Was kann ich als außenstehende tun?

Austausch über gemachte Bezness-Erfahrungen in diesem Land

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gadi
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Re: Was kann ich als außenstehende tun?

Beitrag von gadi » 17.04.2019, 07:33

BS, du schreibst, dass wenn sie ihm kein Geld gebe, er schon von selbst das Interesse verlieren werde.

Wie glaubst du, fasst eine sich nach jedem Hoffnungsstrohhalm reckende AMIGA - Frau sowas auf? Was denkst du, kannst du damit anrichten?
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Anaba
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Re: Was kann ich als außenstehende tun?

Beitrag von Anaba » 17.04.2019, 07:43

nabila hat geschrieben:
16.04.2019, 14:12
hallihallo,

sie wohnt also bei ihm ? In diesem Land ist es für NICHTverheiratete verboten ( mit Strafe) hinter geschlossener Tür

allein zu sein. Wenn sie hier gelesen hat, sollte sie das wissen. ER wird Abhilfe schaffen und sie überreden einen quasi

Heiratsvertrag ( orfi ) zu unterschreiben. Der wird auf der einen Seite ernst genommen, auf der anderen Seite ist das eine

Absolution für Sex. An Kondome wird sie ja wohl denken, oder ?


liebe Grüße ♥
Das man in Tunesien Orfi heiratet ist mir neu.
Ich denke eher, sie wird offiziell als „Freundin der Familie“ eingeführt, um Bekannte und Nachbarn zu beruhigen.
Das, obwohl garantiert jeder weiß, was abläuft.
Vielleicht findet sich auch ein Imam, der sie mosl. traut.
Obwohl das inzwischen in den meisten mosl. Länden verboten ist, man darf erst nach standesamtlichen Trauung in der Moschee heiraten, passiert es immer mal wieder. Oft zu Hause.
So beruhigt man sein Gewissen, wahrt sein Gesicht und auch dem Sex steht nichts im Wege.
Natürlich wird man die Zeit nutzen, um die Dame weichzukochen.
Da wird auch eine Hochzeit ins Gespräch kommen.
Der Weg nach Deutschland soll ja geebnet werden.
Er wird seinen Plan durchziehen.
Das er einen Plan hat, beweist doch, dass er eine fremde Europäerin „zufällig“ bei FB anschreibt.
Eine Frau, die seine Mutter sein könnte. Warum wohl?
Das die nach so kurzer Zeit bereit ist diesen Jüngling zu besuchen, zeigt, dass er es geschafft hat, sie verliebt zu machen.
Außer zu warnen, kann man nicht viel tun.
Sie ist ein freier Mensch und kann ihre Entscheidungen treffen.
So dumm und unüberlegt, die auch sind. Leider.
Liebe Grüße
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Re: Was kann ich als außenstehende tun?

Beitrag von Efendi II » 17.04.2019, 09:32

Anaba hat geschrieben:
17.04.2019, 07:43
Natürlich wird man die Zeit nutzen, um die Dame weichzukochen.
Da wird auch eine Hochzeit ins Gespräch kommen.
Der Weg nach Deutschland soll ja geebnet werden.
Er wird seinen Plan durchziehen.
Eine Frau, die seine Mutter sein könnte. Warum wohl?
Bei einem solchen erheblichen Altersunterschied, dürfte ein Zuzug
auch nach einer Eheschließung wohl etwas komplizierter werden.
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Re: Was kann ich als außenstehende tun?

Beitrag von Anaba » 17.04.2019, 09:49

Efendi II hat geschrieben:
17.04.2019, 09:32
Anaba hat geschrieben:
17.04.2019, 07:43
Natürlich wird man die Zeit nutzen, um die Dame weichzukochen.
Da wird auch eine Hochzeit ins Gespräch kommen.
Der Weg nach Deutschland soll ja geebnet werden.
Er wird seinen Plan durchziehen.
Eine Frau, die seine Mutter sein könnte. Warum wohl?
Bei einem solchen erheblichen Altersunterschied, dürfte ein Zuzug
auch nach einer Eheschließung wohl etwas komplizierter werden.
Sicher wird das nicht leicht und die Botschaften befragen gerade dann besonders intensiv,
trotzdem schaffen es viele.
Sie klagen bis zur letzten Instanz.
Liebe Grüße
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Re: Was kann ich als außenstehende tun?

Beitrag von gadi » 17.04.2019, 10:49

Anaba hat geschrieben:
17.04.2019, 09:49
Efendi II hat geschrieben:
17.04.2019, 09:32
Anaba hat geschrieben:
17.04.2019, 07:43
Natürlich wird man die Zeit nutzen, um die Dame weichzukochen.
Da wird auch eine Hochzeit ins Gespräch kommen.
Der Weg nach Deutschland soll ja geebnet werden.
Er wird seinen Plan durchziehen.
Eine Frau, die seine Mutter sein könnte. Warum wohl?
Bei einem solchen erheblichen Altersunterschied, dürfte ein Zuzug
auch nach einer Eheschließung wohl etwas komplizierter werden.
Sicher wird das nicht leicht und die Botschaften befragen gerade dann besonders intensiv,
trotzdem schaffen es viele.
Sie klagen bis zur letzten Instanz.
Und die Unguten haben Geduld bzw. sie bleiben ja nicht untätig, die meisten setzen ja nicht nur auf ein europäisches Pferdchen.
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Desert Dancer
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Re: Was kann ich als außenstehende tun?

Beitrag von Desert Dancer » 18.04.2019, 12:03

Das aktuelle Hauptziel ist offenbar, Deiner Schwester Geld aus der Tasche zu leiern für die OP der Mutter, die vermutlich nie stattfinden wird.

Und offenbar spielt die ganze Familie mit, bei der geplanten Abzocke...

Ich hoffe wirklich, dass Deine Schwester, die offenbar schon recht hohe Erwartungen und Vorstellungen hat, wie ihr Besuch da verlaufen wird, enttäuscht sein wird von den wahren Umständen, die sie dort antrifft. Aber genauso gut kann sie leider begeistert sein und weil ihr die "arme" Familie soooo leid tut, wird sie ganz freiwillig den Geldhahn öffnen.

Orfi Ehe gibt's in Tunesien nicht und dass sie da unverheiratet wohnt, wird ihr keine rechtlichen Probleme bringen. Auch wenns nicht ganz legal ist. Hingegen was die Leute von ihr denken, ist ein anderes Thema. Moralisch geht es gar nicht, dass sie da wohnt und somit wird sie von Anfang an unten durch sein. Aber leider nicht verstehen, dass über sie gelästert wird... Und ich vermute ebenfalls, dass sie einfach als "Bekannte aus Deutschland" nach Aussen verkauft wird. Damit der Sohn nicht auch noch sein Gesicht verliert vor den Nachbarn....
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nabila
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Re: Was kann ich als außenstehende tun?

Beitrag von nabila » 18.04.2019, 16:38

hallihallo,

na wenn es denn so einfach wäre !

urfi/orfi Ehen gibt es in jedem islamischen Land, und rechtliche Feinheiten sind den europ. Damen nicht bekannt. Soll ja auch nicht, sie

bekommen vermittelt, sie sind jetzt so richtig verheiratet, so mit Papier und so.

...von sogenannten "Urfi"(Orfi)-Ehen in Tunesien, die vor einem religiösen Geistlichen geschlossen werden - wobei, sogar bei Muslimen, aber in vielen Fällen gravierende Unkenntnis darüber besteht, worum es sich dabei überhaupt handelt, denn weder ist eine Urfi-Ehe wie die andere, noch wird jede Form in jedem islamischen Land anerkannt (in Tunesien wird zum Beispiel gar keine anerkannt).

Den meisten Ehen, die gemeinhin als "Urfi-Ehen" bezeichnet werden, ist es gemein, daß sie allein deshalb geschlossen werden, um den Mann von jeglicher Verpflichtung (Alimente) zu befreien und Regelungen des Glaubens (z.B. Ehebruch) auszuhebeln.
Aus diesem Grunde wird diese Art von Ehen, entgegen allgemeiner Überzeugung, in den meisten islamischen Ländern auch nicht anerkannt.

Während z.B. in Ägypten eine Urfi-Ehe auch staatlich anerkannt sein kann (doch noch lange nicht jede!), ist dies in Tunesien absolut ausgeschlossen

Link entfernt, da wir nicht auf andere Foren verweisen. Gruß Thelmalouis, Moderation
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karima66
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Re: Was kann ich als außenstehende tun?

Beitrag von karima66 » 18.04.2019, 18:15

Hallo nabila,

es gibt in Tunesien definitiv keine Orfi Ehe.
Ich habe in allen Jahren nie eine Touristin gekannt die eine nur islamische Ehe einging, ohne rechtliche geht das ohnehin nicht, dort wird die rechtliche mit der islamischen verbunden in einem, auch rein tunesische Paare heiraten nie nur islamisch.
Es ist dort nicht nur nicht erlaubt, sondern auch nicht ueblich.
Der moralische Aspekt aber bleibt natürlich.

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Re: Was kann ich als außenstehende tun?

Beitrag von Anaba » 18.04.2019, 18:33

na wenn es denn so einfach wäre !

urfi/orfi Ehen gibt es in jedem islamischen Land, und rechtliche Feinheiten sind den europ. Damen nicht bekannt. Soll ja auch nicht, sie
Es ist einfach.
In den 15 Jahren, die ich im Forum bin, habe ich noch nie von einer Orfi Ehe in Tunesien gehört.
Viele Bekannte von mir und Frauen aus dem Forum kennen das Land genau, haben dort gelebt, wie Karima oder Evelyne.
Eine Orfi Ehe ist bisher keiner untergekommen.
Welche rechtlichen Feinheiten kennen denn die europäischen Damen nicht?
Wie Karima beschreibt, so läuft es z.B. auch in Algerien.
Die Imame dürfen keine Ehe schließen, wenn das Paar nicht vorher standesamtlich geheiratet hat.
Das wird inzwischen streng überwacht.
Oft wird nach einer standesamtlichen Trauung erst Monate später in der Moschee geheiratet.
Vorher wird die Ehe auch nicht vollzogen.
Liebe Grüße
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Re: Was kann ich als außenstehende tun?

Beitrag von nabila » 19.04.2019, 14:30

hallihallo,

falschen link erwischt, tut mir leid liebe thelmalouis, entschuldige bitte.

und ebenso leid tut mir, dass ich urfi sehr wohl während meines längeren Aufenthalts in TN erlebt habe, hier nicht lügen will, und eher das Gefühl

habe urfi liegt im trend. Dieses "Betrugspapier" (für mich) hat extrem viele facetten, auch wenn es offiziell nicht gilt, jedoch in einigen Ländern

durch weiteres Handeln offiziell gemacht werden kann. Urfi bedeutet SITTE und dient immer dem Mann, unabhängig von Gesetzesrecht,

islamischem Recht, Stammesrecht o.a.

https://www.verband-binationaler.de/fil ... wnload.pdf vom Bundesverwaltungsamt

Tunesien kennt die Eheschließung vor dem Standesbeamten und die Trauung in alter muslimischer Form, d. h. Abgabe einer schriftlichen Erklärung vor zwei Notaren.

Ist der Abschluss des Ehevertrages aus technischen Gründen nicht möglich, kann auch ein privat vor 2 Zeugen geschlossener Vorvertrag zum Abschluss eines notariellen Ehevertrages helfen, der praktisch überall und jederzeit eingegangen werden kann ...........

Wir warnen, klären auf, informieren > und urfi gehört für mich dazu. Beznesser sind erfinderisch, scheuen sich auch nicht davor den Koran

quasi aushebeln zu wollen.


liebe Grüße ♥
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Re: Was kann ich als außenstehende tun?

Beitrag von leva » 19.04.2019, 14:36

Ich frage mal "naiv"....

Warum laesst sich eurer Ansicht nach eine Frau auf Orfi ein,wenn die Nachteile bekannt sind,die Vorteile nur fuer den Mann gelten?

evtl waere das ein Thema fuer einen eigenen thread und wird bei Bedarf von einer mod verschoben?

Ariadne
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Re: Was kann ich als außenstehende tun?

Beitrag von Ariadne » 19.04.2019, 16:27

Da kann ich Nabila recht geben. Ich habe in Tunesien auch von dieser Art des Vertrages zwischen einem Tunesier und einer Touristin gehört. Ich weiß es nicht, wie es in Tunesien heißt, aber meine Vermieterin hat mir von so einem Vertrag erzählt zwischen einem Tunesier und einer Französin.

Wie oft so ein Vertrag abgeschlossen wird, kann ich auch nicht sagen, aber die Möglichkeit existiert. Gesellschaftlich ist es verpönt, aber es ist immer noch besser als einfach so zusammen zu leben. Das wird dort meist nicht akzeptiert.
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Re: Was kann ich als außenstehende tun?

Beitrag von Anaba » 19.04.2019, 17:48

nabila hat geschrieben:
19.04.2019, 14:30
hallihallo,

falschen link erwischt, tut mir leid liebe thelmalouis, entschuldige bitte.

und ebenso leid tut mir, dass ich urfi sehr wohl während meines längeren Aufenthalts in TN erlebt habe, hier nicht lügen will, und eher das Gefühl

habe urfi liegt im trend. Dieses "Betrugspapier" (für mich) hat extrem viele facetten, auch wenn es offiziell nicht gilt, jedoch in einigen Ländern

durch weiteres Handeln offiziell gemacht werden kann. Urfi bedeutet SITTE und dient immer dem Mann, unabhängig von Gesetzesrecht,

islamischem Recht, Stammesrecht o.a.

https://www.verband-binationaler.de/fil ... wnload.pdf vom Bundesverwaltungsamt

Tunesien kennt die Eheschließung vor dem Standesbeamten und die Trauung in alter muslimischer Form, d. h. Abgabe einer schriftlichen Erklärung vor zwei Notaren.

Ist der Abschluss des Ehevertrages aus technischen Gründen nicht möglich, kann auch ein privat vor 2 Zeugen geschlossener Vorvertrag zum Abschluss eines notariellen Ehevertrages helfen, der praktisch überall und jederzeit eingegangen werden kann ...........

Wir warnen, klären auf, informieren > und urfi gehört für mich dazu. Beznesser sind erfinderisch, scheuen sich auch nicht davor den Koran

quasi aushebeln zu wollen.


liebe Grüße ♥

Danke für den Link zu der interessanten Seite über islamische Eheverträge.
Allerdings wird hier lediglich die „normale“ Eheschließung in TN beschrieben.
Mich würde eher ein Nachweis interessieren, woraus hervorgeht, dass in TN Orfi geheiratet wird.
Darüber findet man nichts.
Du schreibst:
Wir warnen, klären auf, informieren > und urfi gehört für mich dazu.
Vor Orfi wird hier seit Jahren gewarnt.
Es gibt viele Threads darüber.
In Zusammenhang mit TN hat hier allerdings noch niemand vor Orfi gewarnt, das ist richtig.
Der Grund ist, weil noch nie jemand, etwas über solche Ehen in TN berichtet hat.

Wer also Näheres über Orfi Ehen in TN oder anderen Ländern, außer Ägypten, weiß, bitte stellt es hier ein.
Wäre interessant zu wissen, ob und wie solche Eheschließungen in TN ablaufen.
Liebe Grüße
Anaba

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Re: Was kann ich als außenstehende tun?

Beitrag von Anaba » 19.04.2019, 19:12

Das habe ich über Orfi Ehen in Zusammenhang mit TN gefunden.
Zuweilen liest man von sogenannten "Urfi"(Orfi)-Ehen in Tunesien, die vor einem religiösen Geistlichen geschlossen werden - wobei, sogar bei Muslimen, aber in vielen Fällen gravierende Unkenntnis darüber besteht, worum es sich dabei überhaupt handelt, denn weder ist eine Urfi-Ehe wie die andere, noch wird jede Form in jedem islamischen Land anerkannt (in Tunesien wird zum Beispiel gar keine anerkannt).

Dieser Artikel soll einen, nicht abschließenden, Überblick, mit besonderer Beachtung der Situation in Tunesien, liefern.


Den meisten Ehen, die gemeinhin als "Urfi-Ehen" bezeichnet werden, ist es gemein, daß sie allein deshalb geschlossen werden, um den Mann von jeglicher Verpflichtung (Alimente) zu befreien und Regelungen des Glaubens (z.B. Ehebruch) auszuhebeln.
Aus diesem Grunde wird diese Art von Ehen, entgegen allgemeiner Überzeugung, in den meisten islamischen Ländern auch nicht anerkannt. Urfi-Ehen (und deren Geschwister, siehe unten) werden von Männern, namentlich aus Saudi-Arabien, oft dazu "mißbraucht", den Verkehr mit muslimischen Prostituierten zu ermöglichen ohne mit dem islamischen Glauben in Konflikt zu geraten.
Dies ist natürlich auch islamischen Gelehrten bekannt und so gibt es nicht wenige, die diesen Eheformen ablehnend und sogar feindselig gegenüberstehen.

Zunächst muß herausgestellt werden, daß sämtliche nur-religiösen Ehen in Tunesien illegal sind.
Tunesien erkennt nur und ausschließlich die Ehe an, die gemäß der Regelungen des tunesischen Personal Status Code (Personenstandsgesetz) geschlossen werden, also vor einem Beamten des Staates (Notar).
Folgerichtig können in Tunesien aus einer illegalen Ehe keinerlei Rechte und Vorteile gezogen werden.

Wichtig ist es auch, anzumerken, daß die Frau aus einer Urfi-Ehe keinerlei (staatsgesetzliche) Absicherung für den Fall der Scheidung genießt, weder für sich, noch für ihr Kind und daß eine solche Ehe bei Gericht keinerlei Bedeutung genießt.

In einigen islamischen Ländern, wie z.B. Ägypten, kann eine Urfi-Ehe jedoch de facto eine weitere Eheschließung der Frau blockieren, weil sie sich sonst der Vielmännerei strafbar machen würde (der Mann dagegen kann mehrere Frauen heiraten).

Nicht aber in Tunesien, denn dort ist, wie gesagt, eine solche Ehe ohne jede rechtliche Bedeutung!


Nikah Urfi (Orfi)

Wird in Tunesien normalerweise nicht abgeschlossen

Der Begriff "Urfi" meint etwas, daß man als "individuell" bezeichnen kann. Eine Urfi-Ehe ist also eine Ehe, die individuell geschlossen wird und sich NICHT an die Voraussetzungen der Scharia (Einklang des Lebens mit islamischen Bestimmungen) halten muß.
Im Prinzip fallen hierunter sowohl islamisch "gültige", doch auch islamisch "ungültige" Ehen.
Eine Art der Urfi-Ehe ist zum Beispiel die schlichte Übereinkunft der Eheleute, daß sie verheiratet sind. Sie schreiben diesen Satz auf und unterschreiben ihn beide - ohne jede Anwesenheit eines islamischen Religionsgelehrten.

Dann gibt es eine Spielart, in denen zwar die meisten Bedingungen der Scharia befolgt werden und ein Imam die Trauung vollzieht, die Ehe aber "geheim" bleibt, also niemand außer dem Imam, den Zeugen und dem Brautpaar von der Eheschließung weiß. Diese Form der Ehe wird von den meisten islamischen Gelehrten ebenfalls nicht anerkannt, da eine Ehe öffentlich kommuniziert werden muß.

Schließlich gibt es eine Form, in der die Braut nicht die Zustimmung des Vaters zur Hochzeit erhält - auch diese verstößt in den Augen der meisten Gelehrten gegen die Scharia-Bestimmungen, nach denen keine Frau ohne Zustimmung ihres Behüters heiraten darf.

Wichtig ist es hier, auf den Unterschied der Rechtsschulen zu schauen - während in dem einen Land diese Zustimmung fehlen kann, ist sie in einem anderen, das zu einer anderen Rechtsschule gehört, verpflichtend.
Während z.B. in Ägypten eine Urfi-Ehe auch staatlich anerkannt sein kann (doch noch lange nicht jede!), ist dies in Tunesien absolut ausgeschlossen.
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Re: Was kann ich als außenstehende tun?

Beitrag von Evelyne » 19.04.2019, 19:27

karima66 hat geschrieben:
18.04.2019, 18:15
Hallo nabila,

es gibt in Tunesien definitiv keine Orfi Ehe.
Ich habe in allen Jahren nie eine Touristin gekannt die eine nur islamische Ehe einging, ohne rechtliche geht das ohnehin nicht, dort wird die rechtliche mit der islamischen verbunden in einem, auch rein tunesische Paare heiraten nie nur islamisch.
Es ist dort nicht nur nicht erlaubt, sondern auch nicht ueblich.
Der moralische Aspekt aber bleibt natürlich.
Das kann ich bestätigen. Ich habe acht Jahre in TN gelebt und mehr als einmal mitbekommen, dass deutschen Frauen diese Pseudo-Hochzeit die in Ägypten als Urfi bezeichnet wird, verweigert wurde. In Ägypten reicht dafür ein Notar, der Gebühren verlangt.. mit einer islamischen Hochzeit, die alleine Muslimen ( auch Konvertiten) vorbehalten ist, hat das nichts zu tun.
Lieben Gruß
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Re: Was kann ich als außenstehende tun?

Beitrag von gadi » 19.04.2019, 19:46

Das was man, auch insbesondere in Ägypten, gemeinhin als Orfi-Ehe bezeichnet kann mit den Gepflogenheiten dahingehend in Tunesien demnach offenbar nicht verglichen werden.
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Re: Was kann ich als außenstehende tun?

Beitrag von Evelyne » 20.04.2019, 10:42

Nabila schrieb: Wir warnen, klären auf, informieren > und urfi gehört für mich dazu
Gebt mal oben in die Suche „Urfi“ oder „Orfi“ ein, es kommen über 800 Beiträge.
Lieben Gruß
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Re: Was kann ich als außenstehende tun?

Beitrag von Madeleine » 20.04.2019, 14:30

Ich kenne einen solchen Fall aus der Türkei. Sie, Deutsche und verwitet mit Witwenrente, war und ist zumindest schlau genu, ihn nicht zu heiraten. Allerdings hat er darauf bestanden, islamisch zu heiraten. Das ist zwar offiziell in der Türkei verboten, aber......Sie besitzt davon auch ein Dokument. Meiner Meinung nach ohne Bedeutung, für sie aber Sicherheit genug, 70 000 Euro in die Türkei zu bringen, mit dem er ein Geschäft finanziert hat. Angeblich sollte sie das ganze Geld nach 1 Jahr wieder bekommen, diese Rückzahlung dauert nun 7 Jahre und kein Cent zurück.....kommt leider immer etwas dazwischen....und die arabische Grossfamilie mit 6 erwachsenen Söhnen braucht ja immer für irgendetwas Geld ...inklusive Rückzahlung eines Kredit des Vaters, Miete für die Eltern und und und ....aber sie hat die Hoffnung noch nicht aufgegeben, ihr Geld zurück zu bekommen....ist ja immerhin mit dem Mann muslimisch verheiratet....
Lerne die Regeln, und spiele besser als sie.

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Re: Was kann ich als außenstehende tun?

Beitrag von Efendi II » 20.04.2019, 17:41

Madeleine hat geschrieben:
20.04.2019, 14:30
....ist ja immerhin mit dem Mann muslimisch verheiratet....
Was allerdings auch in der Türkei und in Deutschland ohnehin juristisch völlig
belanglos ist und keinerlei Rechtsansprüche begründet.
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nabila
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Re: Was kann ich als außenstehende tun?

Beitrag von nabila » 20.04.2019, 19:18

hallihallo,

meines Wissens ist urfi/orfi juristisch belanglos -- kann aber in einigen Ländern nachträglich legitimiert werden durch entsprechende

Schritte. Aber darum geht es ja primär nicht. Die Frauen werden im Glauben gelassen verheiratet zu sein durch urfi/orfi. Diese "Formulare"

kann man im internet finden und drucken, in allen islamischen Ländern. In TN kann man im Hinblick auf eine rechtlich verbindliche Ehe

zusätzlich einen "Ehevertrag" schließen. Ist der Abschluss des Ehevertrages aus technischen Gründen nicht möglich, kann auch ein privat

vor 2 Zeugen geschlossener Vorvertrag zum Abschluss eines notariellen Ehevertrages helfen, der praktisch überall und jederzeit eingegangen

werden kann ........... Die technischen Gründe lassen sich schnell finden > in Eile und fehlenden Papieren o.ä.

Von Gesetz und Islamisch und Stammesrecht spricht niemand. Davon weiß auch Touristin meist nix, verpönt oder nicht. Sie fühlt sich

gewertet und bebauchpinselt. Es kann nicht sein, was nicht sein darf ? DOCH -- auch in TN


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