Fortsetzung:
Das OLG hat damals den Umgangsausschluss nicht verlängert. Das heißt, dass die Frist jetzt abgelaufen ist.
Bin gespannt, wann es wieder losgeht.
Da mein Ex weiterhin nichts Legales arbeitet, kann das schnell gehen. Kostet ihn ja nix. Und für seine Anwältin ist er durch die VKH eine sichere Einnahmequelle.
Zwischenzeitlich hatte ich nochmals einen Anlauf auf die Übertragung des Sorgerechts gestartet. Mein zuständiges Amtsgericht hat dem zugestimmt. Natürlich hat mein Ex Beschwerde eingelegt. Also wieder OLG. Der Termin war gestern. Gleiche Richterin wie zuvor.
Mein Sohn (14) wurde wieder von den Richterinnen und der Verfahrensbeiständin befragt. Da er schon mehrfach schlechte Erfahrungen gemacht hat, hat er lange überlegt bis er geantwortet hat. Er sagte mir später "damit die mir nicht das Wort im Mund herumdrehen".
Interpretiert wurde aber, dass er emotional hin und her gerissen sei und eigentlich Kontakt zum Vater haben will. Und diese Interpretation wurde nicht in Frage gestellt! Mein Sohn konnte nicht widersprechen, weil er zu diesem Zeitpunkt vor dem Verhandlungszimmer warten musste.
Da mein Ex nun das empfohlene Antiaggressionstraining auf Steuerzahlerkosten macht, hat er natürlich bei allen Damen (außer mir) einen Stein im Brett.
Auf Empfehlung meines Anwalts habe ich meinem Ex einen Bericht (Schule, Freizeit, Gesundheit) über meinen Sohn via Einwurf-Einschreiben geschickt. Angeblich hat er sich darüber gefreut. Aber es hat ihm auch wieder die von mir gefürchtete Angriffsfläche geboten. Z.B.:
Ist es meine Schuld, dass mein Sohn Akne (hallo Pubertät) hat. In seiner Familie (die meines Ex) hätte nie jemand solche Pickel gehabt.... vermutlich isst er nicht gesund genug usw....ach, und die 5 in Mathe -> warum geht er nicht in Nachhilfe...weil er keinen Bock hat (hello again, Pubertät). Künftig muss ich alle 3 Monate Bericht erstatten...
Sohnemanns Verfahrensbeiständin hat plötzlich auch gegen mich geschossen... ich wäre nicht erreichbar. Komisch, dass mich alle erreichen können - nur sie nicht. Wir haben im Nachgang die ganze Anrufliste durchgeschaut. Ihre Nummer war nirgends. Keine Ahnung wo die angerufen hat. Bei mir nicht! Das JA hatte auch bei mir nachgefragt. Und denen habe ich alles geschrieben und darum gebeten ggf. die Verfahrensbeiständin zu informieren. Ich hatte u.a. mitgeteilt, dass ich seit Pfingsten die Wohnung renovieren lasse (quasi Rohbau) und das Telefon / der Router wegen des Baustaubs eingepackt war. Und weil wir seither bei meiner Mutter eine Etage tiefer wohnen, ich evtl. Anrufe nicht gehört habe. Uih, das kam ganz schlecht bei der Verfahrensbeiständin an. Außerdem stört sie plötzlich, dass mein Sohn haushaltstechnisch zwei Frauen (meine Mutter und ich) um sich hat. Sie findet, da fehlt der Vater. Und weil mein Sohn seinem Vater äußerlich ähnelt, läge es nahe, dass der Sohn seinen Vater braucht.. ...verstehe nur ich das Argument nicht?
Mein Ex dient meinem Sohn nur als Abschreckung. Und das hat Sohnemann begriffen.
Das ganze Thema 'häusliche Gewalt', Bedrohung, Diebstahl, Lügen, Drogen haben bei der Entscheidung bzgl. SR keine Rolle gespielt - ist zu lange her. Und weil in den letzten paar Jahren nichts Tragisches passiert ist (weil ich solche Situationen verhindert habe), beruht meine Angst im Grunde nur auf Annahmen... Und weil
ich keinen Kontakt zu meinem Ex haben will, bin
ich das Problem - nicht aber mein Ex, der sich zwar ständig widerspricht, aber eben auch seine Show abzieht.
Fazit:
Ich habe wieder gemeinsames SR mit meinem Ex.
Einziges Kriterium des OLG war, dass ein gemeinsames SR das Kindeswohl nicht gefährdet.
Zumindest hat mein Sohn noch seine Verfahrensbeiständin angerufen und seinen Unmut über dieses Ergebnis kundgetan. Sie vertritt ja schließlich seine Interessen. Leider ohne Ergebnis. Jetzt ist er wieder frustriert und enttäuscht, weil er zum wiederholten Male erleben musste, dass er über den Tisch gezogen wurde...
Da ich chronisch optimistisch bin, konnte ich das Gute im Schlechten erkennen: Mein Ex hat das Verfahren zwar gewonnen. Aber - durch jede dieser Erfahrungen wird der Graben vom Sohn zum Vater größer, weil dadurch automatisch immer mehr negative Erfahrungen mit der speziellen Person 'Vater' verknüpft werden.
Und in 4 Jahren - am 18. Geburtstag meines Sohnes - werden wir tagelang unsere Freiheit und unser neues Leben feiern. Dann werden die diversen Telefonnummern gelöscht und zusätzlich geblockt.
Diese Aussicht gibt uns Kraft nicht daran zu zerbrechen.