Eine einfache Geschichte

Austausch über gemachte Bezness-Erfahrungen in diesem Land

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Life Time
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Eine einfache Geschichte

Beitrag von Life Time » 28.06.2014, 00:57

Hallo Ihr Lieben - Never, hier bin ich nun endlich, macleod und alle Anderen!
Danke nochmal, daß Ihr mich so herzlich bei Euch aufgenommen habt.

Es tut mir gut hier unter Insiderinnen und Betroffenen zu sein.
Ich krieg keine Klarheit in meinen Kopf, obwohl es eigentlich offensichtlich ist, daß er leider ein Beznesser ist.
Ich lese seit einigen Wochen hier im Forum; eine Freundin hat mich drauf gebracht, GsD, sonst würde ich wahrscheinlich heute noch so naiv rumlaufen und mir überlegen, wie ich ihn noch mehr unterstützen könnte.
Ich glaube, ich hab dort in Ägypten so ziemlich jedes Klischee bedient: groß, blond, blauäugig, allein reisend, höflich und anständig (wie wir nun mal erzogen wurden), gutmütig und gutgläubig und völlig arglos und hab somit jeden Fehler gemacht, den man in so einem Land machen kann...

Alles spielte sich zwischen Dezember 13 und April 14 ab.
Ich glaube, bei ihm und mir ging alles irgendwie im "Zeitraffertempo"...

Ich bin im Dezember 13 zum 1. Mal in ein arabisches Land geflogen; eigentlich war es mit meinem damaligen Partner geplant, Dieser sagte kurzfristig ab, so flog ich allein nach Ägypten, mit Büchern im Gepäck und ohne eine Ahnung was mich dort erwartet, ich wollte einfach eine Woche "chillen". Ich bin übrigens 49 Jahre, er ist 32.
Er war einer der vielen ägyptischen Männer im Hotel, die es auf mich "abgesehen" hatten. Das Hotel ist übrigens in Safaga.
Als Masseur hatte er so seine gewissen Vorteile. Nein im Ernst, mit keinem Anderen wär mir das passiert, aber DIESER Mann...
Jedenfalls, es "knisterte" ganzschön zwischen uns und eines späten nachmittags fand ich mich im Auto wieder, mit ihm, auf dem Weg nach Hurghada, wo er wohnt. Ja, was soll ich sagen, er hat mir sooo gefallen und ich hab garnicht lange "gefackelt": Ich verbrachte die 1. Nacht in meinem 49 jährigen Leben mit einem arabischen Mann - mitten in Hurghada downtown, in seiner Wohnung - mit Koran (die ganze Nacht und ziemlich laut), Hundegebell, Katzengejammer, Autogehupe, also allem was dazugehört und zur Krönung bin ich am nächsten Morgen ganz allein mit einem Taxi die 60 km zurück nach Safaga gefahren. Keinen blassen Schimmer gehabt, in welche Gefahren ich mich da begeben hab. Übrigens, in seiner Wohnung fand schon die 1. "Geldübergabe" statt: der Hausmeister hätte mich gesehen und wollte 100 € "Schweigegeld". Ich dachte noch:"Ist der Kerl verrückt (also der Hausmeister), soviel Geld?" Ich hatte ja keine Ahnung...
Und ER, er war in meinen Augen ein symphatischer, ägyptischer, junger Mann; gutaussehend und intelligent, er ging jeden Tag arbeiten und hatte trotzdem wenig Geld, er hat mir irgendwie auch leid getan.
Das wars schon von meinem 1. Ägyptenbesuch. Hab meine mehrjährige Beziehung hier, über Bord geworfen, war eh nur noch eine on-off Beziehung, war mir alles egal, auf einmal! Es gab nur noch IHN für mich. Ich hab mir wirklich eingebildet, ich bin mit IHM zusammen, so wie er es sagte. Sicher nicht für die Ewigkeit, aber im Moment schon. Jeder Tag, an dem eine SMS von ihm kam, war ein guter Tag für mich. Er hat mich nie zugespamt, hat so aller 2 Tage geschrieben. Wenn wir abends geskypt haben, war ich glücklich hinterher, es war so lustig mit ihm, er hat mich zum lachen gebracht. Das hat mir schon gereicht und die Aussicht auf das nächste Wiedersehen.
Bin noch 2x nach Hurghada geflogen um ihn wieder zu sehen. Er hatte jeweils ein Appartement gemietet und ja (!) ich hab Alles bezahlt: Appartement (500 € für eine Woche), Essen, Handy mitgebracht und zwischendurch hab ich auch Geld geschickt...
Er wollte sich ein Auto kaufen, was ihm ja "das Leben leichter macht". Stimmt ja auch, aber ich konnte ihm kein Geld geben. Ich hab ihm übrigens sehr früh gesagt, daß ich nicht reich bin, ich hab auch Kinder und Tiere, die mich brauchen.
Dann: kleiner Neffe - Unfall - Krankenhaus - OPs - teuer - könnte ihn unterstützen.
Dann: Besuch bei seiner Familie, Mutter krank...

So. Jetzt komm ich mir gerade wie eine Verräterin vor. Kann sein, daß alles stimmt aber ich hab nicht soviel Geld und 100 € scheinen da NICHTS zu sein.
Und nun??? Nichts mehr zu hören oder zu lesen von ihm, von seinen großen Gefühlen für mich, kein Wort mehr, komisch...
Er hat den Kontakt zu mir abgebrochen, einfach so.
Hab ihm wahrscheinlich doch nur "über den Winter" (Dezember bis April) geholfen?

So. Jetzt ist es raus!
Ich bin enttäuscht, fühl mich be.. und einsam, sehr allein.
Warte auf Eure Meinungen.

Ich grüße Euch alle,
Eure Life Time.

nabila
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Re: Eine einfache Geschichte

Beitrag von nabila » 28.06.2014, 01:18

hallo life time,

100 euro sind ca. 1000 ägypt. Pfund > wahrscheinlich verdient er im ganzen Monat nicht soviel.

Darf ich davon ausgehen, dass Du hier schon ein bißchen gelesen hast ? Oder sollen wir die ganzen Infos von vorne an
abspulen ?

Vorwürfe brauchst DU dir ganz gewiss nicht zu machen. Ja, ich weiß, ist leichter gesagt als getan. Aber dadurch, dass
Du Dich im Vorfeld vermutlich nicht genügend informiert hattest, konntest Du kapitale Fehler machen.

Dass er Dich momentan nicht kontaktiert, hat eher andere Gründe, als die beleidigt zu sein. Das ist er gewiss NICHT.
Irgendwann kommt er wieder angesäuselt, darauf kannste bauen. Dann aber bitte NICHT reagieren, auf gar nichts.
Denn das ist nach dortigem Verständnis ein Zeichen von Interesse.

Du bist DU, und genauso ist es richtig. Verarbeitung ist jetzt angesagt. Hadere nicht zu sehr mit Dir. Heul ruhig mal kräftig los, das hift.
Das klärt auch. Du wirst irgendwann erkennen, dass Du einer Illusion hinterher trauerst. Hätte, würde, könnte, vielleicht, evtl., möglicherweise.
Wie es wirklich sein könnte ? Dazu weißt Du zu wenig von ihm, vom Land, von dortiger Kultur usw.


Erstmal ganz liebe Grüße ♥

Life Time
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Re: Eine einfache Geschichte

Beitrag von Life Time » 28.06.2014, 02:03

Hallo nabila,
ja, ich hab gelesen.
Hatte mich im Vorfeld, vor meiner 1. Ägyptenreise, überhaupt nicht informiert, wie gesagt, blond und blauäugig. :wink: Mein damaliger Partner war es, der nach Ägypten fliegen wollte.
Weiß nicht, ob er sich nochmal meldet,eher nicht, er sagte zu mir:"...bevor DU mir weiter weh tust, tu ich mir lieber selber weh", also er bricht den Kontakt zu mir ab, wenn ich weiterhin an seiner Liebe zweifle.

Ich kann es eh nicht mehr ändern. Es ist wie es ist. Traurig, aber wahr.

Viele Grüße,
Life Time

Karlotta
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Re: Eine einfache Geschichte

Beitrag von Karlotta » 28.06.2014, 08:31

Hallo Life Time, Du solltest Dich vielleicht mal mit dem Gedanken befassen, daß er sich sicher wieder melden wird. "Er kann Dich einfach nicht vergessen :!:, Du bist seine einzige große Liebe :!: Hatte einen schweren Unfall, keinen Handyempfang, oder das Handy ist ins Klo gefallen"
Laß ihn machen und reagiere auf keinen Fall. Karlotta
Wer will, sucht Wege. Wer nicht will, sucht Gründe
Optimismus ist nichts anderes als ein Mangel an Information. Heiner Müller

Candy
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Re: Eine einfache Geschichte

Beitrag von Candy » 28.06.2014, 08:46

Liebe life time,

nun ist es sehr, sehr wichtig, dass du auf keinen Fall - egal, was auch von ihm kommen wird - nicht mehr reagierst, wirklich auf nichts!
Du bist emotional schon total am Boden und musst erst mal mit dem klar kommen, was dir passiert ist, jedes Zeichen, welches du ihm vermittelst deutet er anders als du. er sieht immer nur, dass du Interesse an ihm hast und das sein Geldhahn wieder aufgeht.

Ich denke auch, dass er sich wieder bei dir melden wird.
Wer ist schon so blöde und lässt eine Geldquelle (die er in dir sieht) einfach so versiegen?
Ich kann mir vorstellen, dass es dir nicht leicht fallen wird, dann hart zu bleiben.
Von deiner Seite aus war es Liebe,
Liebe, die er in dieser Form, wie du sie fühlst so nicht kennt und ihm auch nichts bedeutet.
Bei diesen Burschen zählt einzig Geld und am Besten noch ein Ticket nach Europa.
Es ist hart - aber NUR darum geht es Typen wie diesem, das ist leider Bezness - Beziehung/Business!
Liebe Grüsse
Candy
Moderatorin

Candy@1001Geschichte.de



Wer alles glaubt hat aufgehört zu denken (v.R.J.-M.)

macleod
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Re: Eine einfache Geschichte

Beitrag von macleod » 28.06.2014, 10:03

Liebe Lifetime,

ich habe nicht damit gerechnet, daß du es doch so schnell schaffst, deine Geschichte aufzuschreiben, na das zeigt doch, wie viel gute Energie noch in dir schlummert :D Ich finde das ist ein riesiger Schritt.
Weißt du, wenn man etwas mit sich selber im Kopf und Herz ausmacht ist dies das eine. Die gedanklichen Seitenwege und Türchen sind Legion, man biegt ab, geht zurück, überlegt in noch drei andere Richtungen, hadert und zweifelt an der eigenen Wahrnehmung. Es aber aufzuschreiben wie es ist, das macht die Heilung schon mal einen ganzer Zacken realistischer.
Life Time hat geschrieben: So. Jetzt komm ich mir gerade wie eine Verräterin vor. Kann sein, daß alles stimmt aber ich hab nicht soviel Geld und 100 € scheinen da NICHTS zu sein.
Und nun??? Nichts mehr zu hören oder zu lesen von ihm, von seinen großen Gefühlen für mich, kein Wort mehr, komisch...
Er hat den Kontakt zu mir abgebrochen, einfach so.
Hab ihm wahrscheinlich doch nur "über den Winter" (Dezember bis April) geholfen?
Aber hallo, 100 Euro sind nicht mal bei uns hier "nichts".
Denk mal, wie viel Gretl Normalbürger tun muß um nach Abzug von Steuern, wohnen, Strom, Versicherung etc. 100 euro netto in der Pfote zu haben!
Nein, nein Verräterin bist du sicher nicht, er hat dich mit Schmackes über den Tisch gezogen.

Er meldet sich jetzt nicht, ja? Bitte nicht wieder weinen, aber das liebe Lifetime liegt daran, daß einfach seine Auswahl größer geworden ist. Er meldet sich momentan deswegen nicht, weil er schlicht keinen Gedanken an dich verschwendet.
So wie es sich dort anscheinend abspielt, muss er wegen der Konkurrenz ziemlich strampeln um auch noch irgendwie an den Trog zu kommen. Ich schätze da wird man ziemlich fix sein müssen, geschwindigkeitstechnisch gesehen.

Vielleicht, wenn sich irgendwann mal ein gewisses Loch auftut, dann stöbert er wieder in seiner Liste herum und konfrontiert dich mit seiner fragwürdigen Existenz, so quasi die Karteileichen durchforsten.

Du tust nicht ihm unrecht, wenn du auf deine innere Stimme hörst, sondern dir selber, wenn du diese Stimme ignorierst.

Jeder Gedanke, den du nicht ihm, sondern DIR widmest, ist ganz besonders gut für dich.

Der Weg wird noch ein Weilchen andauern bis du wieder ganz fröhlich und du selbst sein wirst, nimm dir exakt so viel Zeit wie du brauchst. DU gibst das Tempo vor, niemand sonst.

Abschließen hat etwas mit Schmerz zulassen zu tun. Wenn du dich manchmal frägst, "oh warum nur bin ich denn noch immer nicht darüber hinweg", dann mach dir klar, daß du gerade von dir selber lernst, wie deine Geschwindigkeiten im Leben ablaufen sollten die du gerade noch bändigen kannst. Und das spürt niemand so gut wie man selbst.

Und falls ER sich meldet (wirklich zum totärgern daß man sowas nie im voraus weiß wann), dann reagiere gar nicht und komm zuallererst ins Forum.

Weiterhin viel Kraft und nur das Allerbeste
LG, macleod


Der Geldbeutel des Kranken verlängert seine Heilung (schottisches Sprichwort)

Micky1244
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Re: Eine einfache Geschichte

Beitrag von Micky1244 » 28.06.2014, 10:54

Liebe Life time,

danke, dass Du Deine Geschichte hier eingestellt hast, ein geradezu klassischer Bezness-Verlauf. Toll, dass Du das so schnell durchschaut hast.
Ich denke auch, dass er sich irgendwann wieder melden wird. Und natürlich sollst Du darauf dann nicht reagieren.
Von solchen Menschen hast Du im besten Fall nichts anderes zu erwarten als Lügen, Lügen, Lügen, Luftschlösser und Abzocke.Wenn es schlimm kommt, und das passiert oft, kann auch noch Gewalt, finanzieller Ruin, Demütigungen, Beschimpfungen daraus resultieren.

Deine Geschichte ist noch ganz frisch, es dauert eine Weile, bis Du darüber hinweg kommst, hier im Forum findest Du Verständnis und Zuspruch. Du bist nicht allein...
Liebe Grüße, Micky


"Lass uns angeln gehen", sagte der Haken zum Wurm.
Isaiah Berlin: Die Freiheit der Wölfe ist der Tod der Lämmer.

Desert Dancer
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Re: Eine einfache Geschichte

Beitrag von Desert Dancer » 28.06.2014, 12:35

Hab ihm wahrscheinlich doch nur "über den Winter" (Dezember bis April) geholfen?
Genau! Ich denke Du liegst zu 100% richtig!!

Und dass er die Beziehung beendet hat, indem er Dir noch eine Schuldzuweisung macht, ist auch ganz typisch. Jetzt fühlst Du Dich mies und wenn er den nächsten Engpass hat und sich wieder bei Dir meldet und Dich vollsäuselt, dass er "dich nicht vergessen kann", hofft er, dass Du immer noch ein schlechtes Gewissen hast und freudig "die Chance ergreifst" es "wieder gut zu machen".

Deshalb, wie schon einige anderen geschrieben haben, bitte nicht mehr reagieren!

Du hast nach relativ kurzer Zeit schon gemerkt, dass er ein Betrüger ist. Bravo! Also fall nicht nochmals auf ihn rein. Egal mit was er Dich alles volllabert - er ist auch in ein paar Monaten, oder Jahren immer noch der gleiche Beznesser!

Das es weh tut, das ist klar. Es ist immer schmerzhaft wenn man merkt, dass man nur benutzt wurde. Versuche Dir zu verzeihen, dass Du so blauäugig warst, denn Du hattest ja keine Ahnung, was er für einer ist. ER ist schlecht. Nicht Du. Wichtig ist immer, dass man etwas daraus lernt.

Alles Gute bei der Verarbeitung!
Ehemaliges CIB-Vereinsmitglied

Good thoughts, good words, good deeds...

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Re: Eine einfache Geschichte

Beitrag von nabila » 28.06.2014, 14:47

hallo life time,

hier ein bißchen Nachscchlag :

Du bist mit IHM in "seine" Wohnung downtown gefahren. Ob es seine Wohnung war ? Versuch Dich zu erinnern, ob dort wirklich
private Sachen waren. Na ? Oder nur so null-acht-fünfzehn > hätte jede Wohnung sein können ?
Jaaa, denn das passiert oft. Leerstehende Wohnungen werden ohne Wissen des Eigentümers, na ja, "untervermietet" zeitweise.

Und der Doorman, der ist auch beteiligt. Das zeigt seine Forderung. (Wenn man dort mangels Ausbildung gar nichts arbeiten kann,
arbeitet man Doorman) Wird oft vorher verabredet, und dann später geteilt. Davon kriegst Du nichts mit..

ALLE wissen Bescheid, alle grinsen, alle machen mit. 1oo Euro sind schließlich 100 Euro, nicht wahr ? ( mehr als BEIDE sonst normal verdienen )

DIR wäre im Normalfall sowieso nichts passiert. Keine Polizei oder so kann Dir irgendwas. Du bist Europäerin. Du bist Gast im Land.
Nur diese Pappenheimer bringen das auf eine verruchte Schiene, geheimnisvoll, nicht erlaubt usw.

Ich schreibe Dir dies, wegen ein bißchen Klarheit, wegen dann evtl. besserem Verständnis . Komm weg vom schmalen Steg Verrat, Stolz usw.
DICH hat man(n) ü b e l s t abgezockt.

Liebe Grüße ♥

Life Time
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Re: Eine einfache Geschichte

Beitrag von Life Time » 28.06.2014, 15:21

Hallo alle zusammen,

danke für Eure - sehr eindeutigen - Meinungen und daß ihr mir helft wieder "zurück zu kommen", zur Realität.
Ja, es tut sehr weh, die Wahrheit annehmen zu müssen, nur benutzt worden zu sein. Hab doch wirklich geglaubt, er hätte sich in mich verliebt, so wie ich in ihn...
Auch die Tatsache, daß ich so garkeine "Schonfrist" hatte, macht mich traurig. Er wollte von Anfang an (auch) Geld von mir.
Was ich hier so gelesen hatte, dauert es ja meist einige Monate, bevor sie anfangen nach Geld zu fragen. Dann der plötzliche Kontaktabbruch seinerseits... Deshalb hatte ich geschrieben "...alles im Zeitraffertempo..."

Hallo macload,
nochmal danke für die Mühe, die Du Dir hier mit mir machst.
Hast Du etwas ähnliches erlebt? Ich finde Deinen Thread nicht.

Hallo nabila,
ja, die Wohnung- ich weiß nicht.
Im Bad standen Kosmetikartikel, ansonsten würd ich schon sagen, war Seine, also gemietet. Bloß nabila, im nachhinein, kann sich ein alleinstehender (?) junger Ägypter so eine Wohnung überhaupt leisten? Sie war nicht so schlecht wie ich es hier manchmal gelesen hab: also es waren 2 Schlafzimmer, Wohnzimmer mit Küchenzeile, Bad mit Wanne. Für unsere Verhältnisse nichts besonders, aber für dort...?

Übrigens, was ich Euch noch schreiben möchte:
bei meinem 2. Besuch, war es genau so, wie ich es hier bei Euch hier irgendwo gelesen hab "Er wird dich in der Wohnung abstellen und dir die Regeln diktieren, dann wird er tagsüber verschwunden sein..." Ja.
Das war Ende Januar, es wurde zeitig dunkel, ich saß dann ganz allein im Appartement, einmal war noch Stromausfall, da saß ich dann auch noch im dunkeln... Das Appartementhaus war kaum belegt zu der Zeit. Ich hab mich da wirklich schrecklich einsam gefühlt, wenn er nicht da war.

Karlotta, Du schreibst so wunderbar sarkastisch, das gefällt mir total. Überhaupt tut es mir gut, jetzt hier zu sein.
Liebe Grüße,
Life Time

Nilopa
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Re: Eine einfache Geschichte

Beitrag von Nilopa » 28.06.2014, 15:42

Hallo Life Time,

Du hast geschrieben:
Bin noch 2x nach Hurghada geflogen um ihn wieder zu sehen. Er hatte jeweils ein Appartement gemietet und ja (!) ich hab Alles bezahlt: Appartement (500 € für eine Woche), Essen, Handy mitgebracht und zwischendurch hab ich auch Geld geschickt...
Er wollte sich ein Auto kaufen, was ihm ja "das Leben leichter macht". Stimmt ja auch, aber ich konnte ihm kein Geld geben. Ich hab ihm übrigens sehr früh gesagt, daß ich nicht reich bin, ich hab auch Kinder und Tiere, die mich brauchen.
Dann: kleiner Neffe - Unfall - Krankenhaus - OPs - teuer - könnte ihn unterstützen.
Dann: Besuch bei seiner Familie, Mutter krank...

So. Jetzt komm ich mir gerade wie eine Verräterin vor. Kann sein, daß alles stimmt aber ich hab nicht soviel Geld und 100 € scheinen da NICHTS zu sein.
Und nun??? Nichts mehr zu hören oder zu lesen von ihm, von seinen großen Gefühlen für mich, kein Wort mehr, komisch...
Er hat den Kontakt zu mir abgebrochen, einfach so.
"Zuckerbrot und Peitsche":
Du gibst Geld, darauf folgt: Du bekommst Liebesgesülze, Aufmerksamkeit,....=Zuckerbrot
Du verweigerst Geld oder gibst zu wenig, darauf folgt: Du bekommst Kritik, Vorwürfe, Funkstille,...=Peitsche

Mit einem eigenen Auto könnte er vermutlich all die Urlauberinnen sogar noch schneller "überzeugen". :roll: :evil:
Auch das Geld, welches Du ihm bisher schon zukommen hast lassen,
wird er vermutlich dementsprechend in Andere (evt. auch jüngere) "naive Blondchen" bereits investiert haben. :o :(

Es ist hart, das alles zu realisieren, aber besser als sich weiter abzocken zu lassen :wink:
8) LG Nilopa
»Your rights matter because you never know when you're going to need them.« – Edward Snowden-

macleod
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Re: Eine einfache Geschichte

Beitrag von macleod » 28.06.2014, 17:48

Life Time hat geschrieben: Hallo macload,
nochmal danke für die Mühe, die Du Dir hier mit mir machst.
Hast Du etwas ähnliches erlebt? Ich finde Deinen Thread nicht.
Liebe Lifetime,

bevor du dich zum Hugo suchst: ich hab hier keinen thread, keine Bezzigeschichte. Ich habe hier bloß seit 2004 mit einer dreijährigen Unterbrechung mitgelesen und -gelitten und mich erst sehr kürzlich hier registriert.

Wenn man alle diese Geschichten - egal wo sie sich abgespielt haben - zusammenzählt, kommt unter dem Strich ein einziger Guß heraus. Immer dasselbe, es liest sich fast schon wie ein Kochrezept.
Allerdings scheint mir seit ... hm ... etwa drei Jahren :?: ..., daß die aufgetischten stories immer abenteuerlicher, dreister und abgefeimter werden.

Du bist mir im Hühnerstall-Beitrag aufgefallen, es waren nur vier stille Zeilen.
Ich wäre selbst vor Liebeskummer beinahe buchstäblich gestorben, es war echt knapp, und ich habe die Symptome (wieder-)erkannt. Ich hatte auf einmal solche Angst um dich.

Aber mit deinem Mitlesen und deine-Geschichte-aufschreiben hast du dir unbewußt selbst ein kleines Abstürznetz gespannt, denn hier ist ganz sicher immer irgendwer online.

Du wirst demnächst immer wieder mal in besonders tiefe Löcher fallen - vorübergehend, wohlgemerkt. Aber wenn man sowas schon im voraus weiß, geht man damit anders um, die Angst und Hilflosigkeit ist dann ein wenig kontrollierbarer. Denke daran, wenn es wieder ganz ganz schlimm ist und du wirst die Wirkung spüren. Wie bei einer Panikattacke, die man mit Durchatmen und logischem Denken bändigt.

Und du wirst auch das Gefühl bekommen, keinerlei Fortschritte in Richtung Heilung zu machen und auf dem Fleck zu stehen, dieses Gefühl trügt! Du kannst es erst rückblickend und nach längeren Phasen erkennen, also verzweifle nicht an dir selber.

Oh Mann, ich krieg solche Kabel, wenn ich dran denk, daß dieses Gesindel die westlichen Frauen für Hu***pieps*** ansieht, aber letztlich von der Treue lebt, die diese Mädels ihnen entgegenbringen.

Weiterhin alles Liebe, du bist nicht allein
LG, macleod


Der Geldbeutel des Kranken verlängert seine Heilung (schottisches Sprichwort)

nabila
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Re: Eine einfache Geschichte

Beitrag von nabila » 28.06.2014, 20:15

hallo life time,

jaaa, super und toll, das Denken klappt. Ein Schritt zur Normalität. Und nein, er kann sich eine Wohnung nicht leisten. Und so eine ganz
ganz sicher nicht.

Meist werden sie vom Arbeitgeber untergebracht in Zimmern/Häusern mit vielen. Keine Privatsphäre und gefühlte 500 Augen gucken
bei allem zu. Die gucken zwar auch in so einer Wohnung zu, aber eher versteckt, ohne dass Du was merkst.

Du hast, als Du da warst, einen winzigen Spalt in die Realität sehen können. Allein zu Haus, keine Kenntnisse von nix, abgekoppelt von
jedem und allem, ohne Sprachkenntnisse > also MUSST Du alles glauben, was er Dir erzählt. Und er spielt den Dompteur (sorry bitte)

Du sagst er sieht gut aus. Muss er doch als Masseur. Ist so gewollt. Meinst Du, eine Massage würde gebucht bei 500 kg Lebendgewicht,
Warze auf der Nase, Froschaugen, fiesen Händen oder sonstwas ? *bitte lächeln*

Seit dort nicht mehr soviele Touristen sind aufgrund von Revolution, Regierungswechsel, sonstiger Unsicherheiten > wird die Ware Weib
spärlicher und deshalb direkter/aggressiver verteilt.


Liebe Grüße

Simone77
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Re: Eine einfache Geschichte

Beitrag von Simone77 » 29.06.2014, 00:23

Mir hat mal ein Ägypter wortwörtlich gesagt: Alle Ägypter, die eine europäische Frau heiraten, haben auch eine ägyptische Frau.

Ich habe selbst einen netten ägyptischen Hotelmitarbeiter von der Westbank kennengelernt, der mit einer ebenso netten jungen Ägypterin verheiratet war und gerade frisch Vater eines Mädchens geworden ist. Er war superglücklich und stolz auf seine Familie. Er hatte auch zwei Jobs, um seine Familie einiger Maßen unterhalten zu können.
Und später habe ich gehört, dass er eine Frau in Nordeuropa geheiratet hat. Das hätte ich von ihm nie gedacht. Seine ägyptische Frau, mit der er inzwischen zwei Kinder hatte, war zwar nicht glücklich darüber, aber was sollte sie tun – sie hat sich damit arrangiert. Von da an war er in meinen Augen nur noch ein A… So eine verlogene Gesellschaft.

Ich wollte damit sagen, dass egal wie nett oder seriös ein Typ erscheint – sie schaffen alle ohne Skrupel ein Doppelleben zu führen und sehen das wahrscheinlich nur als zusätzlichen Job an.

Life Time, ich bin sicher, dass dadurch, dass du den Verlauf der Geschichte aufgeschrieben hast, wirst du viel schneller darüber hinweg kommen. Die Typen sind es absolut nicht wert, dass man ihnen nachtrauert. Die sind ausnahmslos berechnend und die Touristinnen sind für sie nur Geldquelle. Egal, ob das Geld für eine Wohnung, für Einkäufer im Basar oder für Bakschisch ausgegeben wurde. Die sind überall mit am Gewinn beteiligt.

Und auch das nebenbei Erwähnen wie schwer das Leben ist und wie sie für die ganze Familie verantwortlich sind und welche Unglücke die einzelnen Familienmitglieder ereilen, soll lediglich das Helfersyndrom in Frau wecken, damit sie von selbst kommt und Hilfe anbietet.

Ich denke auch, dass dein Ägypter sich irgendwann melden und ein Unglück parat haben wird. Dann würde ich mir an deiner Stelle die Geschichte nochmals durchlesen und vielleicht mich an noch mehr negative Details erinnern und – nicht reagieren! Nie mehr!

LG, Simone

nabila
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Re: Eine einfache Geschichte

Beitrag von nabila » 29.06.2014, 06:52

hallo life time,

Wohnungen werden meist möbliert vermietet dort. Und wenn es eine "Eigentümerwohnung" ist, steht natürlich "Zeug"rum.
In Touristengebieten sind Wohnungen für Einheimische schlicht nicht bezahlbar. Deshalb die Überzahl an Männern und
Frauchen schön daheim. Macht bei deren "Arbeit" auch logischen Sinn.

Wenn er nach seinen Angaben 32 Jahre ist, wird wohl schon eine ägypt. Ehefrau irgendwo hocken. Kein Neid bitte, sie
hat denselben Hallodri. Und sollte die mal fragen, ob das denn alles so passiert im Tourismus, wie sie erfahren hat, wird
ihr erzählt, dass sie was falsches erfahren hat. Auch wenn sie ein bißchen Grips hat, bleibt ihr nicht viel, als mitzuspielen.

Und nichts anderes ist es, als ein bitterböses, abgefeimtes, scheinheiliges Getue. Alle wissen es, alles grinsen, alle wahren
scheinbar das Gesicht und alle machen mit. Aus purer GIER, nicht aus Armut.

Für Katastrophen und Notfälle sind die Männer der Familie da, sind es auch > und nicht Touristinnen. Egal ob Handy in Klo,
Mama braucht OP, Unfall lässt einen nicht arbeiten usw.

Da hilft auch kein Verstecken hinter der Religion. Meist wird dort Tradition gelebt in überwiegenden Bereichen, und die hat
m.E. nix aber auch gar nix mit Religion zu tun.

Dass Du Dich so marterst, so leidest, soviel nachdenkst > würde ihn perplex machen, würde er gaaaar nicht verstehen. Ernsthaft.

Vermutlich fühlst Du Dich wie in einem , na sagen wir mal ölverschmierten Trichter drin, ganz unten. Und krabbelst und
krabbelst, tust und machst, strengst Dich immens an > kommst aber nicht nach oben , fällst immer wieder runter.
Bitte glaube mir, der Trichter wird mit der Zeit kleiner und weniger glibberig. Aber es braucht eben Zeit.

Würde es Dir helfen, wenn Du mal aufschreibst, was Dein Partner haben/können sollte ? Und dann schreibst Du auf, was ER
gehabt/gekonnt hat. Ehrlich bitte. ---- Steht es auf Papier, wird es deutlicher, realer. Und auf Stück Verarbeitung ist es ebenfalls.


Liebe Grüße ♥

sita
Beiträge: 818
Registriert: 19.07.2011, 19:07

Re: Eine einfache Geschichte

Beitrag von sita » 29.06.2014, 07:17

Liebe Simone77
(zu Deinem Beitrag..)
Simone schrieb:
Mir hat mal ein Ägypter wortwörtlich gesagt: Alle Ägypter, die eine europäische Frau heiraten, haben auch eine ägyptische Frau.

Ich habe selbst einen netten ägyptischen Hotelmitarbeiter von der Westbank kennengelernt, der mit einer ebenso netten jungen Ägypterin verheiratet war und gerade frisch Vater eines Mädchens geworden ist. Er war superglücklich und stolz auf seine Familie. Er hatte auch zwei Jobs, um seine Familie einiger Maßen unterhalten zu können.
Und später habe ich gehört, dass er eine Frau in Nordeuropa geheiratet hat. Das hätte ich von ihm nie gedacht. Seine ägyptische Frau, mit der er inzwischen zwei Kinder hatte, war zwar nicht glücklich darüber, aber was sollte sie tun – sie hat sich damit arrangiert. Von da an war er in meinen Augen nur noch ein A… So eine verlogene Gesellschaft.
Mir ist ein Fall bekannt (syrischer Bezzie), da wurde die deutsche Ehefrau schwanger von ihm. Er drängte auf Abtreibung, was sie auch tat. (Syrische mit Bezzie befreundete Ärzte halfen bei der Überredung!). Als sie danach im Krankenbett nach der Narkose wach wurde, sagte Bezzie sehnsüchtig zum Fenster rausschauend zu ihr nur: In Syrien scheint die Sonne , gell es war ein Mädchen.
Erst viel später begriffen wir (mitlerweile seine geschiedene deutsche Ex-Frau und ich): Das Kind passte nicht in sein Konzept. Sie sagte damals, zeitnah zu mir: Als ich mit dem zusammen war, habe ich gehandelt als wäre ich nicht ich.
Dieser ganze Ärzte-Clan wußte Bescheid, alle irgendwie miteinander verwandt.
Liebe Grüße
sita


Oft gehört mehr Mut dazu, seine Meinung zu ändern, als ihr treu zu bleiben

FRIEDRICH HEBBEL

sita
Beiträge: 818
Registriert: 19.07.2011, 19:07

Re: Eine einfache Geschichte

Beitrag von sita » 29.06.2014, 07:25

Liebe nabila
nabila schrieb:

Dass Du Dich so marterst, so leidest, soviel nachdenkst > würde ihn perplex machen, würde er gaaaar nicht verstehen. Ernsthaft.
Du hast es exakt auf den Punkt gebracht, eine komplett andere Welt für uns.
Liebe Grüße
sita


Oft gehört mehr Mut dazu, seine Meinung zu ändern, als ihr treu zu bleiben

FRIEDRICH HEBBEL

KIKI0504
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Registriert: 16.04.2008, 20:27

Re: Eine einfache Geschichte

Beitrag von KIKI0504 » 29.06.2014, 08:52

Liebe für Ägypten ein fremdwort, nur geld das zelt alles andere nur lügen :idea:
Wenn die Menschen sagen, sie hätten ihr Herz verloren, ist es meistens nur der Verstand ( R Lembke)

nabila
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Re: Eine einfache Geschichte

Beitrag von nabila » 29.06.2014, 12:05

hallo,


ja - klar - denn aus Liebe werden dort meist keine Beziehungen/Ehen angebahnt. Da wird ganz logisch und profan der Zweck
gesehen. Da werden knallharte Verträge im Vorfeld geschlossen, gehandelt, geschachert, festgeschrieben.

LIEBE ist eher eine Krankheit, etwas Gefühlsduseliges, etwas Abstraktes.


Liebe Grüße

Qisma
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Re: Eine einfache Geschichte

Beitrag von Qisma » 29.06.2014, 12:08

Simone77 hat geschrieben: Von da an war er in meinen Augen nur noch ein A… So eine verlogene Gesellschaft.

Ich wollte damit sagen, dass egal wie nett oder seriös ein Typ erscheint – sie schaffen alle ohne Skrupel ein Doppelleben.
Ja warum denn verlogene Gesellschaft? Die Maenner dort duerfen ganz offiziell mehrere Frauen heiraten. Ich frage mich wirklich warum Frauen sich ueberhaupt mit so einem Mann/Religion/Kultur einlassen, wenn sie ein derart grosses Problem damit haben und diese Gegebenheit nicht akzeptieren können.

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