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von StrivingForLight » 20.08.2026, 19:43
Hab' länger nicht mehr mitgelesen oder geschrieben (weil mit anderem beschäftigt), deshalb zuerst einmal ein Hallo in die Runde und einen lieben Gruß an alle hier, die immer noch emsig und unermüdlich im Forum mitwirken!
(Habe Probleme, den Kommentar abzusenden. Sollte er nun doppelt erscheinen, bitte einen löschen! Danke!)
Hallo Naivchen,
es tut mir leid, dass Du zurzeit in der Bredouille steckst und es offensichtlich so schwer hast, aus Deiner persönlichen misslichen Situation wieder herauszufinden.
Wenn ich Deine Beiträge lese, fallen mir insbesondere zwei Dinge immer wieder auf: Deine hohe Bedürftigkeit und Deine Angst.
(Angst evtl. auch vor der eigenen Bedürftigkeit, weil sie bisher stets unerfüllt blieb und es zu schmerzvoll ist, sie zu betrachten?)
ES IST OK, ALLES IST OK, es darf da sein, es ist zurzeit die Basis, auf der Du stehst, auch wenn Dir diese Basis im Moment als wenig tragbar erscheint. Deine Gefühle wahrzunehmen und anzunehmen, ohne Bewertung, sondern als eine Art Bestandsaufnahme, ist der erste Schritt in die Heilung. Denn Du möchtest doch heil werden, ansonsten würdest Du hier nicht schreiben.
Wir sind ALLE bedürftig, wir bedürfen der Aufmerksamkeit, der Anerkennung, der Wertschätzung, des Wahrgenommen-werdens.
Wenn unsere Bedürftigkeit in jungen Jahren nicht wahrgenommen und gestillt wird, suchen wir Auswege, in aller Regel unbewusst, und in späteren Jahren entwickeln wir nicht selten emotionale Abhängigkeiten und verstricken uns dabei häufig immer tiefer in einen Emotionswust, den wir allein kaum noch zu erkennen in der Lage sind, geschweige denn dazu, diesen Wust auch noch zu sortieren und die ineinander verschlungenen "dunklen Pfade" wieder zu entwirren und zu verlassen.
Beginnen wir doch selbst damit, nehmen wir uns wahr, schenken wir uns Aufmerksamkeit, Anerkennung, Wertschätzung.
Viele derjenigen, die sich vor mir schon zu Worte meldeten, haben Dir bereits wichtige Hinweise gegeben, denen ich mich nur anschließen kann. Ich habe den Eindruck, dass wir Dir an dieser Stelle "nur unser Ohr leihen", Dir aber vermutlich nicht wirklich weiterhelfen können. Auch ich bin der Meinung, dass professionelle Hilfestellung vonnöten sein könnte.
Da Du damit vertraut bist, Dir erste Anregungen auch aus Büchern zu holen, darf ich Dir vielleicht einen Hinweis auf die Bücher von Maria Sanchez geben. Als ehemals selbst Betroffene (Esstörungen, Depressionen, mangelndes Selbstwertgefühl u. a.) beschäftigt sie sich im Besonderen auch mit Essdruck, mit Emotionalem Essen, mit Sehnsucht und Hunger. In der Hauptsache geht es ihr darum, sich selbst anzunehmen, mit allen Facetten, mit allem, was uns zurzeit an uns stören mag, mit allem, was wir nicht fühlen wollen - was sich dann aber stets Ausdruck in psychischen oder physischen Störungen verschafft, wenn wir uns nicht beachten.
Sie betreibt einen inzwischen umfangreichen YT-Kanal.
Noch einmal: Wir sind alle bedürftig. Und so viele von uns müssen erst einmal lernen, diese Bedürftigkeit zu sehen und anzuerkennen, als etwas sehr Gesundes, weil zutiefst Menschliches. Verleugnen wir unsere Bedürftigkeit vor uns selbst und kümmern wir uns nicht selbst darum, lernen wir nicht, zu unterscheiden, was uns gut tut und was nicht.
Wenn wir unsere Bedürftigkeit nicht selbst zu fühlen beginnen und die innere Leere nicht behutsam und allmählich selbst zu füllen lernen, ziehen wir diejenigen an, die genau da den Hebel ansetzen und ihren persönlichen Nutzen daraus ziehen können, und ausschließlich den. Dazu müssen sie keine "Bezness-Lehrbücher" lesen. Das spüren sie, weil sie die Signale empfangen und deuten, die wir - wenn auch meist unbewusst - aussenden.
Es bedarf keiner vampirischen Habibis, die Lebensenergie saugen.
Sondern es bedarf der Liebe zu uns selbst.
Vielleicht kannst Du Dir daraus etwas nehmen, was Dich inspiriert und Dich auf neue Pfade führt. Ich wünsche es Dir.
Herzliche Grüße
Striv
"Und wenn du das Gefühl hast, dass gerade alles auseinander zu fallen scheint, bleib ganz ruhig ...
es sortiert sich gerade neu!"
Autor unbekannt