ARD Themenwoche mein Glaube - Dein Glaube

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hulla
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Re: ARD Themenwoche mein Glaube - Dein Glaube

Beitrag von hulla » 07.04.2011, 16:21

solodonna hat geschrieben:
tunishanan hat geschrieben:Hallo !

Ich für meinen Teil habe keine Probleme mit Muslimas, die das Kopftuch tragen !
Und es tut mir auch nicht weh Sie "verhüllt" anschauen zu müssen ! Es bedroht mich nicht oder verletzt mich nicht !
Ich für meinen Teil, kann es nicht verstehen, warum immer wieder solche Diskussionen darüber entstehen müssen.
Auch wenn einige Menschen meinen konvertieren zu müssen (egal in welchen Glauben), es tut mir doch nicht weh.
Es ist ihr Leben !

Ich glaube wir werden nie verstehen können, wie man seine Religion so leben und lieben kann, wenn wir nicht schon in was weiss ich wie vielen Generationen damit geimpft werden !

Ich wünschte mir bei dem Thema etwas mehr Verständnis !

LG
Die Religionszugehörigkeit und die damit verbundenen Auswirkungen ist eine private Angelegenheit. Sie soll verflixt und zugenäht auch privat sein und bleiben.
Ich achte jeden Menschen, der seine Religion ernst nimmt, aber ich will nicht mit der Nase drauf gestossen werden, dass diese mir fremde Religion in der Werte Skala ganz oben zu stehen scheint.
Das empfinde ich als intolerant, anmassend und als den Versuch meine eigene Religion zu diskreditieren.
Wenn das ausleben einer Religion damit einhergeht, dass Bekleidungs Vorschriften zum Schutze des Seelenheils des männlichen Teiles dieser Glaubensgemeinschaft und zur deutlichen Abgrenzung gegenüber den "Ureinwohnern" missbraucht und vorgeschoben werden, dann nehme ich mir sehr wohl das Recht heraus gegen diese um sich greifende Unsitte der Ganzkörper Verhüllung meine Stimme zu erheben.

Es geht nicht um das Tragen eines Kopftuches, es geht darum, dass ich es als ( Verzeihung) abartig empfinde, laufend in manchen Städten über Geschlechtsgenossinnen zu stolpern, die ich nicht mehr als solche erkennen kann.
Ich habe es nachgerade satt, dass meine durchaus vorhandene Toleranz gegenüber anderen Lebens Anschauungen und Religionen bis aufs äusserste strapaziert und von mir verlangt wird, jeden (Nochmal Verzeihung) Muckenschiss gut zu heissen, während dessen die lautstarken Vertreter dieser Haltung, sich durch eine nicht sehr ausgeprägte Toleranzschwelle meinen Auffassungen von einem Leben in Freiheit, damit meine ich, was ich unter der Freiheit des einzelnen verstehe, widersetzen.
Ich will, dass muslimischen Mädchen, während der Schulzeit, die selben offenen, freiheitlichen Werte vermittelt werden, wie allen anderen Kindern auch.
Wer sich in meiner Umgebung das Recht heraus nimmt, mit der Begründung auf religiöse Vorschriften , diese Werte, für die wir lange genug gekämpft haben, schmälern und / oder gar abschaffen zu wollen, wird stets von mir Gegenwind ins Gesicht geblasen bekommen.
ich sage es jetzt mal ganz altmodisch, wer sich den hier herrschenden freien Sitten und Gebräuchen - falls jetzt das Gegenargument der Auswüchse dieser Freiheit kommt , geschenkt, - nicht unterordnen kann, der soll bitte seine Zelte wo anders aufschlagen.

Ich kenne und schätze Menschen muslimischen Glaubens, auf die verrückte Idee, mit diesem Glauben in Form einer provozierenden Verkleidung , hausieren zu gehen, käme allerdings keiner von denen.

Und wie ich bereits schrieb, wer aus innerer Überzeugung, nicht wegen einem Kerl, um den zu halten und zufrieden zu stellen, konvertiert, den respektiere ich und seine Entscheidung.
Sollte eine konvertierte Frau dann allerdings meinen, sie müsse sich verhüllen bis zum geht nicht mehr,dann möge sie das in ihren eigenen vier Wänden tun und im stillen Kämmerlein vor sich hin praktizieren und leben.
Ich empfinde es als Frechheit, wenn mir unterstellt wird, ich wär nicht in der Lage eine Religion ernst zu nehmen und diese zu leben. Auch wir haben seit Jahrhunderten den christlichen Glauben gehabt. Wir sind nicht gestern unwissend von den Bäumen gefallen und hören zum ersten Male durch einen Muslim das Wort Gott.

LG

Solodonna

:lol: :lol: jetzt mußte ich bei diesem ausbruch doch herzlich lachen, weil er so richtig aus einem tief schwäbischen herzen kam. (und nein, ich entschuldige mich gar nicht dafür)

solodonna, da unterschreib ich dir jedes wort aus dem gleichen herzen.

vielen dank, grüßle hulla

jippie
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Re: ARD Themenwoche mein Glaube - Dein Glaube

Beitrag von jippie » 07.04.2011, 17:45

Und eins vergessen die Toleranten in ihrer Wohlfühlblase immer:

Opfer der Religion des Friedens, sind in erster Linie muslimische Frauen und Kinder.
Und jeder der Augen im Kopf hat und ein bisschen Grips, müsste wissen, das gerade minderjährige Mädchen
mit extremen Einschränkungen leben müssen. Es ist schlicht und einfach Kindsmisshandlung, was da passiert!

Ich toleriere das nicht in unserem Land und werde immer dagegen reden, schreiben, diskutieren!
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tunishanan
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Re: ARD Themenwoche mein Glaube - Dein Glaube

Beitrag von tunishanan » 07.04.2011, 22:35

Hallo !

Ich habe von mir gesprochen und wollte hier niemanden das Recht absprechen seine eigene Meinung zu haben !
Natürlich find ich die Konvertierten aus Liebe zum Mann, total unsinnig !
Ich habe auch kein Verständnis beim Verhüllen von Kindern, aber jede andere Erwachsene Person sollte machen was "Sie " will !

Ich hinterfrage nicht bei jeder Kopftuchträgerin ihr Schicksal oder ihre Beweggründe zum Tragen des Tuches . Möchte ich garnicht !
Natürlich tun mir die Frauen leid die in unterdrückt werden, aber die gibt es auf der ganzen Welt.
Vielleicht muss ich mich noch mehr mit dem Thema beschäftigen um mein Horizont zu erweitern aber im Moment denke ich so !
Habe 1 Nochschwägerinen(1 von 3) die Kopftuch trägt . Und ich empfand es als nicht störend und sie trug es nicht aus Zwang.

So nun dürft ihr wieder ironisch sein, fühl mich angegriffen, da ich eure Meinung nicht vertrete.

LG

jippie
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Re: ARD Themenwoche mein Glaube - Dein Glaube

Beitrag von jippie » 07.04.2011, 23:00

Dann solltest du damit anfangen, welcher Geist dahinter steht, Frauen zu verhüllen.
Als nächstes solltest du den "tollen Familienzusammenhalt" (totale Kontrolle) hinterfragen.
Zwangsheirat, Ehrenmorde, Beschneidungen, Verwandtenehe, Gewalt innerhalb des Islams,
was passiert wenn Frau den Islam verlassen will..... das Feld ist groß und du hast Internet.

Google nach Aylin Korkmaz, Hatun Sürüçü, Fatma Bläser, Nourig Apfeld, Serap Cileli, Dr. Meryam Schouler-Ocak.....ect.pp.
Das du von Necla Kelek und Ayaan Hirsi Ali schon gehört hast, davon gehe ich aus.
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Rubinrot
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Re: ARD Themenwoche mein Glaube - Dein Glaube

Beitrag von Rubinrot » 07.04.2011, 23:11

jippie hat geschrieben:Dann solltest du damit anfangen, welcher Geist dahinter steht, Frauen zu verhüllen.
Als nächstes solltest du den "tollen Familienzusammenhalt" (totale Kontrolle) hinterfragen.
Zwangsheirat, Ehrenmorde, Beschneidungen, Verwandtenehe, Gewalt innerhalb des Islams,
was passiert wenn Frau den Islam verlassen will..... das Feld ist groß und du hast Internet.
http://www.kinderaerzte-lippe.de/verwandtenehen.htm

http://www.lehrer-info.net/kompetenz-po ... generation

http://www.verwandtenheirat.de/religionen.html

Schönen Abend.
Sage nicht immer was Du weißt, aber wisse immer was du sagst!

tunishanan
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Re: ARD Themenwoche mein Glaube - Dein Glaube

Beitrag von tunishanan » 07.04.2011, 23:21

Natürlich habe ich die Bücher schon hoch und runter gelesen !
Mir ging es einzig und allein darum, das eine Muslima (volljährig) die selbstbestimmt ihr Kopftuch trägt, mich nicht stört.
Ich habe damit kein Problem. Und ich fühle mich damit nicht unwohl.
Der Islam wird und wurde auch in der Familie meines Mannes praktiziert. Im gesunden Maß und ohne irgendeine weibliche Person zu unterdrücken !
Aber ich glaube hier darüber eine Diskussion zu führen, wäre zu Zeitintensiv.

Wir lernen alle noch dazu !

tunishanan
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Re: ARD Themenwoche mein Glaube - Dein Glaube

Beitrag von tunishanan » 07.04.2011, 23:39

Ich denke mein Problem ist , das ich in einer Kleinstadt im Osten von Deutschland lebe und relativ wenig von den stark verschleierten oder verhüllten Muslimas
mitbekomme.
Weiterhin kam mein Noch-Ehemann direkt aus Tunis, wo sich die Frauen schon mehr Freiheiten und Rechte erkämpft haben.
Ich hatte nie das Gefühl , das die Frauen(mit und ohne Kopftuch, Muslimas) in der Familie unterdrückt wurden.
Ich empfand sie alle recht modern und frei ! Ausnahmen ?
Natürlich gibt es die schlimmen Seiten und ganz Extreme, aber gibt es das nicht überall ? In allen Religionen ? In vielen Traditionen ?

Aber manchmal wird man hier sofort angegriffen , ich finde es viel netter , Denkanstöße zu erhalten !
Die ich ja nun dank euch erhalten habe, und mich weitergrübeln lassen.
LG

jippie
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Re: ARD Themenwoche mein Glaube - Dein Glaube

Beitrag von jippie » 07.04.2011, 23:46

tunishanan hat geschrieben:Ich denke mein Problem ist , das ich in einer Kleinstadt im Osten von Deutschland lebe und relativ wenig von den stark verschleierten oder verhüllten Muslimas
mitbekomme.
Genau das ist dein Problem. Was du nicht siehst, gibt es nicht. Du bist zu wenig "bereichert".
Wobei gerade im Osten doch eine gesunde Skepsis allem vermeintlich Religiösem gegenüber vorherrscht.
Jetzt der "kultursensiblen Sprache" verpflichtet.

tunishanan
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Re: ARD Themenwoche mein Glaube - Dein Glaube

Beitrag von tunishanan » 07.04.2011, 23:58

@ jippie
Hihi, jetzt musste ich aber schmunzeln.
Ja wir im Osten tun uns schwer mit z.B. anders aussehenden Menschen ( reicht schon ein dunkler Teint), und dann noch eine andere Religion !
Schwierig !
Bin schon eine echte Exotin mit tunesischen Mann und Tochter !
Du hast Recht, wir bekommen zu wenig mit und wenn dann, wie gesagt nur positive Beispiele !

@Solodonna
Natürlich entschuldigt das nichts !
Muss erst mal drüber nachdenken, bin gerade zu müde um sinnvolles zu antworten.
Vielleicht ergibt sich ja morgen noch ne`Diskussionsrunde!

LG und Gute Nacht

steckchen
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Re: ARD Themenwoche mein Glaube - Dein Glaube

Beitrag von steckchen » 08.04.2011, 08:42

tunishanan hat geschrieben:@ jippie
Hihi, jetzt musste ich aber schmunzeln.
Ja wir im Osten tun uns schwer mit z.B. anders aussehenden Menschen ( reicht schon ein dunkler Teint), und dann noch eine andere Religion !
Schwierig !
Bin schon eine echte Exotin mit tunesischen Mann und Tochter !
Du hast Recht, wir bekommen zu wenig mit und wenn dann, wie gesagt nur positive Beispiele !

@Solodonna
Natürlich entschuldigt das nichts !
Muss erst mal drüber nachdenken, bin gerade zu müde um sinnvolles zu antworten.
Vielleicht ergibt sich ja morgen noch ne`Diskussionsrunde!

LG und Gute Nacht
Hallo Tunishanan,

genau das, was Du beschreibst, war jahrelang auch mein Problem. Im Osten gab es lange Zeit nur junge, gut aussehende, wißbegierige Studenten aus betreffenden muslimischen Ländern. Und die prägten damals mein Bild - gepaart mit dem Fernweh, weil wir nicht so ohne weiteres hinreisen durften, wohin wir wollten. Bis ich herausfand, was hinter der freundlichen, geselligen Fassade dieser verschworenen Gemeinschaft so ablief. Hab es auch jahrelang verdrängt. Bis ich dann ins "kulturbereicherte" Berlin kam. Da ging das nicht mehr.

Du brauchst dich ja auch nicht zu beklagen, daß Du mit tunesischem Mann und Tochter eine Exotin in Ossiland bist. Schließlich hast Du dir den Mann ausgesucht damals und irgendwie war es doch sicherlich für dich auch etwas aufregendes Besonderes, gerade mit ihm zu leben und nicht mit einem gewöhnlichen ostdeutschen Mann, oder? Und Exoten schaut man nunmal hinterher. Das ist doch überall auf der Welt so.

LG
Steckchen
Die Liebe vernachlässigt diejenigen am meisten, die ihrer am meisten bedürfen.
(Madame de Rosemonde im Film: Gefährliche Liebschaften (Regie: Stephen Frears) 1988

steckchen
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Re: ARD Themenwoche mein Glaube - Dein Glaube

Beitrag von steckchen » 08.04.2011, 08:54

tunishanan hat geschrieben:@ jippie
Hihi, jetzt musste ich aber schmunzeln.
Ja wir im Osten tun uns schwer mit z.B. anders aussehenden Menschen ( reicht schon ein dunkler Teint), und dann noch eine andere Religion !
Schwierig !
Bin schon eine echte Exotin mit tunesischen Mann und Tochter !
Und, ehe ich es vergesse,

Und bei den Ostdeutschen ist es ja so, daß deren Vorbehalte gegen eine bestimmte Art von Ausländer, beileibe nicht gegen alle, auch auf real gemachten Erfahrungen gegründet sind. Weil eben Geschichten von durch algerische oder syrische Ehemänner gedemütigten und geschlagenen DDR-Bürgerinnen deutlich die Oberhand hatten über die Geschichten von DDR-Bürgerinnen, die glücklich ausgewandert in den Herkunftsländern ihrer arabischen Ehemänner lebten. Aber natürlich ist es viel einfacher, den "hinterm Mond lebenden", von den 68'er Gutmenschen-Gedanken weitgehend unberührten Ossis pauschalen Rassismus zu unterstellen. :mrgreen: Für allem für bestimmte Muslime, die sich gerne als Opfer aufspielen, um unter diesem Deckmäntelchen hier umsomehr abzusahnen und unserem Rechtssystem auf der Nase herumzutanzen.

LG
Steckchen
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Elisa
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Re: ARD Themenwoche mein Glaube - Dein Glaube

Beitrag von Elisa » 08.04.2011, 08:56

Steckchen, war im Westen ja früher auch so, wenn man einen Araber traf, dann war er Student oder hat nach dem Studium gearbeitet. Heute denke ich, das waren sowieso Söhne von den wohlhabenden Familien, die sich aber auch hier ausgetobt haben.
Das erste Mal, dass ich mit dieser sehr ungebildeten Schicht in Berührung kam, das war in Frankreich, aber das hat mich dann auch sehr geprägt. Die haben einen auch angesprochen und waren für damalige Verhältnisse sehr, sehr aufdringlich. Ich war damals noch sehr jung und vielleicht deshalb so schockiert, weil ich das überhaupt nicht kannte. Damals gab es in Frankreich eine absolute Trennung. Ich kann jetzt nur schreiben, wie ich es erlebte.
Und später in Deutschland (vor ca. 30 Jahren) habe ich dann erlebt, dass aus Frankreich solche Typen kamen und hier dann als Gigolos bei älteren Frauen ihr Glück versuchten.
Aber damals habe ich kein Hintergrund wissen gehabt, ich fand es einfach nur ekelhaft.
Und meine Freunde in Frankreich sagen mir immer: Bezness ist nichts neues, das gab es hier schon immer.
Sie sehen diese Dinge anders als wir, wahrscheinlich aufgrund der jahrzehntelangen Erfahrung.

LG Elisa

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Re: ARD Themenwoche mein Glaube - Dein Glaube

Beitrag von steckchen » 08.04.2011, 09:16

Elisa hat geschrieben:Steckchen, war im Westen ja früher auch so, wenn man einen Araber traf, dann war er Student oder hat nach dem Studium gearbeitet. Heute denke ich, das waren sowieso Söhne von den wohlhabenden Familien, die sich aber auch hier ausgetobt haben.
Das erste Mal, dass ich mit dieser sehr ungebildeten Schicht in Berührung kam, das war in Frankreich, aber das hat mich dann auch sehr geprägt. Die haben einen auch angesprochen und waren für damalige Verhältnisse sehr, sehr aufdringlich. Ich war damals noch sehr jung und vielleicht deshalb so schockiert, weil ich das überhaupt nicht kannte. Damals gab es in Frankreich eine absolute Trennung. Ich kann jetzt nur schreiben, wie ich es erlebte.
Und später in Deutschland (vor ca. 30 Jahren) habe ich dann erlebt, dass aus Frankreich solche Typen kamen und hier dann als Gigolos bei älteren Frauen ihr Glück versuchten.
Aber damals habe ich kein Hintergrund wissen gehabt, ich fand es einfach nur ekelhaft.
Und meine Freunde in Frankreich sagen mir immer: Bezness ist nichts neues, das gab es hier schon immer.
Sie sehen diese Dinge anders als wir, wahrscheinlich aufgrund der jahrzehntelangen Erfahrung.

LG Elisa
Hallo Elisa,

die Franzosen werden schon wissen, warum sie damals eine absolute Trennung wollten. Das war ja auch keine von oben verordnete Apartheid wie in Südafrika. Das hat sich durch das Benehmen der Zuzügler aus Algerien und Marokko sicherlich von ganz allein ergeben. Aber die Franzosen mußten vom europäischen Ausland dafür viel Kritik einstecken. Sie gelten ja sowieso bei vielen Europäern als arrogant und überheblich. Da paßt so etwas natürlich gut ins Klischee.

LG
Steckchen
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Pamela
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Re: ARD Themenwoche mein Glaube - Dein Glaube

Beitrag von Pamela » 08.04.2011, 11:55

steckchen hat geschrieben:die Franzosen werden schon wissen, warum sie damals eine absolute Trennung wollten. Das war ja auch keine von oben verordnete Apartheid wie in Südafrika. Das hat sich durch das Benehmen der Zuzügler aus Algerien und Marokko sicherlich von ganz allein ergeben. Aber die Franzosen mußten vom europäischen Ausland dafür viel Kritik einstecken. Sie gelten ja sowieso bei vielen Europäern als arrogant und überheblich. Da paßt so etwas natürlich gut ins Klischee.
Ich war 1991/1992 in einer französischen Schule in Toulouse. (Habe dort ein halbes Jahr bei einer Gastfamilie verbracht um französisch zu lernen). Ich hatte mich in der Klasse mit einem Mädchen aus Algerien angefreundet - sie war nett, gut in der Schule etc. Irgendwann rief dann mein französischer Klassenlehrer bei meiner Gastfamilie zuhause an, und meinte, dass ich einen falschen Umgang hätte, und mir meine Gasteltern sagen sollten - dass ich mich von dem Mädchen fernhalten soll!! :shock:
Rückblickend finde ich das Ganze allerdings schon sehr erschreckend, abgesehen von dieser Erfahrung hat der Lehrer auch ausländische Kinder sehr oft verprügelt - während des Unterrichts! Französische Kinder wurden nie geschlagen! :!:
Gruß
Pamela
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Ich fürchte nicht die Stärke des Islam, sondern die Schwäche des Abendlandes.
(P. Scholl-Latour)

Elisa
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Re: ARD Themenwoche mein Glaube - Dein Glaube

Beitrag von Elisa » 08.04.2011, 12:27

Und trotzdem muss in Frankreich etwas anders sein wie hier. Dort in den Supermärkte arbeiten vielen junge Frauen ohne Kopftuch, auch in anderen Geschäften. Sie kommen mir sehr viel besser integriert vor als hier. Ein Teil von ihnen lebt ganz normal dort, wo auch Franzosen wohnen. Und dann gibt es diese fürchterlichen Getthos. In der Kleinstadt, in die ich immer fahre, gibt ein vor 30 Jahren erbautes viertel, wo wir früher einkaufen gingen etc. Heute total heruntergekommen. Die ersten Häuser müssen bereits abgerissen werden, wie die Kleinstadt, in der ich zur Schule ging. Heute traut man sich nicht mal, dort aus dem Auto zu steigen.

Es gibt also diese beiden Seiten.

Vieles wird ganz einfach von dem Niveau der menschen abhängen.

LG Elisa

halime
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Re: ARD Themenwoche mein Glaube - Dein Glaube

Beitrag von halime » 08.04.2011, 13:12

@solodonna

Klasse-Beitrag, du hast es auf den Punkt gebracht, genau so sehe ich das auch.


tunishanan hat geschrieben:Ich denke mein Problem ist , das ich in einer Kleinstadt im Osten von Deutschland lebe und relativ wenig von den stark verschleierten oder verhüllten Muslimas
mitbekomme.
Nein, das würde ich nicht sagen und ich komme auch aus dem Osten. Man muss nur mit offenen Augen und Verstand durch die Welt gehen, egal wo man wohnt.
tunishanan hat geschrieben:Ich hatte nie das Gefühl , das die Frauen(mit und ohne Kopftuch, Muslimas) in der Familie unterdrückt wurden.
Ich empfand sie alle recht modern und frei ! Ausnahmen ?
Ich weiß nicht, ob es bei dir Ausnahmen sind. Bei der Familie meines Mannes geben sich die Frauen auch "modern"... Aber ich unterscheide hier, denn unter Moderne, Freiheit versteh ich natürlicherweise etwas anderes als sie. Nie würden sich diese Frau gegen ihren Mann, Familie auflehnen oder sie kritisieren, egal ob diese Frauen tausendmal im Recht sind. Denn die meisten von ihnen sind abhängig von ihren Männern, in welcher Form auch immer.

Hier wo ich wohne bin ich hauptsächlich von "intellektuellen" Muslimen umgeben, denn fast alle haben hier studiert. Dennoch ist ihnen allen die - für mich - verbohrte, wenig bis gar nicht tolerante Denkweise der Muslime, die ihre Religion und Lebensweise für das einzig Wahre halten, gemeinsam. Solange man mit ihnen konform geht, ist es in Ordnung. Aber wehe, man kritisiert etwas - das nehmen sie dann höchstpersönlich und man wird gleich in die Ecke des Rassismus und der Intoleranz gesteckt.

Jeder soll nach seiner Fasson glücklich werden, das will ich niemandem absprechen. aber ich lasse mir nicht sagen, dass meine Art zu leben aufgrund ihrer Anschauung und Denke falsch sein sollte.

Lieben Gruß

Elisa
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Re: ARD Themenwoche mein Glaube - Dein Glaube

Beitrag von Elisa » 08.04.2011, 14:27

Also , ich habe die Erfahrung gemacht, wenn man mit einem allein ist, man über viele Dinge offen reden kann, aber sobald eine weitere muslimische Person dabei ist, dann nicht mehr. Ich denke, das ist der Druck der Gemeinschaft. Ich glaube, die reden untereinander auch nicht offen.

Lg Elisa

jippie
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Re: ARD Themenwoche mein Glaube - Dein Glaube

Beitrag von jippie » 08.04.2011, 16:13

@Elisa
Hatte ja schon geschrieben, dass ich genau diese Erfahrung auch gemacht habe.
Selbst wenn man mit einer Gruppe "geborenen" Musliminen spricht, stimmen sie dir alle zu.
Wichtig ist nur, dass kein Mann dabei ist.
So meine Erfahrung.
Nur ändern kann man leider nichts, sondern nur zuhören.
Jetzt der "kultursensiblen Sprache" verpflichtet.

tunishanan
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Re: ARD Themenwoche mein Glaube - Dein Glaube

Beitrag von tunishanan » 08.04.2011, 20:17

@ halime

Und ob sich die Frauen in der Familie meines Mannes aufregen und gegenüber ihres Mannes auflehnen. Natürlich tun Sie dies.
Bin alt genug um unterscheiden zu können ob Sie modern und frei leben dürfen oder nur so tun !
Bilde mir ebenfalls ein genug Verstand zu haben um die Welt um mich herum vernünftig wahr zu nehmen, aber es gibt immer
noch andere Aufassungen und Meinungen.
Und wenn es in unserer Gegend nun wenig Moslems gibt , heißt das nicht das ich blind durch die Welt laufe.

@ Steckchen
Ich beklage mich nicht für meinen tunesischen Exmann und meine Tochter. Ja ich habe es so gewollt.
Ich sah mich nicht als Exotin und war nicht stolz drauf einen " Ausländer " zu haben.
Ich war stolz verliebt in einen Menschen zu sein(zu der Zeit noch glücklich zu sein) und ein Baby bekommen zu dürfen bzw. zu haben.
Ich mag den Begriff Ausländer eh nicht, wir sind eine Welt und alle Menschen !
Ich würde bis heute nicht beklagen oder Mitleid suchen, das ich mit einem Tunesier verheiratet war.
Ganz allein ich wollte das so, ja und dazu stehe ich !
Dafür habe ich eine ganz tolle Tochter geschenkt bekommen.

LG

steckchen
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Re: ARD Themenwoche mein Glaube - Dein Glaube

Beitrag von steckchen » 09.04.2011, 05:16

Pamela hat geschrieben:
steckchen hat geschrieben:die Franzosen werden schon wissen, warum sie damals eine absolute Trennung wollten. Das war ja auch keine von oben verordnete Apartheid wie in Südafrika. Das hat sich durch das Benehmen der Zuzügler aus Algerien und Marokko sicherlich von ganz allein ergeben. Aber die Franzosen mußten vom europäischen Ausland dafür viel Kritik einstecken. Sie gelten ja sowieso bei vielen Europäern als arrogant und überheblich. Da paßt so etwas natürlich gut ins Klischee.
Ich war 1991/1992 in einer französischen Schule in Toulouse. (Habe dort ein halbes Jahr bei einer Gastfamilie verbracht um französisch zu lernen). Ich hatte mich in der Klasse mit einem Mädchen aus Algerien angefreundet - sie war nett, gut in der Schule etc. Irgendwann rief dann mein französischer Klassenlehrer bei meiner Gastfamilie zuhause an, und meinte, dass ich einen falschen Umgang hätte, und mir meine Gasteltern sagen sollten - dass ich mich von dem Mädchen fernhalten soll!! :shock:
Rückblickend finde ich das Ganze allerdings schon sehr erschreckend, abgesehen von dieser Erfahrung hat der Lehrer auch ausländische Kinder sehr oft verprügelt - während des Unterrichts! Französische Kinder wurden nie geschlagen! :!:
Hallo Pamela,

was haben denn die ausländischen Kinder gemacht, daß er sie verprügelt hat? Ich bin ja auch gegen Schlagen, nur leider ist es bei manchen Kindern so, daß sie bereits derart verroht sind, gerade durch ihre Familie, wo auch geschlagen wird, so daß sie offensichtlich keine andere Sprache mehr verstehen. Sie legen dann unsere sanften toleranten Erziehungsmethoden als Schwäche aus und tanzen uns auf der Nase herum, gerade aus diesen Kreisen. Und ihre Eltern unterstützen sie und sagen ihnen, daß sie vor ihren ungläubigen, gerade Lehrerinnen, keinen Respekt zu haben brauchen. Das kann man hier an den Berliner Schulen und auf den Spielplätzen auch beobachten. Und die Lehrer sind hilflos, weil sie keine harten Maßnahmen anwenden dürfen bzw. die Gerichte die Delikte von Schülern hier nicht besonders ernst nehmen. Sind ja noch minderjährig, die Armen. Und die Kinder den muslimischen Eltern wegnehmen und sie in Heimen ordentlich erziehen lassen, wenn die Eltern unbelehrbar sind, das traut sich niemand.

Leider kann man eben nicht alle Kinder gleich behandeln in der Erziehung, weil sie ja total unterschiedlich sind. Und wenn das eine Kind eher schüchtern ist, muß es ermutigt werden, ist eines eher frech und dreist, muß man es bremsen, wenn es sein muß, mit härteren Methoden, sonst zieht man sich mit faulem Gewährenlassen und Ignoranz gewissenlose Kriminelle heran. Und wenn er die französischen Kinder nie geschlagen hat, dann doch sicher, weil sie eben den Lehrer respektiert und gelernt haben. Und den Unterricht nicht gestört haben.

Leider ist es so, daß wir uns gegenüber solchen Störenfrieden eben mit aktiver Zivilcourage behaupten müssen oder wir müssen eben rigoros zwischen beiden Gruppen trennen, wenn wir uns damit nicht weiter auseinandersetzen wollen. Dann haben wir Apartheid. Aber es gibt durchaus andere Maßnahmen wie Isolierung der Anführer der Störenfriede, mehr Lehrer, kleinere Klassen, die Verteilung der ausländischen Schüler auf die gesamte Stadt, so daß sich nicht solche rein türkisch-arabischen Klassenghettos bilden. Das braucht natürlich mehr Geld und Geduld und man müßte die Maßnahmen rechtzeitig anwenden, aber es könnte sich lohnen, bevor sich erst solche haltlosen Zustände herausbilden oder jemand geschlagen werden muß, was ich als absolutes Notsignal des Lehrers sehe.

Das mit deiner algerischen Freundin tut mir leid. Wie, wenn nicht durch Kontakte, soll denn Integration sonst eigentlich funktionieren? Hast Du Dich denn daran gehalten, was Dein Lehrer und Deine Gastfamilie dir sagten, Dich von ihr fernzuhalten oder hast Du Dich weiterhin mit ihr getroffen? Das ist ein Beispiel dafür, daß solche Vorurteile eben häufig auch die Falschen treffen, die, die sich nicht so wehren können.

LG
Steckchen
Die Liebe vernachlässigt diejenigen am meisten, die ihrer am meisten bedürfen.
(Madame de Rosemonde im Film: Gefährliche Liebschaften (Regie: Stephen Frears) 1988

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