Gambia Freund während Freiwilligenarbeit

Austausch über gemachte Bezness-Erfahrungen in diesen Ländern

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Toastie
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Re: Gambia Freund während Freiwilligenarbeit

Beitrag von Toastie » 04.02.2026, 20:27

Ponyhof hat geschrieben:
04.02.2026, 16:51
Und genau so sieht er Dich: Jemanden, den man "herumkriegen" kann, und bei dem man mal die sexuellen Grenzen testen kann. Deine Offenheit in diesen Dingen (die in unserer Kultur kein Problem ist!) disqualifiziert dich dort völlig. In SEINER Welt hat die Frau Jungfrau zu sein (und mit seiner Lüge über die "Ausrutscher" zeigt er, dass die "Jungfräulichkeit" so ein hoher Wert ist, dass sie auch einen Mann "wertvoller" macht, und weil er vor Dir gut dastehen will, erwähnt er das...). Und nicht nur Jungfrau: Nein, eine "gute" Frau ist zudem auch noch beschnitten. Nicht, dass sie noch Spass am Sex entwickelt, oder unverheiratet nach wenigen Tagen mit fremden Männern ins Bett geht...merkst Du was? :mrgreen:
Genau so ist es (leider)! :evil:
Die sexuelle Offenheit, wo Ina sich fast schon deswegen von dem Mann etwas "ausgenützt" fühlte, da sie da offener/freizügiger als muslimische Frauen auftrat, mehr zu geben bereit war, ist leider in Wirklichkeit beim muslimischen Mann völlig verpönt, unattraktiv und disqualifiziert sie im Gegenteil als ernstzunehmende Partnerin für die Zukunft. Es ist nicht mehr und nicht weniger als gratis Sex für ihn und eine Möglichkeit, das Bindungshormon bei Ina anzukurbeln, für ein zukünftiges höheres Ziel (Heirat, Aufenthalt). Es ist schlimm, dass es ohne das Wissen um den kulturellen Background absolut nicht offensichtlich ist, was hier für ein böses Spiel gespielt wird. :cry:
Getoastet aber nicht verbrannt (Toastie)

Fierrabras
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Re: Gambia Freund während Freiwilligenarbeit

Beitrag von Fierrabras » 05.02.2026, 12:37

Lies Dir mal den bereits erwähnten Thread von Schuscha durch. viewtopic.php?f=4&t=6134&start=160
Das war kein Bezness, sondern wirklich eine interkuturelle Beziehung mit den besten Ausgangspositionen und auch Absichten, und es ist dennoch gescheitert.

Ponyhof
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Re: Gambia Freund während Freiwilligenarbeit

Beitrag von Ponyhof » 05.02.2026, 13:07

Ina, du siehst die ganze Sache und die ganzen kleinen Begebenheiten immer noch durch deine europäische Brille. Was in unser Weltbild passt, verstehst Du als "normal" (dabei ist es das für dortige Verhältnisse ganz und gar nicht, und wird anders interpretiert!), und das, was für dich widersprüchlich ist, verstehst Du als "deren Kultur" (...dabei ist es vielleicht gar nicht deren Kultur, sondern astreine Lügerei). Alles wird dadurch für Dich irgendwie erklärbar, weil es bei uns eben diese "Verhaltensfreiheit" und Individualität gibt. Und man sich als netter, hilfbereiter, warmherziger und liebevoller Mensch eine solche Niedertracht einfach nicht vorstellen kann....

Er aber ist mit einem völlig anderen Frauenbild aufgewachsen, und genauso, wie es für Dich schwer ist, sich in seine Denkweise und seine Welt einzufühlen (und Dein Verhalten dahingehend zu reflektieren), genauso unmöglich ist es für ihn, seine kulturelle Prägung abzulegen. Auch wenn sein Elternhaus FÜR DORTIGE VERHÄLTNISSE (!!!) modern anmutet, so ist auch sein Elternhaus in eine Kultur eingebettet, in der Frauen beschnitten sind und eine Religion gelebt wird, die Frauen und Männern einen Verhaltenskodex vorschreibt, den Du nicht erfüllst und in dessen Rahmen Du eine "verachtenswerte Stellung" hast. Nur dein Geld und die Möglichkeiten, die Du für die Familie erschliesst, sind "interessant".

Du bist dort im Rahmen eines Freiwilligenprogramms gewesen, so wie viele nette Leute vor Dir und nach Dir. Ich weiss nicht mit welchem (ist auch egal...), aber viele dieser Freiwilligenprogramme erwarten (deins vielleicht nicht?), dass die "Freiwilligen" dort eine Menge Geld bezahlen. Wenn man das gezahlte Geld mal zu den dortigen Löhnen und Lebenserhaltungskosten in Beziehung setzt, sind die Beträge immens. Sprich, viele dieser Programme (vielleicht deins nicht?) sind eine Mega-Abzocke und ein riesiger lokaler "Wirtschaftsfaktor", es wird dort vor Ort eine Menge Geld damit verdient- auch von deiner "Lehrer-Familie"! Was glaubst Du, was wohl los ist, wenn einer "Freiwilligen" dort etwas passiert???? Du warst mit einer Sim-Card und dem Wäschewaschen "überfordert" (ich schreibe das in Anführungszeichen, weil Du das sicher hinbekommen hättest, aber so kam es für die dort rüber...), die MÜSSEN sich um Dich kümmern! Das ist keine "Liebe", keine "Nettsein", sondern nötig, um das Geschäftsmodell "Leute-bezahlen-dafür-irgendwelche-Jobs-zu-machen" aufrecht zu erhalten.

Und ja, Dein Gastvater/die Kontaktperson der "Freiwilligenorganisation" hat Erfahrung(!!!) mit Europäern, muss sich auch "modern" geben, denn sonst käme ja keiner mehr! Das heisst aber nicht, dass er das europäische Lebensmodell/unswere Werte gut findet oder diese in seiner Kultur leben kann! Da gibt es dann im Rahmen dieser Programme ein bisschen Folklore, und Du wirst auf Zeit -gegen Geld- aufgenommen. Aber Du bist KEIN Mitglied der dortigen Gesellschaft, und jeder weiss, dass Du -wie alle anderen netten, fleissigen und helfen wollenden Mädels- "Geld bringst" und nach ein paar Wochen wieder weg bist. Aber keine junge europäische Frau würde zahlend dort hinfahren, wenn sie in einer Hölle aus Beschneidung, Bewachung und religiösen Vorschriften landen würde. Aber genau DAS ist die Realität und der Alltag für die Frauen dort ausserhalb solcher Organisationen, wird von ihren Männern in ihrer Kultur erwartet, und eine "ehrbare" Frau wird genau daran gemessen.

Damit das Geschäftsmodell funktioniert und den Organisationen nicht der Geldhahn/ihre Finanzierung/die Spenden abgedreht werden, darf den "Freiwilligen" keine Gefahr drohen und ein bestimmtes Bild aufrechterhalten werden. Daher MÜSSEN die Veranstalter auf ihre "europäischen Mädels" aufpassen, auf die einen weniger, auf die andern -unternehmungslustigen- mehr. Die KONNTEN Dich dort nicht allein losziehen lassen. Also hast Du -wie viele vor Dir und viele nach Dir!- einen/den persönlichen "Diener" an die Seite bekommen (der die immer gleichen Probleme der europäischen Mädels und passende Bespassungsprogramme/"schöne Spots" und die Jammermasche zum Erschleichen von Restauranteinladungen ganz genau kennt), der seine Chance dann auch gleich genutzt hat. Einer Frau die Wäsche zu waschen ist für einen Mann hierzulande "kein Ding" (nur vielleicht etwas befremdlich für Fremde...), aber für einen "stolzen Muslim" ist das eine erniedrigende Frauen/"Sklavenarbeit".

Wie gesagt, ich weiss nicht, wie die Konditionen bei Deiner "Freiwilligenorganisation" waren. Aber viele funktionieren so, dass mit dem schlechten Gewissen und der Moral/der Hilfsbereitschaft und Abenteuerlust der "Weissen" unter dem Deckmantel der "Hilfe" sehr viel Geld gemacht wird. Die Kinder/Leute vor Ort haben selten wirklich etwas davon, wenn aller paar Wochen jemand Neues kommt, der sich an ihnen "ausprobiert", und der keine Erfahrung mit den lokalen Gegebenheiten hat, und auf den man aufpassen muss, und der letztendlich als "Weisser" in eine ungewollt(!) halbkolonialistische "Ich-helfe-Euch, Euch-zu-entwickeln"-Position kommt. Auch wenn das in DEINER Freiwilligenorganisation vielleicht(?) anders ist....diese Organisationen kennen sich, und wenn bei EINER da was schiefgeht, Helfer mit wirklich allerbesten Absichten in (lokale) Gefahr geraten, irgendendwas passiert, es schlechte Erfahrungen gibt, dann kriegt das Geschäftsmodell auch der andern die über kurz oder lang ein Problem.

Das noch mal als Gedanke zum Thema "liebevolle persönliche Unterstützung". :mrgreen:

Prima, dass Du die wahren Geschichten liest. Auch wenn es nicht immer 1:1 passt, die Grundmuster sind ähnlich.
„Nicht zu bekommen, was man will, ist manchmal ein grosser Glücksfall.“ Dalai Lama

NGal
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Re: Gambia Freund während Freiwilligenarbeit

Beitrag von NGal » 05.02.2026, 14:00

Liebe Ina,

so ist das leider... Irgendwie kommt mir Deine Geschichte sehr 'bekannt' vor - wegen meiner Erfahrungen (Gott sei Dank, keine 'Beziehungen'..) mit afrikanischen Männern. Zuverlässig, hilfseich und respektiert in einem NGO.. Ja, das habe ich gesehen.
Natürlich wollen die Einheimischen mit (und von) ausländischen Hilfsorganisationen profitieren, und damit ihren Lebensstil und auch Status verbessern ..
Das ist nichts Neues oder original mit 'deinem' Fall (dem Typ und seinem Vater).. alles ist alles sehr gutgeuebtes Kalkül.

Wie denn sonst sollte er mit reichen Europäer ins Kontakt kommen? Materielle Sachen sich nur ein Ding, aber leider sehr oft hinten dem Masche verbirgt sich ein tiefer Hass und Verachtung. Die Art und Weise die er gegenüber Dich gezeigt hat, ist ein Beweis dafür...

Persönlich würde ich niemals etwas mit einem Afrikaner anfangen, egal wie fromm (ja, als Christ wurde ich nur mit einem gläubigem Christen heiraten, aber in Afrika ist Glauben oft mit lokalen Gewohnheiten gemischt und hat nix mit Ehrlichkeit zu tun..). Ausnahmen gibt es, ja... aber das ist hier 100% nicht der Fall.

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