Mein Fall - Beziehung mit einem Kurden

Austausch über gemachte Bezness-Erfahrungen in diesen Ländern

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Mourina
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Mein Fall - Beziehung mit einem Kurden

Beitrag von Mourina » 15.09.2011, 03:34

Ein herzliches Hallo an Alle,

ich, 26 Jahre alt, bin seit ca. 4 Jahren mit einem Kurden aus dem Irak zusammen. Er kam als er 17 war, als Kriegsflüchtiling nach Deutschland und ist somit schon fast 10 Jahre hier. Davor war er ein oder zwei Jahre in Griechenland.
Er hat einen Pass jedoch ohne Aufenthaltstitel; muss halbjährlich seine Duldung verlängern (vormals vierteljährlich), darf sich in ganz Deutschland aufhalten (vormals nur in Bayern). Seit er hier ist, arbeitet er! Er war immer fleissig, hilft immer mit wenn bei meiner Familie oder bei Freunden Arbeit anfällt und wird auch immer für seine Hilfsbereitschaft gelobt. Er ist allseits beliebt.
Wir waren in den 4 Jahren bereits zwei mal getrennt, es ging beidmale von mir aus. Einmal war ein andrer Mann im Spiel. Ja ich weiß, viele werden mich deshalb schon wieder verurteilen, aber es ist nun mal leider passiert. Das andre mal, waren es persönlich Gründe. Jedesmal hat er um mich gekämpft und ich komme einfach nicht von ihm los. Er ist in keinster Weise gewalttätig oder böse mir gegenüber! Er ist einfach ein lieber Mensch jedoch unehrlich! (-> eigentlich schon ein Grund zum Beenden der Beziehung, aber leichter gesagt als getan)
Einige Monate nach dem wir zusammengekommen sind, hat er mir einen Heiratsantrag gemacht, ich hab den Verlobungsring angenommen, trage ihn noch heute, aber Heiraten wollte ich bisher nicht!
Als wir zum ersten mal getrennt waren (Ende 2008) habe ich erfahren, dass er während der Trennung eine Scheinehe eingehen wollte, mit einer Frau, die sich dafür bezahlen ließ.
Ich musst vor Gericht aussagen. Seine Entschuldigung damals dafür "Als du mich verlassen hast, war ich am Ende, ich wollte unbedingt in den Irak zu meiner Familie, mein Papa war so sehr krank, meine einzige Möglichkeit war diese Ehe " (dies stimmt übrigens, denn sein Papa hat Herzprobleme)
Ja ich weiß, die Sache mit der Scheinehe wär schon wieder ein Grund zum Beenden der Beziehung. Aber ...

Anfang der Woche, hat er mich wieder gefragt, ob ich ihn heiraten will.

Nun meine Fragen an euch:

Ist eine Heirat der einzige Weg für Ihn um an den Aufenthalt zu kommen oder sollte er die nicht eig. automatisch nach 10 Jahren in Deutschland bekommen?
(er is übrignes polizeilich kein unbeschriebenes Blatt)

Kann ein kurdischer Mann überhaupt eine Frau lieben, einer Frau verzeihen, die bereits wegen einem andren Mann die Beziehung schon einmal beendet hat? Oder bin ich auch nur eine deutsche Schl.... für ihn? Seine Antwort darauf "Ich liebe dich, ich habe dir verziehen, ich kann nicht ohne dich"
Warum hat er so sehr um mich gekämpft? Es ging ihm echt schlecht, er hat damals extrem abgenommen. Wahre Liebe? Auch während die Sache mit der Scheinehe lief, wollte er mich zurückhaben - wie er sich da dann aber vorgestellt hätte, wenn die Ehe zustande gekommen wär, keine Ahnung - Wahrscheinlich das Lügennetz weiterspinnen!

Will er mich nur heiraten, um die AE zu bekommen? ich weiß, dass er mich liebt (ob es jedoch aufrichtige, richtige Liebe ist, weiß ich natürlich nicht) Oder sind die Beweggründe bei dieser Sorte Mann immer NUR Aufenthalt???

Wenn er dann in den Irak reisen darf, wie groß ist die Wahrscheinlichkeit, dass er dort unten eine kurdische Frau heiratet?
Seine Antwort " Ich liebe dich, was soll ich mit einer kurdischen Frau, ich bin in Deutschland aufgewachsen"

Während ich das hier schreibe, schäme ich mich schon fast, weil wenn ich andre Beiträge dieser Art lese, denke ich mir immer: wie kann man nur darauf rein fallen, wie kann man nur weiter daran festhalten, wenn doch schon so viel vorgefallen ist...
Aber wenn es einen selber betrifft, ist alles nicht mehr so einfach

Vielen Dank für eure Hilfe

Mourina
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Re: Mein Fall - Beziehung mit einem Kurden

Beitrag von Mourina » 15.09.2011, 03:46

Noch ein kurzer Nachtrag: Geld spielt in diesem Fall keine Rolle, ich wurde in den vier Jahren nicht einmal um Geld gebeten.
Da er ja arbeitet, hat er ein regelmäßiges Einkommen.
Bei Ausgehen zahlt einmal er, einmal ich... ganz normal würd ich sagen.
Momentan hat jeder von uns seine eigene Wohnung (seit der zweiten Trennung)

Warum denk ich überhaupt über eine Heirat nach? Weil ich mir vorstellen kann, mein Leben mit ihm zu verbringen.
Natürlich wärs mir lieber, er würde mich fragen, wenn er seinen Aufenthalt schon hat! Aber wenn ich nur wüsste, dass
nicht NUR dieser der Grund dafür ist, würde uns eine Ehe schon einiges erleichtern: wir könnten zB auch gemeinsam reisen,
nicht nur zu seiner Familie - ich reise für mein Leben gern (Ägypten, Tunesien, Kenia, Dom Rep... und das alles mit dem Partner zu erleben,
wäre schon toll) :)

Anaba
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Re: Mein Fall - Beziehung mit einem Kurden

Beitrag von Anaba » 15.09.2011, 07:49

Hallo Mourina,

herzlich willkommen im Namen des Teams 1001 Geschichte.
Wir wünschen einen guten Austausch.
Liebe Grüße
Anaba

Administratorin
anaba@1001Geschichte.de

Nichts ist schwerer und erfordert mehr Charakter, als sich offen im Gegensatz zu seiner Zeit
zu befinden und laut zu sagen: Nein
Kurt Tucholsky

Elisa
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Re: Mein Fall - Beziehung mit einem Kurden

Beitrag von Elisa » 15.09.2011, 08:23

Liebe Mourina,

Also eine Kurdin kenne ich näher, sie ist allerdings in einer türkischen Stadt aufgewachsen. Was die Religion anbetrifft, sind sie nicht sooo eng gestrickt, was die Familie und Heiraten angeht jedoch doch. Also Heirat ohne Jungfräulichkeit, oder sich vor der Heirat allein sehen, das geht nicht, das wäre sogar gefährlich.
Dann kenne ich eine kurdische Familie, die sehr gut hier integriert ist, aber so ca. 9 Kinder, wobei die ältesten sehr viel arbeiten müssen.

Dann kannte ich eine kurdische Familie, wo Frau die Dienerin des Mannes war.

Aber aus dem, was Du schreibst, kann man nicht sagen, er benutzt Dich nur.

Vielleicht können die anderen die einen besseren Rat geben.

Wenn er einen Pass hat, wieso kann er dann kein Visum für den Irak beantragen ?

Gruss

Elisa

Efendi II
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Re: Mein Fall - Beziehung mit einem Kurden

Beitrag von Efendi II » 15.09.2011, 11:16

Elisa hat geschrieben:Wenn er einen Pass hat, wieso kann er dann kein Visum für den Irak beantragen ?
Mourina hat geschrieben:Er hat einen Pass jedoch ohne Aufenthaltstitel; muss halbjährlich seine Duldung verlängern (vormals vierteljährlich), darf sich in ganz Deutschland aufhalten (vormals nur in Bayern).
Als Duldungsinhaber ist er vollziehbar ausreisepflichtig, kann aber aus rechtlichen oder tatsählichen Gründen (z.B. Passlosigkeit) nicht abgeschoben werden.

Möglicherweise ist den Behörden der Passbesitz nicht bekannt (Passunterdrückung) und kann deshalb nicht abgeschoben werden. Mit einer Reise in die Heimat wäre die Aufenthaltsfrage erledigt und er könnte nicht mehr (bzw. nicht so ohne weiteres) nach Deutschland zurückkommen.

Da wäre natürlich eine Eheschließung die beste (besser gesagt die einzigste) Möglichkeit für ihn, ein Aufenthaltsrecht in Deutschland zu erlangen.
Habe Mut, Dich Deines eigenen Verstandes zu bedienen! (Immanuel Kant)

Elisa
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Re: Mein Fall - Beziehung mit einem Kurden

Beitrag von Elisa » 15.09.2011, 12:14

Efendi , da Du Dich auskennst , klär mich mal auf.


Wenn er den Deutschen Pass hat , aber nur immer begrenzt die AE, eine Arbeit hat, darf er dann nicht reisen. Aber bitte so einfach, dass ich es auch verstehe.

Danke im voraus.

Gruss

Elisa

Canim
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Re: Mein Fall - Beziehung mit einem Kurden

Beitrag von Canim » 15.09.2011, 12:35

Warum musst du überhaupt heiraten? Jetzt mit zwei Wohnungen läuft es doch erst einmal gut, oder? Kurdische Männer sind nicht einfach, haben oft sehr hohe Besitzansprüche, zumal "nach" einer Heirat.

Dann kann (muß aber nicht) sich das Verhalten sehr schnell zum Negativen entwickeln. Eine Trennung ohne Heirat ist immer wesentlich einfacher als nach einer Hochzeit, das empfinden viele Männer, und gerade kurdische, als persönliche Niederlage und Beleidigung.

Steht denn in Sachen unbeschränkter Aufenthalt etwas an? Dann kannst du doch auch abwarten, bis er den eigenständigen Aufenthalt hat. Beschäftigst du dich viel mit der Kultur, der Sprache etc.? Das wäre zu empfehlen, denn auch wenn er in D aufgewachsen ist, so hat er Traditionen, Moralvorstellungen, Behandlung seiner Ehefrau und vieles mehr doch tief in sich verankert. Das kann auch zu Problemen führen, die ganz massiv eine binationale Ehe belasten können.

Hast du mal unsere Fragebögen gemacht? Das empfehle ich dir, da wirst du auch auf weiterführende Anregungen stoßen, was noch so alles bei einer binationalen Ehe zu bedenken ist. religion, Beschneidung, Wertevorstellungen, Polygamie, Partnerschaftsvorstellungen etc.....

Lass dich nicht drängen, lass dir Zeit mit dieser Entscheidung.

LG
Canim
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Efendi II
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Re: Mein Fall - Beziehung mit einem Kurden

Beitrag von Efendi II » 15.09.2011, 13:05

Elisa hat geschrieben:Efendi , da Du Dich auskennst , klär mich mal auf.
Wenn er den Deutschen Pass hat , aber nur immer begrenzt die AE, eine Arbeit hat, darf er dann nicht reisen. Aber bitte so einfach, dass ich es auch verstehe.
Von einem deutschen Pass war m.W. wohl nicht die Rede, denn damit würde sich die Aufenthaltsfrage überhaupt nicht stellen.

Deutsche Staatsangehörige brauchen bekanntlich keine Aufenthaltserlaubnis in Deutschland.
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Efendi II
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Re: Mein Fall - Beziehung mit einem Kurden

Beitrag von Efendi II » 15.09.2011, 13:11

Canim hat geschrieben:Steht denn in Sachen unbeschränkter Aufenthalt etwas an? Dann kannst du doch auch abwarten, bis er den eigenständigen Aufenthalt hat.
Eine Duldung ist keine Aufenthalterlaubnis. Die Inhabe einer Duldung bedeutet lediglich, daß eine Abschiebung (vorübergehend) ausgesetzt ist (aus welchen Gründen auch immer).

Ein unbeschränkter Aufenthalt liegt mit einer Duldung in weiter Ferne.

Guckst Du hier (aus Wikipedia):
Die Duldung ist nach der Definition des deutschen Aufenthaltsrechts eine "vorübergehende Aussetzung der Abschiebung" von ausreisepflichtigen Ausländern, und stellt damit keinen Aufenthaltstitel dar und begründet daher keinen rechtmäßigen Aufenthalt. § 60a Aufenthaltsgesetz (AufenthG) regelt, wessen Abschiebung ausgesetzt wird und in der Folge dann eine Duldung (§ 60a Abs. 4 AufenthG) erhält. Die Duldung dient ausschließlich dazu, dem Ausländer zu bescheinigen, dass er ausländerbehördlich registriert ist und von einer Durchsetzung der bestehenden Ausreisepflicht für den genannten Zeitraum abgesehen wird. Der Aufenthalt eines Ausländers wird mit der Duldung zwar nicht rechtmäßig, jedoch entfällt mit der Duldung eine Strafbarkeit wegen "illegalen" Aufenthalts nach § 95 Abs. 1 Nr. 2 AufenthG. Mit einer Duldung können Auflagen und Nebenbestimmungen verbunden werden. Die Duldung erlischt mit der Ausreise des Ausländers und berechtigt nicht zur Rückkehr in die Bundesrepublik Deutschland.
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Re: Mein Fall - Beziehung mit einem Kurden

Beitrag von Canim » 15.09.2011, 14:00

Danke für die Info.

Da sieht die Sachlage aber dann schon wieder anders aus. Ich würde vermuten, dann heiratet er mal eben, ist die Duldung weg und Aufenthaltsgenehmigung wird erteilt. Da wäre ich dann doch etwas vorsichtig.

Gruß
Canim
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Re: Mein Fall - Beziehung mit einem Kurden

Beitrag von Efendi II » 15.09.2011, 14:44

Canim hat geschrieben:Ich würde vermuten, dann heiratet er mal eben, ist die Duldung weg und Aufenthaltsgenehmigung wird erteilt. Da wäre ich dann doch etwas vorsichtig.
Da bekanntlicherweise für einen Eheschließung, neben anderen Dokumenten, ein Pass unerläßlich ist, dürfte er wahrscheinlich schneller im Flugzeug Richtung Heimatland sitzen, als er beim Standesbeamten Ja sagen kann, sofern er den Besitz eines Passes bei der Ausländerbehörde verschwiegen hat und nur wegen Passlosigkeit die Duldung erhielt.

Er wäre sicher nicht der Erste, der aus einem derartigen Grunde unmittelbar vor de Eheschließung festgenommen wird. Auch wenn die Eheschließung bereits stattgefunden hat, ist es durchaus nicht unüblich, daß er zunächst ausreisen muß, um vom Heimatland aus die Familienzusammenführung zu beantragen.

Das alles ist natürlich einzelfallabhängig und ohne Detailkenntnis nicht zu beurteilen.
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Re: Mein Fall - Beziehung mit einem Kurden

Beitrag von Canim » 15.09.2011, 14:52

Ich würde hier schon wegen des ganzen Drumherums und auch der Geschichte, die sie geschrieben hat, abraten....
Das wäre eh ein langer steiniger Weg und ob der zum Glücke führen würde, halte ich für fragwürdig.

Gruß
Canim
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Re: Mein Fall - Beziehung mit einem Kurden

Beitrag von Efendi II » 15.09.2011, 17:14

Scharade hat geschrieben:
So lange man mit jemandem verpartnert ist, ist man nicht verheiratet. Verpartnert heisst Bemühen, Aufmerksamkeit, Freiheit, Achtung, Vorsicht.
Verpartnerung gibt es doch nur in homosexuellen Lebensgemeinschaften, in heterosexuellen Verbindungen zählt (zumindest im deutschen Recht) einzig und allein eine Eheschließung, eine Verpartnerung gibt es da nicht. Verliebt, verlobt oder was auch immer sind juristisch ohne jede Bedeutung.
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Tabiba
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Re: Mein Fall - Beziehung mit einem Kurden

Beitrag von Tabiba » 15.09.2011, 18:06

Hallo Mourina, kann er denn mit der "Duldung" einer "richtigen" Arbeit nachgehen, das heißt
mit Arbeitsvertrag, Sozialabgaben, Lohnsteuer und Krankenversicherung oder arbeitet er "schwarz".

Beim Durchlesen deines Beitrages habe ich ein ganz schlechtes Gefühl und ich kann Dir nur dringend
abraten, ihn zu heiraten. Und aufgewachsen ist er doch nicht in Deutschland, Du schreibst er kam erst
mit 17 hierher.

Tabiba

Mourina
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Re: Mein Fall - Beziehung mit einem Kurden

Beitrag von Mourina » 15.09.2011, 18:24

Wow, danke erst einmal für die vielen Antworten und das rege Interesse!
Nochmal kurz zu dem Pass: Er hat den neuen irakischen Pass der Serie G (die alten waren Serie S), was es genau damit auf sich hat weiß ich nicht.
Also irgendwelche Passangelegenheiten verschweigt er nicht. Da er doch bei der Scheinehensache eh vor Gericht war, wurde ja alles was seine Papiere usw. angeht auf den Tisch gelegt. (es wurde dann behauptet, dass die Papiere, die zur Heirat notwendig sind - Geburtsurkunde usw.. glaub ich - gefälscht wären) Er meinte natürlich nicht, es sei alles vom Irak ordnungsgemäß und rechtmäßig zu ihm versandt/gebracht worden) Aber die ganze Sache, wa da irgendwie zu undurchsichtig. War zwar vor meiner Aussage vor Gericht gemeinsam mit ihm bei seinem Anwalt, aber Licht in die ganze Sache hab ich da auch nicht bekommen... :?

Warum auch ich an eine Heirat denke? Einerseits hab ich ja sogar deswegen Angst, weil er ja dann als nächstes sofort zu seiner Familie fliegt (findet er dort seine zukünftige Frau? Eine für Ihn schon bestimmte, seine Cousine... all die üblichen Geschichten), aber anderseits, würde es mich für Ihn freuen, wenn er endlich nach 10 Jahren seine Familie wieder sehen kann (zwei seiner Geschwister hat er noch gar nicht gesehen)
Und auch ich will mit ihm verreisen, Urlaub machen. Wir sind so sehr eingeschränkt, durch die Maßnahmen, die mit einer Duldung zusammenhängen - > er darf Deutschland nicht verlassen; wir dürften ja nicht mal nach Österreich für einen Kurztripp (da er ja nicht mehr nach Deutschland zurückreisen dürfte - > Duldung erlischt mit Ausreise aus Dtl.)

Am Einfachsten ist es glaub ich, ich gehe demnächst zu seinem Anwalt und lasse mir von meinem Freund eine Vollmacht geben, damit mir der Anwalt unbeschränkt über alles Auskunft geben kann (lt. meinem Freund ist er damit einverstanden ... mal sehen, wenns tats. so weit ist :o )
Dann erfahre ich wohl klipp und klar, ob eine Heirat die einzige Möglichkeit ist, damit er an die AE kommt oder ob nach 10 Jahren vll. doch endlich mal automatisch die AE erteilt wird

Was mich halt auch noch interessiert, ob er mich denn lieben kann, nachdem doch schon mal ein andrer Mann im Spiel war (für diese Männer ist ja sowas normal Verrat pur und die Ehre ist verletzt) Aber deshalb frage ich mich ja: Ist er anders? Hat er mir wirklich verziehen? Schließlich hat er immer um mich gekämpft, es zwingt ihn ja keiner bei mir zu sein/bleiben; . (wie obe erwähnt, sind wir seit sagen wir mal 3 einhalb Jahren verlobt)

Ach ja, den Fragebogen zu einer Binationalen Beziehung hab ich nocht nicht gemacht (aber zB in Sachen Beschneidung: das würd ich schon mal befürworten und wär für mich später, bei einem kleinen Sohn kein Problem für mich)
MIr ist auch klar, dass ich bestimmt mehr Einschränkungen haben werde, als mit einem deutschen Mann, hab ich auch im Moment schon, aber ist auszuhalten und find ich auch gerechtfertigt
Er liebt überigens meinen Rinderbraten mit Semmelknödel und "bayrischen Gickerl", verlangt also auch nicht dass ich kurdisch koche, wobei er das mind. genau so gern mag. :P

Mourina
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Re: Mein Fall - Beziehung mit einem Kurden

Beitrag von Mourina » 15.09.2011, 18:27

Er arbeitet nicht schwarz, er arbeit bei einer bei uns hiesigen bekannten Firma.
Er macht jährlich seine Einkommenssteuer usw... also alles rechtsmäßig.

Ja ich hab auch kein guten Gefühl, aber..

Mourina
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Re: Mein Fall - Beziehung mit einem Kurden

Beitrag von Mourina » 15.09.2011, 18:31

Er ist mit 16 oder 17 nach Deutschland gekommen, davor war er ein oder zwei Jahre in Griechenland. Er ist damals zu Fuß vom Irak als Flüchtling nach Griechenland ...
Das heißt, er war denk ich 12 oder 13 als "er sich auf den Weg machte "
Da waren nat. einige Cousins usw mit dabei, er war nicht allein unterwegs

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Re: Mein Fall - Beziehung mit einem Kurden

Beitrag von brighterstar007 » 15.09.2011, 18:31

Hallo Mourina,

es fällt mir auf,dass Du viele Fragen stellst, die ihn betreffen und die Dir im Grund keine/r beantworten kann - ausser
eventuell rechtliche/ ausländerspezifische Fragen.

Ich rate Dir, frage DICH, ob Du ihn liebst.

LiebeGrüße

Brighterstar

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Re: Mein Fall - Beziehung mit einem Kurden

Beitrag von Imene » 15.09.2011, 18:57

Gerade bei irakischen Kurden kann eine Duldung nicht nur aufgrund fehlender Pässe ausgesprochen worden sein, sondern durchaus auch aus humanitären Gründen. Nicht jeder Ausländer der in Deutschland mit Duldung oder sogar Kettenduldung lebt, ist ein Passunterdrücker. Vgl § 60a (1)AufenthG -> Die oberste Landesbehörde kann aus völkerrechtlichen oder humanitären Gründen oder zur Wahrung politischer Interessen der Bundesrepublik Deutschland anordnen, dass die Abschiebung von Ausländern aus bestimmten Staaten oder von in sonstiger Weise bestimmten Ausländergruppen allgemein oder in bestimmte Staaten für längstens sechs Monate ausgesetzt wird. Für einen Zeitraum von länger als sechs Monaten gilt § 23 Abs. 1..
"Dass so viel Ungezogenheit gut durch die Welt kommt, daran ist die Wohlerzogenheit schuld "
Marie v. Ebner-Eschenbach

Mourina
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Re: Mein Fall - Beziehung mit einem Kurden

Beitrag von Mourina » 15.09.2011, 19:17

Ich weiß, die Fragen sind schwer zu beantworten. Man kann eig. nur mutmaßen...
Ich lass mich jetzt einfach mal über die komplette rechtliche Lager aufklären und dann schau ich mal weiter.
Ich denke, ich liebe ihn, wobei einfach auch schon viel kaputt gegangen ist in mir (ja ich hab auch Fehler gemacht), aber er
hat mich einfach schon oft krass angelogen, zwar immer igendwie so erklärt, sodass ihm dann irgendwie doch wieder glaubte, aber so wie am Anfang ist es einfach nicht mehr. Irgendwie hinterfrage ich alles.
Am einfachsten wäre es wohl es zu beenden, dann könnt ich mir das ganz sparen, aber ist eben immer leichter gesagt als getan.
Was mir immer wieder in den Sinn kommt; da gibt es ein Sprichwort das heisst: -"Wenn du dich fragst ob du liebst, dann liebst du nicht"
Noch dazu hab ich enorme Angst vorm Allein sein...
(War in meinem ganzen Leben noch nie ohne Partner, seit ich 16 bin - aber das gehört wohl nicht hierher)

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