Sri Lanka: Leide ich unter dem AMIGA-Syndrom?

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Efendi II
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Re: Sri Lanka: Leide ich unter dem AMIGA-Syndrom?

Beitrag von Efendi II » 20.07.2014, 22:22

Ukasa hat geschrieben:Habe jetzt auf die Schnelle nichts Sri Lanka-spezifisches gefunden, aber hier die ersten Google-Treffer für "Ablehnung Stempel Schengenvisum":
http://www.kiew.diplo.de/Vertretung/kie ... ation.html
http://www.eriwan.diplo.de/Vertretung/e ... ation.html
http://www.info4alien.de/cgi-bin/forum/ ... 21047570/1
Hierbei handelt es sich, wie in den Links auch erklärt wird, um einen Bearbeitungsstempel, der in den Pass gestempelt wird, wenn man ein Visum bei einer (Schengen-)Auslandsvertretung beantragt. Beim Erhalt des Visums wird das dann auf die Seite mit dem Stempel geklebt.

Dieser Stempel wird deshalb angebracht, um das sogenannte Visa-Hopping zu verhindern, d.h. auszuschließen, dass bei mehreren Schengenstaaten gleichzeitig Visa beantragt werden. So sieht z.B. das Konsulat des Landes A sofort, dass bereits beim Konsulat des Landes B ein Visum für den gleichen Zeitraum beantragt wurde. Derartige unerwünschte Doppelbeantragungen können durch einen solchen Stempel verhindert werden.
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Efendi II
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Re: Sri Lanka: Leide ich unter dem AMIGA-Syndrom?

Beitrag von Efendi II » 20.07.2014, 22:35

leva hat geschrieben:Nach der Lektuere deiner letzten Antworten ,sage ich:Ja,du hast AMIGA....

Dir kann ich nicht ganz abnehmen,dass du auf Dauer mit einem ungebildeten,einkommenschwachen SL Mann in D leben willst.
Wenn das aber dein Ziel ist,dann kann hier keiner etwas fuer dich tun.
Da muss ich Dir voll und ganz zustimmen.
Ein 27- jaehriger Mann kann doch noch viel erreichen im eigenen Land,wenn er gescheit u. motiviert ist.
Ukasa hat geschrieben:Hallo leva, ich bin 27, er ist 26.
Zuletzt geändert von Efendi II am 20.07.2014, 22:38, insgesamt 2-mal geändert.
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Ukasa
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Re: Sri Lanka: Leide ich unter dem AMIGA-Syndrom?

Beitrag von Ukasa » 20.07.2014, 22:37

Efendi II hat geschrieben: Hierbei handelt es sich, wie in den Links auch erklärt wird, um einen Bearbeitungsstempel, der in den Pass gestempelt wird, wenn man ein Visum bei einer (Schengen-)Auslandsvertretung beantragt. Beim Erhalt des Visums wird das dann auf die Seite mit dem Stempel geklebt.

Dieser Stempel wird deshalb angebracht, um das sogenannte Visa-Hopping zu verhindern, d.h. auszuschließen, dass bei mehreren Schengenstaaten gleichzeitig Visa beantragt werden. So sieht z.B. das Konsulat des Landes A sofort, dass bereits beim Konsulat des Landes B ein Visum für den gleichen Zeitraum beantragt wurde. Derartige unerwünschte Doppelbeantragungen können durch einen solchen Stempel verhindert werden.
Na eben. Und somit zeigen mir die leeren Seiten im Pass, dass noch kein Schengenvisum beantragt wurde.

Efendi II
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Re: Sri Lanka: Leide ich unter dem AMIGA-Syndrom?

Beitrag von Efendi II » 20.07.2014, 22:40

Ukasa hat geschrieben:
Efendi II hat geschrieben: Hierbei handelt es sich, wie in den Links auch erklärt wird, um einen Bearbeitungsstempel, der in den Pass gestempelt wird, wenn man ein Visum bei einer (Schengen-)Auslandsvertretung beantragt. Beim Erhalt des Visums wird das dann auf die Seite mit dem Stempel geklebt.

Dieser Stempel wird deshalb angebracht, um das sogenannte Visa-Hopping zu verhindern, d.h. auszuschließen, dass bei mehreren Schengenstaaten gleichzeitig Visa beantragt werden. So sieht z.B. das Konsulat des Landes A sofort, dass bereits beim Konsulat des Landes B ein Visum für den gleichen Zeitraum beantragt wurde. Derartige unerwünschte Doppelbeantragungen können durch einen solchen Stempel verhindert werden.
Na eben. Und somit zeigen mir die leeren Seiten im Pass, dass noch kein Schengenvisum beantragt wurde.
Das habe ich doch auch nicht unterstellt oder behauptet.
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Ukasa
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Re: Sri Lanka: Leide ich unter dem AMIGA-Syndrom?

Beitrag von Ukasa » 21.07.2014, 16:38

Hallo leva,

vielen Dank für deine Einschätzung, mit der du sicherlich nicht ganz daneben liegst.
Wenn du meine Beiträge aber (ja, hier kommt das Aber ;) ) aufmerksam liest, wirst du feststellen, dass ich mir nicht alles rosarot rede und für alle kritischen Fragen Ausreden und Ausflüchte suche. Ich habe bereits u.a. seinen niedrigen Bildungsstandard, unsere unterschiedliche Sozialisierung, seine Heimatverbundenheit und seine schwierige finanzielle Lage angesprochen. Ich bin auch auf Punkte eingegangen, die ich zum jetzigen Zeitpunkt nicht einschätzen kann: etwaige Forderungen, die von der Familie kommen, wie er in Deutschland klarkommt, was er hier an Arbeitsmöglichkeiten hätte etc. pp.

Mir geht es darum, ein möglichst aussagekräftiges Bild von meinen Singhaya zu zeichnen, damit die erfahrenen und aufmerksamen Leser und Leserinnen, die sich hier im Forum tummeln, durch gezielte Nachfragen auf einzelne Punkte eingehen können (wie ja bereits geschehen). Meine Antworten sind daher nicht unbedingt als Verteidigung oder Ausrede zu sehen, sondern lediglich als Beschreibung dessen, was ich von ihm kennengelernt habe.

Um noch einmal kurz auf das Thema "Deutsch lernen" zu sprechen zu kommen: bislang habe ich ihm jene Dinge beigebracht, die IM MOMENT von Bedeutung für ihn sind, sprich: Deutsch für den Gastronomiebereich. Das hat er auch gut gelernt und die Vokabeln hat er drauf. Sollte ein gemeinsames Leben in Deutschland tatsächlich anstehen, dann muss er sich natürlich auf seine vier Buchstaben setzen und ordentlich deutsch pauken - nicht nur, um hier eine Arbeit finden zu können bzw. überhaupt einreisen zu können), sondern v.a. auch um vollständig am Leben teilnehmen zu können. Ohne Sprachkenntnisse wird man immer ein Außenseiter bleiben.
leva hat geschrieben: Dir kann ich nicht ganz abnehmen,dass du auf Dauer mit einem ungebildeten,einkommenschwachen SL Mann in D leben willst.
Richtig. Das will ich natürlich nicht. Ungebildet ist er aber leider. Wenn da nicht die Bereitschaft kommt, etwas zu ändern, dann ist das natürlich kein Zukunftsmodell für mich. Sein Einkommen hingegen - auch wenn das vielleicht für viele nicht nachvollziehbar ist - ist mir tatsächlich ziemlich schnuppe. Und das sage ich nicht, weil er mein exotischer Traumprinz ist, sondern weil ich darauf noch nie großen Wert gelegt habe (auch bei einem deutschen Partner nicht).

PS: Falls meine Antworten schnippisch oder engstirnig rüberkommen (?), bitte ich dies zu entschuldigen. In schiftlicher Kommunikation kommen Dinge häufig anders beim Leser rüber als vom Schreibenden gewollt.

Tukan
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Re: Sri Lanka: Leide ich unter dem AMIGA-Syndrom?

Beitrag von Tukan » 21.07.2014, 19:40

Hallo Ukasa,

ich bin jetzt nicht so die wirkliche Expertin und war auch noch nie in SL , möchte dir aber auch raten, deinem Besucher eher nüchtern zu begegnen .
Er mag ein netter und uneigennütziger Mensch sein , Strandhunde zum Tierarzt bringen und dergleichen, ich persönlich habe aber die Befürchtung, dass sein Aufenthalt in D Begehrlichkeiten in ihm weckt.
Und wenn die Wünsche erstmal nicht von ihm kommen, sondern ihm von Freunden , Kollegen , seiner Familie ins Ohr gesetzt werden , werden sie doch in seinem Hinterkopf sein .

Gut, er wird hier 6 Wochen verbringen und ich rate dir dringend , darauf zu achten, dass er tatsächlich ausreist .
Vergewissere dich, dass er in den Flieger steigt, denn nur so kannst du vor möglichen weiteren "Überraschungen" sicher sein - du hast eine Verpflichtungserklärung unterschrieben und das bedeutet, dass du ggfs. auch für seine Abschiebung zahlen musst, sollte er untertauchen .
Sollte er während seines Besuchs zum Arzt müssen , vergewissere dich über die Versicherungsbedingungen der von dir abgeschlossenen Krankenversicherung - gerade in solchen Fällen gibt es zig Ausnahmeregelungen von Seiten der Versicherung und auch Höchstgrenzen bei der Arztrechnung .

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Re: Sri Lanka: Leide ich unter dem AMIGA-Syndrom?

Beitrag von leva » 21.07.2014, 20:07

Ukasa hat geschrieben:Hallo leva,

vielen Dank für deine Einschätzung, mit der du sicherlich nicht ganz daneben liegst.
Wenn du meine Beiträge aber (ja, hier kommt das Aber ;) ) aufmerksam liest, wirst du feststellen, dass ich mir nicht alles rosarot rede und für alle kritischen Fragen Ausreden und Ausflüchte suche. Ich habe bereits u.a. seinen niedrigen Bildungsstandard, unsere unterschiedliche Sozialisierung, seine Heimatverbundenheit und seine schwierige finanzielle Lage angesprochen. Ich bin auch auf Punkte eingegangen, die ich zum jetzigen Zeitpunkt nicht einschätzen kann: etwaige Forderungen, die von der Familie kommen, wie er in Deutschland klarkommt, was er hier an Arbeitsmöglichkeiten hätte etc. pp.

Mir geht es darum, ein möglichst aussagekräftiges Bild von meinen Singhaya zu zeichnen, damit die erfahrenen und aufmerksamen Leser und Leserinnen, die sich hier im Forum tummeln, durch gezielte Nachfragen auf einzelne Punkte eingehen können (wie ja bereits geschehen). Meine Antworten sind daher nicht unbedingt als Verteidigung oder Ausrede zu sehen, sondern lediglich als Beschreibung dessen, was ich von ihm kennengelernt habe.

Um noch einmal kurz auf das Thema "Deutsch lernen" zu sprechen zu kommen: bislang habe ich ihm jene Dinge beigebracht, die IM MOMENT von Bedeutung für ihn sind, sprich: Deutsch für den Gastronomiebereich. Das hat er auch gut gelernt und die Vokabeln hat er drauf. Sollte ein gemeinsames Leben in Deutschland tatsächlich anstehen, dann muss er sich natürlich auf seine vier Buchstaben setzen und ordentlich deutsch pauken - nicht nur, um hier eine Arbeit finden zu können bzw. überhaupt einreisen zu können), sondern v.a. auch um vollständig am Leben teilnehmen zu können. Ohne Sprachkenntnisse wird man immer ein Außenseiter bleiben.
leva hat geschrieben: Dir kann ich nicht ganz abnehmen,dass du auf Dauer mit einem ungebildeten,einkommenschwachen SL Mann in D leben willst.
Richtig. Das will ich natürlich nicht. Ungebildet ist er aber leider. Wenn da nicht die Bereitschaft kommt, etwas zu ändern, dann ist das natürlich kein Zukunftsmodell für mich. Sein Einkommen hingegen - auch wenn das vielleicht für viele nicht nachvollziehbar ist - ist mir tatsächlich ziemlich schnuppe. Und das sage ich nicht, weil er mein exotischer Traumprinz ist, sondern weil ich darauf noch nie großen Wert gelegt habe (auch bei einem deutschen Partner nicht).

PS: Falls meine Antworten schnippisch oder engstirnig rüberkommen (?), bitte ich dies zu entschuldigen. In schiftlicher Kommunikation kommen Dinge häufig anders beim Leser rüber als vom Schreibenden gewollt.
Fuer mich kommst du eigentlich total "wach" rueber und ich habe keine "Bissigkeit" bei dir erkennen koennen.
Da du noch sehr jung bist u. es dir vielleicht jetzt noch vorstellen kannst ,einen "lieben",aber "ungebildeten" SL zu deinem Ehemann zu machen und die Konsequenzen abzusehen,gehen hier alle sehr "zahm" mit dir um.
Aber auf Dauer ist das kein Zustand.Lust u. Verliebtheit nimmt irgendwann ab u. dann braucht ihr andere Ziele.
Kann man sich im Rausch der Gefuehle noch nicht vorstellen.
Aber auf Dauer einen "Schlappi" zu bemuttern,wird auch bei dir zu Frust fuehren.

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Re: Sri Lanka: Leide ich unter dem AMIGA-Syndrom?

Beitrag von coralia » 21.07.2014, 20:29

Hallo usaka,

Ich wäre glaube ich unsicher, ob er wirklich einen bildungsstand erreichen kann, der dem deinen auch nur annähernd entspricht, wenn er sein bisheriges leben mit kellnerjobs verbracht hat. Vielleicht erwartest du da ein bisschen viel. Ich glaube mit einem deutsch anfangerkurs wäre er wahrscheinlich für den anfang gut ausgelastet. Jemand, der es nicht gewohnt ist, regelmäßig zu lernen und sich weiterzubilden hat meiner erfahrung nach als erwachaener große schwierigkeiten damit, plötzlich geistige hochstleistungen erbringen zu sollen.

Und wenn du da quasi als bildungsministerin in eurer beziehung agierst und ihm vorgibst, was er alles noch machen muss, damit er deinen anforderungen entspricht, stelle ich mir das auch recht unausgeglichen vor. Er muss sich dir ja unterlegen fühlen.

Wenn du eine ernsthafte beziehung mit ihm in erwägung ziehst, solltest du ihn meiner meinung nach so akzeptieren wie er ist, er hat in deutschalnd sowieso keine karrierechancen, dazu hat er bildungsmäßig bereits zu viel verpasst. Wenn er glück hat, findet er hier einen kellnerjob, so wie zu hause. Damit solltest du dich besser abfinden, glaube ich. Für ihn bedeutet bildung nicht dasselbe wie für dich, er ist ja bisher auch ganz gut ohne klar gekommen, oder?

Coralia

Efendi II
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Re: Sri Lanka: Leide ich unter dem AMIGA-Syndrom?

Beitrag von Efendi II » 21.07.2014, 20:56

Tukan hat geschrieben:Gut, er wird hier 6 Wochen verbringen und ich rate dir dringend , darauf zu achten, dass er tatsächlich ausreist.
...und wenn er garnicht erst (nach Deutschland) einreist, sondern sich gleich nach Italien (sehr beliebt bei Srilankis) oder sonst wohin verdrückt ?
- du hast eine Verpflichtungserklärung unterschrieben und das bedeutet, dass du ggfs. auch für seine Abschiebung zahlen musst, sollte er untertauchen .
Bei Besuchern die ihre Reise nicht selbst finanzieren können, ist die Verpflichtungserklärung unabdingbar. Damit haftet der Gastgeber gegenüber dem Staat für alle Kosten die vom Besucher verursacht werden.
Sollte er während seines Besuchs zum Arzt müssen , vergewissere dich über die Versicherungsbedingungen der von dir abgeschlossenen Krankenversicherung - gerade in solchen Fällen gibt es zig Ausnahmeregelungen von Seiten der Versicherung und auch Höchstgrenzen bei der Arztrechnung .
Die Visavergabestelle achtet schon darauf, dass es sich um eine Krankenversicherung handelt, die allen eventuellen Erfordernissen gerecht wird.
Habe Mut, Dich Deines eigenen Verstandes zu bedienen! (Immanuel Kant)

Ukasa
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Re: Sri Lanka: Leide ich unter dem AMIGA-Syndrom?

Beitrag von Ukasa » 21.07.2014, 21:00

@Tukan: Danke für deine Ratschläge. Selbstverständlich werde ich ihn bei seiner Reise zum Flughafen bringen und bis zum Check-In dabei sein. Die Bedingungen der KRankenversicherung werde ich nochmal ausgiebig studieren.

@leva: Nee, nee, ich kann mir nicht vorstellen einen ungebildeten Mann zu ehelichen. Deswegen meinte ich ja, dass in der Richtung noch ein bisschen mehr von ihm kommen muss. Du schreibst
Aber auf Dauer einen "Schlappi" zu bemuttern,wird auch bei dir zu Frust fuehren.
Ein Schlappi ist er in meinen Augen eben nicht. Er hat ja durchaus was geleistet. Es entspricht eben nicht so den westlichen Vorstellungen von Erfolg, der so stark an berufliche und montäre Erfolge gekoppelt ist. Das schließt jetzt auch an deinen Post an, Coralia: meinen Bildungsstand wird er natürlich nicht erreichen. Dafür ist der Zug schon abgefahren. Aber das ist ja auch gar nicht nötig. Er braucht keinen angesehenen Abschluss und tollen Job und er muss mir auch nicht die Bundeskanzler aufzählen können, aber er muss ein INTERESSE haben und sich - von sich selber heraus - mit Sachen beschäftigen, die seinen momentanen dörflichen Horizont (bzw. sein direktes Umfeld) übersteigen.
Ich habe Erwartungen in eine Beziehung und somit natürlich auch an ihn, aber stelle das nicht als Forderung in den Raum. Das muss schon von ihm selber kommen. Ich hoffe, dass mir sein Besuch zeigen wird, ob er dieses Interesse entwickelt oder nicht.

Ukasa
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Re: Sri Lanka: Leide ich unter dem AMIGA-Syndrom?

Beitrag von Ukasa » 21.07.2014, 21:02

Efendi II hat geschrieben: ...und wenn er garnicht erst (nach Deutschland) einreist, sondern sich gleich nach Italien (sehr beliebt bei Srilankis) oder sonst wohin verdrückt ?
... dann weiß ich, dass ich mich in allen Belangen getäuscht habe.

Tukan
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Re: Sri Lanka: Leide ich unter dem AMIGA-Syndrom?

Beitrag von Tukan » 21.07.2014, 21:06

Efendi II hat geschrieben:
Tukan hat geschrieben:Gut, er wird hier 6 Wochen verbringen und ich rate dir dringend , darauf zu achten, dass er tatsächlich ausreist.
...und wenn er garnicht erst (nach Deutschland) einreist, sondern sich gleich nach Italien (sehr beliebt bei Srilankis) oder sonst wohin verdrückt ?

Tja , Pech gehabt - auf der anderen Seite hat er ein Ticket nach D .
- du hast eine Verpflichtungserklärung unterschrieben und das bedeutet, dass du ggfs. auch für seine Abschiebung zahlen musst, sollte er untertauchen .
Bei Besuchern die ihre Reise nicht selbst finanzieren können, ist die Verpflichtungserklärung unabdingbar. Damit haftet der Gastgeber gegenüber dem Staat für alle Kosten die vom Besucher verursacht werden.
Ist mir persönlich schon klar - hatte lange Zeit u.a. damit beruflich zu tun 8)
Sollte er während seines Besuchs zum Arzt müssen , vergewissere dich über die Versicherungsbedingungen der von dir abgeschlossenen Krankenversicherung - gerade in solchen Fällen gibt es zig Ausnahmeregelungen von Seiten der Versicherung und auch Höchstgrenzen bei der Arztrechnung .
Die Visavergabestelle achtet schon darauf, dass es sich um eine Krankenversicherung handelt, die allen eventuellen Erfordernissen gerecht wird.
Da bin ich mir nicht sicher - ich hatte beruflicherseits erlebt, dass die Gastgeber trotz allen auf Krankenkosten sitzenblieben 8)

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Re: Sri Lanka: Leide ich unter dem AMIGA-Syndrom?

Beitrag von coralia » 21.07.2014, 21:10

Ich kann natürlich nicht beurteilen, ob er so ein interesse hat oder nicht, es wäre schön, wenn das so wäre, nur stellt sich die frage, warum er bisher eben nicht bemüht war, seinen Horizont zu erweitern, deshalb meine bedenken in bezug auf "das muss dann schon von ihm selbst kommen". Mir stößt es ein wenig sauer auf, dass du ihn in seinem jetzigen "ungebildeten zustand" keinesfalls heiraten würdest. Hm. Wann würdest du denn " ja" sagen? Wenn er dir drei vhs- zertifikate vorgelegt hat und die Süddeutsche Zeitung abonniert hat? Verstehst du, worauf ich hinaus will? Ich finde, diese haltung hat so einen touch von oben herab.

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Re: Sri Lanka: Leide ich unter dem AMIGA-Syndrom?

Beitrag von leva » 21.07.2014, 21:13

Ukasa hat geschrieben:@Tukan: Danke für deine Ratschläge. Selbstverständlich werde ich ihn bei seiner Reise zum Flughafen bringen und bis zum Check-In dabei sein. Die Bedingungen der KRankenversicherung werde ich nochmal ausgiebig studieren.

@leva: Nee, nee, ich kann mir nicht vorstellen einen ungebildeten Mann zu ehelichen. Deswegen meinte ich ja, dass in der Richtung noch ein bisschen mehr von ihm kommen muss. Du schreibst
Aber auf Dauer einen "Schlappi" zu bemuttern,wird auch bei dir zu Frust fuehren.
Ein Schlappi ist er in meinen Augen eben nicht. Er hat ja durchaus was geleistet. Es entspricht eben nicht so den westlichen Vorstellungen von Erfolg, der so stark an berufliche und montäre Erfolge gekoppelt ist. Das schließt jetzt auch an deinen Post an, Coralia: meinen Bildungsstand wird er natürlich nicht erreichen. Dafür ist der Zug schon abgefahren. Aber das ist ja auch gar nicht nötig. Er braucht keinen angesehenen Abschluss und tollen Job und er muss mir auch nicht die Bundeskanzler aufzählen können, aber er muss ein INTERESSE haben und sich - von sich selber heraus - mit Sachen beschäftigen, die seinen momentanen dörflichen Horizont (bzw. sein direktes Umfeld) übersteigen.
Ich habe Erwartungen in eine Beziehung und somit natürlich auch an ihn, aber stelle das nicht als Forderung in den Raum. Das muss schon von ihm selber kommen. Ich hoffe, dass mir sein Besuch zeigen wird, ob er dieses Interesse entwickelt oder nicht.
Wenn er es mit 27 noch nicht weiter als als Kellner gebracht hat,ist er mMn "schlapp". Auch in SL kann man studieren mit Unterstuetzung des Staates u. eine ggf Hotelfachschule besuchen..... :wink: ,wenn ihm die Gastro so liegt.
Stell dir die ganzen Hotels mit Fachpersonal an SL Kuesten vor.Also,das geht schon.Auch die haben mal gelernt und ich spreche jetzt nicht von angelernten Kellnern.

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Re: Sri Lanka: Leide ich unter dem AMIGA-Syndrom?

Beitrag von leva » 21.07.2014, 21:32

Ukasa,sorry,wenn ich etwas "streng" rueberkomme,aber dein Freund muss aus eigener Motivation seine Fortbildung/Deutsch lernen bewerkstelligen.
Du kannst ihm das nicht nahelegen.Das muss in ihm sein o. evtl dann nicht.
In seinem Land kennt er alle Vorraussetzungen,kann googlen,online Lernen etc.
BTW:Was helfen ihm Gastro Deutschkenntnisse,wenn er auf Besuch kommt.

Ein Bier bitte?^^

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Re: Sri Lanka: Leide ich unter dem AMIGA-Syndrom?

Beitrag von sita » 21.07.2014, 22:03

Ukasa, Du gehst ein nicht zu unterschätzendes Risiko ein:

http://www.anwalt.de/rechtstipps/bverwg ... 55897.html
Du schriebst:
... dann weiß ich, dass ich mich in allen Belangen getäuscht habe.
Mit Deinen 27 Jahren kann Dich sowas komplett aus der Bahn werfen.
Liebe Grüße
sita


Oft gehört mehr Mut dazu, seine Meinung zu ändern, als ihr treu zu bleiben

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Re: Sri Lanka: Leide ich unter dem AMIGA-Syndrom?

Beitrag von sita » 21.07.2014, 22:20

Hatte was in Erinnerung, jetzt wiedergefunden:

http://www.ra-wschmid.de/b_rechtsberatu ... 8-aufenthg
Liebe Grüße
sita


Oft gehört mehr Mut dazu, seine Meinung zu ändern, als ihr treu zu bleiben

FRIEDRICH HEBBEL

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Re: Sri Lanka: Leide ich unter dem AMIGA-Syndrom?

Beitrag von Efendi II » 21.07.2014, 22:23

sita hat geschrieben:Ukasa, Du gehst ein nicht zu unterschätzendes Risiko ein:
http://www.anwalt.de/rechtstipps/bverwg ... 55897.html
Noch teurer wird es wahrscheinlich, wenn, wovon man bei der jetzigen Rechtslage nach Beendigung des Krieges ausgehen muss, es zu keiner Flüchtlingsanerkennung kommt und die Ausreise/Abschiebung - aus welchen Gründen auch immer - nicht durchgeführt werden kann.

Da zahlt sich der Verpflichtungsgeber dann dumm und dämlich. Im Falle Sri Lanka sind da hohe fünfstellige Eurobeträge keine Seltenheit und glaub mir, als Schuldner beim Staat hast Du die A*****karte gezogen, der verzichtet auf keinen Pfennig.
Habe Mut, Dich Deines eigenen Verstandes zu bedienen! (Immanuel Kant)

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Re: Sri Lanka: Leide ich unter dem AMIGA-Syndrom?

Beitrag von Zwoelfe » 22.07.2014, 06:03

Liebe Ukasa , hier sind Dir schon so wichtige Dinge wie Lernen und Arbeit gesagt worden und wie schwer es ist , ohne genügende schulische Vorbildung und passender Ausbildung hier in Deutschland Fuß zu fassen .

Ich werde versuchen , Dir das anhand meiner beiden asiatischen Ehemänner zu erklären .

In erster Ehe war ich mit einem Chinesen verheiratet . Aufgewachsen in Malaysia , kam er dann mit seiner Mittelschichtsfamilie nach Singapour in ein "englisches Internat" und machte dort einen mit Fachabitur vergleichbaren Abschluß . Er hatte , als ich ihn kennen lernte , eine Aufenthalts- und Arbeitserlaubnis . Hier war es "nur" bi-national , aber in den 70gern gabs noch kein Internet und wie unterschiedlich unsere Vorstellungen waren , durften wir uns im Eheverlauf erarbeiten - es ging schief . Er hatte sehr bald den Wunsch geäußert , ich solle mit ihm nicht mehr Englisch sprechen , sondern Deutsch . Das tat ich und ohne das ich sonst weiter mit ihm übte , konnte er innerhalb eines Jahres die Bildzeitung lesen , nach zwei Jahren den Stern . Er hatte lernen gelernt ... und sehr , sehr gute Englischkenntnisse . Er konnte wahrscheinlich ebenso gut Englisch wie seine Muttersprache. Das ist deshalb so wichtig , weil man erst mal nur das in einer anderen Sprache lernen kann , was man in der eigenen beherrst .

Natürlich las er viel englische Bücher und Magazine und da er die deutsche Sichtweise besser verstehen wollte , wagte er sich an den Spiegel . Seine Freunde aus der Heimat , die ihn hier besuchten , waren alle gebildet , studierten und bei uns im Wohnzimmer wurden hochkomplexe politische Debatten geführt . Übrigens , einer unserer Fehler war war , ihn nicht zu irgendeiner Deutschprüfung anzumelden , damit er was schriftliches in der Hand hatte . Die Reederei , die ihn auf ihre Kosten ausbilden wollte , ging leider vorher pleite . Die Ehe war da schon am Ende und er wollte dann zurück in die Heimat . Übrigens , die Kosten der Aus/Weiterbildung zu stemmen , wenn sich kein Arbeitgeber dafür findet , sollten nicht unterschätzt werden . Nur wenn man einen Arbeitgeber findet , der ihn dann auch zum "deutschen" Gehalt einstellt , kriegt man die Kosten wieder raus . Sonst ist man wie jeder andere Deutsche in der Situation auch "akademidierter Taxifahrer" .

Mein Sri Lankaner sagte auch , dass er eine "englische Schule" besucht hatte . Sein Englisch war aber sehr bescheiden ,was ich zunächst darauf schob , das er nicht soviel Kontakt zu Landsleuten hatte und Englisch für alle anderen (Nationen) eine Sprache auf Pidgin Niveau war . Er las keine Bücher , keine Magazine und kam überhaupt mit dem Alltagsleben hier nicht klar . Er tat das Einzige , was Menschen mit diesem Hintergrund hier tun können - außer einem Hilfsjob - er machte sich mit einem Kleinunternehmen , für das man nur eine "Gewerbeerlaubnis" braucht , selbstständig . Die Erlaubnis lief auf meinem Namen und da ich keinen Bock hatte , auf Dauer das Kindermädchen für ihn beim "Papierkram" zu spielen , holte er sich einen anderen Strohmann . Er konnte sich in unsere Gesetzeslage weder einarbeiten noch konnte er sie versethen . Und das "für Karniggel bremsen" nur in gewissen alternativen Szenen Heldentaten sind , hatte er nach sieben Jahren auch schon kapiert ...

Was bleibt denn von der buddistischen Lichtgestalt Deines Singhalesen , wenn er nicht mehr in seinen Dorf ist ? Wer würde ihn hier um Tat fragen ? Wer ihm hier Ehrerbietung erweisen ? Ihn für seine Lebensführung bewundern ?

Gut , diese sechs Wochen können einiges bringen - so zum Beispiel , dass Du Dir überlegst , ob und was Du seiner buddistischen Seele antust - denn er muß auf gar keinen Fall ungebildet im Sinne seiner buddistischen Heimat sein - aber das hülfe ihm nichts in dieser unserer Welt .

Hier gäbe es nur mehr Geld für ihn . Und damit ist nicht die Systemgastronomie gemeint , für deren Tätigkeiten er qualifiziert genug wäre .

Zwoelfe
Love all , trust a few and do wrong to none ...

... ich hab`mal gehört , der ist von Shakespeare - oder isses der Glückskeksspruch vom Chinamann nebenan ?

Ukasa
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Re: Sri Lanka: Leide ich unter dem AMIGA-Syndrom?

Beitrag von Ukasa » 22.07.2014, 19:05

leva hat geschrieben:Ukasa,sorry,wenn ich etwas "streng" rueberkomme,aber dein Freund muss aus eigener Motivation seine Fortbildung/Deutsch lernen bewerkstelligen.
Du kannst ihm das nicht nahelegen.Das muss in ihm sein o. evtl dann nicht.
In seinem Land kennt er alle Vorraussetzungen,kann googlen,online Lernen etc.
Hallo leva, im Grunde sage ich doch nichts anderes? Wenn er selber keine Motivation fürs Lernen mitbringt, wird das natürlich nichts. So wie er mir unermüdlich Singhalesisch beibringt, werde ich ihn auch beim Deutsch helfen. Ein großer Autodidakt ist er in sprachlicher Hinsicht leider nicht.
BTW:Was helfen ihm Gastro Deutschkenntnisse,wenn er auf Besuch kommt.

Ein Bier bitte?^^
Na, ist doch ein sehr nützlicher Satz. ;)
Aber im Ernst: ich meinte ja, dass er das, was im Moment relevant für ihn ist, kann. Und da er in der Gastronomie arbeitet, ist das eben entsprechendes Vokabular. Die deutschen Gäste freut es, wenn er ein bisschen was auf deutsch kann. Für seinen Besuch hier wird er auch ohne Deutschkenntnisse nicht verhungern oder vereinsamen. Wirklich brauchen wird er es erst dann, wenn er wirklich hier leben will. Und da wird er Dank der "Sprachnachweis-Regelung" (Efendi wird sicherlich gleich sagen, wie der korrekte Begriff lautet) sowieso verpflichtet sein deutsch zu lernen bevor er kommt.

Bzgl. Verpflichtungserklärung: Natürlich habe ich mich informiert, was ich mit dem Wisch unterschreibe. Mögliche Konsequenzen sind mir absolut bewusst.

Bzgl. Bildungsunterschied: Auch ich sehe diesen Punkt als einen der entscheidenden. Er hat nunmal den niedrigen Bildungsstand, den er hat. Mir geht es nun darum herauszufinden, ob dem so ist, weil er generell nicht über weitreichendere intelektuelle Kapazitäten verfügt oder ob bislang einfach keine Motivation für weitere Bildung vorhanden war. Was nützt es ihm z.B. über globale Geschehnisse informiert zu sein, wenn er nie die Möglichkeit hat aus seinem Land rauszukommen? (mal als einfaches Beispiel). Ich habe das Gefühl, dass mehr in ihm steckt als er bislang zeigen konnte. Bei seinem Besuch hat er die Möglichkeit mir das zu beweisen.
Was bleibt denn von der buddistischen Lichtgestalt Deines Singhalesen , wenn er nicht mehr in seinen Dorf ist ? Wer würde ihn hier um Tat fragen ? Wer ihm hier Ehrerbietung erweisen ? Ihn für seine Lebensführung bewundern ?
Große Ehrerbietung erweist im dort auch niemand und seine Lebensführung löst wohl auch keine überschwängliche Bewunderung aus. Das bewegt sich alles im normalen Rahmen. Um seine Hilfe wird er tatsächlich häufig gebeten, aber wahrscheinlich darum, weil jeder weiß, dass er keine Gegenleistung erwartet. Ein angenehmer Helfer also. ;)
Wo und wie er sich da in das deutsche Leben einfügt? Keine Ahnung.

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