Urfi aus der Sicht eines Ägypters

Austausch über gemachte Bezness-Erfahrungen in diesem Land

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Lizzie
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Re: Urfi aus der Sicht eines Ägypters

Beitrag von Lizzie » 05.12.2014, 01:21

Hatte diese Veränderung etwas mit dem Freundeskreis deines Mannes oder dessen Einfluss zu tun?
Allerdings, denn er begann sich mit Leuten zu umgeben die gar nicht zu uns passten, von denen wir die meisten auch nicht mochten, was ihm aber ganz egal war, er brachte sie trotzdem mit.Er kam nach Geschäftsschluss nicht mehr gleich nach Hause sondern nahm einen Umweg über Nachtclubs und Bars wo dann ein Teil der Tageseinnahmen hängenblieb. Manchmal kam er erst frühmorgens wenn die Kinder schon zum Schulbus hinunter liefen.Da fragte er mich einmal ob sie wissen wollten woher er komme. Ja, sagte ich. Hast du es ihnen gesagt?
Ja.Darauf er ganz empört: " Du willst nicht dass meine KInder mich respektieren! Du hättest sagen müssen ich komme von der Arbeit!"
Tauchten Probleme auf wie sie in jeder Familie vorkommen, so war ich auf mich alleine gestellt, denn von ihm war weder Hilfe noch Trost zu erwarten, wenn man ihn brauchte war er nie da. Da gab es dann Streit , der von seiner Seite in der Aussage gipfelte:" Ich kann ohne meine Freunde nicht leben, das musst du verstehen. Was soll man da noch sagen.

Lizzie
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Re: Urfi aus der Sicht eines Ägypters

Beitrag von Lizzie » 05.12.2014, 09:36

Hi Dalama,

um nochmal darauf zurückzukommen dass er sich keine Zweitfrau genommen hat.
Er hatte schließlich ein Haushälterin, die ihren Job wirkllich prima machte, verläßlich treu und ehrlich!!!! war, (so gut hätte ihn keine ägyptische EHefrau versorgt), ihn und seine Kumpels bestens bekochte und natürlich nie gemeckert oder sich beschwert hat wenn die Bude voller qualmender Männer war die dann eine Mega Unordnung hinterließen.
Und es giebt auch dort genügend halbseidene Weiblichkeiten zur Unterhaltung. Wie sagen die Bayern so schön: "A bisserl was geht immer."

Thelmalouis
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Re: Urfi aus der Sicht eines Ägypters

Beitrag von Thelmalouis » 05.12.2014, 13:37

Lizzie hat geschrieben:
Hatte diese Veränderung etwas mit dem Freundeskreis deines Mannes oder dessen Einfluss zu tun?
Allerdings, denn er begann sich mit Leuten zu umgeben die gar nicht zu uns passten, von denen wir die meisten auch nicht mochten, was ihm aber ganz egal war, er brachte sie trotzdem mit.Er kam nach Geschäftsschluss nicht mehr gleich nach Hause sondern nahm einen Umweg über Nachtclubs und Bars wo dann ein Teil der Tageseinnahmen hängenblieb. Manchmal kam er erst frühmorgens wenn die Kinder schon zum Schulbus hinunter liefen.Da fragte er mich einmal ob sie wissen wollten woher er komme. Ja, sagte ich. Hast du es ihnen gesagt?
Ja.Darauf er ganz empört: " Du willst nicht dass meine KInder mich respektieren! Du hättest sagen müssen ich komme von der Arbeit!"
Tauchten Probleme auf wie sie in jeder Familie vorkommen, so war ich auf mich alleine gestellt, denn von ihm war weder Hilfe noch Trost zu erwarten, wenn man ihn brauchte war er nie da. Da gab es dann Streit , der von seiner Seite in der Aussage gipfelte:" Ich kann ohne meine Freunde nicht leben, das musst du verstehen. Was soll man da noch sagen.
Ich wage jetzt einmal vorsichtig zu behaupten, dass sich dein Mann auch verändert hätte, wenn ihr nicht nach Ägypten wärt. Es hätte vielleicht länger gedauert, aber diese Veränderung hätte begonnen, sobald er den entsprechenden Impuls von außen bekommen hätte.
Wie gesagt, es ist eine vorsichtige Vermutung meinerseits.
Ich vermute auch mal, dass du dies in deinem Buch auch näher beschreibst. Ich habe es mir bereits bestellt. Ich freue mich schon darauf, es zu lesen.

Lieben Gruß
Gruß Thelmalouis

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Re: Urfi aus der Sicht eines Ägypters

Beitrag von gadi » 05.12.2014, 14:44

Denke, es wäre dann noch darauf angekommen, ob sich der Mann eher ägyptische/orientalische Freunde gesucht hätte oder auch viel mit "europäischen" Bekannten zu tun gehabt hätte.

Kenne so einige Geschichten von verqualmten und verkrümelten Wohnzimmern hier in Deutschland/Europa, aus lauter guter Laune umgestossenen Teegläsern auf dem Tisch mit mehr als einer handvoll Ägyptern bis in die Morgenstunden laut (und natürlich auf ägyptisch redend) und lachenddarum sitzend, die deutsche Ehefrau dabei fleissig bemüht, die Herrschaften zu bedienen, heimlich fluchend daran denkend, dass sie am nächsten Tag, nach Aufstehen um 06:30 Uhr und Arbeit, am Abend noch die Reste wegräumen darf.
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Re: Urfi aus der Sicht eines Ägypters

Beitrag von moonlight » 05.12.2014, 15:20

Liebe Lizzie,

gab es denn einen bestimmten Anlass, warum Du Dich getrennt hast oder hat sich das Stück für Stück dahin entwickelt?
Und: Ich finde es toll, dass Deine Familie so hinter Dir stand. Dass die sogar die Botschaft alarmiert haben, asl Du nicht erreichbar warst. Klasse!

LG
moonlight

Lizzie
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Re: Urfi aus der Sicht eines Ägypters

Beitrag von Lizzie » 05.12.2014, 15:49

Ich wage jetzt einmal vorsichtig zu behaupten, dass sich dein Mann auch verändert hätte, wenn ihr nicht nach Ägypten wärt. Es hätte vielleicht länger gedauert, aber diese Veränderung hätte begonnen, sobald er den entsprechenden Impuls von außen bekommen hätte.
Nein Thelmalouis, das Problem war eher dass er sich nicht verändert hat. Er hat sich nicht weiterentwickelt. Er hat sich in Europa sehr gut an die Gegebenheiten angepasst, aber in Ägypten ist er dann wieder das geworden was er ursprünglich war bevor er nach Europa gekommen ist. Der verwöhnte Sproß von privilegierter Herkunft, charmant und allseits beliebt, der seinen Egoismus auslebt ohne Rücksicht auf andere. Er ist einfach nie erwachsen geworden im Sinne von "Gereift, an seine Aufgaben gewachsen."

In Ägypten ist das nichts aussergewöhnliches, Söhne reicher Eltern die nichts tun.Hätte es keine Revolution gegeben die König Faruk ins Exil schickte, hätte er vermutlich gar nicht studiert. In seinem Pass wäre als Beruf gestanden "Grundbesitzer", und er hätte genauso sinnlos in den Tag hineingelebt und irgend wann ein Mädchen geheiratet das genau so gestrickt war. Das ist in Ägypten leicht zu finden, denn die meisten Ägypterinnen der betuchten Gesellschaft liebten nichts mehr als sich aufzutakeln und auszugehen.

In Europa hätte er arbeiten müssen, das wäre gar nicht anders gegangen. Ausserdem haben seine Kommilitonen mit denen er sich gerne traf, auch gearbeitet, das war die Normalität. Abgesehen davon, dass dies ein gemeinsamer Freundeskreis war, denn ich war mit den Ehefrauen befreundet, man traf sich, feierte gemeinsam Feste,ganz normal eben.
Ausserem nahm ich als selbstverständlich an, dass er nach Beendigung des Studiums in seinem Beruf arbeiten würde. Und das war der grundlegende Irrtum.
Im Nachhinein denke ich dass er nie die Absicht hatte es zu tun.

Ausserdem, so ein exzessives Leben zu führen das geht nur in Äypten wo alles schnell absurde Dimensionen annimmt. Erst schleichend, dann plötzlich rasend schnell gerät das Leben aus den Fugen. WIr waren beide als Studenten sehr viel ausgegagen, ich weil ich wegen meines strengen Elternhauses enormen Nachholbedarf hatte, er weil er den Trubel liebte.
Ich hatte bald genug, es war sowieso immer dasselbe, er nicht. Doch in Europa blieb alles innerhalb der Grenzen der Normalität und damit war es in Ägypten dann vorbei.

Sein Freundeskreis dort war riesig und es war alles darunter zu finden:" der Sohn reicher Eltern der sein Leben lang von ihnen Taschengeld bekam, ein halbkrimineller Sohn aus vornehmem Haus der die Teppiche aus dem Palast der Familie heimlich verkauft hatte, ein Verrückter der jeden Tag vor dem Früstück im Garten eine MAschinengewehrsalve abgab (da reich ohne irgendwelche rechtliche Konsequenzen) ein paar einigermassen normale Leute, ein Studienkollege der einen NAchtclub geerbt hatte, ein paar Cousins, sowie eine Gruppe die als Laufburschen, Hofnarren und ähnliches fungierten. Dazu kamen später noch ein paar "halbseidene Tanten" und diese ganze Mischpoche ging bei uns aus und ein.
Und es dauerte ziemlich lange bis ich es mir gelang sie mir mit Hlilfe meines Schwagers vom Hals zu schaffen.
Zu Hause hatten wir jetzt einigermassen Ruhe, aber das Leben war trotzdem noch stressig genug.

Lizzie
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Re: Urfi aus der Sicht eines Ägypters

Beitrag von Lizzie » 05.12.2014, 16:08

gab es denn einen bestimmten Anlass, warum Du Dich getrennt hast oder hat sich das Stück für Stück dahin entwickelt?
Das hat sich so entwickelt, denn das Ganze wurde immer unerträglicher. Aber es gibt natürlich immer auch den berühmten letzten Tropfen der das Fass endgültig zum Überlaufen bringt.
In meinem Fall war es ein Unfall der meinen ältesten Sohn um ein Haar ein Auge gekostet hätte.
Seine Reaktion darauf war dergestalt, dass ich mir sagte:" bin ich denn bescheuert das noch weiter mitzumachen und es auch noch den Kindern zuzumuten. Genug ist genug!" Ich sah es plötzlich kristall klar, er würde sich niemals ändern. Als wir in diesem Jahr wie gewöhnlich nach Österreich flogen kamen wir nicht mehr zurück.

Dalama
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Re: Urfi aus der Sicht eines Ägypters

Beitrag von Dalama » 05.12.2014, 16:25

Ja, wer möchte schon auf Dauer nur ein zusätzliches großes Kind neben sich haben statt eines gleichwertigen Partners.

Und für seine Treue hätte sicher auch keiner mehr die Hand ins Feuer gelegt....

Lizzie
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Re: Urfi aus der Sicht eines Ägypters

Beitrag von Lizzie » 05.12.2014, 17:04

Denke, es wäre dann noch darauf angekommen, ob sich der Mann eher ägyptische/orientalische Freunde gesucht hätte oder auch viel mit "europäischen" Bekannten zu tun gehabt hätte.
Eigentlich nur Ägypter. Und im Nachhinein ist mir dann erst bewusst geworden dass er sich bemüht hat deutsche Bekannte von mir (Frauen) schnellstens zu vergraulen. Jede kam nur einmal und nie wieder, wogegen seinen Freunden gern die Gelegenheit gegeben wurde sich auch noch in unsere Angelegenheiten zu mischen

Lizzie
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Re: Urfi aus der Sicht eines Ägypters

Beitrag von Lizzie » 05.12.2014, 17:29

Und für seine Treue hätte sicher auch keiner mehr die Hand ins Feuer gelegt...
Ich dachte lange es wäre da alles ok, bis mir eine Ägypterin den Tipp gab eine meiner Verkäuferinnen habe eine eigene Boutique in einem Baladi-Viertel eröffnet.
na klar und ich hatte sie bezahlt. Das war nach dem Unfall meines Sohnes, da war's mir schon egal.
Wißt ihr was? Seit ich hier schreibe frage ich mich manchmal ob das nicht doch schon eine frühe Form von Bezness war, die ungeplante Variante. Nicht von vorneherein geplant aber die Gelegenheit ergriffen . Oder ist es gemein es so zu sehen ?

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Re: Urfi aus der Sicht eines Ägypters

Beitrag von Darinka » 05.12.2014, 17:39

Lizzie hat geschrieben:Wißt ihr was? Seit ich hier schreibe frage ich mich manchmal ob das nicht doch schon eine frühe Form von Bezness war, die ungeplante Variante. Nicht von vorneherein geplant aber die Gelegenheit ergriffen . Oder ist es gemein es so zu sehen ?
Liebe Lizzie,

Bezness ist geplanter Liebesbetrug. Das sehe ich bisher eher nicht bei Dir. Bei Dir hört es sich eher so an als ob er das was sich zusätzlich bot, dann einfach ausgenutzt hat. Für mich keine von vornherein geplante Beznessgeschichte (die Planung / der Vorsatz dessen ist für mich ein wichtiges Merkmal). Aber er hat es sicher genossen, dass letztlich Du Dich um alles gekümmert hast und hat sich nur noch mehr darauf ausgeruht...

Viele liebe Grüße
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Re: Urfi aus der Sicht eines Ägypters

Beitrag von Candy » 05.12.2014, 17:52

darkness hat geschrieben:Bezness ist geplanter Liebesbetrug. Das sehe ich bisher eher nicht bei Dir.
Das sehe ich auch so...

aber die Jungen (nachfolgende Geberationen) lernen von den Alten...
und vermutlich war es eine "Entwicklungsstufe" zum Bezness?
Liebe Grüsse
Candy
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Darinka
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Re: Urfi aus der Sicht eines Ägypters

Beitrag von Darinka » 05.12.2014, 23:42

Candy hat geschrieben:
darkness hat geschrieben:Bezness ist geplanter Liebesbetrug. Das sehe ich bisher eher nicht bei Dir.
Das sehe ich auch so...

aber die Jungen (nachfolgende Geberationen) lernen von den Alten...
und vermutlich war es eine "Entwicklungsstufe" zum Bezness?
Liebe Candy,

irgendwie Beides...

Einerseits denke ich nicht, dass es sich bei Lizzie zu einem wirklichen Bezness entwickelt hat. Er hat sie mehr und mehr ausgenutzt, das schon. Aber ursprünglich auf Grund einer normalen bina-Beziehung. In vielen Beziehungen (auch deutsch-deutsch) bringt der Eine weniger in die Beziehung ein als der Andere (und so mancher ruht sich da auf dem Anderen aus...). Alles Bezness??? Sehe ich nicht so. Sicher gibt es nicht immer eine eindeutige Einordung, und Bezness auch in vielen verschiedenen grauen Schattierungen.

Für mich ist das grundsätzliche Merkmal, ob es sich von vornherein um Vortäuschung von Liebe bzw. Vortäuschung einer echten Beziehung handelt (um entweder an Geld und/oder AE zu kommen). Danach wird Frau ja weggeworfen und die einheimische Jungfrau tritt als ehrbare Ehefrau auf den Plan.
Das war bei Lizzie ja gar nicht der Fall, deshalb ist es in meinen Augen kein Bezness (auch zu einem späteren Ehe-Stadium nicht). Hier war sie ja die "richtige" Ehefrau und er wollte sie ja sogar wiederhaben...

Bezness ist Liebesbetrug - also eine Art Heiratsschwindel. Eine echte Ehe entwickelt sich nicht zu Heiratsschwindel, in dem sie sich negativ entwickelt (und der Eine den Anderen immer mehr ausnutzt). Es wird einfach eine schlechte Ehe bzw. der eine Partner entwickelt sich persönlich immer weiter negativ.

Andererseits kann man aber auch einen Zusammenhang zur Beznessentwicklung im allgemeinen sehen. (Das meintest Du sicher, Candy?) Denn so eine bina Ehe, in der eine europäische Frau viele Vorteile mit sich bringt, kann schnell zu einem Neidfaktor für Andere werden. Und somit Bezness (als Thema an sich) in einem früheren Entwicklungsstadium mit beeinflussen.
Andere sehen, was er für eine tolle Europäerin hat. (Kümmert sich um Kind, Kegel, Haushalt UND verdient obendrauf auch noch gutes Geld! Von möglichen Vorteilen bzgl. AE / deutscher Pass mal ganz abgesehen.)...
Da kommen andere ägyptische Männer durchaus auf den Gedanken, so eine will ich auch. Kriminell veranlagte planen dann von vornherein nur eine Scheinbeziehung und die arabische Jungfrau gleich mit... Und schwups sind wir bei Bezness...

...Und von Generation zu Generation entwickelt sich das Ganze dann immer stärker und unverschämter weiter...

Viele liebe Grüße
darkness
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Re: Urfi aus der Sicht eines Ägypters

Beitrag von Candy » 06.12.2014, 09:07

darkness hat geschrieben: darkness hat geschrieben:
"Bezness ist geplanter Liebesbetrug. Das sehe ich bisher eher nicht bei Dir.*


Candy hat daraufhin geschrieben: "Das sehe ich auch so..."

Liebe Darkness,

mit dem kurzen Satz als Antwort auf Deinen Post habe ich mich missverständlich aus gedrückt...
sorry.
Es war meine absolute Zustimmung zu Deinem Post, denn auch ich sehe den Verlauf von Lizzies Ehe nicht als Bezness, wie es hier von Usern oft geschildert, bzw. erlebt wurde.
Candy hat geschrieben:aber die Jungen (nachfolgende Geberationen) lernen von den Alten...
und vermutlich war es eine "Entwicklungsstufe" zum Bezness?
Ja, damit meine ich genau das:
darkness hat geschrieben:Andererseits kann man aber auch einen Zusammenhang zur Beznessentwicklung im allgemeinen sehen. (Das meintest Du sicher, Candy?) Denn so eine bina Ehe, in der eine europäische Frau viele Vorteile mit sich bringt, kann schnell zu einem Neidfaktor für Andere werden. Und somit Bezness (als Thema an sich) in einem früheren Entwicklungsstadium mit beeinflussen.
Liebe Grüsse
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Lizzie
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Re: Urfi aus der Sicht eines Ägypters

Beitrag von Lizzie » 06.12.2014, 10:43

Hallo ihr Lieben,
wenn ihr ihn noch nicht gesehen habt, schaut euch unbedingt den Film Kairo 678 an. Ihr könnt ihn auf "movie4k" streamen sogar in einer guten deutschen Synchronisation.
Einfach in google " movie4k " eingeben, das erste was auf der Seiteoben kommt anklicken, Kairo 678 ins Suchfeld eingebe. nach ein paar Sekunden könnt ihr den Müll wegklicken der daneben aufpoppt und den Film sehen.
Der ist so gut beobachtet und gibt so genau wieder wie es dort zugeht, ,auch die verschiedenen Gesellschaftsschichten, das hätte ich einem ägyptischen Regisseur gar nicht zugetraut.
Absolut sehenswert und wirklich authentisch, schaut ihn euch unbedingt an. THIS IS EGYPT!

Liebe Grüße von Lizzie

Nilka
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Re: Urfi aus der Sicht eines Ägypters

Beitrag von Nilka » 08.12.2014, 00:43

Dieser Film wird immer wieder empfohlen, wenn er irgendwo angekündigt wird :D
Auf mich hat er auch großen Eindruck gemacht.
Wenn Du die Kommentare der User zu dem Film lesen möchtest, gebe den Titel des Films in
das Kästchen "Suche" oben rechts, dann kriegst Du die.

Liebe Lizzie,
schreibe, bitte, über Deine Erlebnisse weiter auch wenn keine Fragen kommen.
Wenn Dir spontan immer wieder etwas Einfällt, teile diese Erinnerungen mit uns.
Es ist alles, was Du schreibst so spannend und extrem wichtig!

http://www.fotocommunity.de/pc/pc/chann ... y/34909014
LG ♥ Nilka
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Lizzie
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Re: Urfi aus der Sicht eines Ägypters

Beitrag von Lizzie » 08.12.2014, 15:53

Hallo Nilka,

Genauso wie in diesem Film ist es! Genau so kenn ich es, wenn ich auch Gott sei Dank nie Bus fahren musste und immer ein eigenes Auto hatte. Nur die Sache mit der Zitrone, die war mir neu!
Ich habe es nur ein einziges Mal probiert, zu einer Zeit wo relativ wenig Verkehr war zusammen mit der Nachhilfelehrerin meiner Tochter und ich muss sagen das hat mir schon gereicht. Ich stand in einer Ecke und sie vor mir, also um zu grabschen war nicht genug Gedränge, aber das Angestarrt werden aus nächster Nähe, eindeutige Gesten, Grinsen,blöde Kommentare reichte schon. Wir stiegen nach einer Haltestelle schon wieder aus und nahmen für den Rest des Weges ein Taxi.
Sehr gut beobachtet auch die Taxifahrer! Wenn Ausländer winken, bleibt zwar eher einer stehen, aber wenn du dann sagst wo du hinwillst wird oft gleich eine utopische Summe verlangt. Man kann sich dann auf verschieden Arten aus der Affäre ziehen.
1. Man weiß ( indem man sich vorher erkundigt hat ) wieviel er für diese Strecke maximal verlangen darf und hat das Geld abgezählt dabei. Man sagt o.k., steigt dann aus , drückt ihm das Geld in die Hand, maa salama, das wars.
2. Das Taxi fährt ohne "addad" Zähler, was eigentlich verboten ist, aber so ziemlich alle tun es, dann lass es wo halten wo du Hilfe bekommst. Direkt vor dem Haupteingang deines Hotels, wo security rumsteht, vor deinem Haus wo der "bauab" sitzt usw. Dann traut er sich nicht so hoch zu pokern und nervt er dich doch hast du Hilfe.
3. Wenn er tatsächlich mit "addad" fährt, dann sei nicht knauserig, gib ihm bitte ein ordentliches Trinkgeld, damit er sieht dass die Gleichung Anstand = Dummheit nicht stimmt.
4.Wenn du keine Ahnung hast wie man da hinkommt wo du hinwillst, dann nimm nur "Limousin Misr" Taxis. z.B. alle Taxis am Flughafen sind solche, oder dein Hotel kann dir ein solches bestellen. DIe sind nämlich registriert, ( am FLughafen wird auch ihre Nummer aufgeschrieben wenn sie das Flughafenareal verlassen) und die kennen sich auch aus. Ansonsten kann dir nämlich passieren dass der Fahrer genausowenig Ahnung hat wie du.
Auch hier ist es sehr hilfreich die Sprache zu können. Als mich einemal ein Fahrer wirklich genervt hat habe ich das Glück gehabt, dass schon drei Baladi-Frauen (das sind die Frauen die schwarze Kleider und schwarzes Kopftuch tragen) dastanden die das Taxi nach mir nehmen wollten. Ich habe denen gesagt:"Sagt einmal findet ihr das richtig was der macht? Ich habe ihm gerade erklärt dass ich keine Touristin bin. Mein Mann ist Ägypter und ich habe Kinder und muss arbeiten genau wie ihr. Das kann doch nicht sein dass er von X nach Y diese Summe von mir verlangt!
Was?? riefen die sofort, " Mann, das kannst du doch nicht machen. Wieviel wollte sie dir denn geben? Er nannte den Betrag.
"was, das reicht dir nicht? Du bist ein Gierschlund! Gott wird dich strafen! Nimm schon endlich was sie dir gibt wir wollen fahren.
Eine machte mir die Türe auf: "Ettla'i ya benti" (Steig aus meine Tochter)
Ich bedankte mich für ihre Hilfe und die drei fuhren mit dem Taxi weiter.

Es kann auch von Vorteil sein sich ein Taxi für einen ganzen Tag zu einem Festpreis zu mieten. Wenn man sich viel ansehen möchte ist das billiger und angenehmer.

Was die Busfahrer angeht, so ist das im Kairoer Chaos ein unglaublich stressiger Job, die Fahrer werden nicht nur schlecht bezahlt, sonder haben auch nicht die vorgeschriebenen Ruhezeiten wie bei uns. Da kommt es schon mal vor dass einer durchdreht, den Passagieren sagt der Bus habe einen Motorschaden, alle aussteigen läßt , die Türen zuknallt und mit dem leeren Bus davonfährt.

Auch die Männer sind genau so beschrieben wie sie wirklich sind. Sie interessieren sich nur für ihre eigenen Befindlichkeiten.Die Frau erleidet ein Trauma, aber er bemitleidet nur sich selbst, ist nicht für sie da, läßt sie mit ihren Problemen allein (reiche Oberschicht). ER!!!! kann den Gedanken nicht ertragen dass diese Typen sich an ihr vergriffen haben.Er!!! leidet.
Unterschicht: das Leben ist für beide schwer, aber für die Ehefrau die jeden Tag mit dem Bus zur Arbeit muss ist es wesentlich schlimmer. Wenn sie mit dem Taxi fährt kann sie das Schulgeld für die Kinder nicht mehr bezahlen. Sie muss sich ausserdem um die Kinder kümmern und den Haushalt erledigen. Und der Mann erwartet dann auch noch von ihr dass sie jederzeit bereit ist seinen sexuellen Wünschen nachzukommen. Er sagt ihr auch ganz einfach ins Gesicht:wozu glaubst du denn dass ich Dich geheiratet habe? Doch nicht um mit Dir Backgammon zu spielen.
Beim dritten Paar (verlobt, scheint tatsächlich Liebe im Spiel zu sein) läßt sich genau erkennen wieviel Druck die Familie in Ägypten ausübt. Als sie den Mann, der sie auf offener Strasse attackiert und verletzt hat, anzeigt, will seine Familie sie zwingen die Anklage fallen zu lassen, um den "Ruf" der Familie nicht zu schädigen.
Immer wird der Frau die Mit-oder oft sogar die Hauptschuld angelastet sie habe es in irgend einer Weise provoziert, die Kleidung war zu eng, das Röckchen zu kurz......usw. in Wirklichkeit hat nur die Tatsache genügt dass sie vorhanden war und eine Frau. Die Frauen schämen sich, dabei sollten sich vielmehr die Männer schämen.

Wobei ich dann oft einfach nicht anders konnte als zu fragen: "Ist euch denn eigentlich nicht bewusst wie sehr ihr euch dadurch als Männer selbst bloßstellt?
Was ich am Schlimmsten finde ist, dass die nächste Generation mit diesen Beispielen vor Augen, leider auch nicht anders sein wird.
Es wird immer "minimum charge" in den guten Hotels geben müssen, das heisst , wenn du da hineingehst wirst du z.B: 40 Pfund bezahlen, egal ob du nur ein Käffchen trinkst oder zu Mittag ißt..
Das wird so gemacht, damit nicht jeder Typ von der Straße der grade mal das Geld für ein kleines KÄffchen zusammenkratzen kann da hineingeht und die Frauen belästigt.
Warum kaufen sich wohlhabende Leute Chalets oder Ferienwohnungen mit Privatstrand, wo dann auch ein Sicherheitsdienst drauf achtet dass niemand der kein Carnet hat hineinkann?
Aus genau demselben Grund. An einem Strand wo jeder hingehen kann, hat man nie Ruhe. Wir verbrachten, als die Kinder noch klein waren, gerne die Wochenenden in ALexandria in einem kleinen Hotel mit Meerwasserpool, drumherum eine Hohe Mauer.Die Kinder wollten gerne ein bisschen Wellenhüpfen und Sandburg bauen und so ging mit ihnen ganz früh am Morgen ans Meer . Wunderbar !
EIn herrlicher Strand mit pudrigem weissem Sand und leer soweit das Auge reichte. Doch leider dauerte es nie allzu lange, bis sich am Horizont schwarze Pünktchen zeigten . Sie kamen rasch näher und entpuppten sich als Gruppe junger Männer, die nichts Besseres zu tun hatten als sich an einem riesig großen leeren Strand , 2m von uns entfernt hinzusetzen und uns anzustarren und durch nichts dazu zu bewegen waren woanders hinzugehen. Wir traten den Rückzug an.
Ich habe mich oft gefragt wieso die Männer so sind wie sie sind und binzu dem Shluß gekmmen dass man leider nicht anders werden kann wenn man so erzogen wird.
Diese Jungen wachsen in einem Umfeld auf in dem Jungen und Mächen schon in sehr früher Kindheit getrennt werden. Wenn sie in die Pubertät kommen, erleben sie, dass alles was irgendwie mit Liebe oder Sex auch nur entfernt zu tun hat, tabu, "mabnua"(verboten),"haram" (sündhaft) oder "aeb" (Schande) ist.Den natürlichen ungezwungenen Umgang mit dem anderen Geschlecht kennen sie nicht und werden ihn auch später nicht mehr erlernen. Sie schnappen sicher Gespräche der Männer und auch der Frauen auf, auf die sie sich keinen Reim machen können, und sie sehen das Verhalten der Erwachsenen. Was kann anderes dabei herauskommen als ein verklemmter Gefühlskrüppel, der genau auf dieselbe unbefriedigende Art und Weise sein Leben fristen wird wie schon sein Vater und sein Großvater vor ihm. Er wird das Mädchen heiraten das die Familie für ihn vorgesehen hat, egal ob sie im gefällt oder nicht und mit ihr Kinder haben. Sie muss ihm zu Willen sein wann immer ihm danach ist, und wenn sie beschnitten ist fühlt sie im besten Fall gar nichts und im schlimmsten Fall Schmerzen, was auch für einen Mann nicht wirklich schön sein kann. Dabei hat der noch Glück, er konnte sich wenigstens eine Heirat leisten.
Es gibt aber mehr als genug die es sich nicht leisten können, weil kein Geld für Wohnung, Schabka, Farah (das ist das Hochzeitsfest an sich) usw. da ist. Die bleiben mit ihrem sexuellen Notstand allein.
Dann kommen ausländische Serien nach Ägypten wie zu Beispiel Dallas, was ein wahrer Strassenfeger war und diese Leute die noch nie mehr von der Welt gesehen haben als das Viertel in Kairo oder das kleine Kaff in dem Sie wohnen sehen sich das an und glauben das ist im Ausland das normale Leben. WIr säufen Whisky von früh bis spät und jeder hüpft mit jedem in die Kiste, ausserdem haben wir Geld wie Heu.
Die meisten der Männer die in den Touristenorten in der Hotellerie arbeiten wachsen so auf, siehe oben! Wenn man das weiss, muss einem klar sein, dass man, selbst wenn es altersmässig hinkommen würde, in ihren Augen wohl kaum eine "ehrbare" Frau sein wird und Ihre Absichten deshalb auf keinen Fall ehrlich. Großer Altersunterschied ist ein absolutes no go und von vorneherein zum Scheitern verurteilt.Eine wirklich ehrenhafte Familie wird es nicht einmal wegen des finanziellen Vorteils akzeptieren schon um nicht bei den Nachbarn ins Gerede zu kommen.
Übrigens Ägypter aus guten , wohlhabenden Familien, die Besitz in Ägypten haben, sind keineswegs besonders scharf auf AE und AUfenthalt, die können sich Reisen leisten ohne dass sie sich deshalb an eine Frau heranmachen müssen.

Es ist für eine Europäerin nicht einfach in einer ägyptischen Familie unter Ägyptern zu leben.
Ich bin in einer sehr konservativen, bürgerlichen Familie aufgewachsen und von Natur aus eher zurückhaltend, aber dort muss man auf vieles mehr achten als in Europa, denn die Ägypter sind furchtbare Tratsch-Tanten ( die Männer womöglich noch mehr als die Frauen ) und stets bereit einer Ausländerin den " Dolch in den Rücken " zu stossen. Man muss schon ein paar Dinge beachten.

Vorsicht! Erzähle niemals Dinge die nicht jeder wissen kann!. Möchtest du allerdings dass eine Information in ganz Kairo die Runde macht? Dann erzähle sie einem Ägypter oder einer Ägypterin unter dem Siegel der Verschwiegenheit! Du kannst sicher sein am nächsten Tag weiss es die ganze Stadt.

Triffst du zufällig einen Freund deines Mannes irgendwo und ihr sprecht miteinander, dann erzähle das unbedingt gleich Deinem Mann wenn du nach Hause kommst. Denn der wird , wenn er deinen Mann sieht unweigerlich sagen :"ich habe gestern Deine Frau getroffen.
Dann kann dein Mann gleich sagen, ja, ja, weiß ich schon dass sie dir gesagt hat.............. Dann ist dem anderen jede Möglichkeit genommen es so aussehen zu lassen als hättest du etwas Unrechtes getan.

Kommen Freunde oder auch ein Freund von ihm nach Hause und er ist nicht da, bitte sie auf keinen Fall herein um auf ihn zu warten! Er ist in einer Stunde wieder da ? Dann seid doch so nett und kommt in einer Stunde wieder oder lasst eine Nachricht für ihn da.

Wenn du dich umziehst achte unbedingt immer darauf dass niemand von draussen hereinsehen kann, sonst kann es dir passieren dass sich irgendwann an den Fenstern gegenüber Typen mit Feldstecher postieren.

Wenn du dich irgendwo anstellen musst, schau dir immer an was für Leute hinter dir in der Reihe stehen, drehe ihnen nie ganz den Rücken zu. Am besten man hat eine große Umhängetasche die Distanz herstellt.

Lächle niemals einen Typen an, egal wie gut du gelaunt bist, das wird als Aufforderung verstanden und dann hast du ihn am Hals. Da für Ägypter "nein" keine Antwort ist kann es sehr mühsam werden ihn wieder loszuwerden,

Vorsicht! Ägypter gehen gerne davon aus dass SIE e zwar "nein" gesagt aber "ja"gemeint hat.

Sei vorsichtig wenn dir jemand empfohlen wird weil er besonders fromm ist und immer betet das sind meiner Erfahrung nach häufig die größten Gauner.

Ganz wichtig wenn du Kinder hast:
behalte sie gut im Auge, egal ob junge oder Mädchen, die Grabscher sind allgegenwärtig !

Soviel für heute! Wenn mir noch etwas einfällt werde ich die Liste vervollständigen.

Ciaou Lizzie

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Re: Urfi aus der Sicht eines Ägypters

Beitrag von Dalama » 08.12.2014, 16:47

Ich fand es immer übertrieben streng, dass in einigen Ländern Männer und Frauen in den Bussen strikt getrennt sitzen. Wenn ich deine Erzählungen lese, wäre es in Ägypten für die Frauen von Vorteil, wenn es dort auch so wäre - was für eine Schande. :evil:

hulla
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Re: Urfi aus der Sicht eines Ägypters

Beitrag von hulla » 08.12.2014, 17:21

"""Vorsicht! Erzähle niemals Dinge die nicht jeder wissen kann!. Möchtest du allerdings dass eine Information in ganz Kairo die Runde macht? Dann erzähle sie einem Ägypter oder einer Ägypterin unter dem Siegel der Verschwiegenheit! Du kannst sicher sein am nächsten Tag weiss es die ganze Stadt."""

:lol:

entschuldigung, daß ich gerade einen lachanfall bekomme, aber das erinnert mich an meine frühere chefin, bei der war das genau so, die stammte aber aus berlin und war garantiert keine aus ägypten.
:wink:


liebe lizzie

bitte schreib weiter, ich selbst bin zwar nicht betroffen von bezness, aber deine lebenserfahrungen sind sehr lebendig und spannend zu lesen und ich glaube dir jedes wort.

liebes grüßle, hulla

Lizzie
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Re: Urfi aus der Sicht eines Ägypters

Beitrag von Lizzie » 08.12.2014, 17:28

Hallo Dalama,

in Kairo gibt es eine Metro, da gibt es Wagen nur für Frauen. Aus gutem Grunde.
In Kairo fällt öfter einmal der Strom aus, dann steht die Metro auch und es ist zappenduster. Wennschon am hellichten Tag im Bus solche Übergriffe stattfinden, was glaubst Du wäre in der Metro los wenn es finster ist!
Geh einmal auf you tube und gib ein "sexual harassment in Kairo" da wirst du Dinge sehen die glaubst du gar nicht. Du kannst auch eingeben Kairo678, da gibt es einen Trailer zu diesem Film, der gibt dir eine sehr authentischen Eindruck wie es sich für eine Frau anfühlt dort mit dem Bus zu fahren.
Das Schlimmste ist aber wenn Journalisten mit solchen Belästigern diskutieren. Die fühlen sich nämlich auch noch im Recht!
Wennsie auf der STraße geht, dann kann man sie auch belästigen. Sehr frustrierend!

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