Freundschaft unmöglich

Austausch über gemachte Bezness-Erfahrungen in diesem Land

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Slawine
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Re: Freundschaft unmöglich

Beitrag von Slawine » 11.02.2019, 14:15

Liebe Emily,

der Erstkontakt war tatsächlich übers Internet. Ich schrieb, dass ich dachte er gehöre zum Flüchtlingsfreundeskreis. Die Annahme beruhte darauf, dass er Mitglied eben dieser Gruppe bei Facebook war.

Dir Gruppe richtet sich an einen Personenkreis innerhalb eines Radius von ca. 50km.

Wir sind aus verschiedenen Städten aber sie sind untereinander schnell erreichbar.
Auch gab es Gruppentreffen und aufgrund meiner Ausbildung musste ich auch öfters juristisch aushelfen.
Soviel zum Thema: Reine Internet Bekanntschaft.

Da ich seit vielen Jahren aktiv in dieser Gruppe bin und bis auf wenige Ausnahmen alle cool und neutral waren, dachte ich, naiver Weise, auch er wäre so.

Auf meiner Seite war kein Herzklopfen 😅.
Mein Ehemann weiß immer mit wem ich mich treffe. Also Mal ruhig mit den jungen Pferden.

Ich bin ein sehr freundlicher und offener Geist. Ich knüpfe gerne Freundschaften. Besonders Menschen verschiedener Couleur. Daher auch meine "Trauer". Gerade mit Syrern habe ich sehr gute Erfahrungen gemacht. Von Nordafrikanern lasse ich die Finger. Nach insgesamt drei schlechten Männern, bleibt mir nichts anderes übrig als alle über einen Kamm zu scheren.
Was meinem Naturell absolut widerstrebt. Aber das ist eine Pille die ich nun zu schlucken habe.

Grüße

brighterstar007

Re: Freundschaft unmöglich

Beitrag von brighterstar007 » 11.02.2019, 16:42

Hi Slawine,

Zum Glück hast du deinen Mann.
Schriebst du nicht, seist psychisch ein wenig von den Mails des Nordafrikaners
Abhängig ? Gewesen ?
Deiner Ehebeziehung tut das nicht unbedingt gut.

Liebe Grüße Brighterstar

EmilyStrange
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Re: Freundschaft unmöglich

Beitrag von EmilyStrange » 11.02.2019, 17:16

brighterstar007 hat geschrieben:
11.02.2019, 16:42
Hi Slawine,

Zum Glück hast du deinen Mann.
Schriebst du nicht, seist psychisch ein wenig von den Mails des Nordafrikaners
Abhängig ? Gewesen ?
Deiner Ehebeziehung tut das nicht unbedingt gut.

Liebe Grüße Brighterstar
Genau darauf wollte ich hinaus.
Ist ja nicht so, dass mir das völlig fremd wäre. Um in diese Situation zu kommen, muss in der Beziehung was schief laufen, sonst könnte dir ein geschreibsel mit einem Kerl im Internet nix anhaben.

Ich weiß, dass ich recht undiplomatisch bin, aber ich ziehe die Holzhammermethode vor. Viele hier im Forum versuchen es auf die vorsichtige Art, aber manchmal sind klare Ansage auch gut :)

Auch wenn du dachtest, er gehöre dieser Gruppe an, so hattest du ihn doch vorher...und auch bis dato?... nie leibhaftig Aug in Aug gesehen, oder?

Ich glaube, das grundlegende Problem ist, dass man als Helfer, egal wo, schnell in den Zwiespalt gerät zwischen professioneller aber distanzierter Hilfe und persönlichen Beziehungen. Menschen, die seelisch aufreibende Berufe haben wie im Hospiz, Frauenhaus etc, trennen ganz bewusst zwischen Arbeit und Privatsphäre. Sonst würden sie irgendwann kaputt gehen.

Dies ist bei Flüchtlingshelfern wie mir scheint, oft nicht der Fall. Aufgrund der unterschiedlichen Kulturen wäre es aber gerade hier besonders angebracht, keinerlei private Kontakte zuzulassen.
Wer das Kaffeepulver nicht filtert, wird mit dem Kaffeesatz Bekanntschaft machen.

Slawine
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Re: Freundschaft unmöglich

Beitrag von Slawine » 11.02.2019, 17:27

Die Holzhammermethode 😂 finde ich gut!

Es war diese Abhängigkeit nach anderer Aufmerksamkeit. Er wollte so viel wissen über mein Studium etc. Ich kannes nicht beschreiben.
Ich habe damals wohl einen guten Freund gebraucht und habe mich an diesen Strohhalm festgehalten. Die Beziehung zu meinem Mann hat hiermit rein gar nichts zu tun.
Ich war romantisch nicht involviert.
Weißt du, es gibt viele Arten von "Liebe". Du liebst deine beste Freundin auf eine andere Art als deine Großmutter und deinen Partner liebst du völlig anders als deine Kinder.

Der Erstkontakt war bei Facebook, danach dann Gruppentreffen.
Vielleicht ist es im Themenbereich "Marokko" falsch einsortiert?! Schließlich geschah es in Deutschland.

Slawine
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Re: Freundschaft unmöglich

Beitrag von Slawine » 11.02.2019, 17:30

brighterstar007 hat geschrieben:
11.02.2019, 16:42
Hi Slawine,

Zum Glück hast du deinen Mann.
Schriebst du nicht, seist psychisch ein wenig von den Mails des Nordafrikaners
Abhängig ? Gewesen ?
Deiner Ehebeziehung tut das nicht unbedingt gut.

Liebe Grüße Brighterstar
Es war die Art der Aufmerksamkeit. Er wollte keine Mitschriften, er wollte keinen Sex (zumindest auf den ersten Blick), er wollte keine bestimmte Sache sondern nur reden und das tat gut.
Ich habe es schon versucht Emily zu erklären. Es gibt Momente im Leben, da braucht man einfach einen Freund und meine besten Freunde wohnen alle sehr weit weg und meine Kommilitonen sind viel jünger als ich oder totale Opportunisten.

Ach, wenn ich daran denke werde ich wieder traurig. Mittlerweile habe ich hier einige Beziehungspersonen gefunden. Außerhalb der Uni. Der Mensch ist ein Rudeltier.

EmilyStrange
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Re: Freundschaft unmöglich

Beitrag von EmilyStrange » 11.02.2019, 17:40

Ok, kann ich verstehen. Soziale Einsamkeit macht auch anfällig.
Man begegnet im Leben immer wieder Menschen, die einen einfach nur enttäuschen.

Am besten, man macht dann einfach einen Haken dran und macht weiter. Grübeln, down sein ist menschlich aber sinnlos. Es gibt so viele andere interessante Menschen.
Hauptsache, du lässt sich von ihm nicht wieder bequatschen :wink:
Wer das Kaffeepulver nicht filtert, wird mit dem Kaffeesatz Bekanntschaft machen.

Julija
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Re: Freundschaft unmöglich

Beitrag von Julija » 12.02.2019, 03:01

EmilyStrange hat geschrieben:
11.02.2019, 17:16

Ich glaube, das grundlegende Problem ist, dass man als Helfer, egal wo, schnell in den Zwiespalt gerät zwischen professioneller aber distanzierter Hilfe und persönlichen Beziehungen. Menschen, die seelisch aufreibende Berufe haben wie im Hospiz, Frauenhaus etc, trennen ganz bewusst zwischen Arbeit und Privatsphäre. Sonst würden sie irgendwann kaputt gehen.
Absolut richtig. In sämtlichen mir bekannten Ausbildungen, in denen es um Unterstützung bzw. Hilfe für Klienten geht, gibt es den Fachbereich Professionalisierung. Der bekommt in der Regel ziemlich viel Raum. Da gibt es zum Beispiel das Modell des Idealen Arbeitsbündnisses. Das beinhaltet, dass sich der Klient an Grundregeln hält und der Helfer an die sog. Abstinenzregeln. Im Kern geht es in der Professionalisierung(stherorie) darum, zwischen Arbeit und Privat zu unterscheiden.

Nach der Schlecker-Pleite hatten einige Politiker die grandiose Idee, ehemalige Angestellte als Erzieherinnen in Kitas einzusetzen. Das gab es einen riesen Aufschrei.
Leider scheint es mir, dass dieser Aufschrei in der Flüchtlingsdebatte weitestgehend ausgeblendet wird. Seitens der pädagogischen Fachkräfte kommt es mir schon so vor, dass diese die nicht-ausgebildeten Helfer in den letzten Jahren immer kritischer sehen. Konsequenzen hat es trotzdem kaum welche, da es auch eine Budgetfrage ist.
Das sieht man auch im Schulbildungssystem. Da soll eine meist 6monatige, zum Teil sogar berufsbegleitende Weiterbildung, zum Lehrerberuf befähigen. Selbst das Grundschullehramt hat eine Regelstudienzeit von 4 Jahren plus Referendariat. Wie soll das bitte in einem halben Jahr zusammengefasst werden. Totaler Schwachsinn.

Liebe Slawine,

du erlebst einen Trugschluss, wenn du glaubst, dass aus einem Flüchtlingsfreundeskreis echte langfristige Freundschaften entstehen können. Es wird immer ein Hierachiegefälle geben. Würdest du deinen Arzt, deine Dozenten, deine Lebensmittelverkäufer, deinen Elektriker als Freunde bezeichnen? Nichts anderes bist du für Flüchtlinge, nur mit dem Unterschied, dass deine Unterstützung für Flüchtlinge kostenlos ist während du eben Aufgeführte bezahlst. Das macht für den einzelnen Flüchtling aber keinen Unterschied, weil die Erwartungshaltung eine ganz andere ist. Ihre Währung ist Aufmerksamkeit.

Echte Freundschaft findest du eher dort, wo keine Abhängigkeiten bestehen. Zum Beispiel in einem Lesekreis oder in einem Sportverein. Dort haben die Nutznießer zwangsläufig ähnliche Interessen. "Ich helfe dir, um meine persönlichen Bedürfnisse zu befriedigen" ist keine gute Basis. "Wir teilen die gemeinsamen Bedürfnisse" ist eine bessere Basis. Ich hoffe, es ist deutlich geworden, was ich sagen will, denn es ist ein bisschen schwer zu erklären.

Du hast absolut Recht, dass der Mensch ein soziales Wesen ist ("Rudeltier"). Wir brauchen soziale Einbindung. Dennoch sollten wir auch unsere Grenzen beachten. Die sind auch da, wenn wir sie uns wegdenken.
Unterstützung und Hilfe ist schön und gut und manchmal sinnvoll, aber da braucht es - jetzt komme ich wieder auf Emilys Einwand zurück - fachlich ausgebildete Personen, die nicht aus freundschaftlichen Erwägnissen handeln, sondern aufgrund ihrer beruflichen Qualifizierung.

Fühl dich nicht schlecht, weil du über einen Kamm scherrst. Du hast genug Erfahrungen gemacht um so einen Schluss zu ziehen. Du kannst auch weltoffen und open minded sein, ohne die Welt eines Einzelnen zu retten. Ich schätze auch kulturellen Austausch, aber für mich ist der nur erkenntnisreich, wenn eben nicht der Hilfe-Gedanke ausschlaggebend ist. Denn es ist ganz natürlich, dass ein Mensch, der etwas konkretes möchte, seine Version von Kultur so auslegt, dass er das Konkrete auch erreicht. Da muss man dann schon fragen, wie authentisch sind seine Kulturwahrnehmungen. Da beziehe ich meine Informationen lieber von Menschen, die nicht darauf achten müssen, dass mit einem falschen Wort etwas kaputt gemacht wird, was ihnen nützlich ist.

Nilka
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Re: Freundschaft unmöglich

Beitrag von Nilka » 12.02.2019, 09:25

Echte Freundschaft findest du eher dort, wo keine Abhängigkeiten bestehen. Zum Beispiel in einem Lesekreis oder in einem Sportverein. Dort haben die Nutznießer zwangsläufig ähnliche Interessen. "Ich helfe dir, um meine persönlichen Bedürfnisse zu befriedigen" ist keine gute Basis. "Wir teilen die gemeinsamen Bedürfnisse" ist eine bessere Basis. Ich hoffe, es ist deutlich geworden, was ich sagen will, denn es ist ein bisschen schwer zu erklären.
So ist das und auch gut erklärt.
LG ♥ Nilka
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Slawine
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Re: Freundschaft unmöglich

Beitrag von Slawine » 12.02.2019, 17:33

Liebe Julija,

selten liest man im Internet solche reflektierten Zeilen. Ich muss dich wirklich loben. Du argumentiert schlüssig und gut. So gut, dass ich dir zu 100% Recht gebe und meine Sicht auf die Dinge nunmehr eine andere ist.

Es stimmt. Ein Abhängigkeitsverhältnis lag vor und somit auch ein Machtgefälle. Eine pädagogische Ausbildung hätte wahrlich nicht geschadet. Nun denn.

Ich bin froh mir das von der Seele geschrieben zu haben. Das schlechte Gewissen ist nun weg. Das Pflichtgefühl auch.

Allgemein möchte ich noch loswerden: Menschen die ökonomisch und sozial unter uns stehen und auf unsere Hilfe angewiesen sind, lassen uns in einem besseren Licht dastehen. Ich denke, dies ist der Grund für die ganze Hilfe und auch ein Grund weshalb so viele Frauen ihr sicheres Leben in Europa aufgeben.
Man will gebraucht werden und es ist "schön" oder vielmehr angenehm, wenn man merkt wie gut man es hat.
Nur so ein Gedanke.

Nilka
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Re: Freundschaft unmöglich

Beitrag von Nilka » 12.02.2019, 20:13

Liebe Slawine, ich hoffe, es ist dir recht, dass ich unsere - meine und deine Beiträge gelöscht habe, die sind überflüssig und tragen nicht viel Relevantes zum Thema bei. Es ist besser, dass Julijas Beitrag zur Geltung kommt :D
LG ♥ Nilka
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Bellati
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Re: Freundschaft unmöglich

Beitrag von Bellati » 02.03.2019, 01:04

Liebe Slawine,

du fragst bezüglich der Ledigkeitsbescheinung. Soweit ich weiß, verlangt das deutsche Konsulat beispielsweise in Marokko diese Bescheinigung. Damit wollen Sie herausfinden, ob die Person einen Anreiz hätte wieder in sein Land zurückzukehren. Du solltest mal genauer erforschen was sein Status hier ist (Asyl? Studium?).

Vielleicht wollte er dich auch provozieren, dass du neugierig/ eifersüchtig wirst und aufmerksam auf ihn, da du dich ja nun auch fragen könntest, ob er eine andere Frau hier beabsichtigt zu heiraten.

Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass diese Unklarheiten und mangelnde Transparenz eigentlich durchgängig in diesen "Freundschaften", Beziehungen und Halbbeziehungen vorzufinden sind. Zufriedenstellende Klärungen sind da oft nicht möglich, da gern auch mal mit gezinkten Karten gespielt wird.

Lg Bellati

Efendi II
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Re: Freundschaft unmöglich

Beitrag von Efendi II » 02.03.2019, 01:25

nabila hat geschrieben:
11.02.2019, 11:08
gibt/gab es nicht zu denken, dass er mit 25 J. studiert hat in Marokko , und n u n seit einigen Jahren in Deutschland lebt ?
In vielen Ländern verwendet man den Begriff "studieren" für alle Arten einer Ausbildung, das ist keinesfalls so aufzufassen, wie dieser Begriff in Deutschland verstanden wird. Da wird selbst der Besuch eines Kurses als "studieren" gewertet. Mit einem echten Studium an einer Hochschule oder Universität hat das selten etwas zu tun.
Habe Mut, Dich Deines eigenen Verstandes zu bedienen! (Immanuel Kant)

brighterstar007

Re: Freundschaft unmöglich

Beitrag von brighterstar007 » 02.03.2019, 16:19

Hi Effendi,

Mein afrikanischer Ex-Mann hat an einer bekannten Universität in seiner Heimat studiert.

Leider habe ich jetzt herausgefunden, dass es dort quasi überall gefürchtete
Bruderschaften gibt, die besondere Farben anziehen, einen Erkennungs handshake
Und üble (Aufnahme) Rituale praktizieren.

Liebe Grüße Brighterstar

P.S. Das gleiche gibt es auch im Westen, bei den sogenannten out law Gruppierungen.

karima66
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Re: Freundschaft unmöglich

Beitrag von karima66 » 04.03.2019, 10:47

Genau aus diesen Bruderschaften entwickelte sich die nigerianische Mafia wie man jetzt lesen konnte.....gehört hier aber nicht in den Marokkothread....

Slawine
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Re: Freundschaft unmöglich

Beitrag von Slawine » 08.03.2019, 19:57

Liebe Belati,

Es kann gut angehen, dass er mich lediglich provozieren wollte.
Gestern schrieb er mir noch einmal und bekundete seine Liebe und er wolle jetzt in Deutschland durchstarten. Für mich! Er wolle nun eine Ausbildung beginnen und einer geregelten Tätigkeit nachgehen.

Daraufhin erstellte ich eine 24h Story mit dem Hochzeitsbild meines Mannes und mir (fast zwei Jahre her :-) ) und daraufhin wurde er sehr ungehalten. Also extrem ungehalten.

Dabei wusste er, dass ich verheiratet bin. Für mich ist die Sache endgültig durch. Ich lasse mir im allgemeinen viel von Menschen gefallen und bin ein sehr freundlicher Mensch. Das war sogar für mich zu viel.
Kontaktabbruch. Habe keine Lust mehr auf diese Lügen und falschen Gefühle.

Es gibt Ausnahmen. An der Uni habe ich einige Ausnahmen kennengelernt. Die sind aber auch gebildet. Merkt euch eins: Wenn er es in Deutschland ohne Frau nicht auf die Reihe bekommt, ist er überall ein Versager. Auch im Heimatland. So einen wollt ihr nicht in eurer Nähe haben. Nicht einmal als guten Kumpel.

Atin
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Re: Freundschaft unmöglich

Beitrag von Atin » 30.03.2019, 20:13

Mittlerweile habe ich hier einige Beziehungspersonen gefunden. Außerhalb der Uni.
Auch du hast das Recht auf ganz normale Freundschaften wie all die anderen da draußen, ganz einfach aus dem Prinzip, weil du es wert bist.
Wissen ist Macht.

Mignon
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Re: Freundschaft unmöglich

Beitrag von Mignon » 01.04.2019, 13:29

Efendi II hat geschrieben:
02.03.2019, 01:25
In vielen Ländern verwendet man den Begriff "studieren" für alle Arten einer Ausbildung, das ist keinesfalls so aufzufassen, wie dieser Begriff in Deutschland verstanden wird. Da wird selbst der Besuch eines Kurses als "studieren" gewertet. Mit einem echten Studium an einer Hochschule oder Universität hat das selten etwas zu tun.
So ist es. Ausländische Bildungsgänge und -abschlüsse sind immer mit einer gewissen Vorsicht zu genießen, so lange man nicht das Bildungssystem des betreffenden Landes kennt und versteht. Auch Schüler*innen von Sekundarschulen sind in vielen Ländern "students", und was sie tun, heißt "to study". Umgekehrt besuchen Medizinstudenten in den USA eine "medical school", was für uns befremdlich klingt. Also immer ganz genau nachfragen: Wie heißt der Abschluss in der Originalsprache, wie heißt die Institution, die ihn verliehen hat. Und niemals frei Schnauze übersetzen.

Dabei hilft "www.anabin.de", eine Datenbank der Kultusministerkonferenz, in der ausländische Bildungssysteme erklärt und Schul- und Hochschulabschlüsse bewertet werden (ab Sekundarschulabschluss). SEHR hilfreich! Diese Datenbank wird unter anderem von deutschen Hochschulen benutzt, wenn es um die Einschätzung ausländischer Bildungsabschlüsse geht.

Nilka
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Re: Freundschaft unmöglich

Beitrag von Nilka » 01.04.2019, 13:53

Auch in Deutschland wird "studieren" reichlich verwendet alles Synonim zu "lernen", hat aber mit dem Studium nichts zu tun.
LG ♥ Nilka
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Toleranz wird zum Verbrechen, wenn sie dem Bösen gilt. Thomas Mann

Julija
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Re: Freundschaft unmöglich

Beitrag von Julija » 01.04.2019, 14:41

Das stimmt und ich persönlich kreide das auch an.

Zum Beispiel ist im bundesweiten Lehrplan angehender Erzieher und Erzieherinnen durchweg die Rede von "Studierenden". Dabei ist ihre Ausbildungsform in der Regel ein schulischer, der mit den Anforderungen eines Universitätsstudiums kaum etwas zu tun hat.

Ich kann mir vorstellen, dass das in anderen Berufsausbildungen ähnlich ist oder zumindest noch kommen wird.

Ponyhof
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Re: Freundschaft unmöglich

Beitrag von Ponyhof » 03.04.2019, 09:51

Slawine, in Deinem Fall sehe ich die ganze Sache etwas differenzierter.

Du wirst von einem wildfremden Typen angeschreiben, und es entwickelt sich ein Chat. Obwohl Du verheiratet bist, brichst Du den Kontakt nicht sofort ab, als es zur Anmache kommt. Warum weshalb wieso....egal. Aber es hat auch einige Leute hier irritiert, dass Du als Verheiratete da nicht sofort eine Grenze gezogen hast, und zwar eine endgültige. Du warst im europäischen Denken gefangen, nämlich dass es so etwas wie eine Freundschaft geben kann, übers Internet, über Social Media. (Das ist für mich sowieso immer schwierig zu verstehen, wie man aus diesen virtuellen Chats eine "Freundschaft" ableiten kann...aber gut).

Für ihn sieht die Sache anders aus. Er ist ein Beziehungsbetrüger, klar. Aber auch wenn ich sonst nicht für "Victim-Blaming" bin, war Dein Verhalten aus seinem kulturellen Kontext heraus zumindest widersprüchlich. In seiner Welt gibt es keine platonische Freundschaft zwischen Männern und Frauen. Und es hat in meinen Augen etwas mit kulturellem Respekt und interkultureller Kompetenz zutun, das anzuerkennen und nicht die europäische Brille als die alleinseligmachende Gesellschaftsform anzusehen, und alles mit "Toleranz" glattzubügeln ohne zu sehen, dass diese Toleranz als Wertelosigkeit, Orientwrungslosigkeit und Schwäche gesehen wird, die man ausnutzen kann. Das ist auch oft ein Problem der Flüchtlingshilfe..... bitte verstehe das nicht als einen Vorwurf: Er ist und bleibt ein Heuchler, Schwindler und Betrüger.

Nur in diesem Falle hättest Du die Grenze schon viel eher ziehen können- klar, das sagt sich so leicht! Ich kann auch gut verstehen, dass so ein Chat süchtig machen kann. Doch durch deine Diskussionen und das Aufrechterhalten des Chats hast Du ihm -ungewollt!- in seinem Wertekosmos starkes Interesse an ihm signalisiert. Für ihn ist es undenkbar, dass eine in ihrer Ehe glückliche Frau, welche nicht an ihm und einer Beziehung zu ihm interessiert ist, mit ihm chattet und alles Mögliche durchdiskutiert. Dein Mann steht in seinem Wertekosmos als unfähiger Schlappschwanz da, weil er zulässt, dass seine Frau hinter seinem Rücken im Internet andere Männer "anmacht", oder sogar "sucht". Das ist SEINE Denke, nicht meine! Und klar, dann ist Eure Ehe für ihn nicht ernstzunehmen, und er versucht, ob er Dich nicht als Sprungbrett nach Europa ausnutzen kann.

Und klar ist er jetzt stinkesauer- er hat seine Zeit umsonst investiert, und er hat sich tatsächlich Hoffnungen gemacht- diese Herren wurden als Prinzen erzogen, und halten sich für unwiderstehlich. In seinen Augen wäre ER natürlich die bessere Wahl, und in seinen Augen "hatte er es fast geschafft". Daher auch diese Hartnäckigkeit- für ihn war jeder Chat, der inhaltlich sicher total harmlos war, eine "immense Interessensbekundung" deinerseits.

Also, hier sehe ich einen Mix aus Beznessverbrechen (das steht ausser Frage!), und interkulturellem Missverständnis, dass ihm zu weit die Tür geöffnet hat. Du hast absolut recht: Freundschaft im europäischen Sinn kann es mit Männern seiner Herkunft und seiner Schicht normalerweise nicht geben.
„Nicht zu bekommen, was man will, ist manchmal ein grosser Glücksfall.“ Dalai Lama

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