicklung positiv zu "fördern". Das Frau dann des öfteren erkennen muß einen CallBoy gefüttert zu haben ist leider Pech für Frau und sich im Nachhinein über einen Mißgriff bei der Partnerwahl zu "beschweren" löst in der Regel auch nur Heiterkeit aus.
Bei Mann gilt etwas vereinfacht folgendes. "Die billigsten Weiber kommen Mann in der Regel am teuersten zu stehen." , bei Frau ist das nicht anders.
Gruß
Rene

Moppel
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Re: Bezness wird Salonfähig

Beitrag von Moppel » 16.01.2013, 10:48

Blume hat geschrieben:
Heiratsschwindel steht in Deutschland seit 1973 nicht mehr unter Strafe.
Diese Aussage ist mißverständlich.

Macht jemand finanzielle Aufwendungen in der Hoffnung, der andere löst sein - vorgetäuschtes - Versprechen, zu heiraten ein , so ist das Betrug und wird auch heute noch strafrechtlich verfolgt.

Moppel Du meinst sicherlich den alten § 170 StGB. Den gibt es in der Tat nicht mehr. Der hatte aber auch keinen finanziellen Hintergrund.
Der Wortlaut war folgender:
(1) Wer bei Eingehung einer Ehe dem anderen Teile ein gesetzliches Ehehindernis arglistig verschweigt, oder wer den anderen Teil zur Eheschließung arglistig mittels einer solchen Täuschung verleitet, welche den Getäuschten berechtigt, die Gültigkeit der Ehe anzufechten, wird, wenn aus einem dieser Gründe die Ehe aufgelöst worden ist, mit Gefängnis nicht unter drei Monaten bestraft.

(2) Die Verfolgung tritt nur auf Antrag des getäuschten Teiles ein.
Ja, passt.
Gruß
Moppel

Shadowka
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Re: Bezness wird Salonfähig

Beitrag von Shadowka » 18.01.2013, 08:46

Der neueste Artikel in der Bild. Das ist aber nun eindeutig Bezness...

http://www.bild.de/reise/2013/sextouris ... .bild.html
Liebe Grüße
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Evelyne
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Re: Bezness wird Salonfähig

Beitrag von Evelyne » 18.01.2013, 09:10

Warum Bezness oft mit Sextourismus verwechselt wird

Sextourismus ist ein weiter Begriff, der allerdings sehr pauschaliert wird. Man definiert ihn oft mit älteren, bierbäuchigen
Männern in kurzen Hosen, die sich in asiatischen Urlaubsländern eine junge, hübsche Thailänderin kaufen oder auch mit Frauen mittleren und älteren Alters, meist sehr wohlbeleibt oder schon etwas aus der Form geraten, die in Kenia, Gambia und anderen Ländern nach jungen, knackigen Burschen Ausschau halten, um sich ihren Urlaub zu versüßen. Diese Damen und Herren bedienen das typische Klischee des Sextourismus schlechthin und sind in unserer Gesellschaft nicht sehr angesehen, während sie an ihrem Urlaubsort begehrenswert zu sein scheinen. Doch wie gesagt, das ist ein Klischee. Die Tatsachen sehen anders aus.

Diese sogenannten Sextouristen, jeden Alters und jeder Herkunft, wissen, worauf sie sich einlassen. Sex gegen Geld – vielleicht noch ein paar Geschenke – aber das war’s dann. Jedes Jahr fliegt man dann wieder mit dem Vorsatz in diese Länder, ein paar Wochen Spaß zu haben. Warum? Ganz einfach, weil das zuhause im biederen Mannheim, Zürich oder Graz so nicht unbeobachtet möglich ist. Vieler dieser Menschen sind wohl sehr einsam. Sie leben meist allein, gehen ihrer Arbeit nach, sehnen sich nach einem Partner, den sie aber in unserem vom Schönheits- und Schlankheitswahn geprägten Europa nicht so einfach finden.
Das funktioniert aber nicht, weil eben diese Männer und Frauen dem fatalen Irrglauben aufgesessen sind, dass diese jungen, bildhübschen Thailänderinnen und muskelstrotzenden jungen Strandboys gerade sie, attraktiv und begehrenswert finden. Ein fataler Irrglaube. Für Prostituierte zählt nur die Entlohnung und das ist überall auf der Welt so, wo es Sex gegen Geld gibt.

Nun gibt es aber die Frauen, die sich in den Strandboy, Kellner oder Masseur, der sie am Urlaubsort angesprochen und verfolgt hat, am Ende verlieben und seinen gekonnt gespielten Liebesschwüren bedingungslos geglaubt haben. Diese Frauen sind nicht mit dem Vorsatz, sich Sex zu kaufen, in den Urlaub geflogen. In der Regel sind es Frauen, die völlig unbedarft und unbeschwert der Einladung eines Einheimischen „auf einen Kaffee“ gefolgt sind – meist mit dem harmlosen Gedanken, eben auch „Land und Leute“ kennenzulernen. Sie sind in Urlaubsstimmung und auch oft einem kleinen Flirt nicht abgeneigt. Sie durchschauen den Bezness-Gedanken nicht und in vielen Fällen verlieben sich diese Frauen ernsthaft. In den Augen ihrer gewohnten Umwelt und der klischeebehafteten Gesellschaft sind sie oft nichts anderes als Sextouristen. Schließlich haben sie sich mit einem Einheimischen eingelassen. Sie sind zwischen 17 und 70, kommen aus allen sozialen Schichten, sind oft sehr attraktiv und gebildet. Dass sie trotzdem mit Sextouristen in einenTopf geworfen werden, ist mehr als traurig.

Das gilt natürlich auch für Männer, die sich im Urlaub in eine Einheimische verlieben und ohne dem Vorsatz, nach sexuellen Abenteuern zu suchen, in diese Länder kamen.

Bezness-Opfer sind demnach also doppelt gestraft. Sie unterliegen dem grausamen Geschäft mit ihren Gefühlen, werden betrogen und belogen, nur weil sie sich verliebt haben und sind zudem der Verachtung vieler Mitmenschen ausgesetzt, die sie für Sextouristen halten.

Die verschiedenen Varianten: für alle, die den Unterschied noch nicht kennen.

Sextourismus ist oben eindeutig erklärt. (Im Buch 1001 Lüge nachzulesen)

Eine Scheinehe (meist gegen Geld) setzt beidseitiges Einverständnis voraus.
Das heißt die Ehe besteht nur zum Schein, um einen Aufenthaltsstatus zu erlangen.
Dieses Thema ist nicht Inhalt unsere Arbeit.

Ehebetrug, auch Heiratsschwindel genannt, ist die einseitige Vortäuschung von Liebe, um finanzielle Vorteile zu erlangen.

Der in 1001Geschichte behandelte Interkulturelle Ehebetrug, genannt Bezness, beinhaltet beide Varianten, Erschleichung einer Aufenthaltserlaubnis und finanzielle Ausbeutung des Opfers durch Vortäuschung von Liebe.
Evelyne
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