Ich habe auch in Neukölln gewohnt. Nur für ein halbes Jahr, weil ich mit der ganzen kulturellen Bereicherung nicht klar gekommen bin. Dazu hatte ich unglaubliche Angst um meinen Sohn. Wir sind aus Regensburg hingezogen. Kulturschock!
Jetzt leben wir wieder im schönen Bayern.

Ich gehe jetzt ca. 1x im Monat in die Moschee zum Frauenfrühstück, weil ich eine türkische Freundin habe, die sich vor ca. 2 Jahren "mit ihrer Religion" beschäftigt hat und seither Kopftuch trägt und sich total verändert hat. Gerade auch bei der Erziehung ihrer Kinder. Ich mache mir um ihre große Tochter Sorgen, weil das Mädchen seit ein paar Monaten im heiratsfähigem Alter ist. Unsere Kinder sind zusammen zur Schule gegangen.
Meine Freundin hat alle "Klischees", die es über türkische Frauen gibt, durchlebt.
Deshalb ist das ganze für mich total unverständlich.
Mir ist bewusst, dass das ganze eine Art Flucht ist und das ihr die Religion durchaus Halt gibt, in einem total "versauten" Leben. Ein Leben, in dem sie als junge, zur Ehe gedrängter Frau, schonmal geflüchtet ist.
Ihre Schwiegereltern haben ihr daraufhin die Tochter genommen und der Schwager hat sie schwer verprügelt.
Sie ist natürlich wieder zurück in den Schoß dieser lieblosen Ehe und hat noch zwei Kinder bekommen.
Es hat gedauert, bis ich begriffen habe, das ich nicht eingreifen kann, und ihr in keinster Weise helfen kann.
Sie ist ganz tief im Klammergriff der türkischen Community. Das Ganze ist ähnlich wie man sich das bei Sekten vorstellt.
Totale soziale Kontrolle.
Dreh und Angelpunkt ist die Moschee.
Meine Freundin ist in Deutschland geboren und westlich, frei erzogen, mit Ausbildung und allem drum und dran.
Dann wurde ihr dieser Mann aufgedrängt. Ich bin ihre einzig verbliebene deutsche Freundin.
Aber ich bin hilflos.
Wenn sie gut drauf ist und ihr Mann nicht da, machen wir alles, was Freundinnen so machen.
Wir gehen mittags chinesisch essen und Klamotten kaufen. Jetzt halt für sie züchtig.
Für mich weiter figurbetont.
Auf den Spielplatz oder im Sommer aufs Erdbeerfeld, gehen wir auch.
Ins Freibad nehme ich ihre kleinen Kinder jetzt alleine mit.
Klar, kann ich mir Spitzen nicht verkneifen und wir lachen manchmal herzlich über die "neue" Situation.
Sie ist eine total gute Ratgeberin und ich kann mit ihr prima über Frauenthemen reden.
Über alles!
Ihr Mann hat mich bis heute noch nie gegrüßt, akzeptiert aber unsere Freundschaft.
Wenn ich zum Kaffee bei ihr bin und er kommt, geht er ohne Umwege ins Schlafzimmer und kommt dort erst wieder raus,
wenn ich gegangen bin. Anfangs war mir das total unangenehm. Aber mittlerweile habe ich Sitzfleisch.
Es ist alles total komisch, verworren, absurd.....ich könnte so viel darüber schreiben.