@Gadi, @Karima, @Chris

zum Thema Bezness

Moderator: Moderatoren

Antworten
Ponyhof
Beiträge: 1361
Registriert: 24.01.2014, 10:52

@Gadi, @Karima, @Chris

Beitrag von Ponyhof » 17.06.2025, 14:47

Danke für Eure Mails, welche eine ähnliche Sicht auf die Dinge widerspiegeln! :wink:

Das ist jetzt wie ein bischen konspiratives Zettelchenverteilen in der Grundschule, aber wir wollen ja nix wieder hochkochen lassen, und uns stattdessen an der Meinungspluralität erfreuen. :mrgreen:

Wollte Euch nur wissen lassen, dass ich mich über Eure Mails sehr gefreut habe. Wir sehen/lesen uns in den einzelnen Threads. :wink:
„Nicht zu bekommen, was man will, ist manchmal ein grosser Glücksfall.“ Dalai Lama

Delphi69
Beiträge: 158
Registriert: 14.02.2013, 16:52

Re: @Gadi, @Karima, @Chris

Beitrag von Delphi69 » 17.06.2025, 20:31

Nix mit konspiratives Zettelchenverteilen in der Grundschule - auch ich bin an Deiner Seite lieber Ponyhof.
Diese unsäglichen und persönlichen Angriffe - ich war entsetzt, wollte jedoch nicht noch mehr Öl ins Feuer gießen. Für mein Zögern, Dir beiseite zu stehen, entschuldige ich mich aufrichtig.
Ich lese Deine wohl durchdachten, konstruktiven Beiträge sehr gern. Sie sind eine Bereicherung für dieses Forum, dem Du zum Glück erhalten bleibst. Schön, dass Du Dich wieder eingebracht hast.

Liebe Grüße
Delphi69

Ponyhof
Beiträge: 1361
Registriert: 24.01.2014, 10:52

Re: @Gadi, @Karima, @Chris

Beitrag von Ponyhof » 17.06.2025, 22:24

Nein, da brauchst Du Dich wirklich nicht zu entschuldigen! Das hätte sich weiter und weiter hochgeschaukelt. Jeder kann sich ja seinen Teil denken.
„Nicht zu bekommen, was man will, ist manchmal ein grosser Glücksfall.“ Dalai Lama

omega
Beiträge: 69
Registriert: 28.02.2014, 08:53

Re: @Gadi, @Karima, @Chris

Beitrag von omega » 18.06.2025, 11:01

Guten Morgen

Da es im öffentlichen Teil steht meine Frage dazu:

Um was genau geht es hier ?



Omega

Ponyhof
Beiträge: 1361
Registriert: 24.01.2014, 10:52

Re: @Gadi, @Karima, @Chris

Beitrag von Ponyhof » 18.06.2025, 12:17

Es ging darum, dass es kürzlich einen Thread gab, der aus dem Ruder gelaufen ist. Die Moderation hat dankenswerterweise eingegriffen, und den Teil, der mit dem Ursprungsthema wenig zutun hatte abgetrennt. Leider war auch die weitere Diskussion im nunmehr neuen Thread nicht zu bezähmen, und nachdem dort Worte fielen, die man durchaus als persönliche Beleidigung interpretieren kann, wurde der Thread geschlossen.

Ich verlinke diese Threads hier nicht, weil ich nicht möchte, dass es dazu eine weitere inhaltliche Diskussion gibt.

Es gibt leider immer mal wieder Meinungsverschiedenheiten... Davon lebt ja ein Forum ja auch. Nur war das in diesem Fall nicht nur hochgekocht, sondern übergekocht. Um beim sprachlichen Bild zu bleiben: Lasst es uns nicht wieder aufwärmen. :mrgreen:
„Nicht zu bekommen, was man will, ist manchmal ein grosser Glücksfall.“ Dalai Lama

karima66
Beiträge: 2032
Registriert: 20.03.2009, 12:54

Re: @Gadi, @Karima, @Chris

Beitrag von karima66 » 19.06.2025, 09:36

Freu mich dich weiter lesen zu dürfen....

Bina62
Beiträge: 399
Registriert: 21.01.2012, 16:08

Re: @Gadi, @Karima, @Chris

Beitrag von Bina62 » 23.06.2025, 14:34

Lieber Ponyhof,bleibe uns bitte erhalten.Deine Texte sind immer auf dem Punkt.Na ja und Günther muss auch hin und wieder herhalten.Danke dafür. LG Bina

Chris
Beiträge: 468
Registriert: 26.07.2019, 22:12

Re: @Gadi, @Karima, @Chris

Beitrag von Chris » 25.06.2025, 15:17

Delphi69 hat geschrieben:
17.06.2025, 20:31

Ich lese Deine wohl durchdachten, konstruktiven Beiträge sehr gern. Sie sind eine Bereicherung für dieses Forum, dem Du zum Glück erhalten bleibst. Schön, dass Du Dich wieder eingebracht hast.

So ist es!

NGal
Beiträge: 97
Registriert: 29.12.2016, 12:40

Re: @Gadi, @Karima, @Chris

Beitrag von NGal » 25.06.2025, 21:31

Bina62 hat geschrieben:
23.06.2025, 14:34
Lieber Ponyhof,bleibe uns bitte erhalten.Deine Texte sind immer auf dem Punkt.Na ja und Günther muss auch hin und wieder herhalten.Danke dafür. LG Bina
Und die Moni auch :wink:

Ponyhof
Beiträge: 1361
Registriert: 24.01.2014, 10:52

Re: @Gadi, @Karima, @Chris

Beitrag von Ponyhof » 28.06.2025, 12:23

Dankeschön, ihr Lieben! :D

Ach ja, die Pension Schwarzwaldrose und ihre Protagonisten… das ist bald eine untergegangene, politisch nicht korrekte Welt. Da gab es noch Süßigkeiten, die den Namen einer sexuellen Belästigung afrikanischer Menschen trugen, und Fleischgerichte, die auch so Bezeichnungen mobiler ethnischer Minderheiten hatten… und ich glaube, das war gar nicht böse, abwertend oder diskriminierend gemeint. Und da habe zumindest ich nix Böses damit in Verbindung gebracht, und wollte damit auch niemanden beleidigen.

Haben sich die Menschen damals beleidigt gefühlt? Ich weiss es nicht. Ganz ehrlich nicht.

Es war damals auch nicht alles Gold, was glänzt. Ganz sicher nicht. Aber die Tendenz, alles ins Extreme zu überdehnen, Gefühl über Wissenschaft zu stellen, den eigenen Narzissmus zu bauchpinseln, sich selbst als das Maß aller Dinge zu sehen, der absolut fehlende Pragmatismus, die einerseits ständig gepredigte Toleranz, die bei einer abweichenden Meinung aber sofort aufhört, und vor allem dieses ständige “Haltung zeigen” ohne Reflektion und lösungsorientiertes Handeln, das habe ich früher nicht so wahrgenommen.

Da werden im Namen der Toleranz an der Uni (Kiel) die Geschlechter getrennt (Frauen auf die schlechten Plätze hinten), und das Kopftuch als Befreiung und Selbstbestimmung der Frau gefeiert. Tierquälerei (Schächtung von Tieren), KIndesmisshandlung/Pädophilie (Kinderehen) werden möglich gemacht, und bekommen das Etikett “kulturell”, also irgendwie “schützenswert”, weil man “zeigt Haltung” und ist “tolerant”. Vergewaltiger werden weniger hart bestraft als ihre Opfer, die die “Persönlichkeitsrechte” des Vergewaltigers “missachtet haben”. Für das Verbreiten eines satirischen Bildes können höhere (und promptere) Strafen verhängt werden als bei körperlichen Angriffen…

Für mich sind da ein paar Maßstäbe verrutscht, auch wenn ich die Diskussion darüber, wie wir miteinander umgehen wollen (und da gehört auch eine Diskussion über Sprache, Beleidigungen und unbeabsichtigte Diskriminierung dazu!) wichtig finde. Aber vielleicht ist das hier auch nicht der richtige Ort, um das zu diskutieren.

Lassen wir also Günther und Moni in ihrer Welt des Gelsenkirchener Barocks, der Glasbausteine, der verblichenen Langnese-Eisschirme, den vergilbten Plastestühlen, Waschbetonplatten und Schwenkgrill. Und ja, ab und zu kommt ja auch Lukas zu Besuch, der Soziologie-Student im 17. Semester, der sich überall durchschnorrt. :mrgreen:
„Nicht zu bekommen, was man will, ist manchmal ein grosser Glücksfall.“ Dalai Lama

Fierrabras
Beiträge: 1088
Registriert: 02.12.2015, 15:24

Re: @Gadi, @Karima, @Chris

Beitrag von Fierrabras » 05.07.2025, 17:04

Ich bewundere Deine klugen Beiträge immer sehr, Ponyhof. Bitte mehr davon!

Karlotta
Beiträge: 1118
Registriert: 14.02.2011, 08:01

Re: @Gadi, @Karima, @Chris

Beitrag von Karlotta » 07.08.2025, 12:01

Lieber Ponyhof, hast Du schon mal ein Buch/Bücher geschrieben? Wenn nicht, denk mal drüber nach. Deine Formulierungen sind einsame Klasse!
Karlotta
Ich sehe älter aus als ich mich fühle! Doch der Körper haut ab, macht sich selbständig!
Sky du Mont

Ponyhof
Beiträge: 1361
Registriert: 24.01.2014, 10:52

Re: @Gadi, @Karima, @Chris

Beitrag von Ponyhof » 08.08.2025, 15:18

Karlotta, nein...zwischen ein bisschen Wortakrobatik und 100+ Seiten liegen Welten. Da muss ja irgendwie stringenter Inhalt rein. ;-)

Das Bild mit Günther, Moni und der ganzen Baggage funktioniert ja gerade deshalb, weil eine bestimmte Genereation genau solche "Prototypen" noch kennt. Da reichen dann Stichpunkte wie "verblicherener Langnese-Eisschirm auf Waschbetonplatte", und jeder hat dieses Bild vor Augen, weil es eben "dieses Bild" hundertfach gegeben hat. Und den Gelsenkirchener Barock hat auch jeder im Verwandtschafts-/Bekanntschaftskreis erlebt, das "war eben damals so". Das ist quasi "kulturelles Erbe", eine Welt, die viele Menschen ähnlich erlebt haben. Klar gibt es ost/westdeutsche Unterschiede, aber in sich waren die Gesellschaften relativ homogen, bzw. haben in sich selbst gleiche Erfahrungen geteilt. Das ist auch einer der Ursprünge der immer noch anhaltenden (und wieder zunehmenden) Ost-West-Identitätsdiskussion. Die haben wir seit 35 Jahren nicht überwunden, und mit der zunehmenden kulturellen Fragmentierung der Gesellschaft und der Verneinung einer verbindenen Leitkultur wird es eher weiter auseinanderdriften. Vielleicht liegen die Bruchlinien aber bald nicht mehr bei Ost/West, sondern verschieben sich weiter in Richtung links/rechts oder entlang religiöser oder ethnischer Grenzen.

Meiner Meinung nach hat genau diese Diskussion auch viel mit dem zutun, worum es hier im Forum geht. Nach 35 Jahren sind -trotz gemeinsamer Sprache, gemeinsamer kultureller Geschichte (bis auf 40 Jahre) und ähnlichem Bildungsniveau- immer noch "Unterschiede" zwischen Ost und West spürbar, Animositäten und Neiddebatten auf beiden Seiten, zumindest in den unteren Bevölkerungsschichten. Die gegenseitige Geschichte wird wenig anerkannt. Die einen maulen "undankbar" über "arrogante Wessis" und vergessen die Probleme des Sozialismus, die anderen schimpfen, dass die ostdeutschen Frauen mehr Rente bekommen als die Frauen "im Westen", vergessen aber dabei, dass erstere oft voll berufstätig waren. Der Osten "hätte ja nie in die bundesdeutsche Rentenkasse eingezahlt", und der Osten sei "unproduktiv gewesen". Ersteres ist sicher formal richtig, aber natürlich gab es auch im Osten eine Rentenversicherung, in die die arbeitenden (und keinesfalls unproduktiven) Menschen eingezahlt haben, und denen die Rentenansprüche abzusprechen, ist auch nicht richtig.

Warum war der Osten pleite...? Ein grosser Teil der Wahrheit ist natürlich das sozialistische System, welches keine/wenig Leistungsanreize setzte (dafür durchaus Druck machen konnte!), und vor allem steter Materialmangel. Ein anderer Teil ist aber auch, dass vor allem der Osten die Kriegsreparationen geleistet hat, und das bis in die 80ger Jahre hinein bis zur eigenen Pleite. Und auch der Westen hat profitiert: Teile des westdeutschen Wohlstandes wären ohne den Osten nicht möglich gewesen. Die freundlichen Versandhäuser und Billigketten wie Woolworth haben sich ihre Produkte (z.B. Bettwäsche) teilweise in ostdeutschen Frauengefängnissen nähen lassen, und Vieles -von der "Quelle"-Meisterankerarmbanduhr (=aus Glashütte) über die Nähmaschine (aus Wittenberge) bis zum Kühlschrank (aus den Foron-Werken), Musikinstrumente (aus Markneukirchen), Kameras (aus Dresden) etc. wurde im Osten billigst eingekauft, und dann preiswert über die Kataloge in die westdeutschen Haushalte verkauft. Überspitzt gesagt: deutsch-deutsche Kolonialgeschichte. :mrgreen: Der westdeutsche Verbraucher ist daran genauso wenig schuld wie der ostdeutsche "kleine Mann", aber genau auf dieser Ebene geben wir uns leider schnell gegenseitig die Schuld für irgendwas. (Der Vollständigkeit halber sei's gesagt, dass ähnliche Konflikte natürlich auch zwischen Norddeutschen/Süddeutschen oder zwischen Einwohnern bestimmter Städte existieren können!)

So, was hat das alles in meinen Augen mit dem Forum zutun: Trotz jahrhundertealter gemeinsamer Kultur haben 40 Jahre ausgereicht, uns in bestimmten Lebensbereichen zu "trennen", zu unterschiedlichen kulturellen Identitäten zu führen und Gräben auszuheben, die sich trotz gemeinsamer Sprache nicht einfach so überwinden lassen oder einfach verschwinden. Die Idee, dass Menschen, die aus völlig anderen Kulturen kommen, ein jahrhundertealtes anderes kulturelles Erbe haben, ein völlig anderes soziales Zusammenleben gewohnt sind, eine andere Sprache sprechen und deren Bildungsniveau auch deutlich anders ist, sich in ein paar Monaten oder wenigen Jahren hier integrieren können (oder auch wollen) oder zu einem "deutschen Partner" werden, ist naiv. Und vor allem auch unterschwellig arrogant- denn "unsere" westliche Weltsicht ist eben nicht die alleinseligmachende, "richtige" und "natürlich erstrebenswerte". Wir sind nicht "der Weisheit letzter Schluss" und kulturell/intellektuell "besser as der Rest der Welt". Natürlich können binationale Beziehungen funktionieren- wenn beiden Partnern die Herausforderungen klar sind und beide Partner den kulturellen Hintergrund/Sitten/Gebräuche/Sozialisation des Partners kennen und seine Reaktionen diesbezüglich einordnen und akzeptieren können. Und beide stetig an sich arbeiten, und ihre Emotionen/Meinungen/Hintergründe reflektieren können.

Beznesser erwecken aber den Eindruck, dass sie "genauso wie Europäer sozialisiert sind", dass sie "genauso ticken wie das Opfer", und eine Beziehung nach westlichen Standards (oder z.B. bei einem grossen Altersunterschied sogar noch "moderner"/auf spiritueller Ebene) führen können. Gleichzeitig spielen sie aber oft ganz geschickt die "exotische-Kultur-Karte", wenn es darum geht, das Opfer von einer schnellen Hochzeit, Geschenken und Geld/Unterhalt zu überzeugen. Das Opfer, dass die dortige kulturellen Hintergründe (wenig) kennt, glaubt an die Ehrlichkeit der Beznessers, und glaubt ihm auch, dass "das" (schnelle Hochzeit, Geldgeschenke, Altersdifferenz) in seiner Kultur "üblich" (oder unproblematisch) sei. Der "Geliebte" "will einem doch nix Böses", und "durch den Kontakt zu Einheimischen taucht man in die Kultur ein". Der Widerspruch, dass das Opfer einerseits "europäisch offen" umworben wird, aber dann "nach seiner (angeblichen) Kultur" schnell heiraten muss/zahlen muss/.... fällt den toleranten Opfern oft gar nicht auf, und oft bereitwillig (und im Glauben an die Liebe) lassen sie das Überschreiten ihrer persönlichen Grenzen von seiten der Beznessser zu.

Und dann betritt Günther die Bühne, und versucht die Situation zu spiegeln. Womit wir wieder beim Anfang meines Beitrages wären. Ist ja jetzt schon fast ein Buch geworden. :mrgreen:
„Nicht zu bekommen, was man will, ist manchmal ein grosser Glücksfall.“ Dalai Lama

Antworten