Simone Wiechern: Fliegende Teppiche - mein Leben als Beduinin

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Akassia
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Simone Wiechern: Fliegende Teppiche - mein Leben als Beduinin

Beitrag von Akassia » 05.02.2019, 10:57

Noch ein Buchtipp, um das Warten auf den Frühling abzukürzen:

Die Autorin heiratet Mitte der 90er Jahre einen Beduinen und lebt fortan mit ihm und seiner Großfamilie auf dem Sinai. Sie bekommen im Laufe der Jahre fünf Söhne. Sehr anschaulich schildert Simone Wiechern Licht und Schatten dieses Lebens. Nach 17 Jahren kehrt sie mit ihren Kindern nach Deutschland zurück und arbeitet als Künstlerin, wie schon in ihrer Zeit auf dem Sinai.

Ganz wichtig: Die Autorin spricht die Landessprache, was ihre Integration sehr erleichterte. Dieses Buch empfehle ich auch Frauen, die die Heirat mit einem Ägypter (Tunesier, Marokkaner.......) erwägen. Am Ende der Lektüre steht, unabhängig von jeglicher Bezness-Problematik, die Erkenntnis: so ein Leben wird in jedem Fall kompliziert!

Zu beziehen bei den einschlägigen Buchhändlern im Internet.

brighterstar007
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Re: Simone Wiechern: Fliegende Teppiche - mein Leben als Beduinin

Beitrag von brighterstar007 » 05.02.2019, 17:46

Hi Akkasia,

Das hört sich spannend an, auch der Titel...Sicher sind solche Biographien sehr interessant,
Da authentisch.
Hat die Frau bereits vor ihrem Leben im Sinai die Sprache beherrscht oder erst im Laufe
Ihrer Zeit dort erlernt ?
Weshalb ist sie nach Deutschland zurück gekehrt, mit ihrem Mann ?

Liebe Grüße Brighterstar

Akassia
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Re: Simone Wiechern: Fliegende Teppiche - mein Leben als Beduinin

Beitrag von Akassia » 07.02.2019, 13:23

Hi Brighterstar,

sie hat während ihres Studiums in Deutschland Arabisch gelernt und sich dann auf dem Sinai noch die Sprache der Beduinen angeeignet. Nach Deutschland zurückgekehrt ist sie nur mit ihren Kindern, von ihrem Mann hatte sie sich vorher getrennt, weil er "den falschen Weg eingeschlagen hatte".
Was das genau bedeutet, weiß ich noch nicht, weil ich das Buch noch nicht ganz gelesen habe. Ich werde aber berichten, wenn ich damit fertig bin. Sicher gibt es dann noch einige andere Aspekte, die ich erwähnenswert finde. Wie oft kommt es vor, dass eine Deutsche einen Beduinen heiratet?! Das sind schon seltene, spannende Einblicke. Sicher muss man auch das passende Naturell für ein solches Abenteuer haben. Sehr begeistert erzählt die Autorin von ihren Ausflügen in die Wüste mit Hilfe eines Kamels (ohne sonstige Begleitung), das ihr persönlich gehörte. Bei den Beduinen haben die Frauen wohl mehr Freiheiten als in vielen anderen arabischen Gesellschaften.
Erleichtert wurde ihr Leben sicher auch dadurch, dass sie eigenes Geld verdienen konnte. Sie ist Malerin und verkaufte ihre Gemälde an Touristen.

Liebe Grüße,
Akassia

brighterstar007
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Re: Simone Wiechern: Fliegende Teppiche - mein Leben als Beduinin

Beitrag von brighterstar007 » 07.02.2019, 15:25

Hi Akassia,

Das stelle ich mir auch ueberwaeltigend vor : mehrere Tage und Nächte in der Wüste
Unterm Sternenzelt...Ruhe, Stille, keine Ablenkung durch Großstadt Lärm und Leuchtreklame...
Die Wüste ist eine Schule an sich.

Ja, ich weiss, Schuhe und Schlafsack müssen nach Schlangen und Skorpionen abgesucht
Werden.
.
Leider bin ich bislang nur in einem Auto für wenige Stunden durch die Wüste gefahren
Und ein anderes Mal am Rande des Sandmeeres im Senegal in einem Zelt mit Sheih, dem
Kräftigen Pfefferminztee , bewirtet worden. Dort war es so heiss, dass mir das Heben
Meines Armes, um das Getränk zu genießen, eine unglaubliche Anstrengung bedeutete.

Liebe Gruesse Brighterstar

Akassia
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Re: Simone Wiechern: Fliegende Teppiche - mein Leben als Beduinin

Beitrag von Akassia » 18.02.2019, 11:38

Hi Brighterstar,

inzwischen habe ich das Buch zu Ende gelesen. Gescheitert ist die Ehe vor allem an der Drogensucht des Mannes. Mitte der 90er Jahre wurde auch Dahab, wo die Familie lebte, von der Drogenproblematik erreicht, der Mann wurde abhängig von Heroin. Dies führte dann unter anderem zu mehreren Haftstrafen. Die deutsche Ehefrau war völlig auf sich selbst gestellt, mit mittlerweile drei Kindern. Sie verdiente den Lebensunterhalt durch Malen und kleine Programme für Touristen (Ausflüge in die Wüste, "Beduinen-Dinners", Verkauf von Brot und Kuchen ). Da kein Ende der Drogensucht ihres Mannes absehbar war, versuchte sie, mit den Kindern das Land zu verlassen, was ihr aber erst 2011 gelang, da die erforderliche notariell beglaubigte Erlaubnis des Vaters der Kinder nicht vorlag.

Das Buch endet circa 2003, die Autorin kündigt im Epilog an, die Fortsetzung bei ausreichend Interesse schreiben zu wollen. Ich werde heute entsprechend nachfragen und dann hier berichten, ob mit einem zweiten Teil des Buches gerechnet werden kann.

Liebe Grüße,
Akassia

brighterstar007
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Re: Simone Wiechern: Fliegende Teppiche - mein Leben als Beduinin

Beitrag von brighterstar007 » 18.02.2019, 13:37

Danke, Akassia.

Das sind sicherlich spannende Einblicke in ein exotisches Leben.
Interessant wäre auch, zu erfahren, wie und ob die Kinder sich in Deutschland
Zurechtfinden konnten.

Vor über 30 Jahren habe ich im Senegal eine Deutsche getroffen, die dort verheiratet war,
Mit zwei kleinen Kindern. Sie konnte die Landessprache Wolof und musste sich auch
Alleine durchschlagen - mit Verkauf von selbstgemachtem Schmuck in der Hauptstadt.
Ihr Mann hatte noch eine afrikanische Frau, die anscheinend einen Zauberer beauftragt hat,
Die Deutsche " fortzujagen ". Monate später, als ich schon wieder zuhause war,
Erreichte mich der Brief eines Bekannten, der besagte, sie wäre mit den Kids nach
Mauretanien gegangen. Es war eine sehr starke beeindruckende Frau.
Als ich sie und ihren Mann einmal auf einer Veranstaltung gesehen habe, schienen die
Beiden sehr verliebt. Schade.

Liebe Grüße Brighterstar

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