Worte wie Viren

Tipps & Tricks wie es mir nicht passiert

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Rosmarin
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Worte wie Viren

Beitrag von Rosmarin » 30.07.2008, 13:15

Nach dem langjährigen Lesen der Geschichten und Beiträge in diesem Forum ist mir aufgefallen, dass die Tragödien sehr vieler Frauen auf dieser Seite damit begonnen haben, indem sie auf die poetischen Liebesworte ihrer arabischen Beznesser hereingefallen sind. Es sind diese Worte, mit denen die Beznesser ihre Opfer infizieren wie mit gefährlichen Viren, um die Abwehr ihrer Opfer zu schwächen, was ihnen in der Folge erlaubt, sich als Parasiten Zugang zu deren geschwächten Organismen zu verschaffen.

Natürlich stellte ich irgendwann einen Vergleich zu meiner eigenen Beziehung an, und dabei merkte ich, dass mein marokkanischer Ehemann sich in Hinblick auf Liebesworte und –schwüre immer sehr bedeckt behalten hatte. Nicht, dass ich das jemals schlimm gefunden hätte – im Gegenteil, ich fand es einfach ganz normal: Er benahm sich ja diesbezüglich nicht anders als jeder deutsche Mann; er verhielt sich, vor dem Hintergrund meiner damaligen Unbedarftheit hinsichtlich des Bezness-Themas (von dem ich bei unserem Kennenlernen ja nicht einmal ansatzweise etwas ahnte) in meinen Augen eben ganz einfach wie ein ganz normaler Mann. Nun ja, in einigen Punkten wie ein ganz normaler katholischer Mann, besonders in Hinblick auf den ersten Punkt:
1. Er machte mir ziemlich bald einen Heiratsantrag (was eine katholisch erzogene Frau von einem Mann, der es ernst mit ihr meint, auch ziemlich bald erwartet).
Dann
2. erklärte er mir, was er von unserer Ehe erwartete und wollte von mir genau wissen, was ich von unserer Ehe erwarten würde – er teilte also in gewisser Weise die Rollen mit mir auf.
3. Bei Themen, die für den jeweils anderen von uns sozusagen „kulturfremd“ waren, diskutierten wir teilweise tage- und wochenlang, um Kompromisse zu finden (z.B. Männerbesuche, Feiern und Alkohol, unser Verhalten als „Vierer-WG“ (meine Töchter waren ja noch dabei, unser Ehevertrag).
4. Als ich ihn fragte, warum er mich heiraten wolle, obwohl ich fast 10 Jahre älter sei als er, meinte er, er hätte „ein gutes Gefühl“ bei mir und er würde sich bei mir „ruhig“ fühlen. Ich sei katholisch, das wäre schon mal sehr gut, ich würde regelmäßig einmal in der Woche meine Mutter besuchen, und für ihn würden bei mir etwa 60 % stimmen. Das wäre eine gute Ausgangsbasis, und um die restlichen 40% müssten wir uns im Verlauf unserer Ehe selbst bemühen. Mit einer guten Absicht auf beiden Seiten hätte eine Ehe zwischen uns also gute Chancen. (Ihr merkt schon: Er ist Mathematiker!)
Mir war seine Art und Weise, eine gemeinsame Basis für unsere Ehe aufzustellen, vertraut und deswegen auch Vertrauend erweckend. Sie gefiel mir. Nun ja. Und welche Frau erwartet schon von einem Mann, und dazu noch von einem Naturwissenschaftler, ernsthaft irgendwelche poetischen Ergüsse und Liebesschwüre?!? – Ich bestimmt nicht, und, ehrlich gesagt, ich nehme mal an, dass mich so etwas mehr als misstrauisch hätte werden lassen! Wie hätte ich einem deutschen Mann glauben sollen, wenn er mir plötzlich, ohne mich überhaupt näher zu kennen, heftige Liebesschwüre gemacht hätte? Absurder Gedanke!!
Wie gesagt: Ich wusste damals nichts von arabischen Liebhabern und Bezness, und ich nahm ihn deswegen als ganz normalen Mann, wie ich auch jeden deutschen Mann genommen hätte. Natürlich war ich verliebt in ihn, auf eine ein wenig mütterliche Weise – er war goldig und verspielt und dazu doch ehrgeizig und sehr intelligent. Und er, nun ja, er ist ein Mann, bei ihm lag seine Angezogenheit von mir sicher etwas anders gelagert, aber gefühlsmäßig ging es doch nicht tiefer!
Die erste verbale Liebeserklärung, die mein Mann mir überhaupt gemacht hat, war während unserer Zweitfrau-Krise im April dieses Jahres, ihr wisst schon, als ich auf die 1001-Seite ging, indem er, als wir keinen gemeinsamen Ausweg zu finden schienen, ganz verzweifelt sagte, mehr zu sich selbst als zu mir: „… und soll ich jetzt die Frau, die ich liebe, verlieren wegen dieser Sache?“
Eigentlich haben wir beide erst durch diese Krise gemerkt, wie wichtig wir füreinander sind, wie wichtig unsere Gefühle füreinander geworden sind, und wie sehr wir uns durch unsere Gefühle füreinander auch verändert haben. Es ist ein bisschen schwer auszudrücken, weil alle diese Dinge ineinander spielen, eine eigene Dynamik entwickeln, die man nicht einfach so linear auseinander pflücken kann. Na ja.
Als unsere Krise dann abklang, machte er mir seine zweite verbale, wunderschöne Liebeserklärung, die ich aber erst Tage später als solche verstand: Er blickte mich nachdenklich an und sagte dann: „Wenn man jung ist, denkt man, eine Frau wäre nur für S.. . Aber dann, irgendwann, merkt man, das eine Frau viel mehr ist als das. Dass der S.. gar nicht das Wichtigste ist. Eine Frau macht alles schön. Sie macht das Zuhause schön, aber nicht nur das Zuhause. Sie macht das Leben schön, auch wenn man weg ist, einfach, weil sie da ist.“
Fazit: Mein Mann liebt mich. Aber er hat mir das während unserer ganzen Zeit miteinander nur zweimal gesagt.

Deswegen stelle ich jetzt mal diese (vielleicht gewagte) These auf: Ein Mann, gleich welcher Nationalität, der eine Frau mit Liebesworten und –schwüren überschüttet, zeigt ihr damit auf eindeutige Weise, dass irgendetwas bei ihm nicht stimmt.

Bei einem deutschen Mann würden bei jeder deutschen Frau vermutlich sehr schnell die Alarmglocken klingeln, wenn er es mit einer so „plumpen Anmache“ versuchen würde.
Aber bei einem Ausländer geht diese Gleichung bei vielen offenbar nicht auf.
Dabei scheint es mir mittlerweile durchaus so, dass frau bei einem Ausländer, und besonders bei einem Araber, wohl eher noch MEHR davon ausgehen muss, dass etwas mit ihm nicht stimmt, wenn er mit Liebesworten und –schwüren um sich wirft: Ich habe nämlich angefangen, meine persönlichen Nachforschungen anzustellen in diesem Bereich – was gar nicht so einfach ist! :lol:
Was ich herausgefunden habe, ist Folgendes: Arabische Männer wachsen mit der Idee auf, dass Frauen (außer ihren eigenen Müttern) etwas potentiell sehr Gefährliches sind, vor dem ein Mann sich Zeit seines Lebens in Acht nehmen muss. Das Gefährlichste an den Frauen ist dabei ihre Anziehungskraft, die sie auf die Männer besitzen, und der die Männer sich fast hilflos ausgeliefert fühlen (allerdings nur „fast“, weil sie in ihren religiösen Prinzipien einen Schutz davor finden können). In ihrer Anziehungskraft auf sich selbst als einen Angehörigen des männlichen Geschlechts sieht der Mann die unheimliche, geheimnis- und verhängnisvolle Macht der Frau, und diese Macht zu schwächen, empfindet er als sein lebenslanges, innerstes Anliegen (ich glaube, dass das bei allen Männern so ist, aber bei arabischen Männern scheint das noch extremer ausgeprägt zu sein als bei europäischen. Oder vielleicht sind die arabischen Männer da einfach nur ehrlicher? Deutsche Männer können auch zu tödlich gefährlichen Monstern werden, wenn es darum geht, die weibliche Macht zu begrenzen und in den Griff zu bekommen!)
Dieser „Krieg der Geschlechter“ tobt überall unter der dünnen Oberfläche unserer Zivilisation, denke ich. Aber in Arabien wird dieser Krieg einfach noch offensichtlicher geführt. Denn um einen Krieg handelt es sich schließlich … aber was wäre der Krieg ohne die Liebe? Es gäbe ihn nicht. Ebenso wenig, wie es die Liebe ohne den Krieg gäbe … denn jede Liebe birgt ja ihrerseits wieder den Krieg, den Tod, in ihrem Schlepptau. So ist das auf der Erde, jedenfalls. Im Paradies mag es anders sein … aber dort sind wir eben nicht.
Die Männer müssen also, ob sie nun wollen oder nicht, sich der Liebe stellen. Oder sollte ich vielleicht besser sagen, „die Menschen“? – Wir Frauen haben vielleicht oft einen natürlicheren Zugang zur Liebe – aber ich denke, auch wir kennen die Angst vor ihr. Jeder Mensch, außer vielleicht kleinen Kindern, kennt sie.
Also versuchen wir Menschen wenigstens, die Liebe in pragmatische, gut übersichtliche Bahnen (gesellschaftliche Konventionen, oder, arabisch ausgedrückt „Ehre“) zu lenken: In Gebote aus Ehe, Treue, Rollenverpflichtungen. Gemeinsamer Erwerb irdischen Besitzes, Aufzucht der Kinder. Gegenseitige Hilfe in allen Lebenslagen. Schutz und Treue gegen Dienst und Treue.
Die Liebe wird durch diese Gebote sozusagen „zivilisiert“, wie ein wildes, gefährliches und unberechenbares Tier, das domestiziert wird. In jeder Kultur ist das so, aber in der arabischen sieht man es eben besonders stark.

So, und jetzt komme ich zum Punkt: In jedem Mann, und besonders im arabischen, steckt diese tief verwurzelte Angst vor dem wilden, gefährlichen, unberechenbaren Tier, das der Liebe in ihrem Wesen eigen ist. Wieso sollte ein Mann also, zumal wenn er Araber ist, sozusagen „schlafende Hunde wecken“? Wieso sollte er diesem Tier Nahrung geben durch Liebesworte und Liebesschwüre? Wieso sollte er die ihm unheimliche Macht der Frau auch noch stärken und seine eigene Position schwächen, indem er ihr beständig von seiner Liebe spricht?
Nein, nein. Ihr müsst zugeben, dass das alles keinen Sinn macht. Deswegen meine These:
Ein Mann, gleich welcher Nationalität, der eine Frau mit Liebesworten und –schwüren überschüttet, zeigt ihr damit auf eindeutige Weise, dass irgendetwas bei ihm nicht stimmt.

Natürlich wäre ich begeistert, wenn sich auch andere Frauen aus diesem Forum an meinem „Forschungsprojekt Worte wie Viren“ beteiligen würden – also inwiefern sei meine oben genannte These als stimmig erachten oder nicht. Es müssten natürlich Frauen sein, die in einer ernsthaften Beziehung mit einem Araber leben oder gelebt haben, nicht in einer Bezness-Beziehung.
Aber ich glaube, dass eine solche „Viren-Studie“ tatsächlich helfen könnte, andere Frauen vor diesen „Worten wie Viren“ zu bewahren.
Was meint ihr?
P.S. Es gibt ja keine PN mehr auf dieser Seite. Die Frauen, die mir außerhalb dieses Forums gerne schreiben wollen, können mir gerne schreiben unter xxx

Rosmarin
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Berichtigung

Beitrag von Rosmarin » 30.07.2008, 13:32

Entschuldigt bitte, ich habe meine Emailadresse falsch angegeben: Sie muss heißen xxx "1001" war dabei nicht als Huldigung an diese Seite gemeint (obwohl sie es natürlich verdienen würde! :lol: ), sondern es handelt sich ganz einfach um mein Geburtsdatum ...

Mriva
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Beitrag von Mriva » 30.07.2008, 13:58

Hallo Rosmarin,

lange nichts von dir gehört! Schön, dass du dich zu Wort meldest.
Interessantes Thema und sicher auch strittig.
Mich hast du jetzt verunsichert, weil ich letztendlich doch dachte, nicht in einer Bezness-Beziehung gelebt zu haben. Aber mein Mann hat mir in all den Jahren jeden Tag gesagt, dass er mich liebt. Und er sagt es mir noch heute. Keine Ahnung, was er jetzt noch damit bezweckt?
Ganz am Anfang unserer Beziehung war er natürlich auch sehr blumig in seiner Ausdrucksweise, besonders in emails und sms. Ich schob es auf die Mentalität. Wenn man mal über Jahre arabische Serien gesehen hat, dann glaubt man, dass diese dramatisch, romantischen Ausdrucksformen zu ihrer Mentalität gehören. Auch die Liedtexte sind so ganz anders als unsere. Eben viel viel fantasievoller oder einfach kitschiger. In der arabischen Tradition bleibt doch einem jungen Paar nicht viel mehr als Worte, solange sie noch nicht verheiratet sind. Vielleicht rührt diese überschwengliche Ausdrucksweise auch daher. So würde sich natürlich ein deutscher Mann niemals ausdrücken. Alle würden ihn für durchgeknallt erklären. Also von daher, ich weiß nicht so recht ob man tatsächlich aus Liebesworten soviel Schlüsse ziehen kann.
Aber mal sehen, was die anderen so schreiben.
LG
mriva

Heidi-Renate
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Beitrag von Heidi-Renate » 31.07.2008, 10:18

Hallo Rosmarin,

ein schöner Beitrag, muss Dir Recht geben.

Mein Freund hatte mich am Anfang uneserer Beziehung nur mit schmalzigen Lebesschwüren eingedeckt, dann kamen diverse Geldforderungen u.ä.. Daraufhin beenedete ich die Beziehung, da ich keine Beziehung mit einem Bezzi wollte.
Nach dem er lange versucht hat Kontakt wieder mit mir aufzunehmen, mich mit Anrufen und smsen richtig bombardiert hatte - ich diese aber nur ignorierte, hatte er mich dann irgendwann doch mal ans Telefon bekommen. Wir sprachen uns aus, er hatte es nicht verstanden, dass ich Schluss gemacht hatte, er hatte bemerkt was er eigentlich dadurch verloren hatte und er versprach sich zu bessern. So flog ich im Juni zu ihm, wir sprachen uns aus, er hatte sich irgendwie geändert - war ein ganz anderer-, es kamen keine Geldforderungen u.ä. mehr, im Gegenteil er hat immer alles bezahlt wenn wir wo waren. Auch ist sein ganzes Verhalten mir gegenüber anders geworden - keine heißen Liebeschwüre mehr, wenn wir telefonieren sagt er mir zwar auch ab und an das er mich liebt (find ich aber ok, würde ein deutscher Mann auch machen). Wir können am Telefon über ganz normale Dinge reden. Er ist mittlerweile am Überlegen seine Arbeit im Tourismus aufzugeben und sich was anderes zu suchen.
In 10 Tagen werde ich jetzt wieder bei ihm sein und freue mich schon drauf.

Aus seiner "Veränderung" schließe ich, dass er durch Bezznes doch noch nicht so ganz verdorben war, er hat gemerkt das es doch noch was anderes gibt. Was sollte ihn sonst dazu bewogen haben mich umzustimmen:
- Geld (gibts keines von mir und er zahlt jetzt schön alles wenn wir zusammen sind)
- Sex ( damit wird er nicht überschüttet meinerseits, es gehört zwar zur Beziehung dazu ist aber nicht das Wichtigste)
- deutscher Pass (er will nicht die Fahrkarte ins gelobte Land, er möchte in seiner Heimat bleiben - soweit sind wir schon übereingekommen)
Am schwersten lernt man im Leben, welche Brücken man benutzen und welche man abbrechen soll.

Amely
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Beitrag von Amely » 31.07.2008, 10:22

Hallo Heidi-Renate,

herzlich willkommen im Namen des Teams 1001Geschichte.
Wir wünschen dir einen guten Austausch.
Liebe Grüße Amely

Anaba
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Beitrag von Anaba » 31.07.2008, 11:28

Ob frau das nun verallgemeinern kann ?
Auch bei orientalischen Männern gibt es welche, die weniger Worte machen :wink: .
Das ist doch von Mann zu Mann verschieden.
Ein Beznesser wird natürlich alle Register ziehen und tausendmal sagen, wie sehr er denn liebt.
Eigentlich ist es schon gelogen, wenn dir ein Mann nach kurzer Zeit seine heiße Liebe gesteht. :lol: :lol: Da sollten alle Alarmglocken läuten.
Liebe Grüße
Anaba

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anaba@1001Geschichte.de

Nichts ist schwerer und erfordert mehr Charakter, als sich offen im Gegensatz zu seiner Zeit
zu befinden und laut zu sagen: Nein
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Amely
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Beitrag von Amely » 31.07.2008, 12:02

Danke mata - hatte ich übersehen.

Liebe Rosmarin, deine Mailadresse im Post habe ich geixxxt.
Mach es wie von Mata empfohlen und du kannst angeschrieben
werden und dann antwortem, wem du möchtest.
Liebe Grüße Amely

Rosmarin
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Beitrag von Rosmarin » 31.07.2008, 13:29

Hallo,

danke schon mal für eure Stellungnahmen zu meinem Thema.

An Anaba:
Du hast bestimmt Recht, wenn du sagst, dass das ja auch Tempramentsache ist und dass es "auch orientalische Männer gibt, die nicht viele Worte machen". Aber ich denke schon, dass ein Mann, der
eine FRau nicht gleich mit Liebesschwüren eindeckt, glaubwürdiger ist als einer, der sofort alle "Register" in dieser Hinsicht zieht, wie du es nennst. Sagen wir mal so: Zumindest scheint das Infizieren des Opfers Frau durch Liebesworte im Allgemeinen eine sehr erfolgreiche Methode zur Schwächung ihrer Abwehr zu sein, während das kühle Diskutieren um Fakten doch eher nicht gerade romantisch erwärmend ist! :lol: (Ich empfand unsere anfänglichen Ehe-Basis-Diskussionen jedenfalls nicht unbedingt als entspannend und romantisch! Finde ich auch heute noch nicht, manchmal habe ich keinerlei Lust dazu (ER auch nicht, grins) - aber was sollen wir machen. Wenn man immer nur das machen oder über das sprechen würde, wozu man LUST hat ...)

An Mriva:
Wie gesagt, von arabischer Schlagermusik, Poesie usw. hatte ich damals einfach keine Ahnung. Ich nahm meinen Mann, als ich ihn kennen lernte, deswegen nicht als "Araber", sondern einfach als ganz normalen Mann. Und bei jedem "ganz normalen Mann" hätten mich heftige Liebesschwüre etwas bis sehr misstrauisch gemacht, zumal ganz am Anfang einer Beziehung!!!
Jetzt würden sie mich natürlich eher noch misstrauischer machen - denn dann wüsste ich natürlich sofort, dass etwas nicht stimmt, dass er mich manipulieren will.
Also, wie gesagt, ich glaube, Integrität ist mir sehr wichtig. Und jeder plötzliche Wechsel würde mir sehr zu denken geben.

Nun ja. Vermutlich bin ich eine Frau, die sich immer eher Kopfmenschen und Naturwissenschaftler als Partner gesucht hat; mein Vater war selbst Naturwissenschaftler, mein erster Freund war Informatiker, mein erster Verlobter Werkstoffingenieur, meine große Liebe war Chemiker (arbeitet aber heute immerhin als Journalist!) und mein erster Ehemann promovierter Mathematiker, lächel. Also, vermutlich bin ich da einschlägig vorprogrammiert ... habe insofern tatsächlich nicht die "großen Poeten und Dichter" unter meinen Männerbekanntschaften zu verzeichnen gehabt. Was vermutlich zu einem großen Teil damit zu tun hat, dass ich diesem naturwissenschaftlichen Männertyp einfach immer mehr vertraut habe, wegen seiner klaren, strukturierten Art zu denken und zu sprechen - mit anderen Worten: Ich scheine da das andere Extrem darzustellen.
Aber ich habe ja selbst eingeräumt, dass meine These nicht unbedingt in allen Punkten stimmten muss. Im Gegenteil, ich fände es wirklich toll, wenn andere Frauen ihre Erfahrungen dazu einbringen würden.
Es wäre natürlich toll, wenn so eine einfach Formel wie meine These dabei herauskommen würde, zur Warnung an alle potentiellen Bezness-Opfer-Frauen.
Aber ich weiß selbst, dass es nicht immer so einfach ist, die Wahrheit auf den Punkt zu bringen. Immerhin, wir könnten es ja mal versuchen.


An Mata:
Ja, du hast natürlich Recht. Beznesser scheinen ja äußerst raffiniert zu sein, das heißt, wenn sie sehen, dass die Methode mit den Liebesworten nicht funktioniert, weil die Frau misstrauisch wird, könnten sie durchaus versuchen, auf eine rationalere Basis umzuwechseln - die natürlich dann ebenso verlogen und manipulativ wäre wie die Liebesworte-Methode. Mich hätte ein solcher Wechsel natürlich extrem misstrauisch gemacht - aber mein Mann hat es, wie gesagt, ja auch niemals versucht mit der Liebesworte-Methode, wodurch er im Übrigen auch seinem Typ sehr treu blieb.
Deswegen klingelten bei mir auch die Alarmglocken bei der Email von Heidi-Renate:

An Heidi-Renate:
Wie gesagt, Heidi-Renate, dieser Wechsel wäre es, der mich misstrauisch machen würde. Sehr misstrauisch. Diese Beznesser scheinen über die unterschiedlichsten Register zu verfügen, mit denen sie bei einer Frau zu landen versuchen. Ich rate dir mal, das Buch von Evelyne Kern zu lesen, "Sand in der Seele". Der BEsnesser der Romanheldin Sabrina sagt auch, dass er auf keinen Fall nach Deutschland will. Dass er seinen Job im Tourismusbereich aufgeben will, sich was anderes suchen will. Und er fängt auch an mit der Liebeswort-Methode, und wechselt dann auf die Methode "bester Kumpel und Kamerad". Und plant seinen Betrug von Anfang an, zusammen mit seiner ganzen Familie. Lies es einfach mal.
Auf jeden Fall wünsche ich dir alles Gute.

Noch mal an Mata:
Hm, danke für den Tipp wegen meiner Email-Adresse. Ich bin mir aber nicht sicher, ob ich es schaffen werde, sie in mein Profil einzufügen. Mit Computern bin ich nicht so firm. Es war eh eine Emailadresse, die nicht meinen wirklichen Namen angibt - insofern dachte ich, ich könnte sie hier ohne Bedenken ins Forum stellen.

Tschüss und lieber Gruß von Rosmarin

Amely
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Beitrag von Amely » 31.07.2008, 14:01

gut erklärt mata :wink:
Liebe Grüße Amely

Anaba
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Beitrag von Anaba » 31.07.2008, 14:16

(Ich empfand unsere anfänglichen Ehe-Basis-Diskussionen jedenfalls nicht unbedingt als entspannend und romantisch! Finde ich auch heute noch nicht, manchmal habe ich keinerlei Lust dazu (E
Liebe Rosmarin,

wie gut ich das nachvollziehen kann. :lol:
Man/ frau kann auch viel zerreden.
Außerdem sind Männer damit meist überfordert. :evil:
Liebe Grüße
Anaba

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Heidi-Renate
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Registriert: 02.04.2008, 14:59

Beitrag von Heidi-Renate » 31.07.2008, 15:52

Liebe Rosmarin,

danke für Deine Worte.

Ich weiss, dass Beznesser verschieden Strategien fahren, wenn die eine nicht funktioniert bzw. auffliegt kommt die nächste an die Reihe usw.

Meine Antennen habe ich ausgefahren, achte auf viele Dinge..... bin der Überzeugung, dass er sich geändert hat. Es ist so vieles anders geworden bei ihm. Bezüglich Arbeitswechsel hat er auch schon Aktivitäten unternommen ( er macht eine Art Weiterbildung in einem ganz anderen Berreich- hat es mir schwarz auf weiß gezeigt und war stolz drauf).
Ich leide auch nicht am AMIGA Syndrom, ich mache mir nichts vor und hab die rosarote Brille damals schon abgesetzt als ich die Beziehung beendet hatte.

LG Heidi-Renate
Am schwersten lernt man im Leben, welche Brücken man benutzen und welche man abbrechen soll.

Frei
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Beitrag von Frei » 31.07.2008, 16:01

"Er" hat mir sms auf Arabisch gesendet. Diese sms hat ein Arabischer (der hier wohnt) übergesetzt. Die Wörter waren wünderschön! Ich fangte zu träumen an .... Der Mann sofort sagte mir: was denkst du daran? Mein Sohn bekommt solche sms auch! Arabische Leute nehmen sie aus Internet, und dann schicken sie diese sms zu allen Freunden und Freundinnen .... Das ist ein Spiel. [Das hat mich sehr deprimiert. Aber ich war zufrieden, dass ich die Warheit gekannt hatte!].

"Er" sagte auch, dass er böse Männer kannte. "Diese Männer spielen mit der Damen/Frau!". Sodass ich glaubte, dass "er" solche Dinge nie machte. (...!).

"Er" sagte auch, dass die Damen/Frau seiner Kultur, böse waren, und dass "er" sie nicht liebte: "sie immer nach Geld fragen! Sie interessieren sich nur an Geld!". Sodass ich glaubte, dass er Leute die nach Geld fragen nicht schätzte. (...!).

[LIEBE GRUESSE!].

Dora83
Beiträge: 196
Registriert: 16.04.2008, 17:54

Beitrag von Dora83 » 02.08.2008, 11:34

Hallo Rosmarin!

Das ist ein interessantes Thema. Mir ist bei den Liebesschwüren und Schmeicheleien, die ich von meinem Ex großzügig zu hören bekommen habe, noch etwas anderes bewusst geworden: sie bedienen sich des Prinzips "Zuckerbrot und Peitsche", zwecks Manipulation. Er war kein Beznesser, und meinte es ziemliche ernst, was ja nach Deiner Theorie unvereinbar ist mit "netten Worten". Er hat mir mal erklärt, dass Frauen so was brauchen, um sich wohl zu fühlen, und er hat auch anfans eine sehr positive Grundstimmung damit kreiiert. Das war dann aber auch seine Grundlage für Liebesentzug, wenn ich mal nicht so wollte, wie er. Man wird auf Händen getragen oder völlig ignoriert bzw. bearbeitet. Insofern haben Liebeserklärungen schon ihren Grund, und können nicht nur ein Indiz sein, ob er es ernst meint oder nicht...

Viele Grüße, Dora

Lucky
Beiträge: 99
Registriert: 01.07.2008, 21:08

Beitrag von Lucky » 03.08.2008, 02:00

Liebe Rosmarin,

Ich fand dein Posting klasse! Das ist mal eine interessante Theorie.

Mein Mann ist auch eine Art Naturwissenschaftler
und er hat sich auch sehr mit Liebesschwüren zurückgehalten.
Das ist einfach nicht seine Art.
Er ist halt ein zurückhaltender Mensch,
der anderen nicht leicht traut und erstmal alles logisch analysiert.
Auch mich und unsere Beziehung, Probleme,
die auf uns zukommen könnten.

Wir hatten auch zu anfangs diese wochenlangen Diskussionen
über "kulturfremde" Themen und ich fand das auch gut.
Ich glaube, wenn ein Mann eine Europäerin einfach so akzeptiert,
dann ist echt was faul.


Dein Mann wäre mir aber zu wenig romantisch. Nur 2 Mal die Lieb zu gestehen, ist doch zu wenig.

Aber durch deine Aussage ist mir etwas eingefallen:
Ich hatte früher tunesische Bekannte und wir hatten mal die Diskussion
über Liebesgeständnisse jeglicher Art:
Also auch am Muttertag zur Mutter, zu Familienmitgliedern,
Ehepartnern etc..und die meisten fanden es sehr sehr kindisch
jemandem die Liebe zu gestehen, sogar der eigenen Mutter
(Zitat: "Sie ist doch meine Mutter, sie weiss doch, dass ich sie liebe,
muss ich ihr doch nichht noch sagen, das wäre peinlich").

Okay, der Typ ist eventuell etwas extrem (vor allem da er ein beznesser ist und allen Frauen mit seiner Anmache auf die Nerven geht,
da zeigt sich mal der Unterschied zwischen wirklicher Einstellung und "Masche").

Aber generell habe ich von den Tunesiern erfahren, dass Liebeserklärungen
ihre Männlichkeit verringere. Also genauso so,wie du das beschrieben hast.

Schon allein das würde mir bei Liebesgesülze von Nordafrikanern zu denken geben :idea:

Bei den westlichen Arabern (also Ägypten westwärts) wird das nicht so gesehen und alles geht blumiger zu.

steckchen
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Worte wie Viren

Beitrag von steckchen » 17.08.2008, 21:38

Die meisten dieser Liebesschwüre lesen oder hören sich doch an wie von irgendwo abgeschrieben. Ich habe mich immer darüber geärgert, wie hier meine Intelligenz beleidigt wurde. Man sollte, um den Dingen mal auf den Grund zu gehen, den Mann mal konkret fragen, was genau er denn so toll findet. Und dann mal schauen, ob er nach rechts unten oder nach links unten guckt, bevor er antwortet. Schaut er nach rechts, dann erinnert er sich, schaut er nach links unten, denkt er sich gerade was aus, also lügt er. Ein alter Geheimdiensttrick. Die meisten dieser Komplimente treffen doch irgendwie auf jede Frau zu, so wie die Prophezeiung einer Wahrsagerin.
Die Liebe vernachlässigt diejenigen am meisten, die ihrer am meisten bedürfen.
(Madame de Rosemonde im Film: Gefährliche Liebschaften (Regie: Stephen Frears) 1988

Kleo
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Beitrag von Kleo » 18.08.2008, 17:41

Hallo Steckcken:
der Geheimdiensttrick ist ganz gut. Aber vergessen wir nicht: die Jungs sind es auch. Dennoch: wenn wir ihr Gesülze-Drehbuch mit unvermuteten Fragen aushebeln, dann murmeln sie schon ein wenig verdattert irgendein "Hmfphsmpf" vor sich hin. Die Frage: "Was an mir liebst du" können sie meist nicht sehr speziell beantworten. Sie ist dann allgemeinzutreffend.... Wenn wir uns damit zufrieden geben, sind wir selber schuld :twisted:
Kleo
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Egypsy
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Beitrag von Egypsy » 18.08.2008, 21:02

Hallo liebe Leute,

so eine verallgemeinernde Theorie zu erstellen ist wirklich interessant.

Jedoch muss ich sagen, dass hier bis jetzt diese Liebesschwüre sehr negativ dargestellt werden. Dabei sind wir doch darauf reingefallen, weil sie "wie Butter" runterflossen. Und es sehr schön war.

Liebesschwüre und Liebes"Kitsch" finde ich nicht generell Mißtrauen-erweckend. Sie können auch, am Anfang einer Beziehung (wann ist der Anfang einer Beziehung zu Ende?), also in den ersten Monaten sehr ernst und ehrlich gemeint sein.
Hier spreche ich nicht nur von arabischen Männern, sondern auch in Deutschland aufgewachsene Männer.
Gerade am Anfang einer Beziehung, wenn man sich so schön verliebt hat, da kommen doch solche Gedanken der großen Liebe, oder der einfachen Liebe, die so wunderschön sein kann, eher rüber. Wenn man eben seinen APrtner idealisiert. Das ist ja auch nicht schlimm. Das ist doch gerade schön.

Ich will damit nicht sagen, dass es nicht auch schön, wenn man in späteren Jahren einer Beziehung andere Liebesbekenntnisse bekommt. Seien sie verbal oder in Gesten versteckt.

Jetzt stelle ich mal eine Theorie auf :P
Liebesschwüre deuten auf tiefe Gefühle hin, die auf das Besitzenwollen des Anderen hindeuten.
(Was diese tiefen Gefühle sind, ist individuell am Einzelfall zu klären. Z. B. könenn diese tiefen Gefühle das westl. Verständnis von Liebe sein, oder eben das tiefe Gefühl nach der Erlangung der AE, oder, oder oder...)

Liebe Grüße,
Egypsy

Kleo
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Beitrag von Kleo » 19.08.2008, 21:24

Na klar,Egypsy:
is ja logo, dass wir die Liebesschwüre negativ darstellen. Eben, weil wir darauf reingefallen sind und eben weil sie runtergegangen sind wie Olio Sasso. Aber sie haben Erbrechen verursacht: als wir überrissen haben, dass sie nichts weiter waren als warme Luft.
Gegen Liebesschwüre ist nix einzuwenden, wenn sie wirklich echt sind. Am Anfang einer Beziehung kann man(n) sich schon zu Derartigem hinreissen lassen. Der Wunsch (wonach auch immer) ist sehr wohl Vater der Schwüre....
Ich denke, wir sind schon in der Lage, herauszufinden, wie das Gesülze gemeint ist. Allerdings ist es dazu notwendig, den Absender der Liebespost einen Tick länger zu kennen als nur einen Urlaub lang oder ein paar nette Chats im Net :roll: .
Selber hintennach klüger
Kleo
Das Wesentliche ist für das Auge unsichtbar. St. Exupery

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